Von Christian Möller - 17.10.2011, 10:12

^Ratgeber: 3D-Technik

3D-Technik erklärt: Wie kommen räumliche Bilder auf flache Bildschirme?

Seit James Cameron mit dem Blockbuster Avatar einen gigantischen 3D-Hype ausgelöst hat, behaupten immer mehr Display-Hersteller, sie hätten die beste 3D-Technik fürs Wohnzimmer. Wir klären, welche Techniken es gibt, worin sie sich unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie bieten
Sehen in drei Dimensionen, das ist nicht selbstverständlich. Menschen können das nur, weil ihre Augen im Laufe der Evolution an die Vorderseite des Schädels gewandert sind und parallel nach vorn schauen. Erst im Gehirn wird in Echtzeit aus den beiden durch die Parallaxenverschiebung leicht unterschiedlichen Bilder unserer Augen ein dreidimensionales Abbild der Umgebung errechnet. Das hat Vorteile bei der Orientierung und vor allem beim Abschätzen von Entfernungen, Größen und Geschwindigkeiten.
Andere Tierarten, beispielsweise Vögel (abgesehen von einigen Eulen-Arten), können das nicht. Ihre Augen befinden sich seitlich am Kopf. Dreidimensionales Sehen ist damit fast unmöglich, da sich die beiden Bilder der Augen nicht oder nur sehr wenig überlappen. Allerdings ist der Blickwinkel bei diesen Tierarten wesentlich größer, sie können quasi gleichzeitig nach vorn, zur Seite und nach hinten schauen. Auch das hat Vorteile im Kampf ums Überleben.
Doch bleiben wir beim Menschen. Wollen wir Fotos oder Filme in drei Dimensionen, also mit Tiefenwirkung sehen, muss die Technik dafür sorgen, dass beide Augen stets leicht unterschiedliche Bilder erreichen. Dazu gibt es einige grundverschiedene technische Lösungsansätze.

Integrierte 3D-Brille oder Helm

Die einfache Lösung wäre eine Brille oder ein Helm, der zwei bilderzeugende Elemente enthält. So etwas gibt es sogar schon recht lange. Vielleicht erinnern sich einige unserer Leser noch an den so genannten "View Master" aus den 60er und 70er Jahren. Auf einer kreisrunden Scheibe sind hier sieben kleine Dias als 3D-Bildpaare angebracht. Man schaut durch das Gerät wie durch ein Fernglas und sieht mit dem linken und rechten Auge jeweils das dazu passende Bild. Zusammen ergibt es ein dreidimensionales Gesamtbild.
So genannte Virtual-Reality-Helme (bekannt zum Beispiel aus dem Film "Enthüllungen" mit Michael Douglas aus dem Jahre 1994) arbeiten ganz ähnlich. Statt Dias sitzen hier zwei kleine Bildschirme vor den Augen. Ein Linsensystem gaukelt dem Zuschauer eine virtuelle Leinwand in einer bestimmten Entfernung vor.
Dieses Verfahren hat jedoch grundsätzliche Nachteile: Die zwei eingebauten Bildschirme machen die Brille sehr schwer. Sie gleicht eher einem Helm. Längere Zeit mag man sie nicht aufsetzen. Bei kurzen Unterbrechungen zum Beispiel, um mal eben in die Fernsehzeitung zu schauen, muss man die Brille immer komplett abnehmen. Bislang gab es auch noch Auflösungsbegrenzungen, da die Technik noch nicht in der Lage war, derart kleine Bildschirme in Full-HD-Auflösung herzustellen. Sony zeigte allerdings auf der diesjährigen IFA den Personal 3D-Viewer HMZ-T1 - eine Brille, die intern mit zwei OLED-Bildschirmen in HD-Auflösung arbeitet. Das Gerät kostet 800 Euro.
Verfahren: Integrierte Helmbrille
Vorzüge: sehr gute Bildqualität, gute 3D-Darstellung ohne Übersprecheffekte
Nachteile: teure und schwere Brille, umständliche Handhabung in der Praxis
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