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Videotelefonate am Mac, Teil 2: Skype

31.07.2014 | 10:01 Uhr |

Skype bietet die meisten Optionen, die aber nicht alle gratis sind. Teil 2 unseres Video-Chat-Workshops mit reichlich Tipps.

Mehr Flexibilität mit Skype

Der mittlerweile von Microsoft übernommene VoIP-Klassiker Skype ist deutlich vielseitiger als Apples Lösung Facetime . Skype bietet zwar auch kostenpflichtige Dienste, wie den Übergang in normale Telefonnetze, SMS-Versand und WLAN-Hotspots, doch die einfache Verbindung zu anderen Skype-Nutzern über das Internet ist kostenlos. Dazu gehören mittlerweile auch Video-Chats, die früher ein Teil des Premium-Pakets waren. Dabei muss man sich an die Regeln „Fair Usage“ halten, das bedeutet maximal vier Stunden pro Chat, zehn Stunden am Tag oder 100 Stunden im Monat. Damit reicht die freie Grundausstattung für normale Zwecke vollkommen aus. Die Installation beginnt mit dem Download der Client-Software von der Skype-Website . Anschließend kopieren Sie die App in den Programme-Ordner von OS X, und schon kann es losgehen. Skype bietet seine Software für so ziemlich alle wichtigen mobilen Plattformen an, darunter auch Apps für iPhone und iPad , sodass sich alle möglichen Geräte einbinden lassen.

Videokonferenzen mit Skype

1. Konto einrichten

Die Einstellungen für die Privatsphäre sind umfangreich.
Vergrößern Die Einstellungen für die Privatsphäre sind umfangreich.

Um Skype nutzen zu können, müssen Sie sich ein kostenloses Benutzerkonto einrichten. Dazu klicken beim Sie ersten Start der Skype-Software auf „Konto erstellen“

Es reicht, wenn Sie Namen und E-Mail-Adresse eingeben. Dazu müssen Sie noch Ihren Skype-Namen und ein Passwort festlegen. Nach erfolgreicher Anmeldung fragt das Programm, ob es auf Ihre Kontakte zugreifen darf. So lange Sie keinen kostenpflichtigen Account buchen, mit dem Sie SMS verschicken können, macht das kaum Sinn. Nach den Startinfos ist die App bereit für den ersten Anruf.

2. Einstellungen prüfen

Skype erlaubt die Suche unter allen Skype-Teilnehmern.
Vergrößern Skype erlaubt die Suche unter allen Skype-Teilnehmern.

Bevor Sie mit dem neuen Skype-Konto telefonieren, empfehlen wir einen Blick in die Einstellungen des Programms.

Hier legen Sie unter anderem fest, ob andere Ihr Profilfoto sehen, Sie anrufen dürfen und von wem Video-Chats erlaubt sind. Wir empfehlen zur Vermeidung von Werbung und Phishing nur die Kommunikation mit bekannten Kontakten zu erlauben. Zur Bearbeitung Ihres Profils klicken Sie im Skype-Fenster auf Ihren Namen und dann auf „Konto verwalten“, um die persönliche Website zu öffnen.

3. Kontakte anlegen

In der eigenen Kontaktliste erscheinen auch die Profilfotos.
Vergrößern In der eigenen Kontaktliste erscheinen auch die Profilfotos.

Um einen Gesprächspartner zu suchen, geben Sie den Klarnamen oder einen bekannten Teil der Skype-ID in das Suchfeld des Fensters ein.

Sie können nun weitere Kriterien, wie Land, Stadt, Alter oder Geschlecht vorgeben. Die Skype-App zeigt die passenden Einträge des globalen Skype-Telefonbuchs, in dem alle Nutzer erscheinen. Haben Sie die Person gefunden, klicken Sie rechts auf das grüne Icon, um ihm eine Kontaktanfrage zu senden. Die Person kann im Text-Chat antworten und gleich annehmen, ablehnen oder den Absender sperren.

4. Gespräch starten

Um jemanden anzurufen, können Sie dessen Skype-Namen im Fenster „Wähltasten“ eingeben. Meist nutzt man aber den Eintrag „Kontakte“ in der Seitenleiste des Fensters.

Fahren Sie hier mit dem Zeiger auf ein Bild, erscheint eine grüne Taste zum Anrufen, die durch ein Kamera- oder Hörersymbol auch gleich zeigt, ob eine Videoverbindung möglich ist. Klicken Sie rechts auf das kleine Dreieck, können Sie per Menü zwischen Audio- und Videoverbindung wählen oder eine Textnachricht schicken. Der Angerufene kann selbst entscheiden, ob er die Kamera aktivieren will.

5. Konferenz eröffnen

Skype erlaubt Videkonferenzen mit mehr als zwei Personen.
Vergrößern Skype erlaubt Videkonferenzen mit mehr als zwei Personen.

Um eine weitere Person in das Gespräch zu holen, klicken Sie einfach auf die Plustaste. Die App zeigt ein Menü, in dem Sie „Teilnehmer hinzufügen“ wählen.

Es erscheint eine Liste Ihrer Kontakte, in der Sie auch mehrere Personen markieren können. Als zweite Möglichkeit für Konferenzen können Sie Gruppen anlegen. In der linken Fensterspalte lassen sich mit einem Klick alle gleichzeitig anrufen.

6. Bilder übertragen

Das praktische an Skype ist, dass man während einer Videoverbindung auch Textnachrichten austauschen oder Dateien versenden kann.

Will man zum Beispiel ein Chart besprechen, schickt man es einfach als Bild an den (oder die) Gesprächspartner. Ein weiteres praktisches Feature ist die Bildschirmübertragung. Dabei kann der ganze Bildschirm oder nur ein Programmfenster gesendet werden. Das Bild wird dabei laufend aktualisiert. Der Stream wird wie ein zusätzlicher Teilnehmer behandelt.

10 Tipps für professionelle Video-Chats

1. Arbeitsplatz vorbereiten
Vor einer Videokonferenz sollten Sie Ihren Arbeitsplatz aufräumen. Das gilt nicht nur für den Teil, der im Bild zu sehen ist. Legen Sie alle Unterlagen griffbereit hin, damit Sie nicht irgendwelche Stapel auf dem Schreibtisch durchsuchen oder sogar kurz rausgehen müssen. Außerdem sollten Sie vorher mit einem Bekannten testen, ob die Hard- und Software richtig konfiguriert ist und wie gewünscht funktioniert.

2. Hintergrund kontrollieren
Am besten eignet sich ein schlichter Hintergrund, der nicht von Ihrer Person ablenkt. Das muss nicht unbedingt eine einfarbige Wand sein, aber unaufgeräumte Regale und offene Schränke sind tabu, genau wie Kartonstapel oder andere Dinge, die den Eindruck erwecken, Sie würden in einem Abstellraum sitzen. Auch ein Fenster oder eine Glastür sind eine schlechte Wahl, wenn sich davor etwas bewegt.

3. Beleuchtung und Kleidung
Achten Sie darauf, dass sowohl Sie als auch der Hintergrund gut beleuchtet sind. Eine Schreibtischlampe als Spot auf Ihrem Gesicht wirkt eher unheimlich. Ungünstig ist auch, wenn die Deckenbeleuchtung als einzige Lichtquelle den Raum ausleuchtet, aber Ihr Gesicht im Schatten bleibt. Helle Kleidung wirkt freundlicher und lenkt den Blick auf Sie, auf jeden Fall sollte sich das Oberteil vom Hintergrund abheben. Ein weißes Hemd vor weißer Wand lässt Sie wie ein Chamäleon verschwinden.

4. Position der Kamera
Die Kamera sollte in etwa auf Augenhöhe oder leicht darüber stehen. Sitzen Sie vor einem iMac, ist das kein Problem, aber ein Macbook sollte mit einem Ständer in die passende Position gebracht werden. Zur Not tun es auch einfach ein paar Bücher als Unterlage. Lassen Sie sich unbedingt Ihr eigenes Bild einblenden und kontrollieren Sie es. Das Notebook auf dem Schoß bietet übrigens eine völlig ungeeignete Perspektive. Der Blick von unten in die Nase lässt sie unsympathisch und überheblich wirken.

5. Fenster der App
Normalerweise halten wir beim Gespräch Augenkontakt und sind irritiert, wenn ein Gegenüber das nicht tut. Bei Videokonferenzen ist das schwer. Die richtige Kameraposition ist nur die halbe Miete. Platzieren Sie das Fenster mit dem Gesprächspartner zentral unter der Kamera. Liegt es seitlich auf, erwecken Sie den Eindruck an Ihrem Gegenüber vorbeizuschauen. Achtung Brillenträger: Prüfen Sie anhand des eigenen Bildes, ob es Reflexionen auf den Brillengläsern gibt. Falls ja, korrigieren Sie Kamerawinkel oder Beleuchtung.

6. Fester Stand
Sorgen Sie dafür, dass die Kamera einen festen Stand hat. Falls Sie die Angewohnheit haben, unter dem Tisch mit den Füßen zu wippen oder ähnliches, so kann man das zwar nicht direkt sehen. Sie sollten aber aufpassen, dass sich diese Schwingungen nicht auf den Tisch und damit die Kamera übertragen, sonst fängt das gesendete Bild an zu wackeln, was für den sich gegenüber befindenden extrem unangenehm ist.

7. Ton beachten
Der gute Ton ist genauso wichtig, wie das Bild. Die Mikrofone neuerer Macs sind meist ganz OK, wenn Sie nicht zu weit weg sitzen. In Verbindung mit den internen Lautsprechern gelingt es dem Mac normalerweise auch gut, Rückkopplungen und Echos zu vermeiden. Gibt es Probleme mit der Tonübertragung, hilft ein Headset. In diesem Fall sollten Sie allerdings unauffällige In-Ear-Hörer großen DJ-Mickeymäusen vorziehen.

8. Externes Mikrofon
Sitzen mehrere Personen im Raum, empfiehlt sich ein externes Mikrofon, das weniger gerichtet aufnimmt. Dabei sollten alle Teilnehmer in etwa den gleichen Abstand haben. Sonst passiert es, dass man nur die näher sitzenden Personen gut hört, während alle anderen kaum zu verstehen sind.

9. Umgebungsgeräusche
Beim privaten Klönen stören zwitschernde Vögel im Hintergrund sicher nicht. Vor wichtigen Gesprächen und Konferenzen sollten Sie allerdings besser die Fenster schließen, damit vorbeifahrende Autos oder andere Umgebungsgeräusche die Verständigung nicht beeinträchtigen. Außerdem sollten Sie Radios ausschalten und Telefone oder Handys am Platz auf lautlos stellen. Auch das Klappern der Tastatur stört. Lässt es sich nicht vermeiden, schalten Sie kurz Ihr Mikrofon stumm.

10. Ruhig agieren
Vermeiden Sie ausladende Gesten und schnelle Bewegungen. Die wirken leicht hektisch oder sogar aggressiv. Sie sollten auch nicht ständig die Sitzposition ändern oder mit der Hand im Gesicht oder in den Haaren herumfummeln. Der Blick durch die Kamera verstärkt solche Dinge und lässt Sie nervös oder unkonzentriert erscheinen. Das gilt auch, wenn Sie in Konferenzen nebenbei E-Mails lesen oder im Web surfen. Andere merken sofort, wenn Sie nicht bei der Sache sind.

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