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Ratgeber: DE-Mail - Einschreiben im E-Mail-Postfach

30.04.2012 | 09:36 Uhr |

Die sichere elektronische Post DE-Mail kommt mit Verzögerung: Mit über einem Jahr Verspätung wurden auf der Cebit die ersten DE-Mail-Anbieter offiziell zugelassen. Amtliche Briefe und Einschreiben gibt es damit demnächst auch per Mail.

Ursprünglich sollte schon Ende 2010 alles sicherer werden und Spam sowie Phishing-Mails mit Einführung der neuen DE-Mail der Vergangenheit angehören. Doch dann mahlten die Mühlen von Politik und Bürokratie langsam, das erforderliche Gesetz trat erst im Mai des vergangenen Jahres in Kraft und die Konkurrenz schlief auch nicht. So weigerte sich die Deutsche Post erfolgreich vor Gericht, die für die DE-Mail erforderliche Identifizierung per Postidentverfahren in ihren Filialen vorzunehmen. Allein über diesen Rechtsstreit verschaffte sich die Post einen zeitlichen Vorsprung, schließlich hat sie ihren E-Postbrief schon vor fast zwei Jahren gestartet - als Konkurrent zu DE-Mail.

DE-Mail: Was ist die "sichere E-Mail" genau?

DE-Mail ist ein offizielles Projekt, um das Versenden von amtlichen und vertraulichen Dokumenten sicher und verbindlich zu machen. Umgesetzt aber wird es von privatwirtschaftlichen Unternehmen. Drei dieser Anbieter von DE-Mail haben nun im März ihre Zulassung vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten, darunter die Deutsche Telekom. Für Großkunden hat sie ihr Angebot bereits gestartet, Privat- und Geschäftskunden sollen bis zum Spätsommer folgen. Beim Anbieter United Internet, der mit seinen Diensten GMX, 1&1 sowie Web.de agiert, dauert es noch etwas länger. Das Unternehmen befindet sich noch in der Zertifizierungsphase.

Die neue Mailvariante stellt zum einen die Identität von Absender und Adresse sicher, zum zweiten dokumentiert sie die Zustellung einer Nachricht. Schließlich verweisen die Anbieter auf die "sichere Verschlüsselung" von DE-Mail, so dass die Nachrichten "nicht von Dritten abgefangen oder verändert werden können". Hier aber hegen Kritiker Zweifel, denn die Verschlüsselung bezieht sich nur auf den Transport. Die ursprünglich geplante obligatorische End-to-End-Verschlüsselung wurde dagegen nicht umgesetzt. Vielmehr verlangt das BSI nur noch, den Nutzern eine End-zu-End-Verschlüsselung zu ermöglichen. Der erste Teil des offiziellen Werbeslogans "so einfach wie E-Mail, so sicher wie Papierpost" ist damit eingelöst, beim zweiten aber sind sich die Experten nicht so sicher.

Fakt ist, dass DE-Mails deutlich mehr Sicherheit bieten als bisherige Mails. Ferner kann man neben dem "normalen" ein "hohes" Sicherheitsniveau wählen, das neben dem klassischen Passwort eine Zwei-Wege-Authentifizierung bietet. Dabei wird zur Anmeldung ein unabhängiges Sicherheitselement verwendet, beispielsweise ein Hardware-Token oder das Handy mit einer zufällig generierten Nummer, ähnlich dem mTAN-Verfahren beim Online-Banking.

Niemand muss mitmachen, aber Achtung bei den Fristen

Neben dem Ziel der sicheren Kommunikation ist die Kosteneffizienz bei Staat und Wirtschaft ein weiteres Argument für die DE-Mail. Viele Vorgänge lassen sich so einfacher und schneller durchführen, weil es keinen Medienbruch von der digitalen Verarbeitung zum Papier mehr gibt.

So gelten Einschreiben und amtliche Briefe beispielsweise als zugestellt, wenn der Mail-Anbieter dem Absender die Zustellung der Nachricht bestätigt. Damit aber beginnen - ohne dass der Bürger die Nachricht tatsächlich gelesen haben muss - die gesetzlichen Fristen. Beim Steuerbescheid beispielsweise beträgt die Frist für einen eventuellen Widerspruch einen Monat, wie bei jedem anderen Verwaltungsakt auch.

Abgesehen von den Kosten, je nach Anbieter wird der Versand einer DE-Mail zwischen 30 und 40 Cent kosten, muss sich also jeder einzelne fragen, ob er beim neuen Mailsystem mitmachen möchte - man muss es nämlich nicht. Hat man sich aber dafür entscheiden und der Zustellung amtlicher Schreiben auf dem elektronischen Weg zugestimmt, heißt es auch regelmäßig sein Postfach zu kontrollieren, um nichts zu versäumen.

Die Anmeldung selbst ist einfach und läuft über das Webportal des DE-Mail-Anbieters. Die Reservierung der neuen Mail-Adresse, die stets mit "de-mail.de" endet, ist auch schon bei GMX, 1&1 und Web.de möglich. Mehr als eine Million Menschen haben sich bereits für DE-Mail registriert. Eine Informationsbroschüre gibt es bei unseren Kollegen der PC-Welt unter www.pcwelt.de/isg9 .

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