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Kameraprofile für Photoshop und Co

19.11.2009 | 16:15 Uhr |

RAW-Bilder bekommen mit dem kleinen, wenig bekannten Programm DNG Profile Editor den eigenen Farblook. Macwelt zeigt, wie und wozu man dieses Programm einsetzt – der Aufwand lohnt sich für jeden anspruchsvollen RAW-Fotografen

Die Farbe von Bildern aus Digitalkameras legt entweder der Hersteller fest oder sie ist – im Fall von RAW-Aufnahmen – über ein Kameraprofil des RAW-Konverters definiert. Im ersten Fall sind dies Farbinterpretationen, die in der Kamera instant auf JPEG-Aufnahmen angewendet werden. Die meisten Kamerahersteller bieten dafür Bildstile wie "Neutral", "Lebhaft" oder "Portrait" an. Bei RAW-Aufnahmen übernimmt das Kameraprofil des RAW-Konverters die Aufgabe der Farbinterpretation und in den allermeisten Fällen verwenden Anwender ein mitgeliefertes Standardprofil. Bei Camera Raw, dem RAW-Konverter für Photoshop, und bei Lightroom, das mit derselben Technik arbeitet, finden sich diese Profile im Reiter "Kamerakalibrierung" beziehungsweise im gleichnamigen Bedienfeld im Modul "Entwickeln".

Hier sind in Lightroom den virtuellen Kopien einer RAW-Aufnahme zum Vergleich verschiedene Kameraprofile zugewiesen.
Vergrößern Hier sind in Lightroom den virtuellen Kopien einer RAW-Aufnahme zum Vergleich verschiedene Kameraprofile zugewiesen.

Für alle RAW-Bilder, die Camera Raw und Lightroom als erste Applikation öffnen, werden die Entwicklungsvorschauen entsprechend der Farbtabellen des aktiven Profils eingestellt – worum sich die meisten Anwender nicht weiter kümmern. Mit dem voreingestellten Standardprofil können aber nicht gleichzeitig eine neutrale Farbwiedergabe (was in den meisten Fällen langweilig aussieht), ansprechende Hauttöne und lebhafte Landschafts- und Himmelfarben erziehlt werden, und das auch noch bei allen Lichtarten, unter denen fotografiert wurde.

Nun könnte man im Camera-Raw-Dialog oder in Lightroom die Farben ändern und dies als Entwicklungseinstellung speichern. Solche Farbbeeinflussungen sind aber nur grob möglich. Will man etwa einen bestimmten Grünton über das Bedienfeld "HSL/Graustufen" anpassen, gilt die Einstellung für alle anderen Grüntöne. Besser ist es, verschiedene Kameraprofile mit exakteren Farbanpassungen anzulegen.

Der Gradationskurvendialog des DNG Profile Editors erlaubt die Feinanpassung der grundsätzlichen Helligkeitsverteilung. Hier ist der Eingangskontrast durch eine S-förmige Kurvengestaltung leicht verstärkt. Rot eingeblendet die Basiskurve, deren Grundlage editiert wird.
Vergrößern Der Gradationskurvendialog des DNG Profile Editors erlaubt die Feinanpassung der grundsätzlichen Helligkeitsverteilung. Hier ist der Eingangskontrast durch eine S-förmige Kurvengestaltung leicht verstärkt. Rot eingeblendet die Basiskurve, deren Grundlage editiert wird.

Ab Camera Raw 5.2 und Lightroom 2.2 bietet Adobe zusätzlich zu seinen Standardprofilen für Kameras großer Hersteller weitere Profile an, die die kamerainternen Bildstile, die beim Fotografieren auf JPEG-Aufnahmen angewendet werden, auch für RAW-Bilder nachbilden. Dazu zählen etwa Nachbildungen von Nikons Vivid-Stil oder Canons Portrait-Picturestyle. Diese Nachbildungen haben den Namensvorsatz "Camera".

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