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Die besten Lautsprecher für Bluetooth und Airplay

20.06.2016 | 08:00 Uhr |

Drahtlose Lautsprecher boomen. Dabei stellt sich die Frage, welche Technik man wählen soll: Bluetooth oder Airplay. Wir erklären die Besonderheiten von Bluetooth und Airplay und stellen die besten Geräte vor

Die drahtlose Musikübertragung zu einem Lautsprecher beziehungsweise einer Stereoanlage passt ganz zu dem Zeitgeist. Denn es ist eben zu bequem, die Musik am iPhone oder iPad auszuwählen und direkt auf einem Lautsprecher wiedergeben zu können. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten der drahtlosen Übertragung: Der Hersteller-übergreifende Standard Bluetooth und Apples Airplay . Beide Techniken unterstützen jedes iOS-Gerät wie auch jeden neueren Mac . So ist es kein Wunder, dass das Angebot an Lautsprechern stark steigt, die Musik drahttlos vom iPhone, Smartphone oder Mac empfangen können. Sehr beliebt sind vor allem tragbare Bluetooth-Lautsprecher mit eingebautem Akku. Dagegen verwenden nur wenige tragbare Lautsprecher Airplay. Vor allem bei  Hi-Fi-Anlagen ist diese drahtlose Übertragungstechnik von Apple verbreitet.

-> Am Ende des Artikels erfahren Sie alle Details zur Musikübertragung via Bluetooth und Airplay.

Test der besten Bluetooth-Lautsprecher  für zu Hause und Outdoor

Erstaunlich, was für einen vollen Sound moderne Bluetooth-Lautsprecher zaubern. Wir testen Bluetooth-Lautsprecher mit eingebautem Akku. So eignen sie sich alle auch für den Grillabend auf der Terrasse und die kleineren Geräte auch für den Badesee. Einige der Lautsprecher sind spritzwassergeschützt, der UE Boom 2 sogar wasserdicht bis zu einem Meter Tiefe. So kann man ihn auch zum Beschallen von Tauchgängen in der heimischen Badewanne verwenden. Wie empfehlen die Titelmusik vom "Der weiße Hai".

Viel Klang steckt in den kleinen Lautsprecher von Bose , den es in silbern oder schwarz gibt. Auffällig ist schon seine hochwertige Verarbeitung. Das Gehäuse ist aus Metall gefertigt, wie auch das vordere und hintere Gitter des Lautsprechers. Das macht sich auch beim hohen Gewicht von 660 Gramm bemerkbar. Der Bluetooth-Lautsprecher bietet zusätzlich einen Miniklinken-Toneingang. Er schaltet automatisch auf AUX um, wenn man dort eine Musikquelle anschließt.

Die Bedienung ist kinderleicht und selbsterklärend. Zwischen den Laut-Leiser-Tasten befindet sich eine Taste, die wie die Pause-Taste der Kabelfernbedienung eines Apple-Kopfhörers funktioniert. Einmal Tippen aktiviert Play/Pause, mit zweimal Tippen springt man zum nächsten und mit dreimal Tippen vom vorigen Lied in der Liste. Am Mac lässt sich so iTunes problemlos steuern. Ein kleines Manko, wie bis auf die Libratone-Lautsprecher bei nahezu allen Bluetooth-Lautsprechern im Test: Es gibt keine Anzeige für die Lautstärkeneinstellung am Gerät. Nett ist, dass der Lautsprecher die Statusangaben beim Koppeln in Deutsch ansagt. Integriert ist zudem eine durchaus brauchbare Freisprech-Einrichtung. So eignet sich der Winzling auch für Telefonkonferenzen im Büro, entweder per iPhone oder per IP-Telefonie am Mac beziehungsweise Windows-Rechner. 

Der Klang ist für einen so kleinen Lautsprecher beeindruckend. Besonders der Bass überrascht. Der Klang ist angesichts der kleinen Baugröße überraschend ausgewogen. Allerdings gibt der Kleine dynamische Passagen baubedingt nicht so detailreich wie ein großer Lautsprecher wieder. In seiner Größe und Preisklasse gibt es nur noch den Riva S, der dem Bose Soundlink II klanglich ebenbürtig ist und diesen sogar noch übertrifft.

Der Akku hält maximal 10 Stunden und wird mit einem mitgelieferten USB-Netzteil geladen. Als Besonderheit liefert Bose eine Dock-Platte mit, an der man das Netzteil anschließen kann. Hier setzt man den Lautsprecher einfach auf und es wird geladen. Der Soundlink Mini II lässt sich zum laden aber auch direkt mit dem Lautsprecher verbinden. Zusätzlich gibt es für 25 Euro eine Abdeckung, aus fünf Farben kann man hier wählen.

Bose Soundlink Mini II

Preis: 230 Euro -> aktueller Preis auf Amazon

+ Für die Größe super Klang, hochwertig verarbeitet, simple Bedienung, Laden über Dock oder direkt am Gerät, USB-Netzteil

- Keine Lautstärken-Anzeige, keine Zusatzfunktionen

Maße (B x H x T): 5 x 18 x 6 cm, 670 Gramm

Klang (50%) 2,2

Bedienung (20%)1 ,8

Verarbeitung (20%) 1,5

Funktionsumfang (10%) 3,0

Note: 2,1 gut

Bose Soundlink Mini II
Vergrößern Bose Soundlink Mini II
© Markus Schelhorn
Bose Soundlink Mini II
Vergrößern Bose Soundlink Mini II
© Markus Schelhorn

Riva S

Eine eher unbekannte Marke ist Riva. Die Wurzeln dieser Marke liegen im Konzert-Bereich – und das schon seit den 1970er-Jahren. Das sich Riva mit gutem Sound auskennt, merkt man bereits bei dem kleinsten Lautsprecher Riva S . Im sehr gut verarbeiteten Gehäuse (erhältlich in Schwarz, Gold oder Silber) arbeiten drei Lautsprecher, von denen zwei zur Seite abstrahlen und so einen besseren Raumklang erzeugen. Übrigens ist das Gehäuse spritzwassergeschützt und übersteht so auch einen Sommerregen auf der Terrasse. Der fest eingebaute Akku des Riva S hält bis zu 13 Stunden. Mit knapp 770 Gramm ist er rund 100 Gramm schwerer als sein größter Konkurrent Bose Soundlink Mini II. Beide Geräte sind in dieser Preisklasse und in dieser Größe die besten auf dem Markt.

Der Riva S bietet auf seiner Rückseite zwei USB-Anschlüsse – einer zum Laden eines iPhone oder eines anderen Smartphones und der weitere, um den Lautsprecher per USB mit dem Mac oder Windows-Rechner zu verbinden. Außerdem lässt sich per Mini-Klinke eine analoge Tonquelle anschließen. Dazu legt Riva zwei Kabel bei, eines mit Miniklinke und eines mit Chinch-Anschlüssen. Charmant ist der mechanische Ausschalter an der Rückseite, denn so weiß man sicher, dass man den Lautsprecher auch ausgeschaltet hat. Eine Top-Funktion des Lautsprechers ist die Möglichkeit, ihn mit einem weiteren Riva S per Bluetooth zu kombinieren. So erhält man ein drahtloses Bluetooth-Lautsprecherpaar.

Auf der Oberseite des Lautsprechers befinden sich Touch-Tasten. Mit der S-Taste lässt sich ein Surround-Modus aktivieren. Zudem lässt sich der Riva S als Freisprecheinrichtung nutzen: Auf der Oberseite befinden sich dazu zwei Mikrofone mit einer für Telefonate guten Sprachqualität.

Für seine Größe ist der Klang des Riva S sehr gut und dem Bose Soundlink Mini II ebenbürtig. Der Klang des Riva S ist etwas basslastiger als der Bode Soundlink Mini II, der dagegen bei geringerer Lautstärke eine etwas bessere Präsenz zeigt.

Riva S

Preis: 250 Euro -> aktueller Preis auf Amazon

+ Für die Größe bester Klang, hochwertig verarbeitet, simple Bedienung, Stereo-Betrieb mit zweitem Riva S möglich, gute Freisprech-Funktion

- Keine Lautstärken-Anzeige

Maße (B x H x T): 19 x 6,4 x 6,6 cm, 770 Gramm

Klang (50%) 2,1

Bedienung (20%) 1 ,8

Verarbeitung (20%) 1,7

Funktionsumfang (10%) 2,2

Note: 2,0 gut

Riva S
© Markus Schelhorn
Riva S Rückseite
Vergrößern Riva S Rückseite
© Markus Schelhorn

KEF Muo

Aus der englischen Edelschmiede KEF kommt der Bluetooth-Lautsprecher KEF Muo . Sein dreieckiges Metallgehäuse ist hochwertig verarbeitet. Zwischen sechs Farben kann man wählen. Die Seiten sind aus Plastik, an der rechten Seite befinden sich die Steuerelemente. Diese sind übersichtlich und zurückhaltend. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, das man mehrmals den Einschaltknopf betätigen muss um zum Bluetooth-Modus zu wechseln. Wie beim Riva S lässt sich auch der KEF Muo mit einem zweiten Muo verbinden. So erhält man ein Stereo-Lautsprecherpaar. Der Akku hält bis zu 12 Stunden.

Der Lautsprecher lässt sich auch stehend betreiben, in diesem Fall soll der Sound dank Lagesensor entsprechend optimiert werden. Der Sound des KEF Muo ist klar und dezent. Im Vergleich zu der Konkurrenz für manche zu dezent, denn auf eine Bassverstärkung verzichtet KEF. So fehlt es ihm im Vergleich zu den Mini-Bluetooth-Lautsprechen von Bose und Riva zwar an Bass, doch in den Mitten und Höhen klingt er deutlich klarer und weniger angestrengt. So eignet sich der KEF Muo für Jazz, Klassik und Vocals, weniger aber für Pop. Da stört es auch nicht weiter, dass der KEF Muo nur ein Mono-Lautsprecher ist. Denn einen Stereo-Effekt schafft ein einzelner Lautsprecher nur schwer. Für den klareren Klang muss man aber auch deutlich tiefer in die Tasche greifen als bei der Konkurrenz.

KEF Muo

Preis: 350 Euro -> aktueller Preis auf Amazon

+ Klarer Klang, hochwertig verarbeitet, Stereo-Betrieb mit zweitem KEF Muo möglich

- Hoher Preis

Maße (B x H x T): 21 x 8 x 6 cm, 850 Gramm

Klang (50%) 2,0

Bedienung (20%) 1 ,8

Verarbeitung (20%) 1,6

Funktionsumfang (10%) 2,3

Note: 1,9 gut

KEF Muo
© Markus Schelhorn
KEF Muo
© Markus Schelhorn

UE Boom 2

Sehr poppig und robust ist der UE Boom 2 , den es in mehreren Farb-Varianten gibt. Das Gehäuse ist mit dicken Gummierungen versehen und hält so auch unsanftes Aufsetzen auf den Boden beziehungsweise kleinere Stürze aus. Auf der Unterseite befindet sich eine Öse, an den man einen Karabiner befestigen kann. So lässt er sich beispielsweise am Rucksack befestigen oder von der Zeltdecke hängen. Die Öse kann man abschrauben und den Lautsprecher so dank 3/8-Zoll-Gewinde an einem herkömmlichen Foto-Stativ befestigen.

Ebenfalls auf der Unterseite befindet sich der USB-Anschluss zum Laden des Akkus, der für bis zu 15 Stunden Musikwiedergabe reicht. Zudem lässt sich dort per Miniklinke eine analoge Tonquelle anschließen. Beide Ports befinden sich unter Gummiabdeckungen, somit ist der Lautsprecher sogar wasserdicht. Laut dem Hersteller Ultimate Ears (gehört zu Logitech) ist der Lautsprecher nach IPX7 eine Halbe Stunde bei einer Tiefe von einem Meter wasserdicht. So lässt sich der UE Boom2 im Pool sogar als Unterwasser-Lautsprecher verwenden. Auch schön: Wie der KEF Muo , die Libratone-Lautsprecher und der Riva S lassen sich auch zwei UE Boom 2 drahtlos zu einem Stereopaar zusammenschließen.

Der Sound ist ordentlich und insgesamt ausgewogen. Aber erst im direkten Vergleich beispielsweise mit dem Riva S, der zwar nicht wasserdicht, aber robust gegen Wasser und für den Outdoor-Einsatz geeignet ist, merkt man den Unterschied: Der Riva S bietet im Vergleich einen deutlich satteren und wärmeren Bass und zeigt mehr Präsenz. Dennoch: Der UE Boom 2 schafft eine hohe Lautstärke und ist trotz geringerem Bass bestens geeignet, einen Grillabend am See mit entsprechender Lautstärke zu beschallen.

UE Boom 2

Preis: 199 Euro -> aktueller Preis auf Amazon

+ Sehr robust, wasserdicht, unkompliziert, Zwei UE Boom 2 lassen sich zu einem Stereopaar zusammenschalten

- Im Vergleich zu Riva S und Bose Soundlink Mini II wenig Bass

Maße: Durchmesser 6,7 cm, Höhe 18 cm, 550 Gramm

Klang (50%) 2,3

Bedienung (20%) 1 ,7

Verarbeitung (20%) 1,6

Funktionsumfang (10%) 2,4

Note: 2,1 gut

UE Boom 2
Vergrößern UE Boom 2
© Markus Schelhorn
UE Boom 2
Vergrößern UE Boom 2
© Markus Schelhorn

Libratone ZIPP Mini und Libratone ZIPP

Der dänische Hersteller Libratone ist bekannt durch seine drahtlosen Lautsprecher im ungewöhnlichem Design. Die erste Serie seiner Zipp-Lautsprecher waren noch in wechselbarem Kleid aus italienischer Wolle. Die aktuelle Zipp-Serie, bestehend aus dem Zipp und dem etwas kleineren Zipp Mini, bieten ebenfalls ein austauschbares Kleid, doch dieses ist aus Kunststoffgewebe. Das bereitet der guten Optik der Lautsprecher keinen Abbruch.

Beide Lautsprecher bieten übrigens die identischen Funktionen wie auch das selbe ungewöhnliche Touch-Bedienfeld, auf dem je nach Einstellung verschiedene Symbole aufleuchten.

Das Besondere der Lautsprecher ist, dass sie neben Bluetooth auch Airplay unterstützen. Auch per DLNA lassen sich diese Lautsprecher ansprechen, vor allem interessant für Windows- oder Android-Anwender. Für Airplay und DLNA braucht man ein WLAN-Netz.

Und eingebunden in ein WLAN lassen sich bis zu sechs Zipp-Lautsprecher , auch Zipp-Mini-Modelle können darunter sein, zu einem sogenannten SoundSpace zusammenfassen. So geben alle Lautsprecher, die sich in diesem SoundSpace befinden, die Musik wieder. Interessant ist dies vor allem, wenn die Lautsprecher die Musik per Bluetooth empfangen. Denn per Airplay ist es ohnehin möglich, mehrere Geräte zu einer Gruppe zusammenzufügen. Ohne WLAN kann man übrigens zwei Lautsprecher der ZIPP-Serie auch als Stereopaar zusammenfügen, dies geht sehr einfach über das Bedienfeld direkt am Lautsprecher.

Ebenfalls einzigartig ist die Möglichkeit, bis zu fünf Internet-Radioprogramme direkt am Lautsprecher empfangen zu können – auch hier ein WLAN mit Internet-Anschluss vorausgesetzt. Man hat die Wahl zwischen tausenden von Radioprogrammen, darunter auch die gewohnten deutschen Stationen. Eine eigene URL mit einem nicht aufgelisteten Radiosender kann man leider nicht zufügen. Kleine nützliche Gimmicks gibt es obendrauf: Beispielsweise schaltet der Lautsprecher auf Stumm, solange man seine Handfläche über das Bedienfeld des Libratone ZIPP und ZIPP Mini legt. Beide Lautsprecher bieten zudem eine Freisprechfunktion.

Per App lassen sich alle Libratone-Lautsprecher konfigurieren. Für den Sound bietet die App so die Möglichkeit, 9 Einstellungen für die Art der Musik zu wählen, also Easy Listening bis Hardrock oder Stimme. Zudem bietet sie 5 Einstellungen für den Ort, an dem man den Lautsprecher betreibt. Sei es im Regal, auf dem Tisch oder im freien.

Die Bedienung des Libratone ZIPP ist identisch zum ZIPP Mini und bedarf einiger Eingewöhnung. Ohne kurzem Studium der Bedienungsanleitung wird man anfangs verzweifeln. Doch man gewöhnt sich schnell an die ganz eigenen Einstellungsarten.

Der Sound der Libratone ZIPP-Lautsprecher ist überdurchschnittlich gut und spielt in seiner Preisklasse ganz klar in der vordersten Reihe mit. Beide Lautsprecher bieten einen schönen, warmen Klang mit einem ausdrucksstarken  Bass, bauartbedingt überzeugt vor allem der größere Libratone ZIPP. Angesicht des super Sounds und ihrer vielfältigen Funktionen sind sowohl der Libratone ZIPP Mini wie sein großer Bruder Libratone ZIPP ein günstiges Angebot.

Libratone ZIPP Mini

Preis: 249 Euro -> aktueller Preis bei Amazon

+ Unterstützt auch Airplay und DLAN, mit Internet-Radio, mehrere Lautsprecher lassen sich zu einer Gruppe zusammenfügen, schöner, warmer Klang, gute App

- Gewöhnungsbedürftige Bedienung, zu schwer für unterwegs, großes Netzteil blockiert Steckdosenleiste

Maße: 10 cm Durchmesser, 22,4 cm hoch, 1,1 Gramm

Klang (50%) 1,9

Bedienung (20%) 2,1

Verarbeitung (20%) 1,6

Funktionsumfang (10%) 1,8

Note: 1,9 gut

Libratone ZIPP

Preis: 299 Euro -> aktueller Preis bei Amazon

+ Unterstützt auch Airplay und DLAN, mit Internet-Radio, mehrere Lautsprecher lassen sich zu einer Gruppe zusammenfügen, schöner, warmer Klang, gute App

- Gewöhnungsbedürftige Bedienung, zu groß und schwer für unterwegs, großes Netzteil blockiert Steckdosenleiste

Maße: 12,2 cm Durchmesser, 26,1 cm hoch, 1,5 Gramm

Klang (50%) 1,8

Bedienung (20%) 2,1

Verarbeitung (20%) 1,6

Funktionsumfang (10%) 1,8

Note: 1,8 gut

Libratone ZIPP
Vergrößern Libratone ZIPP
Libratone ZIPP Mini
Vergrößern Libratone ZIPP Mini
© Markus Schelhorn
Libratone ZIPP Mini Anschlüsse (Identisch mit Libratone ZIPP)
Vergrößern Libratone ZIPP Mini Anschlüsse (Identisch mit Libratone ZIPP)
© Markus Schelhorn

Bluetooth Audio erklärt

Nahezu jeder Windows-Rechner, Mac oder Smartphone unterstützt Bluetooth, ganz im Gegensatz zu dem Apple-eigenen Airplay. So bietet sich die Bluetooth-Übertragung auch für Apple-Geräte wie iPhone, iPad oder Mac-Rechner an. Bluetooth funkt auf dem 2,4-GHz-Band, ebenso wie Wi-Fi älteren Standards bis 802.11n.

Für die beste Übertragungsqualität müssen die Geräte das Profil A2DP unterstützen, das eine Übertragung in Stereo ermöglicht. Dies ist bereits ab Bluetooth 2.1 unterstützt und somit auch mit älteren Apple-Geräten. Außerdem kann ein Lautsprecher beziehungsweise Kopfhörer per Bluetooth beispielsweise die Musik auf einem iPhone oder Mac fernsteuern. Dazu müssen die Geräte AVRCP unterstützen, alle neueren Apple-Produkte können dies. So ist es Möglich, ein Lied anzuhalten und fort zu setzen, zum nächsten oder vorherigen Titel zu springen und die Lautstärke einzustellen.

Tipp : Alle iOS-Geräte bis auf das erste iPhone unterstützen das Profil A2DP und AVRCP. Auch alle aktuelleren Macs bieten dies. Eine Übersicht dazu bietet Apple auf seiner Support-Seite .

Tipp : Viele Bluetooth-Mini-Lautsprecher bieten ein eingebautes Mikrofon, mit dem man den Lautsprecher als Freisprecheinrichtung für ein iPhone verwenden kann. Wie bei einem herkömmlichen Headset kann man bei einem eingehenden beziehungsweise ausgehenden Anruf den Lautsprecher als Wiedergabegerät wählen. Allerdings ist die Sprachqualität bei besonders günstigen Mini-Lautsprechern derart schlecht, dass man lieber direkt mit dem iPhone telefoniert.

Tipp : Bei sehr hochwertigen Kopfhörern beziehungsweise Lautsprechern bemerkt man trotz A2DP-Profil eine schlechtere Audioqualität als mit einer kabelgebundenen Verbindung. Das liegt daran, dass A2DP die verlustbehaftete Kodierung SBC verwendet. Gibt das Quellgerät beispielsweise eine MP3-Datei wieder, dann werden die Daten für die Bluetooth-Übertragung erneut komprimiert. Hochwertige Bluetooth-Audio-Geräte verwenden statt dessen die apt-x-Kodierung . Hier werden die Daten wie bei Airplay in Ausio-CD-Qualität mit 16 Bit und 44,1 kHz Abtastrate zum Empfänger transportiert. Leider unterstützt derzeit kein iOS-Gerät die apt-x-Kodierung, selbst das iPhone 5 nicht. Ganz im Gegensatz zu einigen Android-Smartphones, die apt-x unterstützen. Dafür verstehen sich selbst fünf Jahre alte Macs auf apt-x. Bei Pop-Musik mag der Unterschied kaum hörbar sein, doch bei Klassik und Jazz bemerkt man die geringere Substanz der SBC-Kodierung.

Wählen Sie mit gedrückter Wahl-Taste (alt) über das Menüleisten-Symbol von Bluetooth das angeschlossene Audio-Gerät an um zu prüfen, ob es apt-x unterstützt.
Vergrößern Wählen Sie mit gedrückter Wahl-Taste (alt) über das Menüleisten-Symbol von Bluetooth das angeschlossene Audio-Gerät an um zu prüfen, ob es apt-x unterstützt.

Tipp : Am Mac können Sie leicht prüfen, ob die Bluetooth-Audio-Verbindung apt-x unterstützt: Halten Sie die Wahl-Taste gedrückt und wählen den verbundenen Lautsprecher, Adapter oder Kopfhörer über das Bluetooth-Menüleisten-Icon aus. Sollte es trotz apt-x-Unterstützung statt dessen SBC anzeigen, hilft ein Trick: Deaktivieren Sie alle angeschlossenen Bluetooth-Geräte wie Tastatur oder Maus und verbinden Sie das Audio-Gerät als erstes. Auf diese Weise verwendet der Mac die apt-x-Kodierung. Nun können Sie die anderen Bluetooth-Geräte wieder verbinden, apt-x bleibt dann weiter aktiviert.

Tipp : Achten Sie bei dem Kauf eines Bluetooth-Lautsprechers darauf, dass A2DP unterstützt wird. Anderenfalls verwendet der Lautsprecher lediglich das Profil HFP, das für Freisprech-Einrichtungen gedacht ist und eine schlechte Audioqualität liefert.

Fazit Bluetooth Audio

Der größte Vorteil von Bluetooth Audio ist seine Flexibilität. Denn diese Technik ist nicht auf Apple-Produkten beschränkt sondern lässt sich ebenso problemlos mit Android-Smarthones oder Windows-Rechnern ohne iTunes verwenden. Auch die Kosten der Bluetooth-Schnittstelle sind geringer, das macht sich beim Preis eines Bluetooth-Lautsprechers bemerkbar. Die Nachteile: Mit iOS-Geräten als Musik-Sender, die derzeit kein aptX unterstützen, ist die Qualität der Musikübertragung schlechter als bei Airplay. Dies macht sich aber erst bei hochwertigen Lautsprechern und Kopfhörern bemerkbar. Eine weitere Einschränkung: Ein Multiroom-Modus ist nicht möglich. Sie können also nur einen Bluetooth-Lautsprecher ansprechen, bei Airplay lassen sich bis zu acht Lautsprecher gleichzeitig verwenden.

Airplay für Musik

Airplay ist eine sehr funktionsreiche Technik zum Übertragen von Medien aller Art, darunter auch Musik. Und gerade für die Musik-Übertragung in den eigenen vier Wänden eignet sich Airplay besonders gut. Denn Sie können mehrere Airplay-Empfänger  gleichzeitig verwenden. Außerdem erlaubt es Apple anderen Herstellern, die Airplay-Schnittstelle zu verwenden. Und so gibt es bereits ein sehr breites Angebot an Airplay-Lautsprechern und Stereo-Anlagen mit Airplay-Unterstützung. Zudem können Sie mit einer Airport Express ( siehe Test ) oder einem Apple TV eine bestehende Stereoanlage Airplay-fähig machen.

Damit Sie einen Airplay-Lautsprecher nutzen können, muss es sich im selben lokalen Netz wie der Sender befinden. Airplay ist ein Streaming-Protokoll, das sowohl Ethernet, das 2,4-GHz wie 5 GHz Netz verwenden kann. Airplay überträgt die Musik in Audio-CD-Qualität, also mit 44,1 kHz bei 16 Bit Samplingrate. Das reicht für eine qualitativ hochwertige Audio-Übertragung. Doch den Ansprüchen von High-End-Anwendern , die Hi-fi-Material in fünfstelligen Euro-Betrag in ihren Wohnzimmern stehen haben, wird Airplay nicht genügen. Außer der Musik überträgt Airplay übrigens auch Daten wie Titel, Interpret oder auch das Coverbild. Airplay-fähige Empfänger haben so die Möglichkeit, diese Informationen anzuzeigen.

Einen Airplay-Lautsprecher müssen Sie zunächst in das lokale Netz integrieren. Die Hersteller bieten dazu mehrere Möglichkeiten an, beispielsweise lässt sich bei Libratone-Lautsprechern einfach ein iPhone per USB verbinden und sich so die Netzeinstellungen per Knopfdruck einrichten. Denn am iPhone erscheint dann eine Meldung, ob der Libratone-Lautsprecher die Netz-Einstellungen des iPhone übernehmen soll. Andere Hersteller setzen auf eigene Apps oder der Konfiguration per Webbrowser. Ist der Airplay-Lautsprecher eingeschaltet und im lokalen Netz integriert, erscheint im iTunes für Mac beziehungsweise Windows ein Airplay-Symbol. Auch per iPhone und iPad lässt sich ein Airplay-Lautsprecher ansprechen, sofern die App Airplay unterstützt. Auch hier erscheint dann das Airplay-Symbol.

Tipp : Die meisten Airplay-Lautsprecher, vor allem die für den mobilen Einsatz konzipierten Modelle wie der Libratone Zipp, können ein eigenes WLAN-Netz aufbauen, mit dem man sich per iOS-Geräten oder dem Mac verbinden kann. So lässt sich der Airplay-Lautsprecher auch an Orten verwenden, an denen kein lokales Netz zu Verfügung steht. Die Hersteller geben dies in den technischen Beschreibungen des Lautsprechers an.

Tipp : Möchten Sie eine bestehende Stereoanlage per Airplay nutzen, dann können Sie entweder ein Apple TV ab Version 2 oder ein Airport Express als Adapter verwenden. Übrigens erhält man die erste Version des Airport Express, die man direkt in die Steckdose steckt, günstig auf eBay.

Ein großer Vorteil von Airplay ist die Möglichkeit, mehrere Airplay-Empfänger ansprechen zu können. Momentan ist dies allerdings nur mit iTunes auf dem Mac möglich: Oben links im iTunes-Fenster können Sie über das Airplay-Symbol mehrere Empfänger wählen und dir Lautstärke für jeden einzelnen Empfänger einstellen. Zudem lässt sich die Gesamtlautstärke über einen Master-Regler einstellen. Am iPhone oder iPad können Sie mit der App Remote übrigens iTunes auf dem Mac fernsteuern, inklusive der Einstellungen für die Airplay-Lautsprecher.

Per iTunes am Mac können Sie mehrere Airplay-Lautsprecher für die Wiedergabe auswählen.
Vergrößern Per iTunes am Mac können Sie mehrere Airplay-Lautsprecher für die Wiedergabe auswählen.

Fazit Airplay Audio

Per Airplay kann man sein Zuhause bequem mit Musik versorgen. Die Vorteile gegenüber Bluetooth-Lautsprechern sind neben der besseren Audio-Qualität auch für iOS-Geräte die Möglichkeit, mehrere Lautsprecher gleichzeitig verwenden zu können. Allerdings müssen Airplay-Lautsprecher entweder in ein bestehendes lokales Netz integriert werden oder über ein eigenes WLAN-Netz genutzt werden, das die Lautsprecher teilweise bieten. Dies bedeutet erstmalig mehr Konfigurationsaufwand als das Einrichten eines Bluetooth-Lautsprechers.

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