Von Halyna Kubiv - 08.11.2012, 12:51

Sprach-Tools

Siri kann mehr als Heiratsanträge ablehnen

Seit dem Update auf iOS 6 kommen auch die Inhaber des iPad und iPod Touch der neuesten Generation in den Genuss der Dienste des persönlichen Assistenten. An vielen Fragen scheitert Siri noch, doch einige Aufgaben meistert die Funktion erstaunlich gut
Gleich nach der Vorstellung des intelligenten Sprachassistenten auf dem iPhone haben gefühlte neunzig Prozent aller männlichen Nutzer Siri Heiratsanträge gemacht. Die in iOS implementierte Sprachsoftware reagierte gelassen. Der Hype ist mittlerweile verebbt. Jeder hatte die Funktion ausprobiert, manch einer hat nach anfänglichen Schwierigkeiten und Missverständnissen die Hände davon gelassen, manche haben sich mit dem „bescheidenen persönlichen“ Assistenten von Apple angefreundet. Doch Apple bastelt kräftig daran: Seit iOS 6 können endlich iPad- und iPod-Touch-Nutzer die Funktion aktivieren. (iPad 4, iPad Mini und iPod Touch der 5. Generation). Zusätzlich zu den neuen Geräten kann Siri jetzt deutlich mehr: In der Umgebung nach Geschäften, Restaurants, Kinos suchen, die neuesten Filme anzeigen, gegebenenfalls die Abspielzeiten der gewünschten Filme. Posten auf Facebook und Twitter gehört auch dazu. Doch wie immer gibt es einige nicht dokumentierte Funktionen, die Siri aber ebenso meistert. Hier ist eine Auswahl.

Grundeinstellungen für Siri

Damit der intelligente Assistent überhaupt weiß, wen der Nutzer unter „ich“ meint, muss man die Funktion darauf hinweisen, auf welche Daten aus dem Adressbuch sie zugreifen kann. Diese kann man unter „Einstellungen > Allgemein > Siri > Meine Info“ eingeben. Mit einem Tipp darauf öffnet sich das Fenster mit allen Kontakten aus der App „Kontakte“, darin kann man nun die eigenen Daten auswählen. Es würde sich zudem empfehlen, Siri aus dem Sperrbildschirm Zugriff zu verweigern. Sonst kann es schnell passieren, dass Unbefugte auf die Funktion zugreifen und darüber auf die persönlichen Daten. Ausschalten kann man dies über „Einstellungen > Allgemein > Code-Sperre“. Im Reiter „Im Sperrzustand Zugriff erlauben“ findet sich der Regler für Siri.

Siri exotische Namen beibringen

Gleich nach dem Start des Assistenten sorgt ein ärgerlicher Fehler für viel Unmut unter den Nutzern: Siri kann englische Namen beispielsweise aus den Wiedergabelisten in der Musik-App nicht verstehen, macht daraus eine „verdeutschte“ Version und schlägt immer wieder vor, gleich im Internet danach zu suchen. Grund dafür ist wahrscheinlich, dass Apple für seine Sprachsoftware keine automatische Sprachen-Erkennung eingebaut hat, sondern richtet sich dabei an den Grundeinstellungen eines iPhone oder iPad. Deswegen liest Siri auf einem deutschen iPad den Namen des populären Spiels aus Finnland nach deutschen Ausspracheregeln vor: /angri birds/ und nicht /ängri bёdz/. Zumindest bei den ausländischen oder exotischen Namen aus der Kontakte-App kann man Siri auf die Sprünge helfen. Dafür wählt man aus der Kontaktliste den entsprechenden Eintrag und klickt auf den Knopf „Bearbeiten“. Unten in der Liste erscheint ein grünes Pluszeichen mit der Beschriftung „Feld hinzufügen“. Klickt man darauf, öffnet sich wiederum eine lange Liste mit Optionen, daraus wählt man nacheinander „Vorname (Ausspracheform)“ und „Nachname (Ausspracheform)“. In den Feldern trägt man nun die Namen so ein, wie man sie auf Deutsch ausspricht. Anmerkung: Diese erweiterten Bearbeitungsfunktionen sind für die iCloud-Kontakte verfügbar. Sind die Kontakte über einen Exchange-Server synchronisiert, bietet iOS keine Ausspracheformen für die Vor- und Nachnamen.

Auf Wikipedia suchen

Apple führt auf seiner Siri-Seite Wikipedia-Suche als eine der neuen Funktionen. Doch im Praxistest behauptet Siri stur, die Suche im Web zu starten. Dieser Behauptung darf man keinen Glauben schenken. Fordert man den Assistenten dazu auf, Wikipedia beispielsweise nach Indonesien zu durchsuchen, landet man in kurzer Zeit auf einer passenden Wiki-Seite.

Erinnerungen mit eigener Wiederholung einstellen

Dass Siri an Ereignisse erinnern kann, ist eigentlich keine Neuheit. Doch bietet der persönliche iPhone-Assistent etwas mehr. Sagt man mit dem aktivierten lila Mikrofon: „Erinnere mich daran, alle drei Tage Blumen zu gießen“, ist die neue Erinnerung problemlos erstellt. Sie erscheint in der Liste mit der Anmerkung „Eigene Wiederholung“, in unserem Fall sind es alle drei Tage. Interessanterweise gibt es weder in OS X Mountain Lion noch in iOS 6 eine entsprechende grafische Oberfläche für diese Funktion. Standardmäßig kann man Ereignisse unter iOS täglich, wöchentlich, zwei-wöchentlich, monatlich und jährlich wiederholen. Das heißt, man kann solche Nutzer-angepasste Erinnerungen nur mit Siri erstellen.

Mit Siri Fotos machen und anzeigen

Die Apps „Fotostream“ und „Kamera“ tauchen in Apples Liste mit den neuen Siri-Funktonen nicht auf. Doch der intelligente Assistent versteht die Befehle „Mach ein Foto“ und „Zeige meine Fotos“. Im ersten Fall wechselt iPad oder iPhone sofort in die Kamera-App, beim zweiten Befehl startet die Fotostream-Sammlung. Leider versteht Siri das Synonym zum Wort „Foto“ nicht. Befiehlt man „Mach ein Bild“, antwortet der Assistent, er konnte den Ort nicht finden.

Siri entfernte Verwandte beibringen

Möchte man, dass die Funktion versteht, wer unter der Bezeichnung Mutter oder Vater gemeint ist, muss man direkt darauf hinweisen. Dies erledigt man in der Kontakte-App in den Angaben zur eigenen Person. Klickt man im eigenen Kontakt auf „Bearbeiten“, öffnet sich eine Liste mit zusätzlichen Angaben, die man noch eintragen kann. Unter den Adressfeldern gibt es einige Optionen zu den Verwandtschaftsangaben. Mit dem Klick auf das grüne Plus wählt man den Verwandtschaftsgrad und die entsprechende Person aus dem Adressbuch dazu. iOS 6 bietet hier eine recht enge Auswahl mit „Mutter“, „Vater“, „Bruder“, „Schwester“, „Kind“ und unromantische Bezeichnungen für die Liebsten wie „Partner“ oder „Ehepartner“. Diese Liste lässt sich beliebig vervollständigen. Dazu tippt man auf eine der Verwandtschaftsbezeichnungen im eigenen Kontakteintrag, in der daraufhin erscheinenden Liste scrollt man an das Ende und wählt die Option „Eigenes Etikett hinzufügen“. Hier sind der Fantasie des Nutzers keine Grenzen gesetzt, in unserem Praxistest versteht Siri auf Anhieb, wen wir unter Patenkind meinen. Mit der Bezeichnung „Schatz“ hat sie jedoch einige Verständnisprobleme.

Smileys und Sonderzeichen diktieren

Genauso wie gewöhnliche Satzzeichen versteht die Funktion das Hinzufügen einfacher Emoji-Symbole. In Deutsch entsprechen die Befehle den genauen Beschreibungen der Symbole, also „Lachendes Gesicht“, „Zwinkerndes Gesicht“ et cetera. Die verbreiteten Zeichen versteht Siri auch beim Diktieren. Der Trick dabei, man muss hinter der Bezeichnung das Wort „Zeichen“ hinzufügen, beispielsweise „Pluszeichen“, „Minuszeichen“, „Gleichzeichen“, „Ausrufezeichen“. Sonst schreibt die Diktierfunktion die Wörter ganz. Die Währungsangaben wie "Euro", "Dollar", "Yen" dagegen wandelt die Diktierfunktion automatisch in entsprechende Symbole um.

„Nicht stören“ aktivieren

Sagt man bei aktiviertem lila Mikrofon „Nicht stören“, versteht es Siri als einen Abschied. Doch die Funktion bietet gleich eine nützliche Alternative: Nach Wunsch kann man die Einstellungen einblenden und die Mitteilungen systemweit ausschalten. Die Funktion öffnet die App „Einstellungen“, der Nutzer muss nur noch den Regler beim Eintrag „Nicht stören“ verschieben.
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