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Neun Font-Services für das Web

26.07.2011 | 12:05 Uhr |

Das Geschäftsfeld für Webfonts ist relativ neu, und so entstehen laufend neue Services. Dieser Beitrag erklärt, wozu man sie braucht und worin sie sich unterscheiden

Wer als Designer oder Kunde heute noch Websites mit Arial oder Helvetica baut, steht auf 08/15-Design oder hat den Zug verpasst. Seitdem die Webfonts in die typografische Landschaft Einzug gehalten haben, ist viel mehr machbar. Möglich wird dies durch Technologie @Fontface , mit der sich Schriften in die Website einbinden lassen . Dadurch muss der Anwender, der die Website betrachtet, die verwendete Schrift nicht auf seinem Rechner installiert haben, die Seite wird ihm aber trotzdem in der Originalschrift angezeigt.

Voraussetzung für eine korrekte Darstellung ist unter anderem die Unterstützung der Browser. Das Web Open Font Format ( WOFF ), auf das sich schließlich die meisten Browserentwickler geeinigt haben, wird in den aktuellen Versionen von Firefox, Google Chrome, Opera und Safari unterstützt - Camino 2.1 mit WOFF-Unterstützung befindet sich noch in der Alpha-Phase.

Schriftenhaus oder Service

Das technische Wissen um die @Fontface-Technologie sowie die Browserunterstützung sind aber erst die halbe Miete. Mindestens genauso relevant ist die Frage, woher man die Webfonts bezieht. Die meisten herkömmlichen Schriftenhäuser bieten mittlerweile ihre Schriften im WOFF-Format sowie als EOT Lite an. Letzteres basiert auf dem EOT -Fontformat, allerdings ohne dessen Domain-Bindung und patentierter Komprimierung. Wer seine Fonts aus den Schriftenhäusern bezieht, sollte auf die Fontlizenzen sowie die Erlaubnis achten, dass die Schriften per @font-face eingebunden werden können. Auch Regeln zu Domain- oder Besucheranzahl sind zu beachten.

Verhältnismäßig neu sind sogenannte Webfont-Services. Diese fungieren als eine Art Vermittler zwischen den Schriftenhäusern und dem Kunden und hosten die kommerziellen Schriften für den Webdesigner. Die Anbieter unterscheiden sich durch ihre Preis-Leistungs-Modelle zum Teil erheblich.

Unterschiede beachten

Während die Unterstützung der gängigen Browser sowie mobiler Geräte wie iPad oder iPhone mittlerweile überall gegeben ist, unterscheiden sich die Services stark im Preismodell und Art der Staffelung. Wichtig ist es, sich im Vorfeld über die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen im Klaren zu sein.

Die meisten Anbieter verfügen über eine detaillierte FAQ, die die meisten Fragen beantworten kann. Viele der Services locken mit einem Test-Account, der nach 30 Tagen abläuft. So lassen sich kostenfrei eine Menge Fragen im Vorfeld klären und beispielsweise die Bedienbarkeit prüfen oder die Verfügbarkeit von Ansprechpartnern, falls man einmal Hilfe benötigt.

Preismodelle

Die Preismodelle sind teilweise sehr unterschiedlich. Zwar bieten alle Servcies verschiedene Modellgrößen an, die Beschränkungen sind allerdings verschieden. Einige arbeiten mit einer Beschränkung der Bandbreite oder der Seitenaufrufe, andere begrenzen die Anzahl der Websites oder auch beides. Preismodelle, in denen weder Bandbreite noch Anzahl der Sites, dafür nach verwendeten Schriften abgerechnet wird, sind ebenfalls möglich.

Für viele Designer spielt auch die Frage nach einem problemlosen Account-Wechsel, die Erweiterbarkeit des Accounts sowie das Angebot, die eigenen Fonts zu hosten, eine wichtige Rolle. Wer als Designer nicht nur für Online-Medien, sondern auch für den Druck produziert, ist meist darauf angewiesen, dass die Schriften auch als Desktop-Variante zur Verfügung stehen, was bei vielen Anbietern nicht der Fall ist. Allerdings sollte man auch hier prüfen, ob die beiden Schriftvarianten dann auch tatsächlich für den Monitor und für den Druck optimiert sind.

Technisch gesehen, lassen sich die Schriftdaten per Javascript oder per CSS einbinden. Die Variante per CSS hat eindeutig Vorteile, da hierüber alle Endanwender bedient werden können. Von den Anbietern aus der Übersicht ist Typekit der einzige Service, der mit Javascript arbeitet.

Letztlich entscheiden die Qualität der angebotenen Schriften inklusive eventueller Open-Type-Features bei der Wahl eines Anbieters - ein kostenloser Test-Account kann da ebenfalls zur Entscheidungsfindung beitragen.

Claudia Korthaus

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