1077723

Schriften korrekt verwenden

19.07.2011 | 10:17 Uhr |

Darf man Schriften in ein PDF einbetten? Auf wie vielen Rechnern darf eine Schrift installiert sein? Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Schrifterwerb und -lizenzierung

Die Arbeit mit Schriften ist das tägliche Brot der Gestalter. Dabei müssen sich viele Grafiker eingestehen, dass sich im Laufe der Jahre fast unbemerkt eine große Menge an Fonts auf dem Mac angesammelt hat, über deren Herkunft und Lizenzen man keine Aussage machen kann. Man muss jedoch nicht unbedingt selbst eine Schrift erstellt haben, um den nötigen Respekt vor der Kreativität, Zeit und Kompetenz des Typografen zu haben - den man letztlich durch eine ordentliche Schriftlizenz beweist. Tatsächlich sind nicht alle Gestalter mit den Regeln und Umgangsformen für einen rechtmäßigen Einsatz von kostenpflichtigen Fonts vertraut. Spätestens seit Einführung der Technologie @Fontface ist häufig unklar, ob, wann und wie viel der Einsatz von Schriften im Web kostet. Wir haben die Fakten recherchiert.

Kosten alle Schriften Geld?

Nein, es gibt auch kostenlose Schriften. Als Freeware werden alle Schriften bezeichnet, die völlig kostenlos sind, was aber nicht bedeutet, dass es keine Einschränkungen gibt. Das Copyright-Recht verbleibt auch hier beim Schriftgestalter. Genaueres findet man in den - sehr unterschiedlichen - Nutzungsbedingungen. Häufig wird beispielsweise eine private Nutzung der Fonts erlaubt, ein kommerzieller Einsatz hingegen nicht; die Bearbeitung und Weitergabe der Schrift ist ebenfalls oft verboten. Bei der sogenannten Donationware bittet der Schriftdesigner zudem um eine freiwillige Spende.

Was ist ein Open-Source-Font?

Bei einem Open-Source-Font handelt es sich um einen kostenlosen Font mit einer offenen oder freien Lizenz. Diese Lizenzen müssen von einer Organisation, der Open Source Initiative, anerkannt werden. Die Nutzungsbedingungen von Open-Source-Fonts erlauben die Nutzung der Schrift auch für kommerzielle Zwecke sowie auch deren Bearbeitung, was sie von den normalen Freefonts unterscheidet.

Was bedeutet der Erwerb einer kostenpflichtigen Schrift?

Ähnlich wie bei Software ist man nicht Eigentümer der Schrift, sondern erwirbt lediglich das Nutzungsrecht daran. Die Nutzungsmöglichkeiten sind nicht unbeschränkt - die Nutzungsrechte sind in einer sogenannten EULA (End User License Agreement) festgehalten und können sich von Schriftanbieter zu Schriftanbieter stark unterscheiden. Wer sich also eine Schrift bei Anbieter A lizenzieren lässt, hat nicht automatisch die gleichen Rechte an der Schrift wie bei der Lizenzierung der Schrift bei Anbieter B.

Darf ich Schriften weitergeben?

Nein. Schriften werden für eine einzelne Person oder eine Firma lizenziert und dürfen auch nur von diesen Lizenznehmern installiert werden. Das Verleihen oder Weitergeben an Dritte ist untersagt, unabhängig davon, ob es sich um einen kommerziellen oder privaten Zweck handelt.

Darf man Schriften an einen Dienstleister zur Ausbelichtung oder zum Druck mitgeben?

Manche Anbieter wie zum Beispiel Linotype und URW++ erlauben eine Weitergabe ihrer Schrift an ein kommerzielles Belichtungsstudio ausschließlich für den Druck. Soll das Belichtungsstudio noch Veränderungen oder Modifikationen vornehmen, muss es eine eigene Lizenz aufweisen. Genauere Infos findet man in der EULA. Adobe hingegen unterbindet die Weitergabe an einen Druckdienstleister, in diesem Fall muss man ein PDF oder eine Postscript-Datei mit eingebetteter Schrift weitergeben.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1077723