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So geht's: Mehr Arbeitsfläche mit Yosemite nutzen

13.05.2015 | 10:15 Uhr |

In der fünften Folge unseres Yosemite-Workshops beschäftigen wir uns mit den Funktionen der Monitoreinstellungen und der Nutzung eines zweiten Bildschirms, konventionell angeschlossen oder im Netz via Airplay.

Die Hauptaufgabe der Monitoreinstellungen ist eigentlich die Wahl der richtigen Bildschirmauflösung. Da TFT-Displays nur in ihrer nativen Auflösung eine optimale Bildschärfe bieten, stellt man diese gewöhnlich einmal ein und ändert sie dann nur noch im Ausnahmefall. Dadurch sind die Monitoreinstellungen für viele Anwender etwas aus dem Fokus gerückt. Dabei gibt es hier noch einen zweiten wichtigen Anwendungsbereich, die Koordinationen mehrerer Bildschirme. Besonders bei Macbook-Nutzern, die sich bei Apple ja inzwischen mit eher kleinen Bildschirmen abfinden müssen, ist ein stationärer Zweitmonitor zur Vergrößerung der Arbeitsfläche sehr beliebt. Aber auch viele Desktop-Nutzer profitieren davon. Hinzu kommt die Möglichkeit, den Bildschirminhalt für Präsentationen einfach auf einen externen Monitor oder Beamer zu spiegeln. Dabei muss der zweite Monitor nicht einmal per Mini-DP, HDMI oder DVI angeschlossen werden. Mittels Airplay kann die Ausgabe auch über das Netzwerk erfolgen. Dafür reichen ein Apple TV am Fernseher und ein paar schnelle Einstellungen. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie die beschriebenen Funktionen in der Praxis nutzen können.

Thunderbolt

Die meisten neueren Macs verfügen über einen Thunderbolt-Port zum Anschluss eines externen Monitors. Die Buchse ist kompatibel zu Monitoren mit Mini-Displayport, sodass man entsprechende Kabel direkt verwenden kann. Außerdem sind günstige Adapter für HDMI oder DVI erhältlich. Für mehr als 1920 mal 1200 Pixel benötigt man jedoch einen aktiven Dual-Link-DVI-Adapter, der teurer ist.

Allgemeine Einstellungen

1. Helligkeit anpassen

Allgemeine Einstellungen - Helligkeit anpassen
Vergrößern Allgemeine Einstellungen - Helligkeit anpassen

Systemeinstellung öffnen
Wir beginnen mit den Standardeinstellungen. Dazu öffnen wir auf unserem Testrechner, einem iMac, die Systemeinstellungen und darin das Kontrollfeld „Monitore“. Dieses zeigt zunächst nur die beiden Reiter „Monitor“ und „Farben“ an. Wie bei Macs mit integriertem Bildschirm üblich, ist als Auflösung „Standard für Monitor“, also die optimale Auflösung für das TFT-Display des iMac eingestellt. Darunter lässt sich die Helligkeit über einen Schieberegler einstellen. Dabei handelt es sich bei iMacs und Macbooks um einen Basiswert, der automatisch an die Umgebungshelligkeit angepasst wird. Wird es im Raum dunkler, senkt der Mac automatisch die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung. Über die Checkbox unter dem Schieber lässt sich die automatische Anpassung abstellen. Sie funktioniert jedoch recht gut, sodass man sie Im Alltag besser aktiv lässt und die Basishelligkeit bei Bedarf schnell über die Sonderfunktionen auf „F1“ und „F2“ manuell anpasst.

2. Auflösung wechseln

Allgemeine Einstellungen - Auflösung wechseln
Vergrößern Allgemeine Einstellungen - Auflösung wechseln

Verfügbare Auflösungen anzeigen
Um die aktive Bildschirmauflösung zu verändern, klicken Sie unter „Standard für Monitor“ auf „Skaliert“. Der Mac blendet nun eine Liste ein, die auch geringere Auflösungen anbietet. Diese haben zunächst alle das gleiche Seitenverhältnis, sodass der Bildschirm unverzerrt und bis zum Rand gefüllt wird. Auf Grund der Skalierung verliert die Darstellung allerdings an Schärfe. Um in der Liste auch Auflösungen mit einem anderen Seitenverhältnis angeboten zu bekommen, klicken Sie noch einmal mit gedrückter Wahltaste („alt“) auf „Skaliert“. Der iMac bietet dann auch eine Reihe von 4:3-Auflösungen an. Diese werden mit schwarzen Balken am Rand dargestellt. Welche Auflösungen und Seitenverhältnisse genau angeboten werden, hängt vom verwendeten Rechner und Monitor ab.

3. Farben optimieren

Allgemeine Einstellungen - Farben optimieren
Vergrößern Allgemeine Einstellungen - Farben optimieren

Profil wählen und erzeugen
Unter dem zweiten Reiter „Farben“ finden Sie Funktionen zur Farbdarstellung, zum Beispiel eine Liste der installierten Colorsync-Profile. Haben Sie zu einem externen Monitor ein Profil installiert, können Sie es hier auswählen. Sind Profile doppelt vorhanden, wurden sie zweimal in unterschiedlichen Ordnern installiert, zum Beispiel vom System und einer App. Das schadet erst einmal nicht. Fahren Sie mit dem Cursor über einen Eintrag und warten kurz, so blendet OS X den Pfad zum jeweiligen Profil ein. Darüber hinaus bietet OS X die Möglichkeit mit einem Klick auf die Taste „Kalibrieren“ mit Bordmitteln in wenigen gut erklärten Schritten ein eigenes Colorsync-Profil zu erstellen. Für den Hausgebrauch ist das völlig OK.

Filme per Airplay

Aus iTunes lassen sich Filme auch direkt per Airplay auf ein Apple TV senden. Dabei erfolgt dann zum Beispiel keine Spiegelung der Bedienelemente, aber dafür spart man sich die Konfiguration über die Monitoreinstellungen. Man startet einfach in iTunes die Wiedergabe und öffnet dann das Airplay-Menü in der Symbolleiste oder im Player. Dort lassen sich einfach alle lokalen Apple TVs für die Ausgabe aktivieren.

Zweiten Bildschirm hinzufügen

1. Monitore anordnen

Zweiten Bildschirm hinzufügen - Monitore anordnen
Vergrößern Zweiten Bildschirm hinzufügen - Monitore anordnen

Beide Arbeitsflächen verbinden
So weit das Pflichtprogramm. Als Kür schließen wir einen zweiten TFT-Bildschirm an den iMac an. Sobald das System diesen erkannt hat, erscheint in den Monitoreinstellungen auf dem iMac ein dritter Reiter „Anordnen“. Über diesen können Sie festlegen, an welchen Rändern der Übergang der beiden Arbeitsflächen sein soll. Die Monitore werden dabei durch kleine blaue Desktop-Miniaturen symbolisiert. Sinnvollerweise ordnen Sie diese so an, wie die Monitore auch tatsächlich nebeneinander auf dem Schreibtisch stehen. In unserem Beispiel schieben wir den neuen etwas kleineren Monitor auf die linke Seite des iMac. Man kann den Mauszeiger lückenlos von einem Monitor zum anderen ziehen. Klickt man auf ein blaues Rechteck und hält die Taste gedrückt, erscheint übrigens an der Miniatur und auf dem zugehörigen realen Monitor ein roter Rahmen am Rand. Das ist praktisch, wenn man sich bei mehreren gleichen Monitoren schnell orientieren will.

2. Display konfigurieren

Zweiten Bildschirm hinzufügen - Display konfigurieren
Vergrößern Zweiten Bildschirm hinzufügen - Display konfigurieren

Einstellungen für zweiten Monitor
Auf dem zweiten Monitor erscheint ebenfalls ein Fenster für Monitoreinstellungen. Es bietet aber nur die bereits beschriebenen Reiter „Monitor“ und „Farben“ an. Hier können Sie wie bereits beschrieben die Auflösung des Zweitmonitors wechseln oder ein Farbprofil wählen. Bei Geräten mit Pivot-Funktion, die sich auch hochkant nutzen lassen, können Sie falls nötig das Bild über das Menü „Drehung“ automatisch von der Grafikkarte anpassen lassen. Außerdem zeigen die Monitoreinstellungen jetzt auf allen Bildschirmen die Tasten „Fenster sammeln“. Ein Klick darauf führt die Einstellungsfenster aller Monitore auf einem zusammen. So können Sie an einer Stelle alle Anpassungen vornehmen, ohne mit der Maus ständig von einem Monitor zum anderen fahren zu müssen.

3. Bildschirme spiegeln

Zweiten Bildschirm hinzufügen - Bildschirme spiegeln
Vergrößern Zweiten Bildschirm hinzufügen - Bildschirme spiegeln

Gleiches Bild auf beiden Monitoren
Neben der Vergrößerung der Arbeitsfläche erlaubt OS X auch, die Bildschirme zu synchronisieren. Sie zeigen dann beide den selben Inhalt. Diese Funktion ist natürlich eher für einen angeschlossenen Beamer oder eine andere Art von Vorführung gedacht als für einen zweiten Monitor auf dem Schreibtisch. Um die Funktion zu aktivieren, klicken Sie auf dem Hauptbildschirm unter dem Reiter „Anordnen“ auf „Bildschirme synchronisieren“. Damit wird auf beiden Monitoren automatisch die gleiche Auflösung eingestellt, wobei sich OS X nach dem Monitor mit der geringen Pixelzahl richtet. In unserem Beispiel zeigen beide die 1680 mal 1050 Pixel, die der externe Monitor maximal erlaubt. Das Feld zum Anordnen zeigt die beiden gekoppelten Bildschirme hintereinander. Erneutes Klicken auf „Bildschirme synchronisieren“ deaktiviert die Funktion wieder.

4. Optimierung ändern

Zweiten Bildschirm hinzufügen - Optimierung ändern
Vergrößern Zweiten Bildschirm hinzufügen - Optimierung ändern

Zu hohe Auflösungen einstellen
Auch beim Synchronisieren lässt sich wie bereits gehabt die Auflösung manuell anpassen. Unter dem Reiter „Monitor“ finden Sie das Menü „Optimiert für“, mit dem Sie wählen können, für welchen der beiden Monitore die Darstellung optimal sein soll, also welcher die möglichen Auflösungen vorgibt. Wählen wir hier den iMac, bietet die Liste einfach dessen Auflösungen an. Auf diese Weise können Sie für die synchronisierten Monitore problemlos auch Auflösungen einstellen, die für den kleineren von beiden viel zu hoch sind. Wählen wir zum Beispiel die nativen 2560 mal 1440 Punkte des iMac, bleibt der externe Bildschirm nicht etwa schwarz, sondern erhält von der Grafikkarte automatisch ein passend umgerechnetes Bild. Die Darstellung leidet dabei natürlich durch die nötige Verkleinerung und Rundung, aber nicht so sehr, wie man es vielleicht erwarten würde. Diese Skalierung braucht man sicher nur in Ausnahmefällen, aber wenn dieser Fall eintritt, kann man froh sein, dass die Bildübergabe so gut funktioniert.

Fenster-Darstellung in Yosemite anpassen

Apple TV als Zusatzmonitor

1. Airplay-Monitor aktivieren

Apple TV als Zusatzmonitor - Airplay-Monitor aktivieren
Vergrößern Apple TV als Zusatzmonitor - Airplay-Monitor aktivieren

Gerät im lokalen Netz auswählen
Als Alternative oder Ergänzung zu einem lokalen Zweitmonitor unterstützt Yosemite auf vielen Macs Airplay-Monitore. Dabei wird das Bild nicht normal per Mini-DP- oder HDMI-Kabel ausgegeben, sondern zu einem Apple TV im lokalen Netzwerk übertragen. Dieses zeigt das Bild dann auf einem angeschlossenen HD-Fernseher. Das funktioniert auf den meisten Macs ab dem Vorstellungsdatum 2011 sowie dem neuen Mac Pro. Die Funktion muss auf dem Apple TV unter „Einstellungen > Airplay“ aktiviert werden. Optional lässt sich ein Passwort dafür einrichten. Auf dem Mac öffnen Sie die Monitoreinstellungen. Am unteren Fensterrand finden Sie das Menü „Airplay-Monitor“, das zunächst ausgeschaltet ist. Um ein Zielgerät auszuwählen, öffnen Sie das Menü. Es zeigt alle aktiven Apple TVs im lokalen Netzwerk an. Wählen Sie das gewünschte Gerät aus und schon geht´s los.

2. Monitore anordnen

Apple TV als Zusatzmonitor - Monitore anordnen
Vergrößern Apple TV als Zusatzmonitor - Monitore anordnen

Arbeitsfläche weiter vergrößern
Der Airplay-Monitor lässt sich genau wie ein anderer externer Monitor zum Vergrößern der Arbeitsfläche oder zur Synchronisierung nutzen. Wir haben die Ausgabe auf dem Apple TV zusätzlich zum bereits angeschlossenen TFT-Display aktiviert, es ginge aber selbstverständlich auch ohne. In unserem Beispiel haben wir nun insgesamt drei Bildschirme zur Verfügung. Diese lassen sich unter „Anordnen“ auf dem iMac in die gewünschten Positionen bringen. Da der Fernseher in der Regel nicht mit auf dem Schreibtisch steht, ist man bei der Anordnung etwas freier. Auf der anderen Seite würde man ganz ohne Sichtkontakt zum Fernseher, wohl kaum die Option zur Vergrößerung der Arbeitsfläche wählen. Wir empfehlen jedenfalls, auch den Airplay-Monitor an den Hauptbildschirm grenzen zu lassen, damit die Mauswege kurz bleiben. Die Funktionen „Fenster sammeln“ und der rote Markierungsrahmen lassen sich wie gewohnt nutzen. Airplay bietet 720p und 1080p an, aber mit gedrückter Wahltaste lassen sich auch hier weitere Auflösungen aktivieren.

3. Airplay-Menü nutzen

Apple TV als Zusatzmonitor - Airplay-Menü nutzen
Vergrößern Apple TV als Zusatzmonitor - Airplay-Menü nutzen

Vergrößern und spiegeln kombinieren
Der häufigste Einsatz eines Airplay-Monitors dürfte wohl die Synchronisierung von Bildschirmen sein, um zum Beispiel auf dem Fernseher eine Präsentation laufen zu lassen. Durch unsere drei Monitore können wir nun sogar aussuchen, ob alle drei das gleiche Bild zeigen sollen oder nur zwei von ihnen. Für den ersten Fall aktiviert man einfach die Synchronisierung. Um das Bild des externen Zweitmonitors auf dem Fernseher zu spiegeln und auf dem iMac wie gewohnt zu arbeiten, geht man folgendermaßen vor: In den Monitoreinstellungen muss das Sync-Menü für Airplay aktiviert sein. Dann öffnen Sie das Menü im Finder. Ist Airplay aktiv, wird dessen Icon übrigens blau. Im Menü finden Sie für jeden der lokalen Monitore einen separaten Eintrag zum Spiegeln. Hier wählen wir den Zweitmonitor als Kontrollmonitor aus. Unter „Anordnen“ sehen Sie jetzt zwei Monitore nebeneinander und hinter dem externen Display noch ein zweites, weil es gespiegelt wird.

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