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Terminal-Befehle für fehlende Systemeinstellungen

29.05.2013 | 13:15 Uhr |

Das Terminal ist ein mächtiges System-Tool, das in den ungeübten Händen auch Schaden annrichten kann. Wir stellen in unserer Zusammenfassung solche Terminal-Befehle vor, die einige nützliche Systemeinstellungen ersetzen.

Vorschau der Anhänge in Mail ausblenden

Bei kleineren Bildern mag die Vorschau-Funktion in Mail noch hilfreich sein, doch ab der gewissen Größe hört der Spaß auf: Eine Kamera-Aufnahme wird in Original-Größe dargestellt, der Text verliert sich irgendwo weit unten. Dieses Verhalten kann man mit folgendem Befehl abschalten:

defaults write com.apple.mail DisableInlineAttachmentViewing -bool true

Danach zeigt Mail nur den Namen des Anhangs und dessen Dateityp. Der gleiche Befehl dient auch zum Wiedereinschalten der Funktion. Statt "true" tippt man am Ende "false" und betätigt die Eingabe-Taste. Der Befehl funktioniert unter OS X 10.6, 10.7 und 10.8.

In Mail lässt sich die Vorschau für Anhänge ausschalten.
Vergrößern In Mail lässt sich die Vorschau für Anhänge ausschalten.

Abgespeckten Finder aktivieren

Während einige Anwender gar nicht genug zusätzliche Optionen wie Tabs im Finder bekommen können, kann es manchmal nützlich sein, eine beschränkte Version des File-Managers auf dem Mac zu aktivieren. Besonders als eine schnelle Alternative für den Gast-Account ist die Einstellung nützlich, denn es werden alle Dokumente auf dem Schreibtisch ausgeblendet. Dazu kann die Lite-Version nur ein Fenster öffnen, Programme lassen sich aus dem Dock oder aus dem Programme-Ordner starten. An konkrete Dokumente kommt man in diesem Modus nur über Spotlight heran. Die Option »Gehe zu« ist übrigens auch ausgeblendet. Der Terminal-Befehl für diese Option ist:

defaults write com.apple.finder InterfaceLevel simple

Danach muss man noch den Finder beenden und neu starten. Am schnellsten geht es mit dem zusätzlichen Terminal-Befehl "killall Finder".

Der komplette Finder kann man auch in der Menüleiste aktivieren, doch diese Einstellung hat eigene Tücken.
Vergrößern Der komplette Finder kann man auch in der Menüleiste aktivieren, doch diese Einstellung hat eigene Tücken.

Will man die Simple-Ansicht beim Finder beenden,

  • wählt man zunächst in der Menüleiste die Option "Finder - kompletten Finder aktivieren". Die Anwendung verlangt nach dem Admin-Passwort.

  • Danach erscheinen die üblichen Funktionen in der Menüleiste und auf dem Desktop - die gespeicherten Dokumente.

  • Dieser Anschein der Normalität beim Finder trügt aber: Nach dem Neustart ist Spotlight deaktiviert und das Apple Menü in der linken oberen Ecke des Bildschirm hat nur noch wenige Funktionen. Damit alles wie gehabt funktioniert, muss man den Finder wieder über das Terminal umstellen.

Dies klappt mit dem Terminal-Befehl:

defaults write com.apple.finder InterfaceLevel standard

Wie üblich beendet man Finder, damit die neue Einstellung aktiviert wird. Der Befehl funktioniert mit drei letzten Versionen von OS X (10.6 bis 10.8).

Dashboard komplett ausschalten

Manche nutzen die OS-X-Widgets täglich, bei anderen Nutzern fristet das Dashboard ein Schatten-Dasein. Ist das der Fall, kann man die mitgelieferte Widget-Sammlung komplett abschalten. Bei den neueren Macs wird der Anwender die Änderung kaum wahrnehmen, bei den älteren Rechnern kann dies ein paar Sekunden Startzeit sparen. Der Terminal-Befehl dazu lautet:

defaults  write com.apple.dashboard mcx-disabled -bool  true

Damit die Einstellung wirkt, startet man noch das Dock neu: "killall Dock". Danach ist Dashboard nicht mehr zu erreichen. Der gleiche Befehl mit der Variable "false" statt "true" am Ende bringt die Sammlung von Widgets wieder zurück. Das funktioniert mit Snow Leopard bis Mountain Lion.

Nach dem Terminal-Befehl verschwindet Dashboard auch aus Mission Control.
Vergrößern Nach dem Terminal-Befehl verschwindet Dashboard auch aus Mission Control.

Wochentage in Kalender steuern

Nutzt man den Mac bei der Arbeit, sind im Kalender eigentlich nur die fünf Arbeitstage wichtig. Die privaten Termine am Wochenende verwaltet man meist auf dem iPhone oder zu Hause. Sie landen aber trotzdem über iCloud auf dem Arbeitsrechner. Solche Termine an den Wochenenden kann man ausblenden, indem man in der Wochenansicht des Kalenders nur fünf Tage aktiviert. Der folgende Terminal-Befehl ist dafür zuständig:

defaults write com.apple.iCal CalUIDebugDefaultDaysInWeekView 5

Danach beendet man die Kalender-App und startet sie neu. Die Variable am Ende des Befehls weist dem System zu, wie viele Tage eine Standard-Woche haben soll. Alternativ kann man hier auch "14" eintragen, so hat man die Übersicht über die Termine aus zwei Wochen gleichzeitig. Rückgängig manch man die Ansicht, indem man am Ende des Befehls die Zahl "7" einsetzt und Kalender neu startet. Der Befehl funktioniert nur unter OS X Mountain Lion.

Selbst manche Terminplaner auf Papier haben diese Funktion - nur Werktage darstellen. Das Gleiche geht in OS X mit Terminal.
Vergrößern Selbst manche Terminplaner auf Papier haben diese Funktion - nur Werktage darstellen. Das Gleiche geht in OS X mit Terminal.

Twitter-App konfigurieren

Die herkömmliche Twitter-App aus dem Mac App Store hat alles Nötige für den Alltagsgebrauch. Die Entwickler haben ihr aber noch ein zusätzliches Einstellungsmenü spendiert, das sich nur über das Terminal aktivieren lässt. Dieses Menü wird nach dem Terminal-Befehl sichtbar:

defaults write com.twitter.twitter-mac DebugMode -bool true

Danach muss man noch die Twitter-App beenden und neu starten. Das Menü bietet zusätzliche Optionen wie die vollständigen Namen aller Nutzer in der Timeline, dazu kann man die App zwingen, den neuen Tweet mit der einfachen Tastatureingabe anzufangen. Normalerweise muss der Nutzer direkt in die App wechseln oder über die Mitteilungszentrale den neuen Tweet schreiben. Man muss dabei anmerken, dass diese zusätzliche Leiste in der Twitter-App wirklich nicht für jeden Nutzer gedacht war, die deutsche Lokalisierung ist teilweise fehlerhaft oder unvollständig. Was die einzelnen Einstellungen bewirken, kann man nur beim Ausprobieren herausfinden. Das “Geheimnis”-Menü in Twitter kann man wieder mit dem gleichen Terminal-Befehl ausblenden, statt der Variable “true” tippt man “false” und betätigt die Eingabe-Taste. Dazu muss man die App nochmal neu starten. Der Befehl funktioniert unter OS X 10.6 bis 10.8.

Twitter-App unter Lion und Mountain Lion hat ein verstecktes Entwickler-Menü.
Vergrößern Twitter-App unter Lion und Mountain Lion hat ein verstecktes Entwickler-Menü.

Halbe Sterne bei Wertung in iTunes zulassen

Die Sterne in der iTunes-Mediathek unterstützen Genius dabei, die Lieder zu erkennen, die dem Nutzer gefallen. iTunes bietet die Bewertung von einem bis fünf Sterne. Wer eine feinere Skalierung braucht, kann sie über das Terminal aktivieren. Dafür tippt man den Befehl:

defaults write com.apple.iTunes allow-half-stars -bool true

Danach muss man die iTunes-App beenden und nochmal starten. Markiert man dann ein Lied aus der Liste und will dort Sterne vergeben, erscheinen auch die Optionen wie 1 ½, 2 ½ et cetera. Um die iTunes-Wertung in den Normalzustand zu bringen, gibt man in Terminal den gleichen Befehl mit der Variable “false” statt “true” und startet die iTunes neu. Der Trick funktioniert ab Snow Leopard.

Bilder aus iPhoto mit Mail senden

Verschickt man einzelne Bilder aus iPhoto, verwendet das Programm eine eigene eingebaute E-Mail-Funktion. Diese erlaubt, schnell und ohne Mühe ansprechende Layouts für die vorbereiteten Fotos und Meldungen zu wählen. Der Nachteil: iPhoto nutzt eine eigene Mail-Konten-Verwaltung, die nicht automatisch mit dem Schlüsselbund synchronisiert ist. So kann es zuweilen dazu kommen, dass iPhoto sich weigert, eine Nachricht zu verschicken, weil sich mittlerweile das Passwort geändert hat. iPhoto kann man auch dazu zwingen, die Bilder mit dem Standard-Mail-Programm zu versenden. Dafür tippt man im Terminal den folgenden Befehl:

defaults write com.apple.iPhoto EmailApp Mail

Und startet die Anwendung neu. Will man jetzt Bilder aus iPhoto verschicken, erscheint ein anderes Dialogfenster, das erlaubt, die Dateigröße und Meta-Informationen der angeklickten Bilder zu wählen. Klickt man auf die Schaltfläche “E-Mail erstellen”, blendet sich ein neues Mail-Fenster mit angehängten Bildern ein. Dieses Verhalten kann man wieder abstellen.

Anders als bei der eingebauten Mail-Anwendung in iPhoto geht das gewünschte Bild direkt in Mail über.
Vergrößern Anders als bei der eingebauten Mail-Anwendung in iPhoto geht das gewünschte Bild direkt in Mail über.

Da der eingegebene Terminal-Befehl keine Boolesche Operatoren beinhaltet, muss man dabei wieder “iPhoto” als Variable nach “EmailApp” einsetzen:

defaults write com.apple.iPhoto EmailApp iPhoto

Nach dem Neustart von iPhoto funktioniert die E-Mail wie gewohnt – die Bilder verschickt man aus iPhoto.

Launchpad ausmisten

Die Startrampe für Apps ist vom iOS zu Mac gewandert. Wer sie für den schnellen Start von Apps nutzt, kann die Apps in beliebiger Reihenfolge ordnen. So kann es schnell passieren, dass Launchpad vermüllt. Der Nutzer kann sicherlich einzelne Apps anfassen und von Hand löschen oder auf den gewünschten Bildschirm verschieben, doch es geht auch schneller: Mit dem Terminal-Befehl

defaults write com.apple.dock ResetLaunchPad -bool true

werden die Apps im Launchpad neu geordnet. Damit der Befehl Wirkung zeigt, muss man noch das Dock neu starten. Dies tut man mit dem neuen Terminal-Befehl „killall Dock“. Die Apps im Launchpad sind jetzt neu sortiert: Auf dem ersten Bildschirm landen die nativen Apps von Apple, alle weitere Bildschirme sind für die Dritthersteller-Apps reserviert. Das System sortiert zudem die Programme nach Namen in der alphabetischen Ordnung von A bis Z. Zurücksetzen kann man das Launchpad mit dem gleichen Befehlt, statt „true“ tippt man aber „false“ und startet das Dock neu. Der Befehl funktioniert mit den Versionen OS X 10.7 und 10.8.

Die Apps sind jetzt ordentlich in alphabetischer Reihenfolge sortiert.
Vergrößern Die Apps sind jetzt ordentlich in alphabetischer Reihenfolge sortiert.

Wiederherstellungs-Partition einblenden

Seit OS X 10.7 legt das System eine unsichtbare zusätzliche Partition an, die für Notfälle gedacht ist: Streikt die Haupt-Festplatte, kann der Nutzer zur Not das System aus der Rettungspartition wiederherstellen. Nach Standard-Einstellungen ist diese Partition unsichtbar. Der Anwender kann sie auswählen, wenn er den Mac mit der gedrückten Befehlstaste-R startet. Hat man aber das System neu installiert, die Festplatten ausgetauscht oder dupliziert, kann es schnell passieren, dass sich auf der Festplatte mehrere Rettungspartitionen befinden. Sie zu verwalten geht es nur über das Festplatten-Dienstprogramm. Der mitgelieferte Helfer hat ein verstecktes Debug Menü, das man nur über das Terminal einblenden kann. Mit dem Befehl:

defaults write com.apple.DiskUtility DUDebugMenuEnabled -bool true

blendet sich ein zusätzlicher Eintrag in der Menüleiste des Festplatten-Dienstprogramms. Mit dem Klick auf "Alle Medien einblenden" listet das Programm alle vorhandenen Wiederherstellungspartitionen mitsamt der Parameter ein. Das Menü schaltet sich mit dem gleichen Terminal-Befehl wieder ab, statt der Variable "true" muss man jedoch "false" eintippen. Nach dem Neustart des Dienstprogramm sieht seine Menüleiste wie gewohnt aus. Dies funktioniert unter OS X Lion und Mountain Lion.

Recovery HD lässt sich auch im Festplatten-Dienstprogramm einblenden.
Vergrößern Recovery HD lässt sich auch im Festplatten-Dienstprogramm einblenden.
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