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TV am Mac: DVB-TV-Standards, TV-Tuner

23.05.2012 | 13:08 Uhr |

Mithilfe von geeigneten TV-Tunern wird der Mac zum Fernseher mit Aufnahmefunktion. Die verschiedenen Lösungen unterstützen die aktuellen digitalen DVB-TV-Standards

Nachdem Willy Brandt als Regierender Bürgermeister von West-Berlin 1967 anlässlich der Internationalen Funkaus-stellung (IFA) den offiziellen Startschuss für das deutsche Farbfernsehen gab, hat sich an dessen Grundlagen jahrzehntelang kaum etwas geändert. Der PAL-Standard legte die Form der Übertragung fest, und alle Sender sowie Empfangs- und Aufnahmegeräte mussten sich daran halten, wenn sie mitspielen wollen. Klingt vielleicht langweilig, hatte aber auf jeden Fall den Vorteil, dass auch alles zusammen funktioniert und man sich nicht beim Kauf eines Fernsehers den Kopf über unterschiedliche Auflösungen, Aufnahmemethoden oder mögliche Bildlieferanten zerbrechen muss.

Analoges Fernsehen in Deutschland

Neben der Ausstrahlung über Antenne war das TV-Programm ab Mitte der 80er-Jahre auch über Kabel verfügbar, die damaligen Regierungen trieben den Ausbau der Kabelnetze massiv voran, schon Ende 1995 waren rund 65 Prozent der Haushalte in der Bundesrepublik mit Kabel-TV versorgt. Ebenfalls Mitte der 80er-Jahre startete das Satellitenfern-sehen für Privathaushalte in Deutschland durch.

Ob per Antenne, Kabel oder über Satellit, die TV-Programme wurden in allen Fällen analog ausgestrahlt. Fernseher, die auch mit einem "Kabeltuner" ausgestattet waren, konnten neben TV über Antenne auch solches über Kabel empfangen, für den Empfang von Satellitenfernsehen war (und ist) ein eigener Tuner vonnöten, seinerzeit gab es nur externe Receiver, die mit der Satellitenanlagen und dem Fernseher zu verbinden waren.

DVB: Digital statt analog

Ab 1994 wurde parallel zum analogen Satellitenfernsehen ein digitaler Übertragungsweg (DVB-S) eingeführt. Zur Jahrtausendwende begann die Verbreitung digitaler Versionen des Kabel- und Satellitenfernsehens, die in den letzten zehn Jahren gehörig Fahrt aufnahm.

Quelle: www.ueberallfernsehen.de
Vergrößern Quelle: www.ueberallfernsehen.de

Unter dem Sammelbegriff DVB ( Digital Video Broadcasting ) stehen heute digitale Varianten der drei genannten Empfangsoptionen zur Verfügung. Bei DVB-T erfolgt der Empfang über Antenne, der Buchstabe T steht für " Terrestrial ". In der Werbung wird hier häufig auch von "Überallfernsehen" gesprochen. Inzwischen ist DVB-T fast flächendeckend zu empfangen, je nach Nähe zum nächsten Sendemast mit einer mobilen Miniantenne oder über eine Außenantenne. In den Ballungsräumen werden neben den öffentlich-rechtlichen Programmen auch private ausgestrahlt, in Berlin zusätzlich sogar Radio. Wer mit dem Gedanken spielt, einen neuen Fernseher zu erstehen oder TV am Mac über DVB-T zu empfangen, sollte die Webseite www.ueberallfernsehen.de aufrufen und unter "Empfangsprognose" seine Postleitzahl angeben. Die Site bietet dann die Information, ob DVB-T empfangen wird und wie das Programmangebot aussieht, ob also neben den öffentlich-rechtlichen Sendern auch die privaten empfangen werden können.

Ein Vorteil der DVB-Technik ist das wesentlich größere Programmangebot. Die fürs Fernsehen infrage kommenden Frequenzen sind knapp, und der gleiche Kanal, der früher für ein Programm gebraucht wurde, kann mittels DVB-T nun drei bis vier Programme transportieren, da die Signale komprimiert werden.

Ein anderer Vorteil der digitalen Übertragung ist die Möglichkeit zur Fehlerkorrektur. Das Signal enthält Prüf-summen, aus denen fehlende Bits rekonstruiert werden können. So bekommt man auch bei ein wenig schwächerem Empfang immer noch die volle Bildqualität. Deshalb kommt DVB-T auch vielerorts mit einer kleinen Stummelantenne aus. Erst wenn der Empfangspegel unter einen bestimmten Wert sinkt, treten sichtbare Störungen auf, und wenig später bricht der Empfang dann sogar komplett zusammen.

Inzwischen ist DVB-T der einzige Weg, TV in Deutschland per Antenne zu empfangen, der analoge Sendebetrieb wurde im Sommer 2009 eingestellt. Mit DVB-T2 steht ein überarbeiteter Nachfolger in den Startlöchern, hier gibt es aber erst einige Pilotprojekte.

Nur noch bis zum April dieses Jahres lässt sich analoges Satellitenfernsehen empfangen, es wurde längst von der digitalen Version DVB-S und ihrem Nachfolger DVB-S2 verdrängt. Entgegen den Plänen der Regierungen wird das analoge Kabelfernsehen noch mindestens bis zum Jahr 2015 angeboten, parallel zum digitalen DVB-C und praktischerweise auf demselben Kabel.

Für den Empfang des DVB-Signals benötigt man einen geeigneten Empfänger, der meistens in Form einer Settop-Box an den Fernseher angeschlossen wird. Die Box dekodiert die ankommenden Signale und leitet sie an den Fernseher und eine eventuell vorhandene Surround-Anlage weiter. Moderne Flachbildfernseher verfügen über integrierte Tuner für DVB-T/C/S und kommen somit ohne Settop-Box aus.

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