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Automatische Bildkorrekturen in Photoshop

29.11.2011 | 10:28 Uhr |

Die Befehle zur automatischen Bildkorrektur zählen in Photoshop zu den Standards. Mit ein paar Tricks baut man sie in einen Workflow ein – oder holt sich Unterstützung bei Camera Raw

Icon Photoshop CS4
Vergrößern Icon Photoshop CS4

Für die Verbesserung von Bildern hat Photoshop Dutzende Features, Tools und Filter in petto. Doch oft ist genau dies ein Problem: Nämlich immer dann, wenn es nicht um individuelle Korrekturen geht, sondern das möglichst effiziente Abarbeiten eines vorliegenden Bildbestands. Gerade für Situationen, in denen es besonders schnell zur Sache gehen soll, hat der Bildbearbeitungsklassiker drei Schnellkorrekturbefehle an Bord: Auto-Farbton ("Befehl-Umschalttaste-L"), Auto-Kontrast ("Befehl-Wahl-Umschalttaste-L") und Auto-Farbe ("Befehl-Umschalttaste-B").

Zahlreiche Photoshop-Befehle

Diese Schnellkorrekturen ergänzen Vorgaben-Sets in den beiden Korrekturbefehlen "Tonwertkorrektur" und "Gradationskurven". "Kontrastverstärkt", "Heller" oder "Linearer Kontrast" sind zwar keine Autokorrekturvorgaben, liefern aber fertige Einstellungen für Bilddefizite. Eine eigene Funktion zur Automatikkorrektur enthält Camera Raw. Dieses Instrumentarium lässt sich nutzen.

Wie Photoshops Automatikkorrektur funktioniert, wird über den Knopf "Optionen" unter Tonwertkorrektur oder Gradationskurver eingestellt.
Vergrößern Wie Photoshops Automatikkorrektur funktioniert, wird über den Knopf "Optionen" unter Tonwertkorrektur oder Gradationskurver eingestellt.

Kern bei Photoshop sind die drei aufgeführten Autokorrekturbefehle im Hauptmenü " Bild ". Die genaue Funktionsweise lässt sich über den Knopf "Optionen" in den beiden Korrekturbefehlen "Tonwertkorrektur" und "Gradationskurven" einrichten. Die über "Optionen" zugänglichen Auto-Farbkorrekturoptionen enthalten drei weitere Optionen: Erstens zum Festlegen der Methode, die Photoshop anwenden soll, wenn Sie unter "Tonwertkorrektur" oder "Gradationskurven" auf den Knopf "Auto" klicken. Die drei Optionen unter "Algorithmen" entsprechen den Methoden der drei Korrekturbefehle im Menü "Bild". "Schwarz-Weiß-Kontrast verbessern" funktioniert wie "Auto-Kontrast", "Kontrast kanalweise verbessern" wie Auto-Farbton" und "Dunkle und helle Farben suchen" wie "Auto-Farbe".

Die zweite Einstellmöglichkeit " Neutrale Mitteltöne ausrichten " betrifft die Frage, ob Photoshop zusätzlich zur automatischen Kontrastkorrektur auch eine automatische Farbkorrektur durchführen soll. Wenn Photoshop versucht, Farbstiche oder Kamera-Weißabgleiche zu korrigieren, schießt die Software oft übers Ziel hinaus - daher deaktivieren viele Anwender diese Funktion. Die dritte Einstellmöglichkeit gilt der " Härte " des zu erzeugenden Kontrastes. Während Beschneidungsvorgaben von 0,00 % für Tiefen und Lichter das komplette Tonwertspektrum im Bildhistrogramm spreizen (und vergleichsweise moderate, in vielen Fällen allerdings auch ins Leere laufende Autokorrekturen zur Folge haben), gehen Beschneidungsvorgaben über 0,00 % deutlicher zur Sache. Wie viel Beschneidung angemessen ist, darüber lässt sich streiten. Da bereits Werte unterhalb von 1,00 sehr deutliche Kontraste generieren können, präferieren viele Bildbearbeiter vergleichsweise niedrige Werte. Moderate Wertfestlegungen sind 0,05 bis 0,10 % für die Tiefen und 0,10 bis 0,50 % für die Lichter.

Zunächst wirken sich Optionseinstellungen auf ein aktuelles Bild aus. Sollen die Werte als Standard gespeichert werden, genügt es, die Klickbox ganz unten zu aktivieren und den Dialog mit "OK" zu beenden. Von der Methode abgesehen, wirken sich als Standard festgelegte Optionen auch auf die drei Befehle zur Auto-korrektur im Menü "Bild" aus: Hohe Beschneidungswerte erzeugen harte Kontraste, geringe Werte hingegen keine. Dasselbe gilt auch für die Einstellung zum Weißabgleich ("Neutrale Mittteltöne ausrichten"). Die Vorgabe für den Mittelton unter "Zielfarben und Beschneiden" liefert übrigens keine Vorgabe zur Gewichtung der Bildhelligkeit (also für ein in der Praxis oftmals auftretendes Problem), sondern bestimmt den Wert des Neutralgrau für den Weißabgleich.

Automatische Bildkorrekturen

Da Camera Raw über eine recht ausgereifte Automatikkorrekturfunktion verfügt, bietet es sich als Alternative zu Photoshop an. Setzt man die Voreinstellungen entsprechend, öffnet sich der Camera-Raw-Dialog nicht nur beim Öffnen von RAW-Bildern, sondern auch bei TIFFs und JPEGs. Diese Voreinstellungen finden sich im gleichnamigen Menü von Bridge. Wichtig ist hier die Option "Verarbeitung von JPEG- und TIFF-Dateien". Ist unter "JPEG" und "TIFF" jeweils die Einstellung "Alle unterstützten Dateien automatisch öffnen" aktiviert, werden auch JPEG- und TIFF-Bilder über die Camera-Raw-Schnittstelle geöffnet.

Die Entscheidung lässt sich auch fallweise treffen, indem man ausgewählte Bilder in Bridge über den Befehl "In Camera Raw öffnen" ("Befehlstaste-R") aufruft. Die Automatikkorrektur in Camera Raw ist wirklich gut. Über die Option "Automatisch" im rechten Bereich des Camera-Raw-Fensters lässt sie sich einzeln zuweisen oder als Standardeinstellung für alle Bilder, die mit Camera Raw geöffnet werden, bestimmen. Die Vorgaben für die Behandlung von JPEG und TIFF findet sich ebenfalls in den Voreinstellungen von Camera Raw unter dem Punkt "Standard-Bildeinstellungen". Hier aktiviert man "Automatische Farbtonkorrektur anwenden". Einen Nachteil gibt es allerdings. Die Korrekturen von Camera Raw sind zwar umfassender als in Photoshop, erlauben aber keine anwenderdefinierten Voreinstellungen.

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