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Ratgeber Speichermedien: Netzwerkspeicher (NAS)

12.08.2015 | 11:30 Uhr |

Netzfestplatten (NAS) stehen nicht nur den Macs im lokalen Netz zur Verfügung, sondern man kann sie auch drahtlos von iOS-Geräten nutzen. Das geht sogar von außen über das Internet

Beim Kauf eines Netzlaufwerks für den privaten Gebrauch hat man in der Regel die Wahl zwischen Geräten, die sich entweder mit einer oder mit zwei Festplatten ausstatten lassen. Letztere bieten den Vorteil, dass man sie im Raid-Modus-1 einrichten kann, sodass alle Daten auf beiden Festplatten gespeichert sind, was hilfreich ist, falls eine Platte den Geist aufgeben sollte. Das Format Synology Hybrid Raid (SHR) bietet analoge Sicherheit. Man kann die Platten aber auch als separate Datenträger konfigurieren oder zu einem schnellen Raid 0 zusammenfassen, bei dem die Daten auf beide Laufwerke verteilt werden. Da der Zugriff über Ethernet und WLAN aber nicht der schnellste ist, hat man von der höheren Geschwindigkeit im Gegensatz zu einem direkt an den Mac angeschlossenen Raid kaum Vorteile, jedoch ein höheres Risiko. Denn beim Ausfall von nur einer Platte sind sämtliche Daten verloren.

Der iTunes-Server von Synology kann nicht nur die Cover-Bilder in iTunes anzeigen, sondern man kann in iTunes auch Videos abspielen.
Vergrößern Der iTunes-Server von Synology kann nicht nur die Cover-Bilder in iTunes anzeigen, sondern man kann in iTunes auch Videos abspielen.

Sofern das NAS nicht schon mit Festplatten ausgestattet ist, sollte man Laufwerke kaufen, die speziell für den NAS-Betrieb ausgelegt sind. Diese gibt es beispielsweise von Western Digital ( WD Red ) und Seagate ( NAS HDD ) Sie sind weniger empfindlich gegen Vibrationen, für den Dauerbetrieb ausgelegt und kosten nur geringfügig mehr als normale Festplatten für PCs.

Sonderfall Time Machine

Auf den NAS-Laufwerken lassen sich Backups mit Time Machine erstellen

Im Dashboard von Western Digital legt man dazu zuerst eine neue Freigabe für die Sicherungskopien an. Soll diese nicht öffentlich sein, schaltet man dies über den Schiebeschalter aus und legt fest, welcher Benutzer auf die Freigabe Schreib-und Lesezugriff haben soll. Nun wechselt man zu „Einstellungen“ und stellt den Schiebeschalter bei „Mac-Backups“ auf „Ein“. Nach einem Klick auf „Konfigurieren“ wählt man die zuvor erstellte Freigabe für das Backup aus und legt über den Schieberegler fest, wieviel Speicherplatz Time Machine maximal auf dem NAS belegen darf. Im Disk Station Manager von Synology legt man für Time Machine in der Systemsteuerung unter „Gemeinsamer Ordner“ ebenfalls ein Verzeichnis für das Backup an und bestimmt, welcher Benutzer darauf Zugriff hat. Dann wechselt man in der Systemsteuerung zu „Dateidienste“ und wählt unter „Mac Dateidienst“ diesen Ordner bei „Time Machine“ aus.

Öffnet man anschließend auf dem Mac die Systemeinstellung „Time Machine“ und klickt auf „Volume auswählen“, kann man dort das NAS als Ziel für das Backup auswählen. Hat man die Freigabe einem Benutzer mit Passwort zugewiesen, muss man zuerst noch Benutzernamen und Passwort angeben, bevor das Backup beginnt. Time Machine legt die Daten auf dem NAS in einem mitwachsenden Disk Image (.sparsebundle) ab.

Das NAS aktivieren

Hat man ein schon mit Festplatten bestücktes NAS erworben, kann man gleich loslegen und das Laufwerk mit dem Router per Ethernet-Kabel verbinden und an das Stromnetz anschließen. Dem hier als Beispiel dienenden My Cloud Mirror von Western Digital liegt eine Kurzanleitung mit einem Link bei, über den man die Setup-Software auf den Mac lädt. Mit dieser aktiviert man das NAS und installiert die Software „ WD My Cloud “, mit der man auf die Daten zugreifen kann, was aber ebenfalls im Finder möglich ist. Die Einrichtung des NAS erfolgt über das „Dashboard“, das man am einfachsten über den auf dem Schreibtisch von der Setup-Software abgelegten Link im Browser öffnet. Als erstes verpasst man dem Administrator ein Passwort, um die Einstellungen gegen unbefugte Zugriffe zu schützen. Dies geschieht in der Rubrik „Benutzer“, in der man den Schieberegler bei Passwort auf „Ein“ schiebt und dann das Passwort vergibt.

Auf der Disk Station wird der iTunes-Server über das Paketzentrum installiert und ist dann im Hauptmenü zu finden.
Vergrößern Auf der Disk Station wird der iTunes-Server über das Paketzentrum installiert und ist dann im Hauptmenü zu finden.

Unser zweites Beispiel, die Disk Station DS 215j von Synology , wird ohne Festplatten geliefert. Nach dem Einbau der Platten schließt man sie an Router und Stromanschluss an, öffnet einen Browser und tippt dort „http://find.synology.com“ ein. Nach kurzer Wartezeit wird das Laufwerk gefunden. Man klickt nun auf „Verbinden“, auf der nächsten Seite auf „Einrichten“ und anschließend auf „Jetzt installieren“. Daraufhin wird das Betriebssystem „Disk Station Manager“ aus dem Web geladen und auf dem NAS installiert. Dabei gehen sämtliche, eventuell auf den Festplatten vorhandenen Daten verloren. Nach der Software-Installation beginnt man mit einem Klick auf „Weiter“ mit der Konfiguration. Als erstes vergibt man einen Namen an die Station und an den Administrator und richtet für Letzteren ein Passwort ein. Anschließend lassen sich zusätzliche Software-Pakete installieren. Man kann diesen Schritt auch überspringen und die Software später manuell über das Paketzentrum auf das NAS laden. Danach lässt sich das Konto für „QuickConnect“ einrichten, das den Zugriff auf die Disk Station über das Internet ermöglicht.

Freigaben und Benutzer

Auf dem My Cloud von Western Digital ist standardmäßig eine öffentliche Freigabe mit Unterordnern für Musik, Filme und Bilder eingerichtet. Man kann zwar sofort mit dieser Freigabe arbeiten, der Zugriff ist aber öffentlich und nicht durch ein Passwort geschützt. Sicherer ist es deshalb, im Dashboard einen Benutzer und eine Freigabe einzurichten. Dem Benutzer gibt man einen Namen, aktiviert den Schiebeschalter für das Passwort und tippt das Passwort ein. Nach der Bestätigung wird automatisch eine gleichnamige Freigabe eingerichtet, die aber öffentlich ist. Man wechselt deshalb zu „Freigaben“ und deaktiviert den Schiebeschalter bei „Öffentlich“. Unten auf der Seite muss man unter „Benutzerzugriff“ dann festlegen, wer Zugriff auf diese neue Freigabe hat. Weitere Benutzer und Freigaben legt man auf dieselbe Weise an.

Ist die Time-Machine-Option auf dem NAS aktiviert, lässt sich die dafür eingerichtete Freigabe auf dem Mac für das Backup auswählen.
Vergrößern Ist die Time-Machine-Option auf dem NAS aktiviert, lässt sich die dafür eingerichtete Freigabe auf dem Mac für das Backup auswählen.

Nach der Konfiguration der Disk Station meldet man sich mit dem zuvor erstellten Administratorkonto an. Da auf dem Volume noch keine Freigaben vorhanden sind, legt man diese in der Systemsteuerung unter „Gemeinsamer Ordner“ an. Nach einem Klick auf „Erstellen“ gibt man der Freigabe einen Namen und legt nach dem Klick auf „OK“ fest, welcher Benutzer Zugriffsrechte für die Freigabe hat. Optional lässt sich eine Freigabe auch verschlüsseln. Weitere Benutzer lassen sich ebenfalls in der Systemsteuerung einrichten.

Im Finder erscheinen My Cloud und Disk Station automatisch in der Seitenleiste des Finder-Fensters unter „Freigaben“. Klickt man den Namen an, blendet sich bei My Cloud zuerst nur die öffentliche Freigabe ein. Mit einem Klick auf „Verbinden als“ öffnet man das Dialogfenster, um sich als Benutzer anzumelden, was ebenfalls für die Disk Station gilt. Sichert man das Passwort im Schlüsselbund von OS X, wird man bei der nächsten Verbindung mit dem NAS automatisch mit allen für diesen Benutzer verfügbaren Freigaben verbunden.

Festplatten konfigurieren

Im Dashboard von Western Digital findet man die Optionen für die Festplatten unter „Speicher“. Unter „Datenträgerstatus“ werden Infos über die Festplatten angezeigt, und mit einem Klick auf „S.M.A.R.T-Daten“ blendet sich die Liste aller Überwachungsparameter ein. Unter der Rubrik „Raid“ erfährt man, ob das Raid Probleme hat oder nicht, und man kann für ein Raid 1 die automatische Neuerstellung einschalten. Diese greift, wenn man eine der Platten wegen eines Defekts gegen eine andere austauschen muss. Auf dieser Seite lässt sich auch der Raid-Modus ändern. Achtung: Dabei gehen alle Daten verloren. Die Optionen zum Prüfen und Formatieren der Datenträger sind unter „Einstellungen“ in der Rubrik „Hilfsprogramm“ zu finden. Hier lassen sich unter anderem eine Systemdiagnose sowie kurze und lange Festplattentests durchführen, und man kann das NAS neu starten oder herunterfahren.

Für jeden angelegten Benutzer legt man im Dashboard von Western Digital fest, auf welche Freigaben er Zugriff haben soll.
Vergrößern Für jeden angelegten Benutzer legt man im Dashboard von Western Digital fest, auf welche Freigaben er Zugriff haben soll.

Bei der Einrichtung der Disk Station DS 512j wird das NAS im Format Synology Hybrid Raid (SHR) eingerichtet. Möchte man dies ändern, klickt man im Disk Station Manager links oben auf das Symbol „Hauptmenü“ und dann auf „Speicher-Manager“. Nun muss man das vorhandene Volume löschen, wobei alle Daten verloren gehen, und kann dann mit einem Klick auf „Erstellen“ ein neues Volume in einem anderen Raid-Format oder als Einzelfestplatten einrichten. Unter „HDD/SSD“ lassen sich im Speicher-Manager der Status der Platten anzeigen sowie ein kurzer und ein langer Test durchführen. Um die Daten auf den Platten sicher zu löschen (Secure Erase), muss man zuvor das Volume entfernen.

iTunes-Server und Streaming

Sowohl Western Digital als auch Synology bieten einen iTunes-Server. Im Dashboard von Western Digital aktiviert man den Server unter „Einstellungen“ und kann dort auch ein Passwort für den Zugriff auf die Daten vergeben. Der Server unterstützt jedoch nur das Abspielen von Musik. Man legt die Audiodateien beispielsweise in der öffentlichen Freigabe „Music“ ab. Alternativ kann man die Musik in jeder anderen Freigabe speichern, für die die Option „Medien-Serving“ aktiviert ist. Bei Synology installiert man den iTunes Server über das Paketzentrum des Disk Station Managers, zu finden unter „Multimedia“. Den Server öffnet man dann über das Hauptmenü und vergibt dort einen Namen und wahlweise ein Passwort. Der Server legt automatisch die beiden Freigaben „music“ und „video“ an, in die man die Musiktitel und Filme kopiert, denn es lassen sich in iTunes auch Filme abspielen, auch die über den iTunes-Store gekauften und damit kopiergeschützten. Startet man iTunes nach der Einrichtung des iTunes-Servers, kann man das NAS jeweils über das Symbol mit der Einzelnote links in der Symbolleiste von iTunes auswählen. Hat man ein Passwort vergeben, muss man es im sich einblendenden Fenster eintippen, es lässt sich im Schlüsselbund von OS X speichern.

Medien- und iTunes-Server sind bei Western Digital standardmäßig installiert und werden über die Einstellungen aktiviert.
Vergrößern Medien- und iTunes-Server sind bei Western Digital standardmäßig installiert und werden über die Einstellungen aktiviert.

Beide NAS unterstützen außerdem das Streaming über DNLA (Digital Living Network Alliance) auf alle im Netz sich befindenden DNLA-kompatiblen Geräte. Im Dashboard von Western Digital aktiviert man den Server unter „Einstellungen > Medien“. Der Server kann alle Medien bereitstellen, die in Freigaben mit der Option „Medien-Serving“ abgelegt sind. Im Disk Station Manager von Synology installiert man den Medienserver über das Paketzentrum, er ist dort unter „Multimedia“ zu finden. Der Medienserver wird dann dem Hauptmenü hinzugefügt, mit einem Klick auf sein Symbol öffnet man die Einstellungen. Der Medienserver legt automatisch die Freigaben „music“, „video“ und „photos“ an, in denen man die Mediendateien ablegt. Die Zugriffsrechte richtet man über die Systemsteuerung unter „Gemeinsame Ordner“ ein. Eine Alternative zum integrierten Medien-Server der NAS ist der Medien-Server von Plex , den es auch für NAS von Synology und Western Digital gibt. Apps zum Abspielen gibt es unter anderem für iOS, Android und Windows Phone, Xbox, Playstation, Chromecast, Amazon Fire TV und einige Smart TV-Modelle.

Sicherungskopien

Sind die auf dem NAS gespeicherten Daten nur dort vorhanden, ist es ratsam, diese als Kopie auf einem anderen Medium zu sichern. Am einfachsten ist es, dazu per USB-Anschluss eine Festplatte an das NAS anzuschließen und die Backup-Funktion der NAS-Software zu verwenden. Im Dashboard von Western Digital wählt man unter „Sicherungen“ die Option „USB-Sicherungen“ und klickt auf „Auftrag erstellen“. Nun benennt man die Aktion, legt die Richtung fest und wählt eine Freigabe oder einen Unterordner in einer Freigabe als Quelle und das USB-Laufwerk als Ziel aus. Außerdem legt man fest, ob die Daten kopiert oder synchronisiert werden sollen und ob die Sicherung automatisch erfolgen soll, wenn das USB-Laufwerk angeschlossen wird.

Wieviel Platz das Time-Machine-Backup auf der My Cloud Mirror einnehmen darf, wird über diesen Schieberegler festgelegt.
Vergrößern Wieviel Platz das Time-Machine-Backup auf der My Cloud Mirror einnehmen darf, wird über diesen Schieberegler festgelegt.

Im Disk Station Manager von Synology sind die Sicherungsoptionen im Hauptmenü unter „Datensicherung & Replikation“ zu finden. Dort wählt man „Datensicherung > Erstellen > Datensicherungsaufgabe > Lokales Datensicherungsziel“ aus und markiert „Daten in einem lokal freigegebenen Ordner sichern“. Nun benennt man das Datensicherungsziel und wählt aus dem Aufklappmenü die USB-Festplatte aus. Man kann sie zuvor in der Systemsteuerung unter „Gemeinsame Ordner“ zur besseren Kenntlichkeit benennen. Nach einem Klick auf „Weiter“ markiert man die zu sichernden Ordner und kann im nächsten Fenster noch weitere Einstellungen vornehmen sowie einen Zeitplan erstellen. Mit einem Klick auf „Übernehmen“ werden die Einstellungen gesichert. Um das Backup zu starten, klickt man auf „Datensicherung jetzt durchführen“.

Cloud-Zugriff

Auch über das Internet ist der Zugriff auf das NAS möglich. Inzwischen machen es die Anbieter den Nutzern sehr einfach, den Cloud-Zugriff zu konfigurieren. Bei Western Digital begibt man sich im Dashboard des NAS zuerst in die Abteilung „Allgemein“ und prüft, ob der Cloud-Dienst aktiviert ist. Er ist standardmäßig eingeschaltet. Dann wechselt man zu „Cloud-Zugriff“, wählt den Benutzer aus, für den der Webzugriff aktiviert werden soll, klickt auf „Registrieren“ und gibt eine E-Mail-Adresse an. Daraufhin bekommt man eine Nachricht mit einem Link, den man anklickt, um die Adresse zu bestätigen. Auf der sich nun öffnenden Webseite vergibt man noch ein Passwort. Dieses muss nicht identisch sein mit dem auf dem NAS für den Benutzer vergebenen Passwort. Im Programm „My Cloud“ auf dem Mac und der gleichnamigen App auf dem iOS-Gerät wählt man nun im lokalen WLAN das NAS aus und meldet sich mit Name und Passwort des Benutzers an. Das Gerät wird dann automatisch mit diesem Benutzerkonto verknüpft und kann anschließend über das Programm und die App von überall her über das Internet erreicht werden.

Der Speicher-Manager von Synology dient dazu, Volumes anzulegen und zu verwalten. Daneben kann er auch die eingebauten Festplatten auf Defekte hin prüfen.
Vergrößern Der Speicher-Manager von Synology dient dazu, Volumes anzulegen und zu verwalten. Daneben kann er auch die eingebauten Festplatten auf Defekte hin prüfen.

Bei Synology funktioniert der Webzugriff über die Option „QuickConnect“. Am besten aktiviert man sie gleich bei der Ersteinrichtung des Geräts und gibt dabei E-Mail-Adresse, Passwort sowie einen Namen für die Benutzer-ID an. Alternativ lässt sich die Option auch in der Systemsteuerung des Disk Station Managers unter „QuickConnect“ aktivieren und dann ein neues Konto mit „Jetzt registrieren“ anlegen. Man bekommt jeweils eine E-Mail, um das Konto zu bestätigen, wozu man auf den eingefügten Link klickt. In der Systemsteuerung wird unter „QuickConnect“ der Link angezeigt, über den man später im Browser auf die Disk Station zugreifen kann. Zudem legt der Einrichtungsassistent eine Verknüpfung mit dieser URL auf dem Schreibtisch von OS X an, die man zur Verbindungsaufnahme nur anklicken muss. Zugangsdaten und Passwort lassen sich mit „MyDS Center“ verwalten, die Funktion findet man im Hauptmenü des Disk Station Managers. In der iOS-App „DS File“ meldet man sich für den Cloud-Zugriff anstatt mit der IP-Adresse der Station mit der ID von Quick Connect sowie mit dem Benutzernamen und dem Passwort eines auf der Disk Station angelegten Benutzers an. Ist man noch per IP-Adresse im lokalen Netz verbunden, muss man sich zuerst abmelden.

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