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Privatsphäre für Einsteiger: OS X richtig absichern

25.02.2016 | 13:30 Uhr |

Der Mac gilt als sicherer Ort – sowohl was die Anfälligkeit in Sachen Viren betrifft, als in Bezug auf System-Abstürze. Doch längst sind nicht mehr nur Internet-Diebe hinter Ihren Daten her.

Gewöhnliche Anwendungen können Zugriff auf Adressen, Kalendereinträge und mehr fordern. Eine genaue Justierung der Dateifreigabe und der Abschirmung nach außen ist für eine effiziente Arbeitsumgebung essentiell .

Apple vereint die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz von Daten und Ihrer Privatsphäre in den Systemeinstellungen unter dem Punkt „Sicherheit“. Die Systemeinstellungen finden Sie entweder in Form des Zahnradsymbols über das Dashboard oder das Dock. Alternativ können Sie auch über das Apfelmenü ( > Systemeinstellungen) gehen oder eine Spotlight-Suche (Lupen-Symbol rechts oben in der Menüleiste) bemühen. Erst einmal geöffnet, kann die Navigation etwas umständlich erscheinen. Wir arbeiten uns Schritt für Schritt zu einem sauber eingestellten Mac.

OS X Basics

In loser Folge blickt Bastian Gruber für Macwelt hinter die Kulissen von OS X und erklärt wichtige Grundlagen. Thema dieser Folge: In OS X die richtigen Einstellungen für die Privatsphäre treffen

Weitere OS X Basics:

Produktives OS X – Finder, Dock und Menüleiste produktiv einrichten

Produktives OS X – Dateistruktur optimieren, Daten schneller finden

Wie die Bibliotheken in iTunes, iPhoto und iBooks funktionieren

Abschirmung von unerwünschten Personen und Anwendungen

Unter dem Reiter „Allgemein“ innerhalb der Systemeinstellungen „Sicherheit“ befinden sich zwei Abschnitte: Der erste regelt das Anmelde-Verhalten Ihres Mac. Es ist zu empfehlen, ein Kennwort festzulegen, welches dann beim Anmelden abgefragt wird. So verhindern Sie den unbefugten Zugriff Dritter auf Ihren Mac. Falls Sie noch kein Kennwort für Ihren Benutzer festgelegt haben, so können Sie das hier nachholen.

Indem Sie die Kontrollbox bei „Kennwort erforderlich“ aktivieren, legen Sie fest wie lange der Mac im Ruhezustand verbringen kann, ohne nach dem Aufwecken ein Kennwort zu verlangen. Mit „sofort“ wird bei jedem Reaktivieren eine Passwort-Eingabe gefordert. Die zweite Zeile dient der Privatsphäre: Bleibt das Kontrollkästchen leer, blendet der Mac unter OS X 10.11 El Capitan auf dem Sperrbildschirm keine Hinweise auf eingegangene Mitteilungen ein. Will man nach dem Ende des Ruhezustandes schon wissen, ob die Mitteilungszentrale Neues zu vermelden hat, kann man die Option aktivieren und eine entsprechende Nachricht konfigurieren.

Der Sperrbildschirm zeigt unter OS X El Capitan lediglich an, ob während des Ruhezustandes neue Mitteilungen angefallen sind.
Vergrößern Der Sperrbildschirm zeigt unter OS X El Capitan lediglich an, ob während des Ruhezustandes neue Mitteilungen angefallen sind.

Das dritte Kontrollkästchen dient dazu, dass der Mac immer ein Passwort beim Hochfahren fordert. Wo Sie keine Veränderungen an den Einstellungen vornehmen können (Optionen ausgegraut), sind Änderungen nur nach einem Klick auf das kleine Schloss unten links und die Eingabe eines Administratorenpassworts möglich.

Anwendungen im Zaun halten

In der unteren Hälfte der „Allgemein“-Ansicht geht es dagegen um App-Berechtigungen, denn dort wird festgelegt, aus welchen Quellen Programm-Installationen erlaubt sind. Also: Dürfen diese nur aus dem Mac App Store installiert werden, lassen Sie zusätzlich auch verifizierte Entwickler als Quellen zu, oder sind Apps ohne jegliche Einschränkung installierbar? Je nach Nutzer kann die eine oder andere Lösung von Vorteil sein. Sicherheitshalber kann auch zuerst nur der Mac App Store als zulässige App-Quelle erlaubt werden – und wenn Sie ein Programm aus nicht-legitimierter Quelle installieren möchten, können Sie die nächst tiefere Stufe wählen.

Unter "Allegemein" in den Sicherheitseinstellungen kann man die Zeit für die Passwort-Eingabe festlegen.
Vergrößern Unter "Allegemein" in den Sicherheitseinstellungen kann man die Zeit für die Passwort-Eingabe festlegen.

Zugriff auf Ihre Daten einschränken

Mit der Verbreitung von iOS hat auch der Trend vom Datenzugriff einzelner Apps Einzug gehalten. Innerhalb bestimmter Anwendungen kann der Benutzer oft die eigenen Fotos, Personen- und Kalenderdaten oder den eigenen Standort verwenden. Für all diese Funktionalitäten benötigen diese Programme - logischerweise - Zugriff auf Kontakt- oder Standortdaten des Anwenders. Einmal vergebene Rechte können Sie über den Reiter „Privatsphäre“ zurückziehen.

In der linken Spalte des „Privatsphäre“-Reiters finden sich die Informations-Arten, für die OS X bestimmten Apps – falls erwünscht – Zugriff gewährt. Mit einem Klick auf den jeweiligen Eintrag links erscheinen rechts davon diejenigen Anwendungen, die Gebrauch vom jeweiligen Datentyp machen können. Ein Haken neben einer Anwendung signalisiert, dass die entsprechende App auf den jeweiligen Typ von Informationen (beispielsweise über die Ordnungsdienste) zugreifen darf. Ist das Kontrollkästchen nicht aktiviert, darf die jeweilige App auch nicht auf die in der linken Liste markierten Daten zugreifen.

Ortungsdienste
Vergrößern Ortungsdienste

Festplattenverschlüsselung und Firewall

Handelt es sich bei Ihrem Mac um ein Macbook, so ist der Reiter „FileVault“ von größerer Bedeutung für Sie, denn mit Filevault lässt sich Ihre Festplatte verschlüsseln. Der Vorteil: Wird Ihr Mac geklaut, ist es für den Angreifer nahezu unmöglich, die Daten zu verwenden. Dafür muss der Mac zum Zeitpunkt des Diebstahls aber ausgeschaltet oder zumindest der Benutzer abgemeldet sein.

Bei stationären Macs macht der Einsatz von Filevault dagegen meist wenig Sinn. Denn: Der Ladevorgang dauert länger und bei Passwortverlust sind die Daten nicht wiederherzustellen. Auch die Time-Machine-Backups sind anschließend nicht mehr zu gebrauchen. Nutzen Sie aber einen mobilen Mac, sollten Sie ernsthaft über den Einsatz der systemseitigen Verschlüsselung nachdenken – und parallel auch Ihre Time-Machine-Backups mit Passwortschutz versehen, da sonst die Daten Ihres Mac einfach über Backups ausgelesen werden können.

Das Thema Firewall dagegen beschäftigt die Computerwelt seit dem Beginn des Internet-Booms: Eine Firewall ist dabei eine Art Schutzmauer, die nur bestimmte Türen enthält, durch die wiederum Anwendungen mit dem Internet kommunizieren können. So lässt es sich bei eingeschalteter Firewall vermeiden, dass Apps und Dienste ungehindert Daten mit den Weiten des Internets austauschen. Zusätzlichen Mehrwert bieten hier übrigens Apps wie Little Snitch , die den gesamten Netzwerktraffic Ihres Macs überwachen können – so entgeht Ihnen keine App, die ungewollt „nach Hause telefoniert“.

Empfehlung

Das Thema Sicherheit lässt sich ohne detaillierte Information über das System und Nutzungsverhalten des jeweiligen Anwenders weder abschließend, noch allgemein gültig festlegen. OS X bietet aber mit den in diesem Artikel vorgestellten Systemfunktionen auch für weniger versierte Anwender praktische und einfach zu konfigurierende Hilfsmittel, die das tägliche Arbeiten sicherer machen. Diese lassen sich dann bei Bedarf durch Drittanbieter-Tools erweitern und so granularer einstellen.

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