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Siri vs. Google Suche - Sprachassistenten auf dem iPad

04.02.2013 | 09:32 Uhr |

Mit der neuen Version der App Google Suche stellt Google Teile seiner Sprach­erken­nungs­tech­no­lo­gie aus Android 4.1 (Jelly Bean) auch iOS-Nutzern zur Verfügung. Die kostenlose App ist schon seit geraumer Zeit in der Lage, Sprachbefehle zu erkennen, doch erst seit dem Update versteht sie auch natürlich gesprochene Fragen – wie Apples Lösung Siri.

Die Geschwindigkeit der Sprach­erken­nung ist beeindruckend, die Ergebnisse bezieht Google Suche natürlich aus Googles Datenbestand. Durch die Nutzung von Google Knowledge Graph werden Fundstellen aus weiteren Quellen genutzt; dies funktioniert allerdings hauptsächlich in Englisch.

Allgemeine Einstellungen fürs iPad

Beim Start fragt Google Suche, ob Ihr aktueller Ort berücksichtigt werden darf, was Sie mit „OK“ bestätigen sollten. Tippen Sie auf das Zahnrad oben, und wählen Sie „Sprachsuche“. Per Voreinstellung ist die iOS-Sprache gewählt, also Deutsch. Wählen Sie stattdessen „English (US)“, bietet Ihnen die App in der Einstellung die Option „Per Stimme antworten“ an. Aktuell zeigt Google Suche nur bei der Einstellung der englischen Sprache seine volle Power, Google arbeitet aber bereits an den nationalen Ver­sionen – wie auch Apple bei Siri. Tippen Sie nun auf das Mikrofon-Icon oben, und sprechen Sie Ihre Frage – die Antwort erscheint postwendend. Dabei hat die deutsche Sprachsuche schön aufbereitete Ergebnisse zu bieten.

Der Sprachbefehl "Wetter in Hamburg" bring wie Siri die Wettervorhersage aufs iPad.
Vergrößern Der Sprachbefehl "Wetter in Hamburg" bring wie Siri die Wettervorhersage aufs iPad.

Wissensdatenbank von Google

Wie ähnlich Googles Sprach­assis­tent Apples Siri ist, zeigt sich, wenn man die englische Sprache wählt. Tippen Sie im Spracheingabe-Dialog auf das kleine „i“ unten, zeigt die Google-Lösung Beispielfragen – Siri-Nutzern dürfte das bekannt vorkommen. Die Frage „How long ist Golden Gate Bridge“ bringt dann auch nett aufbereitet das Ergebnis aufs iPad – die Anwort wird parallel gesprochen. Wird Google Suche auf Deutsch genutzt, präsentiert es übrigens lediglich Fundstellen im Web, wie bei der Suche per Browser. Die englische Version nutzt bereits jetzt Google Knowledge Graph, greift die benötigten Informationen also nicht nur von den eigenen Datenbanken ab. Google Suche erkennt Sprache schnell und sicher.

Ist Englisch als Sprache gewählt, kann man die Suchmaschine fragen, wie lange die Brücke Golden Gate ist.
Vergrößern Ist Englisch als Sprache gewählt, kann man die Suchmaschine fragen, wie lange die Brücke Golden Gate ist.

Sichere und schnelle Spracherkennung

Egal ob auf Englisch oder Deutsch, die Spracherkennung arbeitet schnell und verzeiht leichten Slang. Siri braucht meist etwas länger, um einen Sprachbefehl zu interpretieren, Google Suche hat das Ergebnis fast immer schneller parat. Die Google-Lösung kennt auch Territorien außerhalb der USA. Die Aufforderung „Show gas stations near me“  zeigt nahe gelegene Tankstellen.

Google Suche greift in der englischen Version sogar auf Flugdaten zu.
Vergrößern Google Suche greift in der englischen Version sogar auf Flugdaten zu.

Wie Apples Siri arbeitet aber auch Google Suche am besten, wenn sie USA-bezogene Eingaben bearbeiten soll. Apple und Google arbeiten aber bereits an Verbesserungen der nationalen Versionen. Beide müssen verstärkt nationale Wissensdatenbanken integrieren. Welche Sprach­erkennung nun die bessere ist, lässt sich noch nicht abschließend beantworten.

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