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Steuern sparen beim Rechnerkauf

02.04.2014 | 10:09 Uhr |

Beim Kauf eines neuen Mac, iPad oder iPhone können Sie dank aktuellem Steuerrecht und mit Hilfe Ihres Arbeitgebers richtig Geld sparen

Das Einkommensteuergesetz (EStG) macht es möglich: Nach § 3 Nr. 45 EStG sind die Vorteile des Arbeitnehmers aus der privaten Nutzung von betrieblichen Datenverarbeitungsgeräten und Telekommunikationsgeräten sowie deren Zubehör, aus zur privaten Nutzung überlassenen System- und Anwendungsprogrammen, die der Arbeitgeber auch in seinem Betrieb einsetzt, und aus den im Zusammenhang mit diesen Zuwendungen erbrachten Dienstleistungen steuerfrei. Das liest sich erstmal ziemlich sperrig, heißt aber konkret, dass ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern vom Unternehmen geleaste Produkte wie Rechner, Software, Smartphone oder Tablet mitsamt entsprechendem Zubehör zur privaten Nutzung überlassen kann. Die Geräte gehen zwar nicht in das Eigentum des Mitarbeiters über, dürfen jedoch von Ehepartner und Kindern sowie von allen Angehörigen genutzt werden, die in häuslicher Gemeinschaft mit dem Mitarbeiter leben. Eigene Software darf man installieren, muss sie jedoch bei Rückgabe der Geräte wieder vollständig entfernen.

MPP-Programm

Wir haben Rainer Wolff, unseren Fachmann für Steuerfragen, gebeten, sich das Arbeitgeber-finanzierte Leasingprogramm – auch Mitarbeiter PC Programm (MPP) genau anzusehen. Es wird von diversen Anbietern mit speziellen Leasingangeboten unterstützt, im Apple-Umfeld beispielsweise von Mstore und Cyberport . Rainer Wolff ist Abteilungsdirektor im Bereich Cash Management & International Business einer Bank in Frankfurt. Er lehrt in den Bankfachwirt-Studiengängen der Frankfurt School of Finance & Management unter anderem Steuerthemen aus dem Bankbereich.

So nutzen Sie den Steuerspareffekt

Sobald sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer geeinigt haben, das Programm zu nutzen, ist das weitere Vorgehen nicht mehr kompliziert: Der Arbeitgeber bestellt das jeweilige IT-Produkt bei einem externen Lieferanten und schließt mit seinem Mitarbeiter eine neue Vereinbarung (Vergütungsabrede), die das bisherige Bruttogehalt des Arbeitnehmers monatlich um den Sachbezug reduziert. Den einbehaltenen Betrag führt der Arbeitgeber als Leasingnehmer monatlich an den externen Leasinggeber ab. Die Leasingdauer beträgt in der Regel 24 Monate. Der Steuerspareffekt entsteht dadurch, dass die vom Bruttogehalt abgezogenen Netto-Kosten des IT-Produkts zu einem niedrigeren Bruttogehalt führen. Auf der Basis dieses neuen Bruttogehalts zahlt der Arbeitnehmer weniger Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Nach Ende der Leasinglaufzeit der Mitarbeiter das Gerät entweder zurückgeben oder zum aktuellen Marktpreis, in der Regel 3 bis 5 Prozent vom Anschaffungspreis, kaufen.

Die Vorteile

Das Leasing aktueller Apple-Hardware führt zu günstigen und steuerfreien Monatsraten während der 24-monatigen Nutzungsdauer, weil die Monatsraten das zu versteuernde Bruttogehalt verringern. Die Apple-Hardware darf ausschließlich privat eingesetzt werden. Nach Ablauf der Leasinglaufzeit kann jeder Mitarbeiter entscheiden, ob er das IT-Gerät zurückgibt oder gegen eine geringe Restzahlung erwirbt.

Nachteile

Während der regulären Leasinglaufzeit darf man das geleaste Gerät weder verkaufen noch verschenken, da nicht der Mitarbeiter, sondern die Leasinggesellschaft Eigentümer ist. Erst nach dem Ende der Leasinglaufzeit hat man die Möglichkeit, Mac, iPhone oder iPad mit einer Restzahlung zu erwerben. Auch ist es nicht möglich, die Leasinglaufzeit vorzeitig zu beenden, weil einem das Produkt nicht mehr gefällt oder wenn man es gegen ein technisch aktuelleres austauschen möchte. Das Leasing von IT-Hardware ist ebenfalls nicht zu empfehlen, wenn man zum Bestellzeitpunkt schon weiß, dass man vor Ende der Laufzeit aus dem Unternehmen ausscheidet oder in Rente geht. In beiden Fällen muss man das geleaste Gerät entweder kaufen oder zurückgeben. Ein weiteres gewichtiges Gegenargument: Häufig ist der Straßenpreis von IT-Produkten weitaus geringer als der Listenpreis, zu dem die Hardware geleast wird, so dass die tatsächliche Ersparnis niedriger ausfällt. Hier gilt es also, genau zu rechnen!

Empfehlung

Das Leasing von IT-Geräten ist eine tolle Sache, mit der man Geld durch den Steuereffekt einspart. Allerdings muss der Arbeitgeber mitspielen und ein Leasingangebot für seine Mitarbeiter auflegen. Bei größeren Unternehmen sollte man deshalb Kontakt mit dem Betriebsrat aufnehmen, der dieses Thema mit dem Arbeitgeber klären kann. Ferner sollte man keine Bestellung überstürzt aufgeben, sondern erstmal die eigene steuerliche Situation genau prüfen. Die Gehaltsumwandlung kann durchaus auch zu einer Unterschreitung der Versicherungspflichtgrenze führen, was negative Auswirkungen auf die Kranken- und Pflegeversicherung hat.

Rechenbeispiel: Macbook Pro um 25 Prozent günstiger

Als Grundlage für die Musterrechnung dient ein Mitarbeiter, ledig, konfessionslos, Steuerklasse I, mit einem monatlichen Bruttogehalt von 3600 Euro.

Preis des IT-Produkts beim Barkauf :  2.000,00 €
Monatlicher Abzug im Rahmen der Gehaltsumwandlung bei einer Leasingdauer von 24 Monaten: 87,24 €
Preis des IT-Produkts einschließlich Zinsaufwand: 2.093,76 €
Kosten für das IT-Produkt unter Berücksichtigung der Steuerersparnis: 1.448,16 €
Restzahlung (beispielsweise 3%): 60,00 €
Preis der Produkts beim Leasing : 1.508,16 €
Ersparnis insgesamt:  491,84 € (=24,6%)

Hinweis: Der hier beispielhaft errechnete Steuervorteil kann in Abhängigkeit von den persönlichen Einkommensteuerdaten, den Leasingkosten und dem IT-Produkt höher oder niedriger ausfallen.

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