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1Password, Lastpass: Schlüsselbund-Alternativen für Mac und iPhone

20.04.2016 | 15:47 Uhr |

Sie können mehr als der iCloud-Schlüsselbund, kosten aber etwas oder erfordern intensive Einarbeitung: Passwort-Manager im Überblick.

Wenn Apple-Anwender an die Speicherung von Kennwörtern und Zugangsdaten denken, ist der Schlüsselbund das erste Werkzeug der Wahl. Dieser hat natürlich den Vorteil, direkt in OS X und iOS eingebunden zu sein, bietet dafür aber keine Interaktion mit alternativen Apps und Anwendungen, wie Firefox, Google Chrome und Co. Zudem ist der Schlüsselbund mit einer Apple ID verknüpft, lässt sich also nicht ID-übergreifend verwenden. Alternative Passwortverwaltungen von Drittherstellern lassen sich auch optimal in OS X einbinden, stehen dafür zudem für andere Betriebssysteme zur Verfügung  und bieten meist  mehr Funktionen als der Schlüsselbund.

Lösungen wie 1Password speichern zum Beispiel zentral alle Ihre Anmeldedaten und stellen diese auf Windows und OS X zur Verfügung. Nicht nur das: Das Tool ist selbstverständlich auch für iOS und Android zu haben.

1Password - Plattformübergreifende Replikation

1Password
Vergrößern 1Password

Die wohl bekannteste Software für die Verwaltung von Kennwörtern ist 1Password , für OS X und Windows erhältlich. Sie ist also besonders für die Anwender interessant, die mit beiden Systemen arbeiten, zum Beispiel über Bootcamp. Das Produkt kostet entweder 5 US-Dollar pro Monat für eine bis fünf  Personen im Haushalt, oder 65 US-Dollar als Einmal-Zahlung. Allerdings bietet nur die Variante mit der monatlichen Bezahlung alle Funktionen, die bei der Kauf-Version erst innerhalb der Anwendung freigeschaltet werden müssen, natürlich zu zusätzlichen Kosten.

Wie bei allen Kennwort-Lösungen müssen Sie sich nur das Kennwort für den Zugriff auf die 1Password-Datenbank merken. In dieser werden nach und nach alle Zugangsdaten gespeichert. Durch die Replikation zwischen verschiedenen Rechnern stehen die Anmeldedaten auf allen Windows- und Mac-Rechnern zur Verfügung. Zusätzlich bieten die Entwickler eine kostenlose App, mit der Sie die Daten auch auf dem iPhone oder iPad nutzen können. Die Daten werden mit AES-256-Verschlüsselung geschützt. Nutzen Sie die App für iPhone und iPad, können Sie den Zugriff auch mit dem Fingerabdruck-Scanner auf dem iPhone sichern.

Anmeldedaten schneller suchen und in Browsern nutzen

Innerhalb der Oberfläche können Sie in 1Password mit Markierungen arbeiten, um Anmeldedaten besser zu finden. Natürlich lassen sich die Kennwörter auch in vorgefertigten Kategorien ablegen und in Ordner strukturieren.

Außerdem können Sie 1Password auch in den Webbrowser  integrieren . Das hat den Vorteil, dass sich die Anmeldedaten schnell und einfach in Formulare einfügen lassen, obwohl sie sicher gespeichert sind.

Für 1Password gibt es daher Erweiterungen für die Browser Safari, Firefox, Opera und Google Chrome. Sobald die Erweiterung installiert ist, können Sie sich an der entsprechenden Webseite mit einem Klick anmelden. Aber auch Registrierungen auf Web-Formularen können Sie schneller ausfüllen, da sie die Daten in 1Password hinterlegen können. Kreditkartennummern lassen sich übrigens genauso sicher ablegen und über den Browser nutzen.

Zusätzlich hilft 1Password auch beim Erstellen von sicheren Kennwörtern. Die Kennwörter lassen sich im Webdienst nutzen, und dann auch gleich in 1Password ablegen. Auf Wunsch lassen sich die Daten auch exportieren.

KeePassX - Kennwortverwaltung kostenlos

KeePass ist ein ebenso seit Jahren etablierter Passwort-Manager. Das Open-Source-Windows-Tool wird von verschiedenen Entwicklern auch für OS X portiert. Eine solche Portierung ist KeePassX . Der Vorteil gegenüber 1Password: KeePassX  ist gratis und dabei doch einer der besten Passwort-Managen auf dem Markt. Wie bei 1Password speichern Sie die Kennwörter und Anmeldedaten in einer Datenbank. Diese Datenbank öffnen Sie mit KeePassX und dem Passwort der  Datenbank. Die Passwörter werden mit Advanced Encryption Standard (AES) und dem Twofish-Algorithmus verschlüsselt. Wie 1Password können Sie auch mit KeePassX Kennwörter erstellen lassen.

Keepass ist allerdings komplizierter in der Anwendung, vor allem bei der Synchronisation von Kennwörtern zwischen verschiedenen Geräten inklusive Smartphones oder Tablets. In diesem Fall müssen Sie die KeePass-Datenbank auf einem Cloudspeicher ablegen, zum Beispiel Dropbox. Von da aus können Sie die Clients auf den verschiedenen Geräten anbinden.

So gehen sichere Passwörter

Die hier vorgestellten Tools inklusive des Schlüsselbundes von OS X nehmen Ihnen auf Wunsch das Erzeugen sicherer Passwörter für die diversen Dienste ab. Nur um das Masterpasswort müssen Sie sich selbst kümmern. Logisch, dass auch der beste Passwortmanager kaum Ihre Sicherheit erhöht, wenn Sie sich dabei für "12345" oder "Passwort" entscheiden. Wie Sie zu einem sicheren Passwort kommen, dass Sie sich auch merken können, lesen Sie in unserem Ratgeber " Digitale Identität schützen ".

MacPass - Zugriff auf Keepass-Datenbank

Nutzen Sie auf Windows-Rechnern das KeePass-Tool, wollen auf dem Mac aber nicht auf KeePassX setzen, können Sie auch MacPass verwenden. Auch dieses Open-Source-Tool ist in der Lage mit KeePass-Datenbanken umzugehen. Die generelle Vorgehensweise von MacPass ist die gleiche wie die mit KeePassX.

LastPass - Kennwörter in Browsern nutzen oder zentral im Unternehmen bereitstellen

Wollen Sie nur Kennwörter von Browsern in einem Kennwort-Manager ablegen, ist die Browser-Erweiterung LastPass die ideale Lösung. LastPass lässt sich aber auch als ein herkömmlicher Passwort-Manager einsetzen und das unter den Betriebssystemen Windows, OS X und Linux. Außerdem gibt es Clients für Smartphones, und zwar nicht nur für iPhone/iPad, sondern auch für Android und Windows Phone. Die Erweiterung von LastPass lässt sich in die Browser Firefox, Chrome, Internet Explorer (Edge) und Safari einbinden. Um alle Funktionen der Software zu nutzen, müssen Sie 12 US-Dollar pro Jahr bezahlen. In diesem Fall lassen sich die Kennwörter aber auch zwischen allen Geräten synchronisieren. LastPass bietet auch spezielle Lizenzen für Unternehmen an, zum Beispiel eine unbegrenzte Anzahl Benutzer, eine zentrale Admin-Konsole, Single-Sign-On und eine zentrale Bereitstellung.

Dashlane - 1Password-Alternative

Dashlane ist eine Alternative zu 1Password bezüglich der umfangreichen Funktionen und einfachen Verwendung. Im Gegensatz zu 1Password bieten die Entwickler aber eine kostenlose Variante des Produktes an. Diese ist der Premium-Variante zwar unterlegen, bringt aber bereits die wichtigsten Funktionen. Den Funktionsunterschied zeigen die Entwickler auf ihrer Webseite .

Auch mit Dashlane (für Windows und OS X) können Sie Kennwörter und Anmeldedaten zwischen verschiedenen Systemen synchronisieren und zentral speichern. Dashlane ist bereits kompatibel mit Windows 10 und bietet ebenfalls Erweiterungen für gängige Browser an. Unterstützt werden zum Beispiel Firefox, Chrome und Internet Explorer.

Wie 1Password können Sie auch mit Dashlane sichere Kennwörter erstellen lassen. Die Synchronisierung findet über die Cloud statt. Dazu müssen Sie ein Konto anlegen. Dashlane setzt zur Verschlüsselung auf AES-256-Bit.

RoboForm - Kennwörter für Windows, Mac OS X und Android verwalten

Eine weitere bekannte Software in diesem Bereich ist RoboForm . Wie 1Password können Sie mit der Software Anmeldedaten zentral verwalten. Sie brauchen nur das Kennwort für den Zugriff auf die RoboForm-Datenbank eingeben. Die Software läuft auf Windows und OS X, aber auch auf Android- und iOS-Geräten.

mSecure - Password Manager

Der Passwort-Manager mSecure steht für Mac OS X, Android und Windows zur Verfügung. Die Daten werden mit dem Blowfish-Verfahren bei einer Schlüssellänge von 256 Bit verschlüsselt. Auch hier besteht die Möglichkeit, die Daten zu synchronisieren, und damit auf mehreren Geräten nutzen zu können. Die Synchronisation zwischen Apple-Geräten funktioniert optimal, aber auch zwischen OS X und Android sehr gut. Wie die anderen Kennwort-Manager legt mSecure neu erstellte Kennwörter in einer Datenbank ab.

iPIN - Secure PIN und Password Safe

i PIN verschlüsselt Daten auf Basis von AES-256 Bit und speicher PINs wie Kennwörter, zwischen denen das Tool anders als die Konkurrenz unterscheidet. Die Daten lassen sich über iCloud zwischen den verschiedenen Geräten synchronisieren. Grundsätzlich ist die Lösung ein passables Tool, aber den Platzhirschen wie 1Password und KeePass unterlegen. Die Verwendung der Lösung ist leider etwas komplex.

Kaspersky Password Manager

Kaspersky Password Manager
Vergrößern Kaspersky Password Manager

Auch der Sicherheitsspezialist Kaspersky bietet ein Tool an, mit dem sich Kennwörter optimal und sicher verwalten lassen, für OS X, Windows und Android. Auch auf iPhones und iPads können Sie das Produkt nutzen. Browser werden unterstützt, hier installiert Kaspersky eine Erweiterung. Wie 1Password hilft Kaspersky Password Manager dabei, Formulare auszufüllen. Sie können mit dem Password-Manager Kennwörter erstellen lassen und direkt im Produkt speichern. Auch hier findet eine sofortige Replikation statt.  Das Produkt kostet etwa 14 Euro im Jahr.

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