1235054

VPN am iPad nutzen

12.12.2011 | 10:49 Uhr |

Mithilfe eines Virtual Private Network (VPN) kommuniziert das iPad nicht nur sicher, die Technik erlaubt anonymes Surfen, die Nutzung von ausländischen TV-Angeboten per Internet und mehr. Wir zeigen, wie das geht

Bei der Entwicklung des Internets wurde mehr auf die Ausfallsicherheit der Kommunikationswege geachtet als auf Datensicherheit. Der Transport erfolgt standardmäßig unverschlüsselt. Dabei sind die Daten eines Anwenders auf dem Weg durch das Internet allerdings allein aufgrund der enormen Masse der ständig bewegten Pakete schon recht gut geschützt. Am Provider von Absender und Empfänger beziehungsweise bei iPad und iPhone am Betreiber des Hotspots müssen allerdings alle Datenpakete vorbei. An diesen beiden Punkten lassen sich die Informationen also gezielt herausfiltern und "mitschneiden".

Die Lösung des Problems heißt Datenverschlüsselung. Entweder verschickt man verschlüsselte Archive oder benutzt eine sichere Verbindung. Von den meisten Standardprotokollen im Internet gibt es verschlüsselte Versionen. Diese stellen eine sichere Verbindung vom Client-Programm auf Ihrem iPad über das Internet bis zur Gegenstelle her.

Sichere Protokolle für Internet-Verbindung

Ein Beispiel ist das Surfen per https. Hierbei wird eine SSL-verschlüsselte Verbindung zwischen Safari am iPad (oder iPhone ) und dem Webserver aufgebaut. Weitere verschlüsselte Protokolle sind zum Beispiel SFTP für Internet-Filesharing (statt FTP ) und SSH für die entfernte Anmeldung (statt Telnet). Alle erzeugen einen sicheren Datenkanal durch das Internet. Auch Mail- und Chat-Verbindungen lassen sich so absichern. Ein verschlüsseltes WLAN hilft hierbei nicht, da nur die Verbindung vom Client zur Basis gesichert wird.

Privates Internet

Einen besonderen Fall der Datenverbindung stellen VPN-Tunnel (Virtual Private Network) dar. Sie erlauben das sichere Verbinden zweier lokaler Netzwerke oder eines Clients (zum Beispiel das iPad) mit einem Router beziehungsweise seinem zugehörigen Netzwerk über das Internet. Hierbei wird auch eine verschlüsselte Verbindung erzeugt, die dem iPad-Benutzer den Zugriff auf Dienste aus dem entfernten Netzwerk erlaubt, etwa den Zugriff auf einen Mailserver innerhalb des Unternehmens oder Dateiservers. Auf diese Weise lassen sich getrennte Abteilungen von Firmen koppeln, Außendienstmitarbeiter mit Laptop oder iPad einbinden.

Gefahr am Hotspot

Wi-Fi-Hotspots stellen für Benutzer eines iPad unterwegs eine günstige Möglichkeit dar, Mails abzufragen, im Internet zu surfen oder andere Online-Dienste zu nutzen. Ob im Bahnhof, Café oder der Kneipe, überall geht es ins Internet.

Solange der Zugang verschlüsselt stattfindet, ist die Nutzung auch kaum mit Risiken verbunden. Viele Hotspot-Anbieter sparen sich jedoch die Verschlüsselung, um nicht jedem Benutzer das Passwort mitteilen zu müssen. Bei der Nutzung eines nicht geschützten WLAN ist aber Vorsicht geboten. Ohne große Probleme können Unbefugte den Datenverkehr am Hotspot abhören, sie benötigen lediglich einen PC samt WLAN-Adapter und geeignete Software zum Spionieren.

Wird vom Hotspot-Nutzer am iPad eine unverschlüsselte Mailverbindung gestartet, kann der Mithörer alle Daten aufzeichnen, inklusive Zugangsdaten und Passwort zum Mail-Account.

Um das zu verhindern, greifen zahlreiche Firmen auf VPN-Server zurück. Eine solche Kommunikation kann dann auch an einem ungeschützten Hotspot nicht mitgehört werden. Der Benutzer muss nur die VPN-Daten einmal am iPad konfigurieren und die VPN-Verbindung starten.

VPN und iPad

Die Eigenschaften eines VPN hängen von den verwendeten Protokollen ab, die zum Einsatz kommen. Dazu gehören das PPTP (Point-to-Point Tunneling Protocol) und das L2TP (Layer 2 Tunneling Protocol), das PPTP ähnelt, das allerdings höhere Datensicherheit bietet.

Der Star unter den Technologien ist IPsec, eine vollständige Architektur. Sie stellt eine ganze Reihe von Sicherheitsdiensten zur Verfügung, etwa kryptografischen Schutz der übertragenen Daten, Datenintegrität und Absender-Authentifikation.

Das iPad unterstützt wie auch das iPhone PPTP und L2TP ohne Probleme. Die IPsec-Unterstützung klappt nur, wenn am anderen Ende (etwa in der Firma) ein VPN-Router der Firma Cisco steht. Ist das nicht der Fall, sind VPN-Verbindungen über die beiden anderen Protokolle aber immer noch ein sehr sicherer Weg für sensible Daten auf dem Weg durch das Internet.

Fazit

Wer für seinen Job am iPad kein VPN nutzen will oder muss, kann bei VPN-Anbietern trotzdem einen Account einrichten. Derartige VPN-Verbindungen sichern zum Beispiel Verbindungen über Hotspots, erlauben anonymes Surfen ohne Preisgabe der IP-Adresse und die Nutzung von TV- und Radioangeboten, für die man eigentlich im Land des Betreibers weilen muss.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1235054