Ratgeber: Netzwerk
Wi-Fi-Netz für das gesamte Haus ausbauen
Reicht die Sendeleistung einer Wi-Fi-Basis nicht für das gesamte Haus, gilt es, das drahtlose Netz zu erweitern. Wir stellen drei Lösungen vor.
Meist gelingt es, durch die mittige Positionierung des Wi-Fi-Routers in der Wohnung oder Firma eine komplette Abdeckung zu erreichen. Allerdings sorgen mehrere Stockwerke, dicke Zwischenwände oder große Distanzen für ein schwaches Signal und deutlich verringerte Bandbreite. Die Hersteller geben bei der Wi-Fi-Reichweite gern 300 Meter im Freien und 100 Meter in Räumen an, Stahlbetondecken etwa lassen die Reichweite dramatisch schrumpfen.
Wi-Fi-Verbindung über einen Repeater
Mit Repeatern kann man ein Wi-Fi-Netzwerk einfach erweitern, ganz ohne das Verlegen von Kabeln. Dabei wird eine zweite Station angeschafft, die sich per Wi-Fi mit der Hauptstation verbindet und den Geräten in ihrer Umgebung Zugang zum lokalen Netzwerk und Internet bietet.
Wer Airport Extreme von Apple nutzt, kauft am besten Airport Express dazu, die beiden lassen sich mit dem Airport-Dienstprogramm einfach zusammenschalten. Nutzer einer Fritzbox von AVM sollten Fritz Wlan Repeater 300E (75 Euro) oder Fritz Wlan Repeater N/G (75 Euro) anschaffen. Bei mehrstöckigen Gebäuden platziert man die Hauptstation und den Repeater "übereinander", damit der Abstand zwischen den beiden möglichst gering ist.
Auf den ersten Blick ist die Lösung extrem charmant. Die Geräte lassen sich ganz ohne zusätzliche Kabel einsetzen, die Einrichtung ist in wenigen Minuten erledigt. Die Kopplung der Wi-Fi-Netze beziehungsweise deren Erweiterung hat allerdings einen entscheidenden Nachteil. Durch den Datenverkehr untereinander verringert sich die Bandbreite für die Clients. Wer dann etwa im ersten Stock über den Repeater ins Wi-Fi-Netzwerk gelangt, bemerkt das beim Surfen oder Abfragen von Mails nicht. Will man Videos streamen, ist die Grenze der Bandbreite schnell erreicht, die Lösung ist dafür nicht optimal.
Kabelverbindungen im Wi-Fi-Netz
Die beste Lösung ist die Verbindung von zwei Wi-Fi-Stationen über Ethernet-Kabel. Der Datenverkehr zwischen den Stationen stört die Wi-Fi-Leistung nicht. Natürlich müssen hier die baulichen Voraussetzungen für die Verkabelung geschaffen werden.
Mit den sogenannten Powerline-Adaptern gibt es eine kostspielige Alternative. Die Adapter nutzen die Steckdose beziehungsweise Stromverkabelung für die Netzwerkverbindung. Bei optimaler Verkabelung im Haus können die Adapter eine gute Lösung bieten und die Erweiterung erlauben.
Wi-Fi-Stationen per Kabel verbinden
Verbindung per Ethernet-Kabel im Bridge-Modus
Gilt es, größere Distanzen oder Stockwerke zu überbrücken, ist eine Ethernet-Verkabelung der Basisstationen untereinander der beste Weg - sie sind über eine "Brücke" verbunden, vielfach wird das Bridge-Modus genannt. Dabei bietet jede Wi-Fi-Basis den Geräten im Umkreis Zugang. Kommunizieren Teilnehmer von zwei oder mehr unterschiedlichen Wi-Fi-Stationen miteinander, findet der Datentransfer über die Ethernet-Verkabelung zwischen den Wi-Fi-Stationen statt.
Im Gegensatz zur Repeater-Lösung wird das Wi-Fi-Netzwerk mit dem Transfer nicht belastet. Gute Router erlauben den Bridge-Modus. Bei Apples Airport-Hardware ist die zusätzliche Wi-Fi-Station auszuwählen sowie unter "Internet > Internetverbindung" unter "Verbindung gemeinsam nutzen" die Option "(Aus) Bridge-Modus". Über den Reiter "TCP/IP" findet die Wi-Fi-Station entweder per DHCP oder über manuelle Adressvergabe Zugang zur Hauptbasis. Die Bridge-Konstruktion regelt nicht nur den Datenverkehr der Wi-Fi-Clients und der über Ethernet-Kabel verbundenen Wi-Fi-Stationen untereinander, die Hauptbasis stellt auch für alle den einen Internet-Zugang zur Verfügung. Die Einstellungen bei anderen Routerherstellern müssen Sie im Handbuch heraussuchen, hier unterscheiden sich Technik und Terminologie. Die Reichweitenerhöhung über Ethernet-Verkabelung ist die beste Lösung und vergleichsweise preiswert.
Ethernet-Verbindung über die Stromversorgung
In neueren Häusern finden sich oft Kabelkanäle innerhalb eines Stockwerks und Kabelschächte zwischen den Etagen. Hier sollte man immer zu einer Ethernet-Verkabelung greifen. Gerade in älteren Häusern finden sich derartige Voraussetzungen nicht. Statt der Netzwerkerweiterung per Repeater bietet sich mit "Powerline"-Adaptern eine Alternative. Bei der Hardware handelt es sich um vollwertige Netzwerkgeräte, die einen Ethernet-Kabelanschluss bieten und die Netzwerkdaten über die Stromleitung übertragen. Die Hersteller sprechen auch von "Netzwerk aus der Dose". Es gibt diverse Lösungen verschiedener Firmen. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Netgear Powerline AV+ Adapter Kit gemacht. Für rund 75 Euro gibt es zwei Adapter. Auch Netgear verspricht Übertragungsraten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde - theoretisch. In der Realität sollten 50 bis 70 Megabit pro Sekunde erreichbar sein.
Das Problem mit allen Powerline-Lösungen ist die Stromverkabelung im Haus. Ist sie vom Fachmann gemacht worden und liegen die beiden genutzten Steckdosen an einem Stromstrang, kommt eine sehr gute Übertragungsrate heraus. Bei selbst verlegten Leitungen mit vielen Verteilern kann es durchaus unbefriedigende Ergebnisse geben. Wer einen Bekannten mit Powerline-Lösung hat, borgt diese und testet sie zu Hause. Jeder der beiden (oder mehr) Powerline-Adapter im lokalen Netzwerk bekommt eine IP-Nummer verpasst. Den Bridge-Modus können Sie dann über die Powerline-Adapter realisieren. Die Hauptbasisstation und die Erweiterung werden jeweils mit dem Ethernet-Anschluss eines Powerline-Adapters verbunden. Die Konfiguration von Hauptbasis und Erweiterung (zweite Wi-Fi-Station) ist identisch mit der Lösung über Ethernet-Kabel. Statt einer zweiten Wi-Fi-Station lässt sich natürlich auch ein einzelnes Gerät anschließen, etwa ein PC oder Apple TV - über Ethernet-Kabel.Wi








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