Von Halyna Kubiv - 23.08.2012, 11:26

Sprach-Tools am Mac

Lexikon am Mac für Deutsch erweitern

©Apple

Apple hat OS X Lion ein gutes Hilfsmittel spendiert. Nur fristet das eingebaute Wörterbuch in anderen Ländern als in den USA und Großbritannien eher ein Schattendasein.
Dies liegt an den mitgelieferten Lexika und Thesauri, die ab Werk englischsprachig sind. Dabei gibt es im Netz genügend viele kostenlose deutsche Wörterbücher, die auch auf dem Mac hilfreich sein können.


 
Grundfunktionen in Lexikon


 
Einer der Gründe, warum Lexikon unter den Standard-Programmen für OS X Lion eine unbekannte Größe darstellt, ist seine gute Integration in alle anderen Apps. Die ganze Arbeit beim Suchen und Finden erledigt Lexikon im Hintergrund. Die Lexikon-Oberfläche direkt zu öffnen, lohnt sich fast nur, wenn man neue Wörterbücher nachträgt oder andere Einstellungen vornimmt. Die Lexikon-Funktionen finden sich in allen gängigen Programmen wie Textedit, Mail, Safari und Spotlight. Sucht man beispielsweise in Spotlight nach einem Wort oder einem Namen, bietet es auch eine Option "Nachschlagen". Ist der entsprechende Beitrag in einem der integrierten Wörterbücher vorhanden, wird gleich eine Definition geliefert.
In den Textdateien geht es noch leichter. Will man beim Surfen mit Safari ein unbekanntes Wort finden, wählt man das Wort aus, ruft per Rechtsklick (optional Steuerungstaste - Klick) ein Kontextmenü auf und wählt es über den Eintrag "Suchen nach..." aus.
Mit der Tastenkombination Control - Befehlstaste - D geht es noch schneller. In diesem Fall muss man das gesuchte Wort nicht mal markieren, es genügt, wenn sich der Cursor im Wort befindet. Mit dem Kurzbefehl erscheint dann ein Pop-up-Fenster mit der Definition.
 
Eine hilfreiche Unterstützung bietet Lexikon auch beim Surfen im Web. Tippt man in einem neuen Browser-Fenster in die Adressleiste "dict://" gefolgt vom gesuchten Wort, knüpft Safari an das systemeigene Lexikon an und liefert Ergebnisse von dort aus. Ist in Lexikon die deutsche Variante von Wikipedia aktiviert, ist dies zudem eine Abkürzung für die Suche auf der herkömmlichen Wikipedia-Seite. Dass man keine zusätzliche Software wie Wikipedia-Plug-ins et cetera installieren muss, ist auch von Vorteil. Lexikon und Safari erledigen die ganze Arbeit.
 
Natürlich kann man Lexikon auch direkt öffnen und in dessen Suchfenster nach Definitionen suchen. Dabei listet das Tool alle Fundstellen aus vorhandenen Wörterbüchern auf. Die Ergebnisse lassen sich je nach Quelle sortieren, indem man in der Menüleiste im Definitionsfenster auf das gewünschte Wörterbuch klickt. Versteht man ein Wort aus der gelieferten Definition nicht, kann man direkt darauf klicken – Lexikon liefert auch dafür eine Definition. Mit der Pfeil-Rechts- und Pfeil-Links-Taste bietet sich die Möglichkeit, zwischen den gesuchten Wörtern zu navigieren.


 
Deutsche Wörterbücher in Lexikon nachrüsten


 
Grundsätzlich versteht sich Lexikon auf Dateien mit der Erweiterung ".dictionary". Die Dateien werden im Ordner "Wörterbücher" gespeichert, der sich im Benutzerordner > Library > Dictionaries befindet. Einfacher gelangt man in den Ordner über die Option "Ablage" in der Menüleiste des Lexikons. Dort gibt es einen Extrabefehl "Lexika-Ordner öffnen". Für unser Beispiel haben wir ein englisch-deutsches Wörterbuch nachgerüstet. Dafür lädt man von der Herstellerseite einen archivierten Ordner. Nach dem Entpacken befördert man die Datei in den Ordner "Dictionaries". Öffnet man danach Lexikon, sieht man das neue Wörterbuch in der horizontalen Leiste im Fenster. Dazu gibt es auch ein Lexikon-Plug-in, das auf Open Thesaurus zugreift und sich hier herunterladen lässt. Nach der Installation ist Open Thesaurus vollständig in OS X integriert.  Die Abfragen funktionieren auch ohne Internetverbindung. Wikipedia-Beiträge dagegen werden aus dem Lexikon immer nur mit einer funktionierenden Internetverbindung abgerufen. Mit den beiden Datenbanken hat man noch den Vorteil, dass die neuen Einträge automatisch aktualisiert werden, für Neuerungen muss man also nicht bis zum nächsten Software-Update warten.
 
Zusätzlich lässt sich in Lexikon ein englisch-deutsches Wörterbuch installieren. Ziemlich gut funktioniert in unserem Test mit OS X das englisch-deutsche Wörterbuch. Die Vorgehensweise ist die gleiche wie beim Open-Thesaurus-Plug-in: Man lädt die Software herunter und installiert sie mit dem Admin-Passwort. Danach kann man Lexikon aufrufen, das neue Wörterbuch erscheint in der Fensterleiste.
 
Tipp: Die von Apple mitgelieferten Wörterbücher Oxford Dictionary und Apple Dictionary lassen sich auch abschalten. Dafür klickt man in der Menüleiste auf die Option "Lexikon", darauf auf "Einstellungen". Im nun erscheinenden Fenster wählt man die nicht benötigten Datenbanken ab, indem man den Haken aus den entsprechenden Checkboxen löscht. Die abgewählten Wörterbücher erscheinen dann nicht mehr in der Fensterleiste.
 
Die in der Fensterleiste vorhandenen Einträge lassen sich auch umbenennen beziehungsweise die Namen kürzen, falls man zu viele Wörterbücher installiert hat und sie nicht mehr in die Fensterleiste passen. Dafür klickt man mit der rechten Maustaste auf ein beliebiges Wörterbuch. Es öffnet sich ein Fenster mit der Option "Beschriftung bearbeiten". Klickt man darauf, kann man in dem erscheinenden Feld einen neuen Namen oder ein Kürzel für das Wörterbuch eintragen. Der Name lässt sich auf die gleiche Weise zurücksetzen: Rechtsklick auf den Namen > Originalbeschriftung wiederherstellen.
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