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Multitasking mit dem iPhone 3G

15.07.2010 | 10:21 Uhr |

Besitzer des iPhone 3G müssen mit einer abgespeckten Version von iOS 4 ohne Multitasking vorlieb nehmen. Wir zeigen, wie es trotzdem geht

Schade eigentlich: Da kommt das schicke neue iOS 4 heraus, und dann stellen die Eigentümer des höchstens zwei Jahre alten iPhone 3G fest, dass die wesentlichen Features wie das lang erwartete Multitasking auf dem Telefon nicht mehr laufen sollen. Da fühlt man sich sofort, als wäre man aufs Abstellgleis geschoben worden.

Doch das muss nicht sein, denn mit einem vergleichsweise harmlosen Eingriff lassen sich Multitasking, das Hintergrundbild für den Home-Screen und die Prozentanzeige für die Batterieladung auch auf dem iPhone 3G freischalten. Andere Features wie Ordner für die Apps, der einheitliche Posteingang für Mail oder der Digitalzoom für die Kamera funktionieren auch ohne Tricks auf dem 3G. Für weitere Features der neueren Geräte fehlt dem 3G die Hardware wie beispielsweise der Kompass.

Jailbreak erforderlich

Apple hat sich keine große Mühe gegeben, Hackern das Aktivieren von Multitasking, der Hintergrundbilder und der Prozentanzeige zu erschweren, denn letztlich reichen drei simple Änderungen in einer Voreinstellungsdatei, um die genannten Features an- und abzuschalten. Um die Dateien zu ändern, braucht man allerdings Lese- und Schreibzugriff auf das Dateisystem des iPhone, und genau den erlaubt Apple nicht.

Allerdings ist der Zugriff aufs Dateisystem an iTunes vorbei gewissermaßen die Kernaufgabe eines Jailbreaks , der zusätzlich noch dafür sorgt, dass das iPhone auch Programme ausführt, die nicht durch Apples Inquisition geprüft wurden.

Praktischerweise erledigt "Redsnow", das derzeit einfachste Jailbreak-Tool fürs iPhone 3G , die Änderung der Voreinstellungen im Vorbeigehen gleich mit, sodass nach dem Jailbreak keine weiteren Schritte erforderlich sind.

Handbremse angezogen

Wer auf dem iPhone 3G das neue iOS 4 per Softwareaktualisierung in iTunes bereits installiert hat, wird sich sicher über die neuen Features wie die Ordner gefreut haben, aber gleichzeitig auch bemerkt haben, dass manche Apps deutlich langsamer starten und sich das Telefon insgesamt etwas zäher anfühlt.

Dass Apple dem iPhone 3G Multitasking, Hintergrundbilder und Prozentanzeige vorenthält, liegt nach offizieller Aussage daran, dass die Hardware schlicht nicht leistungsfähig genug für Multitasking & Co ist. Das iPhone 3GS und erst recht das aktuelle iPhone 4 besitzen deutlich leistungsfähigere Prozessoren und auch zwei- respektive viermal so viel Arbeitsspeicher, der für schnelles Multitasking unabdingbar ist. Im Vorfeld der iOS-4-Einführung unkten nicht wenige, diese Behauptung sei in Wirklichkeit nur der Versuch, iPhone-Interessenten zum Kauf des neuen iPhone 4 zu bewegen.

Doch nach unseren Erfahrungen ist nicht von der Hand zu weisen, dass Apples Hinweise keineswegs nur Schutzbehauptungen sind: Im Test bremste die Aktivierung von Hintergrundbild, Multitasking und Prozentanzeige das iPhone 3G spürbar. Schon mit dem regulären iOS 4 wird das iPhone 3G etwas, mit Multitasking dagegen sehr träge, und auch die Akkulaufzeit sinkt ein wenig. Horrorberichte über Akkulaufzeiten von wenigen Stunden konnten wir nicht nachvollziehen. Manche nur per Jailbreak zugänglichen Apps scheinen sich aber sehr schlecht mit iOS 4 zu vertragen. Etwas Vorsicht beim Laden "freier" Apps per Cydia ist also geboten.

Ausprobieren schadet nicht

Wer trotz dieser Warnungen Multitasking auf dem 3G ausprobieren möchte, kann es ziemlich gefahrlos tun, denn die Änderungen lassen sich vergleichsweise schnell auch wieder rückgängig machen. Je mehr Programme Multitasking unterstützen, desto sinnvoller ist der Umstieg aufs neue System. Das iPhone 3G gehört also trotz seiner Leistungsdefizite noch lange nicht zum alten Eisen.

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