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Kein Ärger mit Urheberrechten

26.05.2011 | 11:18 Uhr |

Das Beschaffen von Bildmaterial ist heute ebenso wie das Publizieren einfach. Dafür gilt es, beim Umgang mit Bildrechten aufzupassen. Unser Ratgeber erklärt, was beim Urheberrecht zu beachten ist.

Digitalfotografie und Internet haben den Umgang mit Bildern erheblich vereinfacht. Kommerzielle Bildagenturen liefern Fotos frei Klick. Foto-Communities, Social Networks und viele andere Internet-Seiten präsentieren einen unüberschaubaren Fotobestand, der blitzschnell aus dem Browser auf die eigene Festplatte gezogen ist.

Auch für Bildersteller - Fotografen wie Grafiker - bietet das Internet Möglichkeiten, die vor zehn, fünfzehn Jahren unvorstellbar waren. Parallel ist die Frage "Was darf ich mit Bildern?" erheblich komplizierter zu beantworten. Zu den alten Restriktionen, Konditionen und Fußangeln haben sich neue gesellt. Ein Beispiel hierfür sind freie Lizenzen wie Creative Commons . Für Internet-User auf der Jagd nach Bildmaterial klingt der Begriff "frei" vielversprechend. In der Praxis kann das "Kleingedruckte" die Verwendung deutlich einschränken.

Was das Recht regelt

Welche Rechte habe ich als Fotograf? Was darf ich fotografieren, welche Bilder wo veröffentlichen? Was muss ich als Lizenznehmer beachten - beispielsweise bei einem Bild, das ich bei einem Microstock-Anbieter eingekauft habe? Für den Laien gestaltet sich der Rechts-Dschungel vor allem deswegen so undurchsichtig, weil situationsbedingt recht unterschiedliche Paragrafen zum Zug kommen können (siehe Kasten "Bildrechte von A bis Z").

Copyright-Rechte von Bildern sind auch bei Community-Webseiten zu beachten.
Vergrößern Copyright-Rechte von Bildern sind auch bei Community-Webseiten zu beachten.

Eine zentrale Rolle spielt das Urheberrecht. Es schützt vor allem den Fotografen und sein Werk und lässt sich wie bei einem Buch oder einem Musikstück zeitweilig oder unbefristet abtreten. Die konkrete Form dieser Abtretung wird über Verträge und Lizenzen festgelegt. Während Verträge Details enthalten über Entgelte, legen Lizenzen als Teilstück derselben fest, was ein Weiterverwerter mit dem Bild machen darf. Urheber-, Vermarktungs- und Lizenzrechte regeln drei Dinge: Erstens, wer der Urheber ist, zweitens die genauen Konditionen der Vermarktung, drittens die Art und Weise der Weiterverwertung. Relativ unproblematisch ist diese Kombination nur bei Aufnahmen in freier Natur. Geraten hingegen Menschen, als auf privat ausgewiesenem Grundbesitz, sowie urheberrelevante Motive wie Markensignets oder Gebäude vor die Linse, wird die Angelegenheit komplizierter. Hier greifen unterschiedliche Rechtseinheiten. Bei Personen ist das Recht am eigenen Bild die wichtigste. Personen von öffentlichem Interesse wie Politiker oder Promis können unter Umständen auch gegen ihren expliziten Willen fotografiert werden - dann nämlich, wenn das öffentliche Interesse beziehungsweise das Recht auf Information der Öffentlichkeit das Recht der Person überwiegt.

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