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iPhone und iPad: Zeitvertreib im Urlaubsstau

23.06.2016 | 16:35 Uhr |

An diesem Wochenende wird es aller Voraussicht nach voll auf den Autobahnen, fünf Bundesländer gehen in die Sommerferien.

Am Donnerstag haben die Sommerferien in Bremen und Nordrhein-Westfalen begonnen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben morgen den letzten Schultag. Die zweite große Reisewelle nach der zu Pfingsten wird anrollen, vor allem die Autobahnen in den Süden werden mal wieder voll sein. Und schon jetzt ist klar, dass bei der Rückreise mit langwierigen Grenzkontrollen zu rechnen ist, planen Sie mal auf alle Fälle etwas mehr Zeit vor dem Karawankentunnel, dem Brennerpass und dem Walserberg ein.

Damit die Stimmung im Fahrzeug nicht kippt, sollten Sie an Ihr Entertainment und das Ihrer Mitfahrer gedacht haben. Dem Fahrer bleibt aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht viel mehr als die Musik aus der Anlage des Fahrzeugs, doch auf dem Beifahrersitz und der Rückbank können noch ganz andere Vergnügungen von der tristen Warterei ablenken. Mit diesen Tipps sind Sie gerüstet.

Für den Fahrer: Musik, Musik, Musik

Auch wenn Roaming immer günstiger wird: Im Auto haben Sie kaum die Möglichkeit, Ihre Lieblingsmusik aus Apple Music zu streamen. Es sei denn, Sie haben einen mobilen WLAN-Router dabei und diesen mit einer Ihren Bedürfnissen entsprechenden Prepaid-Karte ausgerüstet. Aber nicht immer ist der Mobilfunkempfang dort gut, wo Sie im Stau stehen. Also sollten Sie rechtzeitig vor dem Urlaub Platz auf Ihrem iPhone oder iPad freiräumen, um sich Ihre favorisierten Alben oder Wiedergabelisten offline zur Verfügung stellen zu können. Oder Sie haben noch einen älteren iPod, den Sie vor dem Antritt der Reise mit Musik und Hörbüchern befüllen. Aber Achtung: Nur auf den iPod Touch bekommen Sie die Inhalte aus Apple Music kopiert, auf iPod Classic, Nano und Shuffle lassen sich nur iTunes Store gekaufte oder von CD gerippte Musik oder andere Audioinhalte kopieren. Vielleicht doch noch das neue Doldinger-Album kaufen , obwohl es bei Apple Music im Stream bereit steht?

Wie Sie aber nun die Musik von iPod, iPhone oder iPad auf die Autoanlage bekommen, ist dann aber auch noch ein Problem, für das wir keine konkreten Lösungen geben können - wir wissen ja nicht, wie Ihr Auto ausgestattet ist. Im Stau jedoch funktionieren FM-Transmitter erfahrungsgemäß ganz gut, da Sie sich nur sehr langsam bewegen, kommen Sie nicht ständig in die Gebiete neuer Sender, die auf der von Ihnen gewählten Frequenz funken. Blöd nur, wenn die Staunachbarn auf die selbe Idee kommen und Sie sich gegenseitig stören. Aber dann schalten Sie einfach 100 Kilohertz weiter und es sollte wieder funktionieren.

Der Transmitter Technaxx FMT-X4000 hatte uns im Test mit seiner guten Funkqualität überzeugt. Strom bezieht er vom Zigarettenanzünder und lädt auch iPhone oder iPad (!) auf, das man mit dem Halter in die Windschutzscheibe klebt. Aber Achtung: PIN-Stecker, also nur für ältere Modelle geeignet.
Vergrößern Der Transmitter Technaxx FMT-X4000 hatte uns im Test mit seiner guten Funkqualität überzeugt. Strom bezieht er vom Zigarettenanzünder und lädt auch iPhone oder iPad (!) auf, das man mit dem Halter in die Windschutzscheibe klebt. Aber Achtung: PIN-Stecker, also nur für ältere Modelle geeignet.
© Technaxx

Natürlich können Sie auch einen kompakten Bluetooth-Lautsprecher mit auf Reisen nehmen und diesen etwa mit einem Teppichklebeband am Armaturenbrett befestigen. Diese Lösung ist unabhängig von externen Sendern und Sie bleiben ganz Herr des Programms.

Mit einem Bluetooth-Lautsprecher bekommt man den Sound vom iPhone natürlich auch hervorragend ins Auto. Kompakt soll der Speaker schon sein, aber auch nicht zu klein. Vor der Reise Akkus aufladen nicht vergessen!
Vergrößern Mit einem Bluetooth-Lautsprecher bekommt man den Sound vom iPhone natürlich auch hervorragend ins Auto. Kompakt soll der Speaker schon sein, aber auch nicht zu klein. Vor der Reise Akkus aufladen nicht vergessen!
© Logitech

Oder Sie greifen ganz klassisch zur CD. Im Stau haben Sie ja selbst die Muße, nach einer Stunde oder so das Album zu wechseln und müssen keinen Beifahrer bemühen. Oder Sie haben sich vor dem Antritt der Reise eine MP3-CD zusammengestellt . Wenn der CD-Player Ihres Wagens das Format versteht, haben Sie sieben bis acht Stunden lang ununterbrochen Musik. Hin und wieder kann man ja mal auf das örtliche UKW-Radio wechseln, wenn das ohnehin nicht im Rahmen des automatischen Verkehrsfunks geschieht. Psychologisch ist es nämlich immer besser, wenn man weiß, wie lange man voraussichtlich noch im Stau steht.

Für den Beifahrersitz: Den Fahrer unterstützen

Egal, wer von Ihnen im Stau nun, naja, "fährt" oder ob Sie sich abwechseln beim Quälen der Kupplung im Stop-and-Go, für den Fahrer oder die Fahrerin bedeutet das grundsätzlich mehr Stress, auch wenn die Lieblingsmusik aus den Boxen schallt. Für den Beifahrer oder die Beifahrerin gilt also in erster Linie, die Person links vorne bei Laune zu halten. Wie, hängt natürlich von der Person und dem Stressniveau ab. Anreichen von Getränken und Keksen ist selten verkehrt, unter Umständen ist es aber auch hilfreich, mit  Apples Karten oder anderen Navigations-Apps , die man vor der Reise auf sein iPhone geladen hat, die nähere Umgebung zu erkunden. Gibt es eine halbwegs interessante Sehenswürdigkeit hinter der nächsten Ausfahrt? Oder verheißt hier eine Alternativroute besseres Vorankommen? Wenigstens ein Gasthaus wäre eine willkommene Abwechslung, dann aber bitte sofort das Füttern des Fahrers einstellen. Auch hier gilt: Unbedingt vor Fahrtantritt Kartenmaterial besorgen. Apps wie Maps.me bieten Offline-Karten, was ja auch Google Maps ermöglicht. Apples eigene Kartenapp wird zwar immer besser und zeigt zuverlässig Point of Interests an, aber man weiß ja nie, wie gut die Internetverbindung ist. Als Kunde der Telekom haben Sie womöglich schon die kostenlose Version von Navigon geladen, die eventuell einen Ausweg aus dem Stau zeigen könnte, oder Sie verwenden eine andere App wie Navmii, Waze oder TomTom Europa . Vergessen Sie aber den alten Autoatlas, der schon seit Jahren im Handschuhfach vor sich hin gammelt. Der ist überholt und zeigt vor allem die aktuellen Staus nicht an. Immer empfehlenswert sind die Apps des ADAC, vor allem ADAC Maps mit aktuellen Stauinformationen. Im Notfall hilft die ADAC Pannenhilfe per App weiter.

Auch nicht verkehrt: Anhand von Nachrichten- oder Verkehrsapps oder einfach dem in den iPod Nano von 2009 eingebauten Radio zu versuchen, weitere Informationen über Art, Länge und Dauer des Staus in Erfahrung zu bringen.

Da wird am Wochenende noch viel mehr rot zu sehen sein: Navi-Apps zeigen die aktuelle Verkehrslage - hier Apples Karten.
Vergrößern Da wird am Wochenende noch viel mehr rot zu sehen sein: Navi-Apps zeigen die aktuelle Verkehrslage - hier Apples Karten.

Aber vielleicht will der Fahrer nichts von alledem, dann lesen Sie halt ein gutes Buch und sagen weiter nichts mehr. Bei langsamer Fahrt sollte das auf iPad und iPhone wunderbar funktionieren, ohne dass es Ihnen schlecht wird. Die App iBooks haben Sie ja schon vor Fahrtantritt mit Urlaubslektüre gefüllt. Da ist bestimmt noch was noch nicht weg gelesen. Und falls doch: So groß sind die Downloads neuer Bücher auch wieder nicht, das geht schon mal über eine Mobilfunkverbindung.

Apples iBooksstore hat ausreichend Urlaubslektüre. Vielleicht will der Fahrer ja etwas vorgelesen bekommen?
Vergrößern Apples iBooksstore hat ausreichend Urlaubslektüre. Vielleicht will der Fahrer ja etwas vorgelesen bekommen?

Für die Rückbank: Spielen und Schauen

Meist sitzen die ungeduldigsten Reisenden auf der Rückbank, weswegen man mit Kindern unterwegs öfter mal Pausen einlegen sollte, als man das sich sonst gönnt. Im Stau ist das aber schwierig. Also weichen wir von dem Prinzip ab, dass die da hinten während der Fahrt nicht auf das iPad glotzen sollten. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit unterhalb derer von Fußgängern oder allenfalls langsamen Radfahrern ist das mit dem irritierten Gleichgewichtssinn auch kein Problem mehr. Sieht man auf den Bildschirm statt aus dem Fenster, wird einem bei dem Tempo nicht schlecht. Für den Urlaubsort hatten wir ja ohnehin auf das für die Kinder gedachte iPad jede Menge (Video-)Podcasts geladen und dazu das ein oder andere Hörspiel, einige Folgen der Lieblingsserien junger Zuschauer und etliche Filme aus dem iTunes Store.

Um des lieben Friedens im Auto willen: Bitte auf den hinteren Plätzen Kopfhörer benutzen. Wir da vorne wollen uns bei Freejazz entspannen und nicht hören, wie Bibi und Tina um die Wette reiten . Hat man hinten zwei Kinder vor einem iPad sitzen, benötigt man natürlich noch einen Y-Stecker , damit beide ihre Kopfhörer anschließen können. Bei den Konstellationen "ein Kind - ein iPad" oder "zwei Kinder - zwei iPads" bietet sich für den angenehmeren Filmgenuss noch eine Halterung wie das iKlip Xpand von IK Multimedia oder das RingO von Vogel's an, mit dem sich das iPad an der Nackenstütze von Fahrer- und Beifahrersitz festschrauben lässt. Oder die Kinder spielen einfach noch mal eine Runde Angry Birds - bitte mit Kopfhörern!

An Kopfstützen lässt sich ein iPad mit dem richtigen Zubehör montieren. Auch Bahnreisende haben mit iPad-Halterungen aller Art mehr Vergnügen unterwegs. Wobei da die Sache mit dem Stau eher weniger dramatisch ist.
Vergrößern An Kopfstützen lässt sich ein iPad mit dem richtigen Zubehör montieren. Auch Bahnreisende haben mit iPad-Halterungen aller Art mehr Vergnügen unterwegs. Wobei da die Sache mit dem Stau eher weniger dramatisch ist.
© Vogel's

Für alle: Energie!

Je länger der Stau, desto leerer die Akkus der iPhones und iPads im Wagen. Glücklicherweise hat man auch im Auto Strom und ein Hersteller wie Equinux bietet mit dem Turbolader eine Ladestation mit USB-Ausgängen an, die man in die Autosteckdose, vulgo Zigarettenanzünder, einstöpselt. Das ständige Wiederanfahren, Motor abstellen und wieder anlassen belastet die Batterie aber ungemein, klug ist es, im Fahrzeug so wenige Verbraucher wie möglich anzuschalten, damit die Maschine auch wieder anspringt. Mit Powerbanks - wir haben hier eine kleine Übersicht zusammengestellt - umgehen Sie dieses Problem. Die externen Akkus müssen natürlich vor Fahrtantritt aufgeladen sein, dann aber bietet sie in der Regel eine weitere vollständige Ladung für ihr Mobilgerät.

Externe Akkus oder Powerbanks sollte man geladen mit sich führen, wenn es mal wieder länger dauern kann. Hier der Flachmann von Equinux.
Vergrößern Externe Akkus oder Powerbanks sollte man geladen mit sich führen, wenn es mal wieder länger dauern kann. Hier der Flachmann von Equinux.
© Equinux

Ach ja, eine Sache ist dann auch noch wichtig, das kann das iPhone ja auch: Rufen Sie an Urlaubsort oder zu Hause an, dass Sie wie jedes Jahr später als geplant kommen.

Apropos sprechen: Es geht im Urlaubsstau natürlich auch ganz ohne Unterhaltungselektronik. Man kann sich auch wunderbar unterhalten, etwa darüber, was man vom beginnenden Urlaub erwartet oder welche Erlebnisse im zurückliegenden ganz besonders schön waren. Spart viel Energie.

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