Ratgeber: Bildbearbeitung – Schärfen
Richtig scharfe Bilder
Die richtige Bildschärfung ist fast schon eine Wissenschaft für sich. Wir zeigen, wie man in Photoshop Elements 8 und RAW-Konvertern Bilddateien optimal scharfstellt
Die Qualität eines Bildes wird oft nach seiner Schärfe beurteilt. Das Problem mit der Schärfe ist jedoch, dass es keine objektiven Maßstäbe für eine gute oder eine schlechte Schärfe gibt. Eines ist aber sicher: Digitale Bilder müssen geschärft werden. Jeder Digitalisierungsprozess hat zunächst einen Schärfeverlust zur Folge. Beim Umsetzen in die digitale Pixel-Bitmap werden optische Informationen vereinheitlicht – ein Pixel nimmt einen einzelnen Farb- und Helligkeitswert an, und dieser bildet sich aus dem Durchschnitt der auf den Sensor getroffenen Lichtstrahlen.
Dabei werden vor allem Kontraste abgesenkt. Der harte Übergang an einer Kante im Motiv wird als Digitalkamerabild oder gescannte Information von einem Dia oder Papierbild zunächst weicher. Neben den Kontrasten ist als zweite Größe die optische Auflösung mitverantwortlich für den Schärfeeindruck. Da man in der digitalen Bildbearbeitung an ihr praktisch nichts mehr ändern kann, arbeiten Schärfefilter in Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen mit dem Anheben von Kontrastverhältnissen.
Schärfe und Kontrast
Ein hoher Kontrast in Bilddetails ist ein großer Helligkeitsunterschied zwischen benachbarten Bildbereichen. Man stelle sich etwa eine blonde Haarsträhne vor dunklem Hintergrund vor. In einer unscharfen Abbildung ist der Übergang zwischen Haar und Hintergrund wie ein Verlauf auf kurzer Strecke von einigen, beispielsweise zehn Pixel; in einer scharfen Abbildung ist der Übergang wesentlich kürzer, etwa drei statt zehn Pixel, und die Abgrenzung zwischen Haaren und Hintergrund hat einen höheren Helligkeitsunterschied. Eine digitale Schärfung hat nun die Aufgabe, diesen Übergang zu bearbeiten und dessen Verlauf am einen Ende heller und am anderen Ende dunkler zu machen.
In Photoshops Filterarsenal zur Schärfung befindet sich ein einfacher und simpel mit "Scharfzeichnen" benannter Filter. Er betrachtet alle Pixel in einem Bild und seine Nachbarpixel. Findet er einen Helligkeitsunterschied, wird dieser angehoben: Ein dunklerer Pixel wird abgedunkelt, der benachbarte hellere Pixel weiter aufgehellt. Damit steigt der Kontrast zwischen benachbarten Pixel, was als höhere Schärfe wahrgenommen wird. Der Nachteil dieses Schärfungsfilters ist, dass er auf alle Pixel eines Bilds wirkt und auch glatte Bildbereiche "schärft". Außerdem lässt sich seine oft zu starke Wirkung und Stärke nicht weiter steuern.
Schritt für Schritt
Besonders für Photoshop-Anwender, die Porträts bearbeiten, kann sich die Methode der Schärfung über den Hochpassfilter empfehlen, denn gleichzeitig kann man dabei Hauttöne besser schützen als beim Filter Unscharf maskieren. Die Anwendung ist allerdings etwas arbeitsintensiver, insbesondere, wenn gleichzeitig, wie im Folgenden vorgestellt, die Haut softer, aber trotzdem mit Struktur erscheinen soll:
Schärfen mit Hochpassfilter
SoftScharfSchritt1
Zwei Arbeitskopien der Hintergrundebene werden angelegt und benannt. Die obere Arbeitsebene wird ausgeblendet und man kann sich nun der Weichzeichnung der Haut auf der mittleren Ebenenkopie widmen.
Zwei Arbeitskopien der Hintergrundebene werden angelegt und benannt. Die obere Arbeitsebene wird ausgeblendet und man kann sich nun der Weichzeichnung der Haut auf der mittleren Ebenenkopie widmen.
SoftScharfSchritt2
Anstatt diese Maske von Hand zu zeichnen, empfiehlt es sich, die Auswahl mit dem Dialog "Farbbereich" aus dem Auswahlmenü zu erstellen. Sie ist seit Photoshop CS4 verbessert und kann nun Auswahlen mit Aussteuern des Reglers "Bereich" besser lokal beschränken. Die spätere Schärfung des Hochpassfilters profitiert von einer so erstellten Maske auch. Wäre die mit einem Pinsel gemalt, könnten später die einzelnen Pinseldichten sichtbar werden. Die Maske wird nach Bestätigen des Dialogs mit Klick auf das Maskensymbol in der Ebenenpalette angelegt und das Bild-Icon in der Weichzeichnungsebene angeklickt. Mit dem Gaußschen Weichzeichner darf nun der Hautbereich sehr weich erscheinen. Je nach Bildgröße reicht ein Radius von drei bis sechs Pixel, um eine deutliche, aber nicht zu starke Weichzeichnung zu erzielen.
Anstatt diese Maske von Hand zu zeichnen, empfiehlt es sich, die Auswahl mit dem Dialog "Farbbereich" aus dem Auswahlmenü zu erstellen. Sie ist seit Photoshop CS4 verbessert und kann nun Auswahlen mit Aussteuern des Reglers "Bereich" besser lokal beschränken. Die spätere Schärfung des Hochpassfilters profitiert von einer so erstellten Maske auch. Wäre die mit einem Pinsel gemalt, könnten später die einzelnen Pinseldichten sichtbar werden. Die Maske wird nach Bestätigen des Dialogs mit Klick auf das Maskensymbol in der Ebenenpalette angelegt und das Bild-Icon in der Weichzeichnungsebene angeklickt. Mit dem Gaußschen Weichzeichner darf nun der Hautbereich sehr weich erscheinen. Je nach Bildgröße reicht ein Radius von drei bis sechs Pixel, um eine deutliche, aber nicht zu starke Weichzeichnung zu erzielen.
SoftScharfSchritt3
Mit ihm wird die Hautstruktur herausgearbeitet, die in die mittlere Ebene eingeblendet wird. Die Art der Graustufenwandlung soll nun die Hautstruktur berücksichtigen, was (wie früher) bei einer normalen Graustufenkonvertierung zu wenig beachtet wurde. Besser ist da der neue Schwarz-Weiß-Dialog, mit dem sich die Graustufenkonvertierung so regeln lässt, dass die Haut auch in Schwarz-Weiß möglichst strukturiert erscheint. Die einzelnen Werte im Dialog dienen als Anhaltspunkt für eine eigene Schwarz-Weiß-Konvertierung.
Mit ihm wird die Hautstruktur herausgearbeitet, die in die mittlere Ebene eingeblendet wird. Die Art der Graustufenwandlung soll nun die Hautstruktur berücksichtigen, was (wie früher) bei einer normalen Graustufenkonvertierung zu wenig beachtet wurde. Besser ist da der neue Schwarz-Weiß-Dialog, mit dem sich die Graustufenkonvertierung so regeln lässt, dass die Haut auch in Schwarz-Weiß möglichst strukturiert erscheint. Die einzelnen Werte im Dialog dienen als Anhaltspunkt für eine eigene Schwarz-Weiß-Konvertierung.
SoftScharfSchritt4
Hier ruft man den Hochpassfilter auf und stellt im Dialogfenster einen Radius ein, der die Hautstruktur am besten zum Vorschein kommen lässt. Für die Hochpassebene wurde der Bereich außerhalb der Hauttöne nicht geschützt, da schließlich auch diese Bildbereiche geschärft werden sollen.
Hier ruft man den Hochpassfilter auf und stellt im Dialogfenster einen Radius ein, der die Hautstruktur am besten zum Vorschein kommen lässt. Für die Hochpassebene wurde der Bereich außerhalb der Hauttöne nicht geschützt, da schließlich auch diese Bildbereiche geschärft werden sollen.
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