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Filme von der Fotokamera importieren

31.05.2011 | 10:12 Uhr |

Fast jede aktuelle Digitalkamera ist auch in der Lage, Videos aufzunehmen. Wer diese Filme auf den Mac übertragen und bearbeiten will, muss sich mit den zwei unterschiedlichen Importwegen beschäftigen

Bei Fotos im JPEG-Format ist es einfach: Sie lassen sich ohne Umweg am Mac nutzen. Für den Import nutzt man iPhoto oder das Programm Digitale Bilder und kann die Fotos in jeder Anwendung verwenden, da sich alle Programme auf das Format verstehen. Komplizierter ist es bei Bildern im RAW-Format. Für die vielen unterschiedlichen Versionen benötigt man einen Konverter, um die Bilder dann bearbeiten zu können. Diesen liefert Apple mit dem System mit und aktualisiert ihn von Zeit zu Zeit für neue Kameramodelle. iPhoto und Aperture greifen auf ihn zurück. Photoshop , Photoshop Elements und Lightroom verfügen über einen eigenen RAW-Konverter.

Für die mit einer Digitalkamera aufgenommenen Filme gibt es ebenfalls kein einheitliches Format. Der Mac und die iLife-Programme kommen zwar mit den unterschiedlichen Versionen zurecht, einige Unterschiede gibt es jedoch zu beachten.

Verpackung und Inhalt

Bei Videos unterscheidet man zwischen dem Dateiformat ("Container") und dem "Codec", einem mathematischen Verfahren, um den Film zu komprimieren. Aktuell übliche Dateiformate bei Digitalkameras sind Quicktime Movie (". mov ") und Audio Video Interleave (". avi "). Als Codec setzen die aktuellen Kameras entweder auf das moderne und Platz sparende Format H.264 (MPEG-4 AVC) oder auf das großzügiger mit dem Platz umgehende Motion JPEG (M-JPEG). Ein Film von einer Kamera im Quicktime-Format kann also beispielsweise einen der beiden Codecs verwenden, der Datei selbst sieht man nicht an, welcher Codec enthalten ist.

Von den meisten Digitalkameras werden die Filme zusammen mit den Bildern über iPhoto importiert.
Vergrößern Von den meisten Digitalkameras werden die Filme zusammen mit den Bildern über iPhoto importiert.

Für den Import dieser Filmformate von der Kamera oder der Speicherkarte sind iPhoto oder Digitale Bilder zuständig. iMovie erkennt sie dagegen nicht, wenn man "Ablage > Von Kamera importieren" aufruft.

Eine Sonderstellung nimmt das Format Advanced Video Coding High Definition ( AVCHD ) ein. Als Codec setzt AVCHD ebenfalls H.264 ein, die Entwickler Sony und Panasonic haben aber entschieden, die Datei als MPEG Transport Stream (".mts") zu verpacken. AVCHD verwendet außerdem ein relativ komplexes Dateisystem, um Filme, Audio und die dazugehörigen Metadaten zu verwalten. AVCHD wird anders als die anderen Filmformate von Quicktime nicht unterstützt. Weder iPhoto noch Digitale Bilder erkennen deshalb Filme in diesem Format, und die Videos lassen sich auch nicht mit Quicktime Player abspielen. Nur iMovie kann die Daten von der Kamera oder der Speicherkarte importieren.

Filmimport mit iPhoto

Schließt man eine Digitalkamera an den Mac an oder steckt die Speicherkarte in das Lesegerät beziehungsweise in den Kartensteckplatz, startet standardmäßig iPhoto, um Bilder und Filme in die iPhoto-Mediathek zu importieren. Die Videos werden im Importfenster zusammen mit den Bildern angezeigt, man erkennt sie nur an dem dunklen Balken am unteren Rand des Vorschausymbols und der Namenserweiterung der Datei. Ausgenommen sind Filme im Format AVCHD, die iPhoto nicht erkennt und anzeigt. Bei Kameras, die dieses Format für die Videos verwenden, werden nur die Fotos aufgelistet.

Importiert man Filme von einer Kamera oder einer Speicherkarte, sichert sie iPhoto im selben Ereignis wie die gleichzeitig importierten Fotos. Um die Videos schneller zu finden, lohnt es sich deshalb, ein intelligentes Album anzulegen und für dieses die Bedingung "Foto ist Video" einzustellen. Wählt man das Album aus, erhält man in iPhoto eine Liste aller Filme in der Mediathek.

Filme in iPhoto trimmen

In iPhoto importierte Filme lassen sich trimmen und dann in gekürzter Fassung an Mobile Me, Flickr oder Facebook übertragen.
Vergrößern In iPhoto importierte Filme lassen sich trimmen und dann in gekürzter Fassung an Mobile Me, Flickr oder Facebook übertragen.

Startet man einen Film in iPhoto mit einem Doppelklick, blendet sich eine Leiste mit den Bedienelementen ein. Ganz rechts in der Leiste gibt es ein Zahnradsymbol, über das man ein Menü mit dem Befehl "Trimmen" öffnet. Wählt man ihn aus, blenden sich ein Filmstreifen mit einem darüber liegenden gelben Rahmen ein. Dieser lässt sich an beiden Enden nach innen verschieben, um den Film am Anfang und am Ende zu verkürzen. Mit einem Klick auf "Trimmen" wird die Einstellung übernommen. Wie bei allen Bearbeitungsschritten in iPhoto lässt sich dieser Vorgang jederzeit widerrufen, den Befehl "Trimmen zurücknehmen" findet man im selben Menü wie den Befehl "Trimmen". Das Trimmen wirkt sich sowohl auf das Abspielen in iPhoto als auch auf die Übertragung des Films zu Mobile Me, Facebook und Flickr aus. Die entsprechenden Optionen findet man im Menü, das man mit einem Klick auf "Bereitst." in der unteren Symbolleiste öffnet. iPhoto überträgt jeweils nur den reduzierten Teil des Films.

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