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Fotos in Szene gesetzt

11.09.2011 | 16:11 Uhr |

Seine besten Fotos sollte man der Welt zeigen. Wir geben Tipps zum edlen Präsentieren entweder am Computer, als Fotobuch oder als Druck in Galerie-Qualität

Da hat man als engagierter Fotograf richtig Aufwand betrieben um schöne Fotos zu erhalten, doch dann fehlt es bei vielen am letzten Schritt: Das Präsentieren der Fotos. Der wohl schwierigste Schritt ist sicherlich, die besten Fotos auszusuchen. Der letzte Schritt ist aber auch nicht gerade leicht, denn es gibt neben einer Vielzahl von Arten der Fotopräsentationen noch unzählige Produkte und Dienstleister. Und wie häufig, gibt es auch hier nicht den Königsweg. Die folgenden Tipps sollen helfen, auf dem Weg dorthin die größten Klippen zu umgehen.

Die elektronische Präsentation

Der digitale Bilderrahmen oder das iPad sind eine schöne Sache für das Zeigen im kleinen Rahmen mit bis zu drei Personen. Die teilweise geringen Blickwinkel sind nicht für größere Gruppen geeignet, dafür präsentieren aber Digitale Bilderrahmen die Fotos klasse auf der Kommode. Für größere Gruppen ist ein großer Flachbildschirm im Wohnzimmer mit USB- oder Speicherkarten-Steckplatz gut geeignet. Ganz luxuriös und professionell ist eine Beamer-Präsentation mit einer gestalteten Diashow - das erweckt Erinnerungen an surrende Diaprojektoren in abgedunkelten Räumen. Sind die Zuschauer auf der ganzen Welt oder in Deutschland verteilt, ist eine Plattform wie Mobile Me, Flickr oder auch Facebook geeignet. Hier fehlt jedoch das direkte Feedback und man kann bis auf die Bildunterschriften nichts zu den Bildern erzählen.

Für die Bildschirmpräsentation sollte man seine Bilder vorbereiten. Die volle Auflösung, die eine Digitalkamera bietet, braucht man nicht auf Geräten, die oft nur 1024 x 768 Bildpunkte anzeigen können. Ganz im Gegenteil. Es ist sehr nervend, wenn Bilder in einem Kamera-RAW-Format und 21 Megapixel vorliegen, durchgeklickt werden. Das kann schon mal ein paar Sekunden dauern, bis das Bild offen ist, ganz zu schweigen davon, dass beispielsweise nicht jeder Fernseher Bildformate abseits von JPEG verarbeitet. Gerade Programme wie iPhoto , Aperture oder Photoshop Lightroom erleichtern einem hier die Arbeit. Anhand von Photoshop Lightroom zeigen wir den Exportdialog.

Wer häufiger Bilder für die Präsentation exportiert, legt sich am besten gleich ein Preset wie hier in Lightroom an.
Vergrößern Wer häufiger Bilder für die Präsentation exportiert, legt sich am besten gleich ein Preset wie hier in Lightroom an.

Tipp: Für beste Bildqualität skaliert man die Bilder auf die native Auflösung des Anzeigegerätes. Das können bei einem Bilderrahmen 1024 x 768 Pixel oder 1280 x 720 Pixel bei einem Beamer sein, bei einem Full-HD fähigen Fernseher sind es 1980 x 1080 Pixel. Wichtig ist hierbei die Einstellung auf 72 dpi und sRGB als Farbraum. Ob eine leichte Schärfung notwendig ist, muss man ausprobieren. Flachbildfernseher nehmen automatisch eine Schärfung vor. Übrigens: Das iPad bietet ein Auflösung von 1024 x 768 bei 132 dpi.

Digitalkameras haben in der Regel ein anderes Bildseitenverhältnis von 3:2 oder 4:3 als Beamer oder Flachbildfernseher mit meist 16:9 oder 16:10. Da es sich von selbst verbietet, sein Bild für eine Anpassung zu verzerren, sollte man es auf die Breite oder die Höhe anpassen. Das Ergebnis für ein Bild mit ursprünglich 5616x3744 ist beispielsweise für das iPad eine Bildgröße von 1024x683 und in der Anzeige sieht man dann einen schwarzen Rand. In Lightroom muss man sich hierzu keine große Gedanken machen, man gibt die maximal gewünschte Größe im Exportdialog ein, den Rest macht das Programm.

Fotobücher

Dank spezieller Leporello-Bindung bei Fuji und Cewe werden Panoramabilder über eine Doppelseite durch den Falz nicht gestört.
Vergrößern Dank spezieller Leporello-Bindung bei Fuji und Cewe werden Panoramabilder über eine Doppelseite durch den Falz nicht gestört.

Hier gibt es eine große Anzahl an Dienstleistern mit einer fast ebenso großen Auswahl an Varianten. Neben dem Standard-Druckverfahren mit maximal 170g Papier stehen auch die Luxus-Varianten auf echtem Fotopapier zur Wahl. Gerade letztere überzeugen mit deutlich besserer Bildqualität und schwerem 300g-Papier. Bekannte Anbieter sind unter anderem Cewe Fotobuch und deren Einzelhandels-Partner sowie Fotobuch.de, Pixum oder Fotokasten.

Die Erzeugung von eigenen Fotobüchern ist schnell erlernt. Gerade die Fotobuch-Funktion von den Apple-Programmen iPhoto und Aperture ist sehr einfach und sie liefern professionelle Ergebnisse. Besonders bequem ist hierbei, dass man sich nicht um Auflösungen oder Farbräume kümmern muss. Am bequemsten ist hier die Bestellung via Apples Fotodienst, der im Vergleich aber recht teuer ist. Ein anderer Weg ist, das Fotobuch als PDF zu exportieren und mit einem anderen Dienstleister zu bestellen, Photographerbook.eu bietet hierzu einen gut funktionierenden Weg an.

((Bei Übersatz raus)) In iPhoto lässt sich ein professionell aussehendes Fotobuch schnell erstellen.
Vergrößern ((Bei Übersatz raus)) In iPhoto lässt sich ein professionell aussehendes Fotobuch schnell erstellen.

Tipp: Da die Labore die Bilder einer Optimierung unterwerfen, braucht man sich um die Skalierung und Schärfung nicht zu kümmern. Perfektionisten hingegen schalten diese Funktion ab und übernehmen selbst die Datenaufbereitung. Während sich bei guten Anbietern Kontraste und Farben so nach eigenen Vorstellungen umsetzen lassen, ist die Beurteilung der Schärfung nur nach Test-Bestellungen optimierbar.

Im Exportdialog gibt man eine maximale Länge und die Auflösung ein. Wer weiß, wie er schärfen kann, kann dies auch direkt einstellen. In diesem Beispiel werden die Bilder anschließend in iPhoto geöffnet für das Buchlayout.
Vergrößern Im Exportdialog gibt man eine maximale Länge und die Auflösung ein. Wer weiß, wie er schärfen kann, kann dies auch direkt einstellen. In diesem Beispiel werden die Bilder anschließend in iPhoto geöffnet für das Buchlayout.

Das Vorgehen ist dabei erst einmal ähnlich wie für die Bildschirmpräsentation . Beim Export stellt man sicher, dass ein Farbraum von sRGB und als Dateiformat JPEG eingestellt ist. Wenn man schon direkt weiß, wie groß die Bilder gedruckt werden sollen - zum Beispiel maximal 20 cm breit - gibt dies direkt im Exportdialog an. Wie hier an Photoshop Lightroom gezeigt. Aber Achtung, es gehört beim Drucken auch die Angabe einer Auflösung dazu, meist sind es 300dpi. Wer sich unsicher ist und noch nicht so viel Erfahrung hat, exportiert ohne Skalierung und belässt es bei der Originalgröße und Auflösung des Bildes.

Wer die Kontrolle über den gesamten Prozess Fotobuch haben möchte, kann auch selbst drucken. Speziell Schwarz-Weiss-Fotografen werden mit den Ergebnissen der Druckdienstleister nicht glücklich, denn leider sind Farbstiche unvermeidbar. Der Vorteil des Eigendrucks liegt aber nicht nur in den besseren Möglichkeiten der angepassten Bildoptimierung, sondern auch in der größeren Auswahl an Papieren. Ein sehr guter Drucker der gehobenen Klasse und ein optimal eingestellter Bildschirm vorausgesetzt, erreicht man hiermit meist eine bessere Qualität als über die Druckdienstleister.

Ein mit 20 Euro preisgünstiges Album-Set mit schwerem 325g Papier und einem Umschlag zum Kleben hat Sihl im Programm.
Vergrößern Ein mit 20 Euro preisgünstiges Album-Set mit schwerem 325g Papier und einem Umschlag zum Kleben hat Sihl im Programm.

Die Auswahl reicht von fertigen Sets, bestehend aus doppelseitig bedruckbaren Papieren und den Alben zum Kleben oder Schrauben bis hin zur individuellen Auswahl des Papiers und zu Alben, die auch geschraubt werden oder dem Gang zum Buchbinder. Ein Buchbinder muss nicht teuer sein, für ein sehr hochwertiges Buch kann man mit Kosten zwischen 50 und 100 Euro rechnen.

Das Innova Opus Album zum selber ausdrucken zeichnet sich durch hochwertiges Papier und einen einfachen Umschlag aus. Dafür starten die Preise mit günstigen 30 Euro.
Vergrößern Das Innova Opus Album zum selber ausdrucken zeichnet sich durch hochwertiges Papier und einen einfachen Umschlag aus. Dafür starten die Preise mit günstigen 30 Euro.
© Hersteller

Empfehlenswerte Sets gibt es für den kleinen Geldbeutel von Ilford oder Sihl und für den anspruchsvolleren Kunden von Hahnemühle , Innova oder Tecco. Die Größen reichen hierbei von A4 bis A3+ und neben den klassischen glänzenden Papieren gibt es auch eine große Auswahl an matten Papieren zum Beispiel aus feinstem Hadern. Mit solch einem Buch macht man Eindruck. Aber Achtung, Hadern ist sehr empfindlich bei Handschweiß. Preislich reichen diese von 30 bis 200 Euro.

Die Alben aus Aluminium sehen sehr edel aus und sind aber auch sehr empfindlich. Zum Schutz gibt es jedoch eine Hülle.
Vergrößern Die Alben aus Aluminium sehen sehr edel aus und sind aber auch sehr empfindlich. Zum Schutz gibt es jedoch eine Hülle.

Eine große Auswahl an Alben zum selber konfektionieren hat Monochrom. Diese reicht von den hauseigenen Alben mit Klapp-Portfolio bis zu den Pina Zangaro Alben aus Acryl oder Aluminium. Zur Auswahl stehen Blätter zum Bekleben, Hüllen zum Einstecken oder doppelseitige Papiere für den Eigendruck. Die Seiten werden dann mit dem Einband verschraubt. Neben Monochrom hat auch Boesner eine kleine Auswahl im Programm.

Im Druckdialog von Lightroom kann man sehr schön die Ränder angeben, um das Bild exakt auf der linken und rechten Seite zu platzieren.
Vergrößern Im Druckdialog von Lightroom kann man sehr schön die Ränder angeben, um das Bild exakt auf der linken und rechten Seite zu platzieren.

Tipp: Ein Layoutprogramm wie Adobe Indesign ist übrigens nicht zwingend nötig. Da man in der Regel jedes Blatt einzeln bedruckt, reicht das Bildbearbeitungsprogramm seiner Wahl oder Verwaltungsprogramme wie Adobe Photoshop Lightroom und Apple iPhoto aus.

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