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So sinnvoll ist LTE für das iPad

02.02.2015 | 11:02 Uhr |

Sämtliche großen Provider haben LTE-Tarife im Programm. Doch wo und für wen lohnt sich der Aufpreis gegenüber einem UMTS-Tarif tatsächlich? Wir machen den großen Provider-Check

Long Term Evolution, kurz LTE, ist die Zukunft des Mobilfunks: Der Nachfolgestandard von UMTS erlaubt Internetverbindungen mit Geschwindigkeiten von theoretisch bis zu 300 MBit/s, was rund 37,5 MB/s entspricht. Das ist schneller als die meisten Festnetzanschlüsse und die interne Geschwindigkeit vieler WLANs. Apps und Daten rasen förmlich auf das Endgerät. Kein Wunder, dass viele Nutzer von iPad und iPhone entsprechende Tarife verwenden wollen und dafür höhere Preise zahlen. Der Haken: Das LTE-Netz erzielt derzeit an vielen Orten noch nicht die maximale Geschwindigkeit oder ist gar nicht ausgebaut. Die großen Provider geben über den Netzausbau mit interaktiven Karten Auskunft: Während die Telekom recht eindeutig den Netzausbau nach Geschwindigkeiten sortiert, zeigen Vodafone und O2 nur an, ob überhaupt eine Netzabdeckung besteht. Hinzu kommt: Viele Provider drosseln die Geschwindigkeit in den günstigeren Tarifen. So erlauben sowohl Telekom als auch Vodafone nur den jeweils teuersten Vertragsmodellen wirklich hohe LTE-Geschwindigkeiten: So bietet Vodafone reine iPad-Datentarife in drei Stufen an: Während Data Go S auf 21,6 MBit/s beschränkt ist, kann der deutlich teurere Data Go L-Tarif mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s punkten. Noch schneller ist die Telekom: Im Datentarif Data Comfort L Eco wird „LTE-Max“ geliefert, also LTE mit theoretischen Spitzengeschwindigkeiten von 300 MBit/s – vorausgesetzt, Netzausbau und das Gerät selbst erlauben solche Geschwindigkeiten. Und genau hier findet sich ein weiterer Pferdefuß der „superschnellen“ LTE-Technik: iPad Air 2 und iPad Mini 3 können sich nämlich maximal mit 150 MBit/s mit dem LTE-Netz verbinden, ältere Geräte wie das iPad 4 sogar nur mit noch niedrigeren Geschwindigkeiten.

LTE ist die bessere Technik

Nichtsdestotrotz ist ein LTE-Tarif durchaus sinnvoll: Selbst wenn man nicht die maximale Geschwindigkeit erzielt oder ein 3G- oder 2G-Fallback stattfindet, ist das Gerät in der Regel immer noch im 4G-Netz eingebucht. Technisch gesehen ist 4G damit die bessere Alternative, schon weil es deutlich mehr Frequenzbänder nutzt, als das UMTS-Netz. Inzwischen darf auch das niederfrequente DVB-T-Band (800 MHz) für die LTE-Übertragung genutzt werden, was zu vergleichsweise hohen Reichweiten von bis zu zehn Kilometern Radius um einen Mast führt. Insgesamt hat LTE drei Bandbreitenbereiche zur Verfügung, UMTS nur einen, was in der Praxis zum Teil zu sehr unterschiedlicher Signalqualität führt.

Die Netzausbaukarte von T-Mobile zeigt, dass die Netzabdeckung schneller LTE-Netze mit 150 MBit...
Vergrößern Die Netzausbaukarte von T-Mobile zeigt, dass die Netzabdeckung schneller LTE-Netze mit 150 MBit...
... oder mehr in Deutschland noch recht dürftig ist und sich hauptsächlich auf die Metropolregionen beschränkt.
Vergrößern ... oder mehr in Deutschland noch recht dürftig ist und sich hauptsächlich auf die Metropolregionen beschränkt.
Langsamere Verbindungen mit 50 MBit/s und GPRS/UMTS sind deutlich besser ausgebaut.
Vergrößern Langsamere Verbindungen mit 50 MBit/s und GPRS/UMTS sind deutlich besser ausgebaut.

LTE sorgt für schnelles Internet in überlasteten Netzen

Das führt zum Teil zu kuriosen Effekten: Sowohl in den Metropolen, als auch auf dem „platten Land“ kann LTE die deutlich bessere Verbindungsqualität liefern, selbst wenn die Geschwindigkeit auf UMTS- oder gar GPRS-Niveau gedrosselt wird. In den üblicherweise gut abgedeckten Metropolregionen ist das schlicht eine Frage des Nutzervolumens: Während jedes Smartphone, jeder Billigtarif UMTS unterstützt, ist die Zahl derer, deren Endgeräte LTE verwenden, noch vergleichsweise überschaubar, wodurch das Netz schlicht weniger ausgelas­tet ist. Hinzu kommt in ländlichen Regionen die oft höhere Reichweite der LTE-Masten, wodurch es vorkommen kann, dass Geräte mit LTE-Unterstützung noch Empfang haben, wenn UMTS-Geräte längst die Segel gestrichen haben.

Ein kleiner Test der Verbindungsqualität

Wir haben das (nicht repräsentativ) getestet und sowohl in der Kölner Innenstadt, als auch in ländlichen Regionen der Eifel und des Hunsrücks die LTE-Verbindung (Telekom) deaktiviert: Die Verbindung im UMTS-Modus ist dabei jederzeit unzuverlässiger als mit LTE. In Innenstädten wie Köln mit besonders hoher Smartphone- und Tablet-Dichte, entpuppt sich die LTE-Verbindung als die deutlich zuverlässigere. Selbst an Orten, an denen per UMTS kaum das Abrufen von E-Mails möglich ist, lassen sich mit LTE Websites und Apps in Windeseile abrufen – wenn auch geräte- und ausbaubedingt längst nicht mit maximaler LTE-Geschwindigkeit.

Vodafone gibt zwar einen großen LTE-Ausbau an, schweigt sich allerdings bislang über die maximal erzielbare Geschwindigkeit aus.
Vergrößern Vodafone gibt zwar einen großen LTE-Ausbau an, schweigt sich allerdings bislang über die maximal erzielbare Geschwindigkeit aus.

Den richtigen LTE-Tarif für das iPad finden

Wir kommen zu dem Schluss, dass es sich derzeit immer lohnt, auf das LTE-Netz zu setzen und einen Tarif mit LTE inklusive zu wählen. Von den Discountern unterstützen nur wenige LTE, etwa Congstar mit Telekom-Netz. Ausschlaggebend bei der Wahl ist weniger die angegebene Geschwindigkeit als vielmehr die Zuverlässigkeit und das enthaltene Datenvolumen. Eine LTE-Verbindung mit 16 MBit/s ist besser als ein vermeintlich schnellerer Tarif, dessen teuer bezahlte Geschwindigkeit sich in der Praxis nicht nutzen lässt.

Mogelpackung: Das iPad 3, soll zwar eigentlich LTE unterstützen, ist aber nicht für alle in Deutschland üblichen Frequenzen geeignet.
Vergrößern Mogelpackung: Das iPad 3, soll zwar eigentlich LTE unterstützen, ist aber nicht für alle in Deutschland üblichen Frequenzen geeignet.

Tipp: LTE auch bei Altverträgen unter iOS aktivieren

Einige Altverträge erlauben die Nutzung von LTE, sofern es sich um eine moderne Sim-Karte handelt und das Gerät LTE unterstützt
Unter iOS finden Sie in diesem Fall in den Einstellungen unter „Mobile Daten“ einen Schalter für die Aktivierung von LTE. Allerdings bedeutet das Vorhandensein dieses Schalters zunächst nichts: So hatte der Discounter Congstar LTE bis vor wenigen Wochen gesperrt, der Schalter war vorhanden, eine Verbindung zum Internet kam dann jedoch nicht zustande. Inzwischen wurde LTE freigeschaltet. Falls auch Sie den Schalter finden, probieren Sie es einfach aus: Meldet iOS anschließend, dass es sich nicht mit dem Netz verbinden kann, müssen Sie LTE einfach wieder abschalten.

Vier empfehlenswerte LTE-Tarife für das iPad

Sie suchen einen neuen LTE-Tarif für Ihr iPad? Wir haben für Sie einige Tarife herausgesucht, die sich für Sie lohnen können
Übrigens gibt es zum Teil auch Tarifmodelle mit subventionierten iPads zu günstigen Konditionen, sofern Sie die Neuanschaffung planen. Derzeit ist die LTE-Unterstützung für Discounter noch – sofern vorhanden – inoffiziell, weil die meisten Discounter eine eventuelle 4G-Unterstützung nicht kommunizieren. Zudem hat Congstar LTE in der Vergangenheit bereits einmal wieder abgeschaltet.

Tarif

LTE-Geschwindigkeit

Volumen

Zusätzliche Leistung

Preis & Laufzeit

T-Mobile Data Comfort M Eco

bis zu 50 MBit/s

2 Gigabyte

Hotspot-Flat, Internet-Telefonie, Surfstick inklusive

€ 19,95 / Monat* 24 Monate

Vofafone DataGo M

bis zu 50 MBit/s

3 Gigabyte

€ 19,99 / Monat* 24 Monate

O2 Surf Flat M

bis zu 7,2 MBit/s

5 Gigabyte

€ 24,99 / Monat* 24 Monate

Congstar Surf Flat L flex

bis 7,2 MBit/s (Stand: 15.01.2015)

3 Gigabyte

keine Mindestvertragslaufzeit

€ 19,99 / Monat* 1 Monat

* Rabatte nicht berücksichtigt

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