Sprach-Tools
Siri kann mehr als Heiratsanträge ablehnen
Seit dem Update auf iOS 6 kommen auch die Inhaber des iPad und iPod Touch der neuesten Generation in den Genuss der Dienste des persönlichen Assistenten. An vielen Fragen scheitert Siri noch, doch einige Aufgaben meistert die Funktion erstaunlich gut
Gleich nach der Vorstellung des intelligenten Sprachassistenten auf dem iPhone haben gefühlte neunzig Prozent aller männlichen Nutzer Siri Heiratsanträge gemacht. Die in iOS implementierte Sprachsoftware reagierte gelassen. Der Hype ist mittlerweile verebbt. Jeder hatte die Funktion ausprobiert, manch einer hat nach anfänglichen Schwierigkeiten und Missverständnissen die Hände davon gelassen, manche haben sich mit dem „bescheidenen persönlichen“ Assistenten von Apple angefreundet. Doch Apple bastelt kräftig daran: Seit iOS 6 können endlich iPad- und iPod-Touch-Nutzer die Funktion aktivieren. (iPad 4, iPad Mini und iPod Touch der 5. Generation). Zusätzlich zu den neuen Geräten kann Siri jetzt deutlich mehr: In der Umgebung nach Geschäften, Restaurants, Kinos suchen, die neuesten Filme anzeigen, gegebenenfalls die Abspielzeiten der gewünschten Filme. Posten auf Facebook und Twitter gehört auch dazu. Doch wie immer gibt es einige nicht dokumentierte Funktionen, die Siri aber ebenso meistert. Hier ist eine Auswahl.
Siri, was kannst du?
Das Halten der Home-Taste startet Siri.
Siri lässt sich bei der Installation von iOS 6 einschalten oder unter „Einstellungen > Allgemein > Siri“. Achten Sie darauf, dass unter „Sprache“ die Option „Deutsch“ gewählt ist und „Meine Info“ mit Ihrer Adresskarte verknüpft ist. Halten Sie den Home-Button gedrückt, um Siri zu starten.
Siri lässt sich bei der Installation von iOS 6 einschalten oder unter „Einstellungen > Allgemein > Siri“. Achten Sie darauf, dass unter „Sprache“ die Option „Deutsch“ gewählt ist und „Meine Info“ mit Ihrer Adresskarte verknüpft ist. Halten Sie den Home-Button gedrückt, um Siri zu starten.
Der Assistent gibt einen Funktionsüberblick.
Tippen Sie auf das kleine „i“, oder sagen Sie „Was kannst Du?“, um Siris Funktionsüberblick zu sehen.
Tippen Sie auf das kleine „i“, oder sagen Sie „Was kannst Du?“, um Siris Funktionsüberblick zu sehen.
Beispiele erläutern die jeweiligen Funktionen.
Tippen Sie einzelne Funktionen an, bekommen Sie genauere Informationen.
Tippen Sie einzelne Funktionen an, bekommen Sie genauere Informationen.
Zu anderen Kontakten Beziehungen herstellen.
Sagen Sie „Petra Meyer ist meine Frau“, um Beziehungen herzustellen. Achtung: Beziehungen werden in Ihren Kontaktdaten verzeichnet.
Sagen Sie „Petra Meyer ist meine Frau“, um Beziehungen herzustellen. Achtung: Beziehungen werden in Ihren Kontaktdaten verzeichnet.
Siri kann Daten Ihrer Kontakte abfragen.
Siri kann nicht nur auf dem iPad installierte Apps starten („Öffne Pages“), sondern auch Informationen aus Apps abrufen. So lassen sich Geburtstag ...
Siri kann nicht nur auf dem iPad installierte Apps starten („Öffne Pages“), sondern auch Informationen aus Apps abrufen. So lassen sich Geburtstag ...
Auch Termine lassen sich schnell abfragen.
... oder Adresse eines Kontakts finden, Kalendereinträge zu bestimmten Tagen einsehen ...
... oder Adresse eines Kontakts finden, Kalendereinträge zu bestimmten Tagen einsehen ...
Siri kennt Wetterbericht und Aktienkurse.
... Aktienkurse eines Unternehmens oder die Wettervorhersage erfragen.
... Aktienkurse eines Unternehmens oder die Wettervorhersage erfragen.
Nachrichten und Mails einfach sprechen.
Sie können Siri aber auch Arbeitsaufträge aufgeben, etwa eine Nachricht zu versenden. Hier verwendet Siri die in Schritt 1 angelegten Beziehungen. Sie können Ihren Status bei Facebook per Siri aktualisieren, ebenso wie twittern, Erinnerungen oder Notizen aufnehmen und vieles mehr.
Sie können Siri aber auch Arbeitsaufträge aufgeben, etwa eine Nachricht zu versenden. Hier verwendet Siri die in Schritt 1 angelegten Beziehungen. Sie können Ihren Status bei Facebook per Siri aktualisieren, ebenso wie twittern, Erinnerungen oder Notizen aufnehmen und vieles mehr.
Orte suchen und das Navi steuern mit Siri.
Siri kann externe Wissensdatenbanken abfragen. So lässt sich die Navi-Funktion komplett per Sprache steuern, man kann etwa eine Route suchen, die Navigation starten und unterwegs nach der nächsten Tankstelle oder einem Café fragen.
Siri kann externe Wissensdatenbanken abfragen. So lässt sich die Navi-Funktion komplett per Sprache steuern, man kann etwa eine Route suchen, die Navigation starten und unterwegs nach der nächsten Tankstelle oder einem Café fragen.
Siris Filmvorschläge, allerdings ohne Kinoprogramm.
Auch auf die Frage nach Kinofilmen weiß Siri Anwort, kennt aber nur in den USA das Kinoprogramm.
Auch auf die Frage nach Kinofilmen weiß Siri Anwort, kennt aber nur in den USA das Kinoprogramm.
Restaurants in einem Ort einfach finden.
Per Spracheingabe kann man zudem nach Restaurants fragen, die Reservierung klappt ebenfalls aktuell nur in den USA.
Per Spracheingabe kann man zudem nach Restaurants fragen, die Reservierung klappt ebenfalls aktuell nur in den USA.
Beim deutschen Sport kennt Siri nur Fußball.
Im Bereich Sport begrenzt sich das Wissen auf alles rund ums Thema Fußball, in den USA auch Baseball und Football. Das Angebot wird Apple schnell erweitern.
Im Bereich Sport begrenzt sich das Wissen auf alles rund ums Thema Fußball, in den USA auch Baseball und Football. Das Angebot wird Apple schnell erweitern.
Alternative Aussprache für die Namen eintragen
Bei den schwierigen Namen lohnt es sich immer, noch zusätzlich die Ausspracheform einzutragen.
Bei den schwierigen Namen lohnt es sich immer, noch zusätzlich die Ausspracheform einzutragen.
Siri sucht auf Wikipedia
Noch ist es nicht soweit, dass Siri einen Zugriff auf eine deutsche Alternative zu Wolfram Alfa bekommt. Doch Suche auf Wikipedia kann der Assistent meistern.
Noch ist es nicht soweit, dass Siri einen Zugriff auf eine deutsche Alternative zu Wolfram Alfa bekommt. Doch Suche auf Wikipedia kann der Assistent meistern.
Erinnerungen mit eigener Wiederholung
Man kann eine Erinnerung mit der Wiederholung nach allen drei Tagen anlegen. Dies geht aber nur mit Siri.
Man kann eine Erinnerung mit der Wiederholung nach allen drei Tagen anlegen. Dies geht aber nur mit Siri.
Siri öffnet Fotostream und macht neue Fotos
Siri als Fotograf: Nach Befehl "Mach ein Foto" startet sofort die Kamera-App.
Siri als Fotograf: Nach Befehl "Mach ein Foto" startet sofort die Kamera-App.
Ein Patenkind oder Schatz - diese Bezeichnungen versteht Siri nur mit Nachhilfe.
Mit ein wenig Nachhilfe in Sachen Familienbaum versteht Siri, wen der Nutzer unter einem Patenkind oder Schatz meint.
Mit ein wenig Nachhilfe in Sachen Familienbaum versteht Siri, wen der Nutzer unter einem Patenkind oder Schatz meint.
Smileys oder Sonderzeichen diktieren
Einige Bezeichnungen wie "Lachendes Gesicht" oder "Euro" wandelt Siri automatisch in die entsprechenden Symbole um.
Einige Bezeichnungen wie "Lachendes Gesicht" oder "Euro" wandelt Siri automatisch in die entsprechenden Symbole um.
"Nicht stören" aktivieren
Den Befehl "Nicht stören" versteht der Assistent als Abschied. Doch er bietet auch die Möglichkeit, die Benachrichtigungen aller Apps abzuschalten.
Den Befehl "Nicht stören" versteht der Assistent als Abschied. Doch er bietet auch die Möglichkeit, die Benachrichtigungen aller Apps abzuschalten.
Grundeinstellungen für Siri
Damit der intelligente Assistent überhaupt weiß, wen der Nutzer unter „ich“ meint, muss man die Funktion darauf hinweisen, auf welche Daten aus dem Adressbuch sie zugreifen kann. Diese kann man unter „Einstellungen > Allgemein > Siri > Meine Info“ eingeben. Mit einem Tipp darauf öffnet sich das Fenster mit allen Kontakten aus der App „Kontakte“, darin kann man nun die eigenen Daten auswählen. Es würde sich zudem empfehlen, Siri aus dem Sperrbildschirm Zugriff zu verweigern. Sonst kann es schnell passieren, dass Unbefugte auf die Funktion zugreifen und darüber auf die persönlichen Daten. Ausschalten kann man dies über „Einstellungen > Allgemein > Code-Sperre“. Im Reiter „Im Sperrzustand Zugriff erlauben“ findet sich der Regler für Siri.
Siri exotische Namen beibringen
Gleich nach dem Start des Assistenten sorgt ein ärgerlicher Fehler für viel Unmut unter den Nutzern: Siri kann englische Namen beispielsweise aus den Wiedergabelisten in der Musik-App nicht verstehen, macht daraus eine „verdeutschte“ Version und schlägt immer wieder vor, gleich im Internet danach zu suchen. Grund dafür ist wahrscheinlich, dass Apple für seine Sprachsoftware keine automatische Sprachen-Erkennung eingebaut hat, sondern richtet sich dabei an den Grundeinstellungen eines iPhone oder iPad. Deswegen liest Siri auf einem deutschen iPad den Namen des populären Spiels aus Finnland nach deutschen Ausspracheregeln vor: /angri birds/ und nicht /ängri bёdz/. Zumindest bei den ausländischen oder exotischen Namen aus der Kontakte-App kann man Siri auf die Sprünge helfen. Dafür wählt man aus der Kontaktliste den entsprechenden Eintrag und klickt auf den Knopf „Bearbeiten“. Unten in der Liste erscheint ein grünes Pluszeichen mit der Beschriftung „Feld hinzufügen“. Klickt man darauf, öffnet sich wiederum eine lange Liste mit Optionen, daraus wählt man nacheinander „Vorname (Ausspracheform)“ und „Nachname (Ausspracheform)“. In den Feldern trägt man nun die Namen so ein, wie man sie auf Deutsch ausspricht. Anmerkung: Diese erweiterten Bearbeitungsfunktionen sind für die iCloud-Kontakte verfügbar. Sind die Kontakte über einen Exchange-Server synchronisiert, bietet iOS keine Ausspracheformen für die Vor- und Nachnamen.
Siri mit iOS 6 im Videotest
Auf Wikipedia suchen
Apple führt auf seiner Siri-Seite Wikipedia-Suche als eine der neuen Funktionen. Doch im Praxistest behauptet Siri stur, die Suche im Web zu starten. Dieser Behauptung darf man keinen Glauben schenken. Fordert man den Assistenten dazu auf, Wikipedia beispielsweise nach Indonesien zu durchsuchen, landet man in kurzer Zeit auf einer passenden Wiki-Seite.
Erinnerungen mit eigener Wiederholung einstellen
Dass Siri an Ereignisse erinnern kann, ist eigentlich keine Neuheit. Doch bietet der persönliche iPhone-Assistent etwas mehr. Sagt man mit dem aktivierten lila Mikrofon: „Erinnere mich daran, alle drei Tage Blumen zu gießen“, ist die neue Erinnerung problemlos erstellt. Sie erscheint in der Liste mit der Anmerkung „Eigene Wiederholung“, in unserem Fall sind es alle drei Tage. Interessanterweise gibt es weder in OS X Mountain Lion noch in iOS 6 eine entsprechende grafische Oberfläche für diese Funktion. Standardmäßig kann man Ereignisse unter iOS täglich, wöchentlich, zwei-wöchentlich, monatlich und jährlich wiederholen. Das heißt, man kann solche Nutzer-angepasste Erinnerungen nur mit Siri erstellen.
Mit Siri Fotos machen und anzeigen
Die Apps „Fotostream“ und „Kamera“ tauchen in Apples Liste mit den neuen Siri-Funktonen nicht auf. Doch der intelligente Assistent versteht die Befehle „Mach ein Foto“ und „Zeige meine Fotos“. Im ersten Fall wechselt iPad oder iPhone sofort in die Kamera-App, beim zweiten Befehl startet die Fotostream-Sammlung. Leider versteht Siri das Synonym zum Wort „Foto“ nicht. Befiehlt man „Mach ein Bild“, antwortet der Assistent, er konnte den Ort nicht finden.
Siri entfernte Verwandte beibringen
Möchte man, dass die Funktion versteht, wer unter der Bezeichnung Mutter oder Vater gemeint ist, muss man direkt darauf hinweisen. Dies erledigt man in der Kontakte-App in den Angaben zur eigenen Person. Klickt man im eigenen Kontakt auf „Bearbeiten“, öffnet sich eine Liste mit zusätzlichen Angaben, die man noch eintragen kann. Unter den Adressfeldern gibt es einige Optionen zu den Verwandtschaftsangaben. Mit dem Klick auf das grüne Plus wählt man den Verwandtschaftsgrad und die entsprechende Person aus dem Adressbuch dazu. iOS 6 bietet hier eine recht enge Auswahl mit „Mutter“, „Vater“, „Bruder“, „Schwester“, „Kind“ und unromantische Bezeichnungen für die Liebsten wie „Partner“ oder „Ehepartner“. Diese Liste lässt sich beliebig vervollständigen. Dazu tippt man auf eine der Verwandtschaftsbezeichnungen im eigenen Kontakteintrag, in der daraufhin erscheinenden Liste scrollt man an das Ende und wählt die Option „Eigenes Etikett hinzufügen“. Hier sind der Fantasie des Nutzers keine Grenzen gesetzt, in unserem Praxistest versteht Siri auf Anhieb, wen wir unter Patenkind meinen. Mit der Bezeichnung „Schatz“ hat sie jedoch einige Verständnisprobleme.
Smileys und Sonderzeichen diktieren
Genauso wie gewöhnliche Satzzeichen versteht die Funktion das Hinzufügen einfacher Emoji-Symbole. In Deutsch entsprechen die Befehle den genauen Beschreibungen der Symbole, also „Lachendes Gesicht“, „Zwinkerndes Gesicht“ et cetera. Die verbreiteten Zeichen versteht Siri auch beim Diktieren. Der Trick dabei, man muss hinter der Bezeichnung das Wort „Zeichen“ hinzufügen, beispielsweise „Pluszeichen“, „Minuszeichen“, „Gleichzeichen“, „Ausrufezeichen“. Sonst schreibt die Diktierfunktion die Wörter ganz. Die Währungsangaben wie "Euro", "Dollar", "Yen" dagegen wandelt die Diktierfunktion automatisch in entsprechende Symbole um.
„Nicht stören“ aktivieren
Sagt man bei aktiviertem lila Mikrofon „Nicht stören“, versteht es Siri als einen Abschied. Doch die Funktion bietet gleich eine nützliche Alternative: Nach Wunsch kann man die Einstellungen einblenden und die Mitteilungen systemweit ausschalten. Die Funktion öffnet die App „Einstellungen“, der Nutzer muss nur noch den Regler beim Eintrag „Nicht stören“ verschieben.







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