Von Stefan von Gagern - 14.11.2012, 15:14

Seriöse Anbieter erkennen und sich absichern

Kein Ärger beim Kauf von Mac, iPhone und iPad

Wenn sich ein vermeintliches Schnäppchen als Reinfall entpuppt, ärgert man sich doppelt. Daher sollten Sie beim Vergleichen und der Auswahl des Angebots aufpassen. Doch selbst nach einem Fehlkauf hat man noch Rechte
Die Auswahl an gebrauchten Apple-Geräten ist groß – ebenso die Nachfrage. Das nutzen jedoch auch immer wieder unseriöse Anbieter. Daher sollte man nicht nur nach dem niedrigsten Preis suchen, sondern sich auch gegen mögliche Enttäuschungen und Ärger nach dem Kauf abzusichern. Vergleichen empfiehlt sich gerade bei Technik-Geräten, bei denen das Risiko von fehlerhaften Gebrauchtgeräten immer hoch ist.

Händler schon vor dem Kauf prüfen

 iPhone, iPad, iPod und Mac will heute jeder haben, daher ist der Preisverfall nicht so stark wie bei anderer Computer-Hardware, die oft nach kurzer Zeit für die Hälfte oder deutlich unter dem ursprünglichen Preis zu haben ist. Wenn Sie auf übertrieben günstige Angebote stoßen, sollten die Alarmglocken läuten. Windige Händler, Hardware-Käufe mit Verpflichtung zu überteuerten Mobilfunk-Verträgen oder defekte Geräte (deren Mängel aber verschleiert werden) bringen nur Ärger. Daher gilt: Vergleichen Sie immer, ob ein Preis auf dem Niveau anderer Anbieter liegt und realistisch sein kann.
 Gut ist es, immer dort einzukaufen, wo Sie schon gute Erfahrungen gemacht haben. Doch auch hier gilt es, Feinheiten zu beachten: Amazon bietet über seinen Marketplace eine Verkaufsplattform für Händler und Privatverkäufer – das bedeutet aber nicht, dass jeder Gebrauchtverkauf mit dem gleichen Rückgaberecht und -service wie bei Amazon selbst abgedeckt ist. Informieren Sie sich vor dem Kauf, ob es sich um einen Privatverkauf oder einen gewerblichen Händler handelt, und welche Rückgabemöglichkeiten dieser anbietet. Die Rückgabebedingungen eines Verkäufers erfahren Sie in seinen Verkäuferdetails. Klicken Sie direkt auf der Produktseite des gewünschten Artikels auf den Namen des Verkäufers. Auch ein Blick in die Bewertungen lohnt sich. Neue Verkäufer müssen nicht schlecht sein, doch viel positives Feedback schafft Vertrauen. Neue Verkäufer sollten Sie wenigstens vor dem Kauf kontaktieren und sich einen eigenen Eindruck verschaffen. Achten Sie auch darauf, ob ein Verkäufer im Ausland sitzt, das könnte sich bei Rechtsstreitereien als Nachteil erweisen. Amazon Marketplace bietet für solche Informationen eine eigene Website. 
Wenn Sie bei unbekannten Online-Shops bestellen möchten, achten Sie auf die AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen), die jeder Händler veröffentlichen muss. Ein 14-Tage-Rückgaberecht ist bei Online-Bestellungen gesetzlich vorgeschrieben, manche Händler bieten längere Fristen und eine Geld-zurück-Garantie an. Einige Händler besitzen eine „Trusted Shops“-Zertifizierung.
Suchen Sie zusätzlich nach Erfahrungen anderer Käufer. Bei Preisvergleichs-Portalen wie idealo.de oder Spezialisten wie shopauskunft.de berichten Kunden über ihre Erfahrungen. Gute Händler veröffentlichen ehrlich Kundenbewertungen zu Produkten oder dem Einkauf. Finden Sie unter beiden Adressen nichts, hilft Google. Einfach nach dem Händlernamen und „Erfahrungen“ als Suchbegriff googeln. Das reicht in der Regel, um windige Anbieter zu entlarven.
Trusted Shops bietet einen Käuferschutz für alle Online-Händler und prüft viele Qualitätskriterien beim Einkauf. Die Webseite hilft dabei, geprüfte und sichere Händler zu finden.
Preisvergleichsportale wie idealo.de nennen übrigens auch Ergebnisse für gebrauchte Geräte. Je nach Produkt lassen sich die Ergebnisse nach Kriterien wie „nicht vertragsgebunden“ filtern. Idealo zeigt auch auf Grafiken zur Preisentwicklung und schickt Nachrichten per E-Mail, wenn ein Wunschpreis erreicht wurde.

Angebote richtig vergleichen

Grundsätzlich gilt: Erst gründlich und zweimal lesen, dann bieten oder kaufen! Weniger wichtig als die reine Produktbeschreibung sind ausführliche Angaben über Mängel wie Kratzer, allgemeiner Zustand, welches Zubehör dabei ist, einwandfreie Funktion und mehr. Wie viele Fotos und wie gute Fotos bietet der Verkäufer an? Hier sind selbst geschossene Bilder vom angebotenen Gerät aussagekräftiger als das offizielle Apple-Produktfoto vom iPad oder iPhone.

Checkliste für den Kauf

Es ist immer gut, den Verkäufer vor dem Kauf oder Gebot zu kontaktieren, wenn trotz der Produktbeschreibung noch Fragen offen sind.

Typische Fragen vor dem iPhone-Kauf sind zum Beispiel:
- Ist das iPhone mit oder ohne Jailbreak? Wurde schon einmal einer durchgeführt?
- Gibt es einen SIM-Lock?
- Wurde es neu, generalüberholt oder gebraucht gekauft?
- Besteht noch Restgarantie oder ein Apple-Care Serviceplan?
Lesen Sie alles gründlich. Gibt es im Kleingedruckten noch Angaben über Mängel, bei Händlern eine Klausel zum Abschluss eines Mobilfunkvertrags oder eines Abos oder – das hat es wirklich schon gegeben – wird vielleicht gar nur der leere iPad-Karton verkauft?

Anbieter und Bezahlmöglichkeiten prüfen

Prüfen Sie auch den Anbieter: Wie viele und wie viel Prozent positive Bewertungen kann er vorweisen? Was sagen andere über ihn? Hier lohnt sich ein Blick in negative Bewertungen, falls welche vorhanden sind. Bei Privatverkäufen und Geräten wie einem großen iMac lohnt sich das gezielte Suchen nach Angeboten mit Selbstabholung. Hier können Sie das Gerät vor Ort noch einmal selbst prüfen (siehe sechste Folge), strittige Mängel gleich klären und sparen sich das Risiko von Transportschäden.
Auch bei den Bezahlmöglichkeiten gibt es Unterschiede. Viele Privatverkäufer bieten nur eine Überweisung an. Wer schon einmal versucht hat, eine Überweisung zurückzuholen, weiß dass es bessere und sicherere Zahlungsmethoden gibt. Empfehlenswert ist Paypal (siehe Folge 4: Auf dem Weg zum Top-Verkauf). Ebay bietet zum Beispiel einen unbegrenzten Käuferschutz für Zahlungen per PayPal an. Nach dem Kauf hat man 45 Tage Zeit, ein Problem zu melden. Hat der Verkäufer den Artikel nicht versendet oder entspricht der Artikel so gar nicht der Beschreibung, greift der Ebay-Käuferschutz und der Käufer erhält ohne Ärger und langer Wartezeit sein Geld zurück.

Rücknahmebedingungen

Gewerbliche Händler müssen auch bei Ebay oder Amazon ein Rückgaberecht anbieten, wie es bei jeder Bestellung in einem Online-Shop besteht. Privatverkäufer hingegen nicht und weisen meistens mit der Angabe „Kein Rückgaberecht, da Privatverkauf“ ausdrücklich darauf hin. Auf jeden Fall lohnt es sich, die Details unter „Rücknahmen“ bei jedem Verkäufer genau zu studieren.
Gewerbliche Händler müssen übrigens ab einem Warenwert von 40 Euro nicht nur die Waren zurücknehmen, sondern auch das Porto für die Rücksendung bezahlen. Darüber hinaus gilt, dass während der ersten sechs Monate Garantiezeit der Verkäufer nachweisen muss, dass das Gerät nicht schon bei Lieferung einen Mangel hatte. Fällt eine Reklamation in die zweiten sechs Monate der Garantiezeit, liegt die Beweislast beim Käufer.
Eines ist noch gut zu wissen: Bestehende Garantieansprüche wandern übrigens mit einem verkauften Gerät, da Apple diese nur über die Seriennummer des Geräts abwickelt. Wer für steuerliche oder sonstige Zwecke unbedingt eine Rechnung braucht, sollte eine anfordern. Gerade bei privaten Verkäufern muss man oft ausdrücklich danach fragen.
 
 
 
 
 
 
 
 
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