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Geotagging für Fotos nutzen

09.05.2012 | 15:00 Uhr |

Wer wissen will, wann er wo ein Bild aufgenommen hat, versieht es mit Geodaten, dem Ort der Aufnahme. Wir zeigen, wie Ortsdaten in Ihre Fotos kommen und was Sie damit machen können

iPhotoReise
Vergrößern iPhotoReise

Vor der Erfindung der Digitalkamera gingen Menschen mit Fotoapparat sparsam mit Schnappschüssen um. Filmmaterial, Entwicklung und Abzüge waren einfach zu teuer. Die wenigen Bilder einer Urlaubsreise wurden dann in ein Album geklebt - zumindest bei Menschen mit einem Hang zur Dokumentation von Lebensereignissen - und mit Informationen wie "Klaus und Petra am Südstrand von Rhodos, 25. Mai 1987" versehen. Entsprechend sortiert, baute man sich auf diese Weise eine Fotochronik des Lebens auf.

Schon mit den ersten Digitalkameras war Schluss mit der Sparsamkeit. Da Benutzer die Fotos zunächst am Rechner betrachten können, Kosten für Entwicklung ganz entfallen und im Bedarfsfall nur ausgewählte Schnappschüsse zu Papier gebracht werden, knipsen Besitzer einer Digitalkamera mehrfach jedes Motiv, ob im Urlaub, bei Feiern oder einfach so.

Alle aktuellen Digitalkameras verzeichnen in den Exif-Daten ( Exchangeable Image File Format ) zum Bild - also in jeder Fotodatei - zumindest Datum und Uhrzeit, Brennweite, Belichtungszeit, Blendeneinstellung und den ISO-Wert ("Lichtempfindlichkeit"), lediglich der Ort der Aufnahme fehlt in den meisten Fällen.

Ortsangaben in Fotos

Den Digitalkameras der ersten Stunde fehlte dazu ein Bauteil, das eine automatische Bestimmung der Geodaten beim Aufnehmen eines Fotos erfassen und verzeichnen kann. Ein GPS-Modul ist heute in den meisten Smartphones verbaut und verrichtet dort vielfältige Aufgaben. So kann es auf Wunsch Ortsdaten in mit der Smartphone-Kamera aufgenommenes Fotos integrieren, Navi-Apps in Echtzeit mitteilen, wo sich der Smartphone-Nutzer gerade befindet oder Facebook-Einträge automatisch mit Ort und Datum versehen. Diese Bauteile stehen natürlich nicht nur Smartphones zur Verfügung, sie lassen sich auch in Digitalkameras integrieren.

Kamera mit GPS

Für rund 200 Euro bietet die Canon Powershot SX230 HS 12 Megapixel, 14-fach optischen Zoom und GPS.
Vergrößern Für rund 200 Euro bietet die Canon Powershot SX230 HS 12 Megapixel, 14-fach optischen Zoom und GPS.

Inzwischen gibt es recht preisgünstige Digitalkameras, die ein integriertes GPS-Modul nutzen. Wird ein Foto geschossen, ergänzt die Elektronik die Exif-Daten zusätzlich um geografische Länge und Breite, optional auch um die Höhe über Normalnull. Solche Digitalkameras gibt es bereits ab 200 Euro, eine gute Investition, steht der Kauf einer neuen Kompaktkamera an.

Wer eine gute Digitalkamera besitzt oder eine Pro-Kamera ohne GPS, kann die mit GPS nachrüsten. Für den Blitzschuh gibt es schon für unter 100 Euro GPS-Aufsätze, die bei jedem Foto die Positionsdaten in ihrem Speicher ablegen. Dabei ist darauf zu achten, dass die meist im Lieferumfang enthaltene Software auch auf dem Mac läuft, Daten und Foto wollen später zusammengefasst werden.

Eine Alternative für Kameras mit eingebautem GPS-Modul sind externe GPS-Empfänger wie Garmin Dakota 20.
Vergrößern Eine Alternative für Kameras mit eingebautem GPS-Modul sind externe GPS-Empfänger wie Garmin Dakota 20.

Alternativ lassen sich beim Fotografieren die Geodaten einfach mit einem externen GPS-Gerät erfassen, auch ein iPhone mit geeigneter GPS-App lässt sich einsetzen. Die erfassten Daten kann man später am Mac einfach über iPhoto in das Bild integrieren. Wir zeigen in diesem Workshop, wie das geht.

Wozu Fotos mit Geotagging?

Wer seine Fotos über iPhoto oder eine Kamera mit GPS-Modul mit Geodaten versehen hat, kann in geeigneten Programmen am Mac später immer feststellen, wo und wann das Bild aufgenommen wurde. Natürlich lassen sich diese Informationen auch mit einem iPhone oder iPad abrufen, auf das die Bilder übertragen wurden.

Der letzte Schrei sind automatisch erzeugte Reisetagebücher: Aus einem Album in iPhoto und anderen Programmen lassen sich automatisch Fotobücher erzeugen, die dann neben den Bildern auch die Reiseroute und besuchte Orte automatisch darstellen. Wir zeigen in diesem Workshop, wie Sie Ihre digitalen Bilder mit Geodaten versehen, organisieren, am Mac betrachten und Reisetagebücher einfach erstellen. Mit relativ wenig Arbeit entstehen so Alben, die den analogen Varianten vergangener Tage in nichts nachstehen.

Für rund 200 Euro bietet die Canon Powershot SX230 HS (bei Amazon) 12 Megapixel, 14-fach optischen Zoom und GPS.

Bilora Geotagger 118.
Vergrößern Bilora Geotagger 118.

GPS zum Nachrüsten: Eine Alternative sind externe GPS-Empfänger wie Garmin Dakota 20 (rund 200 Euro) oder Bilora Geotagger 118 (rund 80 Euro), er wird auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt.

GPS-Tracking per iPhone

Apples aktuelles iPhone 4S bietet nicht nur eine recht gute Kamera, sondern auch ein integriertes GPS-Modul. Fotos lassen sich automatisch mit Geodaten versehen.

Besitzer eines iPhone ab dem zweiten Modell (iPhone 3G) können das Smartphone zur Erfassung von Geodaten nutzen. Unter dem Suchwort GPS findet man haufenweise Apps zum Erfassen von Wegpunkten, Navi-Apps eigenen sich ebenfalls. Ein Tipp am Schluss: Wer keine App nutzen will, nimmt zunächst an einem Ort das Foto mit seiner Kamera auf. Dann zückt man einfach das iPhone und hält mit dessen Kamera noch mal auf das Motiv. Das "Kontrollfoto" enthält die Geodaten.

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