Von Mattias Zehden - 19.12.2012, 11:05

OS X Mountain Lion

Von Windows auf OS X Mountain Lion umsteigen

Wer von Windows auf den Mac umsteigt, muss sich nicht nur an ein neues System gewöhnen. Wir zeigen, wie Sie Daten und Dokumente übertragen, dazu passende Apps finden und sogar viele Programme weiternutzen können
Die einfache Bedienung und die vielen innovativen Funktionen von Mountain Lion sind allein schon gute Argumente für den Umstieg von Windows. Der eigentliche Knackpunkt ist aber die perfekte Integration der Apple-Produkte, wie OS X, iTunes, iCloud, Apple TV, iPhone und iPad. Die mobilen Geräte arbeiten zwar auch mit Windows zusammen, aber auf dem Mac kommen alle Komponenten aus einer Hand. Ob Synchronisierung persönlicher Daten oder Videostreaming – die Zusammenarbeit klappt einfach, reibungslos und vollständig. Mit Mountain Lion sind OS X, iCloud und iOS noch einmal ein Stück enger zusammengewachsen.

Checkliste Umstieg auf OS X Mountain Lion

Zur Vorbereitung des Wechsels klären:



  • PC-Daten aufräumen
  • Mac-Apps für wichtige Daten auswählen
  • Daten in passendem Format exportieren
  • Netzwerkverbindung für Migration oder Freigabe möglich?
  • USB-Platte für Transport und Backup
  • Windows-Lösungen prüfen, wenn Windows-Apps benötigt werden

Im Folgenden geben wir Hilfestellungen für Umstiegswillige. Wir beginnen mit einigen Basics für die erste Orientierung am Mac, geben Tipps für den Transfer wichtiger Daten und Dokumente und zeigen schließlich, welche Apps für Umsteiger wichtig sind und wie man vorhandene PC-Programme weiter nutzt.

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Struktur der Mac-Daten und -Volumes


Auf der obersten Ebene des Startvolumes finden Sie nach der Installation von OS X die vier Standardordner Benutzer, Library, Programme und System. In Benutzer gibt es für jeden eingerichteten Account einen Ordner, in dem die persönlichen Daten des jeweiligen Anwenders liegen, das Home- oder Privatverzeichnis. Darin finden Sie weitere Ordner für Dokumente, Bilder, Filme, Musik und mehr. An diese Einteilung muss man sich natürlich nicht halten, aber es ist sehr sinnvoll, da viele Apps standardmäßig hier suchen.

In Programme werden Apps installiert, und System enthält die Verzeichnisse von Mountain Lion. In Library liegen externe Ergänzungen zu Programmen. Das können zum Beispiel Einstellungen, Cache-Dateien oder gespeicherten Daten sein, auf die der Benutzer nur über die zugehörige App zugreift. So liegen etwa E-Mail-Postfächer oder das Adressbuch nicht in Dokumente, sondern im Library-Ordner des Benutzers. Weitere Beispiele sind Fonts oder Bibliotheken, die so mehreren Apps oder Benutzern zur Verfügung stehen. Eine OS-X-typische Besonderheit des Library-Ordners ist, dass es mehrere davon gibt. Einen exklusiv für OS X (in System), den allgemeinen auf der obersten Ebene des Startlaufwerks für alle Benutzer und noch jeweils einen (versteckt) im Privatverzeichnis jedes Benutzers. Dabei ist Letzterer für den Benutzer reserviert und hat Vorrang vor dem allgemeinen Ordner. Wenn ein Installer Sie also fragt, ob etwas nur für den aktiven oder für alle Benutzer verfügbar sein soll, dann will er in der Regel wissen, ob er den privaten oder allgemeinen Library-Ordner für zusätzliche Komponenten nutzen soll.


Daten vom Windows-PC auf den Mac übertragen

Wir empfehlen Ihnen, sich erst etwas mit dem neuen System vertraut zu machen, bevor Sie die Daten vom Windows-PCs auf den Mac holen. Dafür gibt es verschiedene Wege. Grundsätzlich lassen sich nur Dokumente und einige Einstellungen übertragen, Programme funktionieren auf dem Mac normalerweise nicht mehr, da sie für ein bestimmtes System entwickelt werden. Zu den wenigen Ausnahmen gehören Java-basierte Apps. Es gibt allerdings ein paar Wege, Windows auf dem Mac zu installieren, doch dazu später mehr.


Migrationsassistenten nutzen


Als erste Möglichkeit für den Dateitransfer bietet Apple schon bei der Installation von OS X die Nutzung des Migrationsassistenten an, der auch Daten von einem Windows-PC kopieren kann. Die müssen Sie allerdings etwas vorbereiten. Laden Sie den Migrationsassistenten für Windows, und installieren Sie ihn auf dem PC. Danach räumen Sie unter Windows noch einmal gründlich auf und sortieren Ihre Daten in Verzeichnisse innerhalb Ihres persönlichen Dokumente-Ordners.
Beenden Sie unter Windows alle laufenden Programme, inklusive der automatischen Updatefunktion. Beide Rechner müssen im gleichen lokalen Netz sein und der Migrationsassistent auf beiden gestartet werden. Wählen Sie auf dem Mac die Übertragung „Von einem Mac oder PC“. Die Rechner sollten sich automatisch finden und zur Bestätigung den gleichen Zahlencode anzeigen.
Auf dem Mac können Sie nun auswählen, was transferiert werden soll. Der Migrationsassistent unterstützt unter anderem Mail-Accounts aus Outlook, Outlook Express, Windows Mail, Outlook- und Windows-Kontakte sowie Outlook Kalender, Ordner aus dem Benutzerverzeichnis, die iTunes-Library und Bookmarks von Explorer, Safari und Firefox. Eine detaillierte Liste finden Sie in Apples Support-Bereich. Mit „Fortfahren“ starten Sie die Übertragung. Der Assistent bastelt aus den Daten einen neuen Benutzer-Account auf dem Mac. Nach unserer Erfahrung empfiehlt sich allerdings eine genaue Kontrolle der Daten. Kennwörter werden aus Sicherheitsgründen nicht kopiert und müssen auf dem Mac neu eingegeben werden.

Wer für wichtige Daten wie Mail, Kontakte, Termine und Bookmarks ein nicht vom Migrationsassistenten unterstütztes Programm benutzt, exportiert die Daten am besten bereits mit den Windows-Apps.


Manueller Umzug


Der komplette Umzug per Assistent ist bequem, aber nicht immer die beste Wahl. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Entrümpeln. Das ist genau wie beim Umzug in eine neue Wohnung. Der alte Kram vom Dachboden kann zum großen Teil einfach in den Müll. Auch auf dem PC gibt es oft viele alte Archive mit Inhalten, die man nicht mehr braucht oder für die man längst keine passenden Apps mehr hat.

Für den manuellen Transport vom Windows-PC zum Mac empfehlen sich externe Speichermedien, möglichst eine externe USB-Festplatte. Die formatiert man im FAT-Format, das sich unter beiden Systemen ohne Einschränkungen lesen und schreiben lässt. Die Festplatte bietet auf jeden Fall genug Platz, ist relativ günstig und kann nach erfolgreicher Übertragung der wichtigen Daten einfach als Backup des PCs in den Schrank wandern. Wer es mobil haben möchte, greift zum USB-Stick oder zur 2,5-Zoll-Platte.
Neben dem Transportmedium stellt sich für Windows-Anwender auch noch die Frage, welche Dokumentformate man unter OS X mit welchen Programmen öffnet.


Office-Dokumente auf den Mac umziehen


Im Office-Bereich sind die Dateiformate von Microsoft ein Standard, der von vielen Apps systemübergreifend genutzt werden kann, wenn auch zum Teil nur einfach strukturierte Dokumente. Um Probleme zu vermeiden, sollte man für den Austausch die alten Office-97/98-Formate mit den Endungen „doc“, „xls“ und „ppt“ benutzen. Außerdem sollte man keine Makros verwenden. Einfache Word-Dokumente kann selbst das mit OS X gelieferte Textedit nutzen. Ein echtes Austauschformat für formatierte Texte ist „rtf“. Hier gibt es mittlerweile allerdings auch schon viele individuelle Erweiterungen.

Natürlich gibt es auch für den Mac gute Office-Pakete, einschließlich Microsoft Office (als Home-&-Student-Version rund 100 Euro). Es ist in fast identischer Form für Windows und OS X erhältlich, sodass man wie gewohnt weiterarbeiten und auch komplexe Dokumente mit Windows-Usern austauschen kann. Zum Testen gibt es eine 30-Tage-Demo.

Eine echte Umstellung ist dagegen Apples iWork-Suite, bestehend aus Pages, Keynote und Numbers. Dafür bekommt man aber eine perfekte Integration in OS X. Dazu gibt es die iOS-Apps für iPhone und iPad, sodass man Dokumente auch mobil bearbeiten kann. Der Austausch mit diesen holpert noch ein wenig, sollte aber mit dem längst überfälligen iWork-Update behoben werden. Wir gehen davon aus, dass es bei Erscheinen dieses Heftes bereits verfügbar ist und die Speicherung und Synchronisierung über iCloud erlaubt. Die iWork-Apps können einfache Office-Dokumente öffnen. Beim Speichern wird allerdings nur Office 97/98 unterstützt, zudem kann man Fremdformate nur als Kopie exportieren, was auf Dauer den Workflow stört. Die iWork-Programme sind im App Store einzeln für je 16 Euro erhältlich.

Eine freie Alternative zu iWork und MS Office ist das leistungsfähige Apache Openoffice (früher Openoffice.org). Es kennt eigene (freie) Dateiformate, besitzt aber auch eine sehr weitgehende Kompatibilität zu MS Office 97/98. Die neueren Office-Dokumente lassen sich zumindest lesen. Auch dabei unterstützt Openoffice deutlich mehr Funktionen als iWork. Da die Suite kostenlos erhältlich ist, ist sie grundsätzlich eine prima Ergänzung zu iWork, wenn man öfter Office-Dokumente erhält oder an andere weitergeben muss.

Windows-Apps mit OS X Mountain Lion nutzen

Es gibt drei Wege, um Windows-Programme auf den Mac zu bringen: das Starten unter Windows, virtuelle Maschinen und Windows-Emulationen.

Den direkten Weg geht Apple mit Boot Camp. Jeder Intel-Mac kann bei Bedarf wie ein PC Windows booten. Apple liefert mit dem Bootcamp-Assistenten ein Dienstprogramm zur Einrichtung und Treiber für Mac-spezifische Hardware mit. Nach der Installation kann man wählen, welches System der Mac starten soll.
Virtuelle Maschinen (VMs) sind dagegen Programme, die die Hardware eines Rechner simulieren. Windows wird dann in dieser Umgebung installiert und läuft als PC im Mac. Drei Vertreter dieser Gattung sind Parallels Desktop (ab 60 Euro), Vmware Fusion (ab ca. 50 Dollar) und Virtual Box (kostenlos). Ohne Windows-Lizenz kommt dagegen Crossover aus (ab 37 Euro), denn diese Software fängt Aufrufe an Windows-Systemroutinen ab und ersetzt sie durch eigene. Das funktioniert am besten bei einfacheren, für Windows XP geschriebenen Programmen, aber keinerwegs immer.
Virtuelle Maschinen sind sehr komfortabel, weil man Windows und OS X gleichzeitig nutzen kann. Sie kosten aber Leistung. Mit Boot Camp hat man vollen Zugriff auf die Mac-Hardware, wovon leistungshungrige oder grafikintensive Programme wie Spiele profitieren. Crossover empfiehlt sich, wenn nur wenige Windows-Programme weiterhin benutzt werden sollen. Alle genannten Lösungen lassen sich kostenlos ausprobieren.
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