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Ratgeber: Beamer für das iPhone

04.06.2013 | 16:57 Uhr |

Wer die Inhalte auf seinem iPhone vor Publikum teilen möchte, kommt um einen passenden Beamer nicht umhin. Welchen soll man nehmen? Wir vergleichen verschiedene Lösungen in der Praxis und im Labor

Das iPhone mit einem Minibeamer zum Urlaubskino machen oder eine Präsentation ohne komplizierte Technik direkt vom iPhone aus an die Wand werfen: Mit einem iPhone-kompatiblen Beamer ergeben sich im Alltag ganz neue Möglichkeiten. Wir haben verschiedene Modelle gründlich getestet und sagen Ihnen, welcher iPhone-Beamer der Richtige für Ihre Anforderungen ist.

Dank verschiedener Apps und passendem Zubehör kann ein iPhone auch als Zuspieler für Präsentationen dienen. Mit Apples Keynote etwa lassen sich mit einem Beamer durchaus vollwertige Präsentationen in einem beruflichen Umfeld abhalten. Aber auch im privaten Kreis kann ein iPhone mittels eines DVB-T-Empfängers etwa dem Tivizen von Elgato oder dem Tizivon Equinux mit den jeweiligen Apps für einen Fernsehabend vor größerer Kulisse umfunktioniert werden. Wir vergleichen drei verschiedene Konzepte, die für den Einsatz mit einem iOS-Gerät optimiert sind. Ihre Anwendungsmöglichkeiten unterscheiden sich teils beträchtlich.

Drei unterschiedliche Ansätze

Prinzipiell kann jeder moderne Beamer mit einem HDMI-Anschluss mit einem iPhone oder iPad zusammen arbeiten. Über den  Digital AV Adapter von Lightning auf HDMI (49 Euro) oder dem 30-poligen Dock-Connector auf HDMI (39 Euro) kann jeder Beamer mit einem iOS-Gerät kommunizieren. Doch viele Beamer sind zu groß und zu schwer für den mobilen Einsatz oder benötigen eine Steckdose.

Drei Größen, drei Gerätekategorien.
Vergrößern Drei Größen, drei Gerätekategorien.
© Epson

Andere Modelle erzeugen aufgrund ihrer kompakten Bauweise zu wenig Licht, um etwa in einer Umgebung, die nicht komplett dunkel ist, kontrastreiche Bilder zu projizieren. Es gibt drei Gruppen von Beamern für iPhone und Co.: ultrakompakte Modelle mit eingebautem Akku aber geringer Lichtleistung, kompakte Geräte mit guter Lichtausbeute aber ohne Akku und stationäre Geräte mit hoher Helligkeit.

Die Kandidaten im Test

© 2015

Alle hier genannten Modelle im Einzeltest:

Epson MG-850HD

Aiptek Mobile Cinema i50D

Acer K130

Zum kleinen iPhone sind große Heimkino-Projektoren nicht unbedingt passende Partner. Epson hat sich allerdings erlaubt, dem MG850HD eine herausfahrbare Docking-Station mit einem 30-poligen Dock-Connector zu spendieren. Damit wird der HD-Ready-Beamer zum Mitspieler im iOS-Team und kann ganz einfach Inhalte vom iPhone auf einer großen Leinwand präsentieren. Mit einer Helligkeit von 2800 ANSI Lumen muss der Raum nicht komplett abgedunkelt werden.

Acer geht mit dem K130 einen anderen Weg. Der HD-Ready-Projektor wiegt nur 430 Gramm, hat in etwa die Fläche einer CD und ist mit 300 ANSI Lumen in dunklen Räumen immer noch relativ hell. Die Beamer von Aiptek sind noch einmal kleiner und wiegen gerade mal so viel wie das iPhone selbst und können dank ihres Akkus auch fern jeder Steckdose betrieben werden. Allerdings ist die Lichtleistung mit 35 ANSI Lumen auch noch einmal deutlich geringer als bei den anderen Modellen.

Aipteks Minibeamer sind prima für den Urlaub. Die laufen per Akku, benötigen aber eine dunkle Umgebung
Vergrößern Aipteks Minibeamer sind prima für den Urlaub. Die laufen per Akku, benötigen aber eine dunkle Umgebung
© Epson

Bildqualität

Die Bildqualität hängt zum einen von der Helligkeit und dem daraus resultierenden Kontrast sowie einer möglichst natürlichen Farbwiedergabe der Bilder ab. Bilder mit einem Kontrast von 1000:1 gelten gemeinhin als gut. Erfahrungsgemäß sollte der Kontrast den Wert von 300:1 nicht unterschreiten. Mit diesen Anforderungen tun sich Projektoren mit einer hohen Lichtleistung prinzipiell leichter, da es technisch einfacher ist, ein helles Bild zu erzeugen als ein möglichst schwarzes.

Die Farbwiedergabe erweist sich bei iOS-Geräten als etwas tückisch, da es hier kein zentrales Farbmanagement gibt, kalibrieren ist deshalb nicht möglich. Die Beamer von Aiptek lassen keine Farbeinstellungen zu, zeigen aber dennoch ein ziemlich neutrales Weiß. Der K130 von Acer besitzt umfangreiche Farbeinstellungen und kann sogar Farbtemperatur und Gamma separat anpassen. Das Bild ist tadellos. Epsons Gerät hat einen deutlich gelbgrünlichen Farbstich, der sich auch über die durchaus vielfältigen Einstellmöglichkeiten nicht zufriedenstellend beheben lässt.

Beamer wie der K130 von Acer sind kompakt und prima für Präsentationen.
Vergrößern Beamer wie der K130 von Acer sind kompakt und prima für Präsentationen.
© Epson

In komplett abgedunkelten Räumen und bei einem Projektionsabstand von einem Meter machen die Aiptek-Beamer trotz ihrer geringen Lichtleistung keine schlechte Figur. Für einen Fernsehabend im Urlaub bei Dunkelheit ist das Bild absolut ausreichend. Von Präsentationen im beruflichen Umfeld sollte man hingegen absehen. Acers K130 macht auch hier die beste Figur. Das Bild kontrastreich und scharf, Artefakte sind keine zu sehen. Lediglich der Ton wirkt künstlich. Hier punktet der Epson-Beamer. Der Ton entspricht dem eines herkömmlichen Fernsehers. Das Bild macht aber aufgrund der unnatürlichen Farben keinen Spaß.

Ausstattung

Große Heimkinoprojektoren sind naturgemäß besser ausgestattet als kleine, mobile Geräte. Über einen Dock-Connector verfügen lediglich der Aiptek i50D und Epsons MG-850HD . Einen Lightning-Anschluss für die direkte Unterstützung eines iPhone 5 bietet niemand. HDMI haben bis auf den i50D alle Modelle. Analoge Video- und Audio-Anschlüsse sind dank HDMI heute fast nebensächlich.

Die kleinen Aipteks können gerade einmal 640 mal 480 Bildpunkte darstellen, während die großen Geräte bereits 720p beherrschen. Die Projektionsdiagonale der Aipteks reicht zwar bis 60 Zoll (152 cm), liegt in der Praxis wegen der geringen Lichtleistung aber bei der Hälfte – trotz komplett abgedunkelter Umgebung. Auch wenn der Acer K130 nur ein Viertel des Volumens vom Epson hat, sind dessen Werte auf ähnlichem Niveau, sieht man von der Lichtleistung einmal ab.

Stromverbrauch

Stromverbrauch und Geräuschentwicklung sind Disziplinen, in denen die kleinen, kompakten System ihre Stärken haben. Lautlos und mit einer Leistungsaufnahme von weniger als sieben Watt im Betrieb sind sie gegenüber den großen Modellen konkurrenzlos. Acers K130 zeigt sich mit einem Stromverbrauch von 36 Watt als moderater Bildwerfer, während sich der Epson mit 267 Watt einen kräftigen Schluck aus der Pulle gönnt.

Heimkinobeamer wie dieser von Epson werden selbst mit iPhone-Anschluss nicht zu mobilen Geräten.
Vergrößern Heimkinobeamer wie dieser von Epson werden selbst mit iPhone-Anschluss nicht zu mobilen Geräten.
© Epson

Der richtige Beamer für Sie

Wenn Preis und Platz keine Rolle spielen, ist ein kompakter Beamer wie Acers K130 unsere Empfehlung. Er wartet mit der besten Bildqualität auf, ist üppig ausgestattet und dezent in der Leistungsaufnahme. Allerdings benötigt er externen Strom und ist daher auf Reisen nicht jeder Situation gewachsen. Die Bedienungsfreundlichkeit lässt zudem Wünsche offen. Geht es um Projektionen fern von Stromnetzen, macht Aipteks Mobile Cinema i50D die beste Figur. Er ist zwar spartanisch ausgerüstet und auch nicht sonderlich lichtstark, kommt aber dank Akku ohne externen Strom aus und kann auch noch das iPhone aufladen.

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