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Sicheres Smart Home mit Gigaset Elements

15.07.2014 | 10:00 Uhr |

Mit Elements verspricht Gigaset Sicherheit fürs Haus. Die Smart-Home-Lösung überwacht Türen, Fenster und Bewegungen und schlägt massiv Alarm bei einem Einbruch.

Pünktlich zur Urlaubszeit, die ja bekanntlich bei Einbrechern hoch im Kurs steht, soll die Smart-Home-Lösung Elements von Gigaset etwas mehr Sicherheit bringen. Das Starter-Kit bietet eine Basisstation, die über den Router mit dem Internet verbunden ist und die Daten der Module über Gigasets Cloud-Dienst auch iPhone-Nutzern unterwegs zugänglich macht. Insoweit unterscheidet sich die Gigaset-Lösung nicht von anderen Smart-Home-Lösungen, fast alle nutzen ein eigenes Gateway zur Verbindung mit der Cloud des Anbieters und somit dem Internet. Sehr erfreulich: Für die Nutzung der Gigaset-Cloud fallen keine Kosten an, es gibt also kein verstecktes Abo wie bei einigen anderen Anbietern.

Innerhalb der eigenen vier Wände kommuniziert die Basisstation – bei Gigaset schlicht „Base“ genannt – mit den Sensoren (Module) über DECT-ULE. Hier kommt weder Bluetooth LE noch Wi-Fi zum Einsatz, Gigaset greift auf die Erfahrung aus dem Unternehmensbereich der Telefonsysteme mit DECT zurück. Der Standard bietet laut Gigaset eine hohe Zuverlässigkeit im Betrieb, geringen Stromverbrauch und hohe Datensicherheit. Die Sensoren haben laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 50 Metern, also der Maximalabstand zu Base.

Starterset und Module

Im Lieferumfang des rund 200 Euro teuren Starter-Kits sind neben Base die Module „Motion“ und „Door“ enthalten. Letztere lassen sich übrigens auch einzeln für je rund 50 Euro nachkaufen. Bei Motion handelt es sich um einen Bewegungssensor, der sich in einem beliebigen Raum oder gegenüber der Tür anbringen lässt. Gigaset empfiehlt, ihn mit „freier Sicht“ in ungefähr 2,40 Meter Höhe zu befestigen. Für sämtliche Module liefert der Hersteller Wandbefestigung und alternativ Klebehalterungen mit, es muss demnach nicht einmal gebohrt werden. Besonders interessiert hat uns das ebenfalls im Lieferumfang des Starter-Kits enthaltene Modul „Door“. Angebracht (geklebt) an der Tür, soll es zwischen einem normalen Aufschließen und einem Einbruchsversuch durch die Tür unterscheiden können und bei Letzterem entsprechend Meldung ans iPhone machen.

Auch von unterwegs sehen Sie dank Base, dass zu Hause alles okay ist.
Vergrößern Auch von unterwegs sehen Sie dank Base, dass zu Hause alles okay ist.

Dazu stehen uns zwei Zusatzmodule zur Verfügung: „Window“ wird am Fenster oder an Terrassentüren befestigt und gibt den Zustand des Fensters preis (offen, gekippt oder geschlossen) und meldet zudem, ob sich der Zustand ändert. Zur Abschreckung schließlich soll das Modul „Siren“ dienen. Vermutet Gigaset Elements einen Einbruchsversuch an der Tür, wird ein abschreckend lauter Alarmton abgespielt. Während die anderen Module batteriebetrieben sind, bezieht Siren seinen Saft aus einer Steckdose. Für die beiden Module sind jeweils 50 Euro zu berappen.

Wir haben ausprobiert, wie Gigaset Elements einzurichten ist und wie das System funktioniert. Die deutschsprachige Anleitung ist kurz, schön gemacht und erklärt alle Schritte auch für komplette Laien.

Base installieren und einrichten

Im ersten Schritt ist Base über das Netzteil mit Strom zu versorgen und über das im Lieferumfang enthaltene Ethernet-Kabel mit einem freien Port des Routers zu verbinden, unter Umständen zusammen mit Basisstationen anderer Smart-Home-Lösungen. Die beiden oberen Lampen leuchten, die Basis ist fast einsatzbereit. Dankenswerterweise weist die Anleitung darauf hin, die Schutzblende an der Gehäuseunterseite noch nicht anzubringen, dort befindet sich der Aktivierungscode, den wir später noch benötigen.

Installation und Einrichtung

Die Installation der Module des Starter-Kits von Gigaset Elements ist ebenso einfach wie die nachträgliche Integration von zusätzlichen Modulen. Auch für Laien ist das einfach und schnell machbar. Base kommuniziert mit allen Modulen und via Internet-Verbindung mit der kostenlosen App am iPhone. Uns beeindruckt die Funktionalität der Module und die gute Integration in die App.

Module anbringen und verbinden

Das Modul Door haben wir mit der im Lieferumfang enthaltenen Batterie versehen und dann mit dem Klebestreifen wie vorgegeben an der Tür zirka 15 Zentimeter über der Klinke angebracht. Die 3-Volt-Lithium-Batterie zum Nachbestellen kostet übrigens bei Gigaset knapp 9 Euro. Das Modell „CR123A“ findet auch im Fotobereich Einsatz, bei Amazon gibt es die Akkus deutlich günstiger, das 2er-Pack von Duracell etwa für 3,80 Euro, das 10er-Pack von Duracell oder Varta für unter 20 Euro.

Das Modul Motion ist ebenso einfach zusammengebaut, natürlich auch mit eigener Batterie ausgestattet. Die Front von Motion haben wir in Richtung der Tür ausgerichtet, in etwa 2,20 Meter Höhe. Zusammenbau und die Installation der Starter-Kit-Komponenten haben keine zehn Minuten in Anspruch genommen, wir mussten kein Loch in die Wand bohren.

App laden – Elements anmelden

Um die Gigaset-Lösung in Betrieb zu setzen, ist im nächsten Schritt die kostenlose App Gigaset Elements im App Store zu laden – eine Android-Version ist übrigens bei Google Play zu finden. Auch wenn Sie wie wir noch weitere Module anmelden wollen, ist zunächst die Basiseinrichtung vorzunehmen. Über „Registrieren“ starten Sie die Anmeldung, in deren Folge ist eine E-Mail-Adresse als Benutzername anzugeben und ein Passwort zu wählen. Sehr umsichtig von Gigaset sind die Prüfmechanismen des Passwortes: Unseren ersten Versuch quittierte die App mit Ablehnung, ein Passwort mit mindestens acht Zeichen aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen ist gefordert. Ob der Tatsache, dass in Zukunft viele Hacks gegen Cloud-Dienste von Smart-Home-Lösungen versucht werden, hat Gigaset hier den richtigen Weg gewählt. Nach der E-Mail-Bestätigung der Registrierung ist in der App der Aktivierungscode von Base einzugeben – er befindet sich an der Unterseite der Basisstation. Erst jetzt bringen wir die Schutzblende an.

Zusatzmodule und Konfiguration

Nachdem das Starter-Kit eingerichtet ist – Updates der Modulfirmware werden übrigens iPhone-gesteuert einfach erledigt – lassen sich weitere Module integrieren. Wir haben zusätzlich Window und Siren installiert. Auch das ist schnell erledigt. Windows kann sogar zwischen geöffneten und gekippten Fenstern unterscheiden, Siren ist für lauten Alarm bei Einbruchsversuchen zuständig. Per iPhone lassen sich die Aktionen alle einstellen.

Base erkennt die Module des Starter-Kits automatisch, sie sind in der App dargestellt. Im nächsten Schritt werden wir aufgefordert, die Haustür zu öffnen und zu schließen, nach Vorgabe der App. Gigaset Elements „lernt“ den normalen Vorgang des Öffnens und Schließens. Ist das geschehen, fragt die App, ob wir das „Smartphone“ hinzufügen wollen – wir wollen. So erscheinen am iPhone die Mitteilungen der App, optional zusätzlich per Mail an die registrierte Adresse oder weitere.

Auch sehr schön gelöst: Kurz nach der Einrichtung, die mit der Konfiguration von „Door“ beendet ist, will die App die Firmware von Base und später der beiden Module aktualisieren. Auch das geht bequem per Fingertipp in der App.

Zusätzliche Module

Die Konfiguration der Zusatzmodule „Window“ und „Siren“ erfolgt nach dem Abschluss der Basiskonfiguration. An „Window“ und „Base“ ist gleichzeitig der kleine Pager-Button zu drücken, in der App werden sie dann verbunden. Erst jetzt bringen wir Window per Klebestreifen oben an der Griffseite des Fensters an. Wie bei Door müssen wir auch Window in der App „anlernen“. Wir öffnen und schließen das Fenster. Sehr cool: Der offensichtlich integrierte Bewegungssensor kennt automatisch den Unterschied zwischen „offen“ und „gekippt“, zeigt beide Zustände an.

Benutzung und Einsatz

Unser Smart-Home-Set ist jetzt in Aktion. Standardereignisse werden protokolliert und lassen sich in der App auch unterwegs einsehen, etwa Bewegungen oder der Status beziehungsweise Änderungen an Fenstermodulen. Vermutet Gigaset Elements über den Sensor Door einen Einbruchsversuch, bekommen wir sofort eine Mitteilung, zudem heult die Sirene los. Diese lässt sich über die App ausschalten. Auch der Vorgang wird protokolliert.

Viele Einbrüche werden abgebrochen, wenn zu viel Aufmerksamkeit erregt wird. Dafür sorgt „Siren“: Zur Erstkonfiguration stecken wir es in eine Steckdose in der Nähe von Base, drücken bei beiden die Pager-Buttons, Siren ist verbunden und in der App aktiviert. Jetzt stecken wir das Modul in eine geeignete Steckdose im Flur. Unter Konfiguration stellen wir jetzt nur noch ein, ob Siren losgehen soll, sobald das System einen Einbruch vermutet.

Im Betrieb und Fazit

Gigaset Elements beeindruckt mit kinderleichter Einrichtung und einem tollen Interface – hier können sich alle Hersteller aus dem Bereich Smart Home mehrere Scheiben abschneiden. Wir haben lediglich eine Stunde für das gesamte Setup benötigt.

An der Eingangstür haben wir versucht, einen Einbruchsversuch zu simulieren, nur hier greift Siren: Der Lärm des Moduls ist ohrenbetäubend. Am Display des iPhone erscheint augenblicklich der Alarm, automatisch lässt sich ein vorbestimmter Kontakt anrufen. Siren können Sie per App ausschalten, aus Rücksicht auf die Nachbarn. Door macht sich auch per Ton bemerkbar, hier reicht ein Druck auf den kleinen Schalter, der beendet auch den Lärm. Gigaset Elements ist eine runde Lösung, wir sind besonders von der einfachen Einrichtung und Bedienung begeistert, aber auch von der Funktionalität der Sensoren – einfach klasse.

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