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50 neue Profischriften

29.03.2010 | 14:19 Uhr |

Schriftenklassiker wie Frutiger, Helvetica und Garamond kommen auch in neuen Publikationen gern und oft zum Zug. Dass es aber lohnt, nach unverbrauchten Alternativen zu sehen, zeigen die 50 Text- und Display-Fonts in diesem Beitrag.

Für neue Schriften sprechen unterschiedliche Gründe. Da ist zum einen die Frage der Zeitgeist-Optik. Visuell-ästhetische Aktualität vermitteln keinesfalls nur Display-Schriften- also Headline- und Werbeschriften mit stark zeitgeistbezogenem Stil. Auch Lauftext in Büchern, Zeitschriften, Flyern und Werbekampagnen profitiert von der Tatsache, dass unverbrauchte Schriften mit einem höheren Modernitätsfaktor aufwarten als die vertrauten Schriften-Klassiker.

Klassische Serifenschriften lehnen sich meist eng an historische Antiquamodelle an. In den Details zeigen sich oft reizvolle Finessen. Neben zeitgemäßer Optik sowie Geschmack sprechen auch format- und ausstattungstechnische Gründe für das periodische Erweitern der Schriftbibliothek - vor allem dann, wenn man professionelle Medienproduktion betreibt. Die langjährigen Formatstandards Postscript und Truetype haben zwar noch nicht ausgedient. In der Regel liegen aktuelle Profischriften im Format Opentype vor oder in der High-End-Variante Opentype Pro. Auch Opentype-Schriften ohne ein Pro im Namen enthalten oft Typo-Gimmicks und Spracherweiterungen. In der Praxis heißt dies: Anders als Schriftfont-Versionen aus den Achtzigern und Neunzigern enthalten aktuelle Schriften oft weit mehr als die rund 200 Figuren früher üblicher Zeichensätze.

Dem Trend zum gut bestückten Schrift-Baukastensystem entspricht auch das Modell "Schriftclan". Waren Schriftfamilien, die mehrere Grundmodelle wie Serif, Slab Serif und Sans Serif unter einem Dach vereinen, in den Neunzigern noch auf wenige Dutzend beschränkt, sind sie im Bereich gut ausgebauter Textschriften mittlerweile fast die Regel. Markterprobte Klassiker wie Syntax oder Palatino wurden mittlerweile zum Clan erweitert. Vorteile bietet das Clan- oder Sippen-Modell insbesondere bei der Gestaltung umfangreicher Corporate Designs: Die unterschiedlichen Schrifttypen sind aufeinander eingestellt, alles ist aus einem Guss. Neben Schriftclans sowie jeder Menge kleinerer, überschaubarerer Grotesk- oder Antiquaschriften wartete das letzte Jahrzehnt auch mit stilistischen Akzenten auf. Aktuell en vogue sind etwa Typedesigns im Retro-Look oder Schreibschriften - reizvoll nicht nur aufgrund ihrer Ästhetik, sondern auch in technischer Hinsicht. Opentype-Funktionen ermöglichen hier beispielsweise das Variieren von Zeichenvarianten.

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