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iPhone als Radio nutzen

20.07.2010 | 15:02 Uhr |

Auch ein iPhone mit 32 GB Kapazität ist schnell mit Apps, Fotos und Videos gefüllt, so dass kaum noch Platz für die Musik bleibt. Gut, dass sich das iPhone auch unterwegs mit den passenden Apps und Zubehör als Radio nutzen lässt.

Zu Zeiten des iPod fand vor jeder Reise das übliche Ritual statt: In iTunes bestückte der Musikliebhaber seinen Player mit der kürzlich gekauften Musik und seinen Lieblingssongs, die zum Soundtrack für die Tage oder Wochen unterwegs werden sollten. Bei großen Musiksammlungen gab es oft die Qual der Wahl: Welche Songs will ich im Urlaub hören und welche nicht? Einfacher wurde es dann mit einem Speichermonster wie dem iPod Classic. Seine geräumige Festplatte fasst auch größere Musiksammlungen komplett. Plötzlich war es möglich, einfach seine vollständige Musiksammlung mitzunehmen - die aber irgendwann auch Abwechslung oder Neues missen lässt.

Das internetfähige iPhone eröffnet weitere Möglichkeiten, viel Musik passend zum persönlichen Geschmack mitzunehmen. Und sogar eine unbegrenzt große Musikauswahl, ohne dabei vom Speicher eines mobilen Players in die Schranken verwiesen zu werden. Die unbegrenzte Auswahl kommt aus dem Internet. Als Internet-Radio oder Webradio bezeichnet man ein netzbasiertes Angebot an Hörfunksendungen. Musik, Nachrichten, lokale Infos und vieles mehr werden per Netzwerk durch Streaming-Audio transferiert. Dabei werden Audiodaten kontinuierlich übertragen, das heißt, man hört die Musik, während im Hintergrund weitere Daten in einen Zwischenspeicher heruntergeladen werden. Vorteil: Im Gegensatz zum klassischen Radio sind Sender, die ihr Angebot im Internet übertragen, nicht mehr an Frequenzen gebunden, sie können also überall dort, wo es Internet gibt, auch empfangen werden. Damit sind der heimische Lieblingssender und die lokalen Nachrichten auch im Ausland dabei, oder umgekehrt kommt der Classic-Rock-Sender aus San Francisco aus dem Urlaub mit nach Hause.

Webradio ohne PC

Um Internet-Radio zu hören, braucht man zunächst einen Client. Das ist ein Programm, das die Radiosendung per Streaming Audio aus dem Internet saugt. Zudem bietet der Client Möglichkeiten zur Steuerung wie dem Pausieren, Lautstärkeeinstellung und Senderauswahl. In den Anfangstagen war Internet-Radio nur mit dem Computer, Notebook und Software wie dem Webbrowser möglich. Es war oft wenig komfortabel, denn man musste die Webseite des Radiosenders besuchen und noch umständlich zusätzliche Plug-ins für den Browser wie Real Player, Quicktime oder Windows Media Player herunterladen und installieren. Einfacher klappte es dann mit iTunes, das schon seit Version 2.0 ein Verzeichnis mit Internet-Radios enthält. Inzwischen sind Tausende Sender in iTunes enthalten und übersichtlich nach Genres wie "Jazz" oder "Classical" geordnet.

Doch auch mit guter Software wie iTunes gibt es noch einen Nachteil: Will man Radio hören, muss erst der PC hochgefahren werden und auch dauernd eingeschaltet bleiben. Seinen Lieblingssender mit einem Knopfdruck auf die Programmtaste anschalten, wie beim guten alten Küchenradio, ist nicht möglich. Deshalb kamen mit der Zeit spezielle Geräte wie das Noxon iRadio auf den Markt, die aussehen wie klassische Radios und sich per Knopfdruck schnell ein- und ausschalten lassen. Unterschied zu gewöhnlichen Radios ist, dass sie das Programm nicht per Antenne, sondern über WLAN empfangen. Bei speziellen Internet-Radios ist es oft auch möglich, seine Lieblingssender auf Stationstasten zu speichern. Nachteil dieser Geräte - die teils heute noch auf dem Markt sind - war jedoch eine wenig komfortable Bedienung über grob aufgelöste monochrome Displays, mit denen zum Beispiel das Suchen von Sendern über die Tasten am Radio oder das Eingeben von Sendernamen wenig Spaß macht.

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