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3D-Bilder fotografieren

17.10.2011 | 10:14 Uhr |

Möchte man ein Foto mit einer guten Raumwirkung erstellen, muss man schon bei der Aufnahme einige Dinge beachten. Mit einem Trick entstehen eindrucksvolle Landschaftsbilder.

Passt das Rohmaterial nicht, erzielt man auch mit noch so ausgefeilter Bildbearbeitung kein 3D-Bild, das mit der Rot-Cyan-Brille ein eindrucksvolles Raumerlebnis liefert. Erst wenn man sich an einige Regeln der Aufnahmetechnik und der Motivwahl hält, erreicht man auch bei den ersten Gehversuchen der 3D-Fotografie schon ansehnliche Ergebnisse. Für die Aufnahme genügt zunächst eine Kamera.

Motivwahl

© Markus Schelhorn

Für einen richtig guten 3D-Effekt muss man sich besondere Gedanken bei der Motivwahl machen. Problematisch sind Schwarz-Weiße Bildmotive sowie alle Motive mit einem sehr harten Kontrast - hier erscheinen bei einem Anaglyphen-Bild schnell Geisterbilder. Auch rote Bildelemente können Schwierigkeiten bereiten. Sehr gut eignen sich grüne Motive.

Tiefenschärfe

Fotos sollte man mit einem möglichst hohen Schärfebereich fotografieren, also mit weit geschlossener Blende (hohe Blendenzahl). Das hat zwei Gründe: Zuerst wirkt ein dreidimensionales Bild einfach besser, wenn man auf allen Entfernungen die Motive scharf sehen kann, zudem irritieren unscharfe Bildbereiche bei einer dreidimensionalen Darstellung.

Tipp Extreme Tele- und Weitwinkel-Aufnahmen sollte man bei 3D-Fotos vermeiden.

Ausrüstung

Cha Cha nennen Fotografen die 3D-Aufnahmetechnik mit einer Kamera. Für erste Versuche in der 3D-Fotografie ist diese Methode gut brauchbar. Im stabilen Stand hält man die Kamera mit beiden Händen gut fixiert. Zunächst belastet man das linke Bein als Standbein. Man schießt ein Foto und wechselt dann auf das rechte Brein als Standbein und schießt das zweite Foto. Diese Methode stößt allerdings schnell an ihre Grenzen, denn zwischen den beiden Aufnahmen sollte sich nichts im Bild bewegen.

Möchte man die 3D-Fotografie zur Perfektion treiben, benötigt man entweder eine spezielle 3D-Kamera oder zwei Kameras, die man synchron auslöst.

Die Fujifilm Real 3d W3 ist die einzige brauchbare 3D-Digitalkamera auf dem Markt. Allerdings ist der Abstand der Objektive fixiert und unflexibler als Selbstbau-Lösungen mit zwei Kameras.
Vergrößern Die Fujifilm Real 3d W3 ist die einzige brauchbare 3D-Digitalkamera auf dem Markt. Allerdings ist der Abstand der Objektive fixiert und unflexibler als Selbstbau-Lösungen mit zwei Kameras.
© Markus Schelhorn

Der Markt der speziellen 3D-Digitalkameras ist äußerst übersichtlich. Außer der Finepix Real 3D W3 von Fujifilm, die noch die besten Ergebnisse für 3D-Fotografen bietet, gibt es ein 3D-Objektiv für Panasonic-Systemkameras. Doch für wirkungsvolle 3D-Aufnahmen sind die Objektive des 3D-Objektivs zu nahe zusammen.

Interessanter für 3D-Fotografen ist die Arbeit mit zwei Kameras im Verbund. Hier gibt es diverse Selbstbau-Lösungen, bei denen sich zwei Kameras gleichen Modells auf einer Schiene befinden.

((Copyright Matthias Siebert)) Bewegtbilder müssen exakt synchronisiert aufgenommen werden. Diese Aufnahme entstand mit einem Gespann von zwei Canon-Kameras, die mit Hilfe des Stereo Data Maker synchron ausgelöst wurden.
Vergrößern ((Copyright Matthias Siebert)) Bewegtbilder müssen exakt synchronisiert aufgenommen werden. Diese Aufnahme entstand mit einem Gespann von zwei Canon-Kameras, die mit Hilfe des Stereo Data Maker synchron ausgelöst wurden.
© Markus Schelhorn

Tipp So verwendet Ralf Fackiner, langjähriger 3D-Fotograf, einen Schubladenauszug aus dem Baumarkt, auf den er die beiden Kameras montiert. Vorteil hierbei ist, dass man so die Basis, also den Abstand der beiden Objektive, bequem variabel verändern kann und so für verschiedenste Aufnahmesituationen gewappnet ist. Diese Lösung kann man auf seiner Internet-Seite http://ast-ra.de/machzwei unter "Sonstiges >Kamerabau" ansehen.

Tipp Zwei Kameras lassen sich schon recht gut nahezu zeitgleich manuell auslösen. Doch wenn man sich schnell bewegende Motive aufnehmen möchte, braucht man unbedingt einen automatischen Auslöser. Hier bietet Masuji Suto mit dem Stereo Data Maker eine kostenlose Lösung für viele Canon-Kompaktkameras an, die von 3D-Fotografen oft eingesetzt wird. Nähere Infos dazu erhält man unter http://stereo.jpn.org/eng/sdm/index.htm .

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