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Fragen und Antworten zu Mac-OS X Snow Leopard

31.08.2009 | 14:55 Uhr |

Wie funktioniert die Installation, ist die Upgrade-DVD von Mac-OS X 10.6 Snow Leopard eine Vollversion? Es gibt viele Fragen zum neuen Betriebssystem Snow Leopard. Wir beantworten die wichtigsten.

Snow Leopard
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Frage: Was bedeutet "Wenn du einen Intel basierten Mac verwendest, auf dem Mac OS X 10.5 Leopard läuft, kaufst du einfach Mac OS X 10.6 Snow Leopard ..." (Zitat: Apple, Technische Daten, Snow Leopard) ?

Antwort: Apple beschreibt damit den gängigsten Installationsweg und einen Teil der Hardwarevoraussetzungen (die stehen explizit unter http://www.apple.com/de/macosx/specs.html ). Wer selbst prüfen will, ob ein Mac einen Intel-Prozessor hat, ruft im Apfel-Menü den Befehl "Über diesen Mac" auf. In einem kleinen Fenster wird dann unter anderem der Prozessor des Macs genannt.

Frage: Muss die Installation ein "Update" sein, oder anders: muss auf dem Mac Leopard installiert sein, damit ich auf Snow Leopard wechseln kann?

Antwort: Nein. Die DVDs von Apple enthalten ein vollständiges Betriebssystem: Mac-OS X 10.6 . Außerdem sind die DVDs startfähig. Das heißt, dass man eine DVD mit Snow Leopard in einen passenden Mac legen, den Rechner davon starten (Taste "C" beim Startton halten) und dann Mac-OS X 10.6 alias "Snow Leopard" installiern kann.

Frage: Lässt sich Snow Leopard nicht doch auf einem Power Mac installieren?

Antwort: Nein. Apple hat entschieden (es gibt keine eindeutigen Hardware-Gründe, die dagegen sprechen), dass Mac-OS X ab Version 10.6 nur noch für Intel-Macs weiter entwickelt wird. Viele der mitgelieferten Programme von Snow Leopard sind im Inneren aber noch zweiteilig: ein Teil für Power-PC- und ein Teil für Intel-Prozessoren. Aber der Unix-Kern von Snow Leopard und einige wichtige Hintergrundprogramme setzen einen Intel-Prozessor voraus. Deshalb gibt es keine Hintertür, um Snow Leopard auf einem Power Mac zum Laufen zu bringen.

Frage: Soll man die Festplatte des Mac vor der Installation löschen und dann erst Snow Leopard und alle Programme wieder installieren?

Antwort: Es gibt keine eindeutige Antwort. Verschiedene Test-Installationen haben gezeigt, dass das Installationsprogramm relativ zuverlässig Software erkennt, die sich mit Snow Leopard nicht mehr nutzen lässt - zum Beispiel Software, die einen Unix-Kern mit Power-PC-Code voraussetzt. Existieren solche Programme in den Ordnern des Betriebssystem ("/System" und "/Library"), werden sie bei der Installation in andere Ordner verschoben und deaktiviert. Deshalb ist "Löschen und neu installieren" zwar eine technisch "saubere" Grundeinrichtung, die aber viel Zeit kostet und wahrscheinlich nur wenig Gewinn in Form von mehr Geschwindigkeit oder höherer Stabilität bietet. Wer die Festplatte vor der Installation löschen will, muss dies über das Festplattendienstprogramm auf der DVD machen.

Frage: Lässt sich denn ältere Software noch nutzen?

Antwort: Es gibt keine einfache Antwort. Auffällig ist aber, dass man bei einer Installation ohne "Anpassung" eine wichtige Komponente nicht erhält: "Rosetta". Rosetta ist eine technischer Trick, mit dem Software, die eigentlich für Power-PC-Prozessoren geschrieben wurde, beim Start an die Intel-Prozessoren aktueller Macs angepasst (besser: übersetzt) wird. Rosetta ist unter Mac-OS X 10.4 und 10.5 zwingend nötig, wenn man eine Software wie Microsoft Office 2004 oder Adobe Creative Suite 2 nutzen will. Wir empfehlen deshalb dringend die Installation von Snow Leopard anzupassen und "Rosetta" in der Liste der optionalen Bestandteile zu aktivieren.

Frage: Was bedeutet 64-Bit-Software?

Antwort: Technisch ganz einfach: 64-Bit-Software kann in einem Arbeitsschritt 64 Bit Daten verarbeiten und die entsprechenden Befehle im Prozessor direkt aufrufen. Fast noch wichtiger ist, dass diese Software 2 hoch 64 Bit Arbeitsspeicher (= 16 Milliarden Gigabyte) verwenden kann, während 32-Bit-Software auf 2 hoch 32 (= 4 Gigabyte) beschränkt ist.

Frage: Und was bewirkt 64 Bit jetzt im Alltag?

Antwort: Die meisten Macs (Ausnahmen sind die aktuellen Server-Modelle "Xserve Quad Xeon") starten wie bisher mit einem Betriebssystemkern ("Kernel") im 32-Bit-Modus, weil Apple und viele andere Hardware-Hersteller keine 64-Bit-Treiber liefern können. Der 64-Bit-Kern für Mac-OS X würde den Mac und die dort laufende Software sicher enorm beschleunigen, doch mangels Treiber wäre dieser Mac praktisch nutzlos, weil sich zum Beispiel weder Grafikkarte noch Ethernetkarte ansprechen lassen. Ganz anders wird das bei Software wie Safari oder Lightroom aussehen. Beide lassen sich mit Snow Leopard im 64-Bit-Modus starten, was zum Beispiel bei Safari deutlich spürbare Geschwindigkeitsvorteile bringt.

Frage: Warum finden sich im Internet Empfehlungen, Safari im 32-Bit-Modus zu starten?

Antwort: Unter Snow Leopard kann man ein Programm im Finder auswählen und im Info-Fenster (Befehlstaste-I) der 32-Bit-Modus auswählen. Das ist immer dann nötig, wenn man Plug-ins verwendet, die nur im 32-Bit-Modus funktionieren. Viele der Safari-Erweiterungen sind Hacks, die im 64-Bit-Modus nicht funktionieren. Deshalb empfehlen deren Hersteller Safari im 32-Bit-Modus zu starten. Da dann diese Hacks wieder funktionieren, wird Safari auf diesem Weg wieder genauso instabil wie bisher unter Mac-OS X 10.5.

Frage: Hat Snow Leopard einen eingebauten Virenschutz?

Antwort: Apple hat den bestehenden Schutzmechanismus erweitert. Wer heute mit dem Browser Safari oder mit iChat eine Datei lädt, bekommt zusätzlich zur Datei Informationen auf der Festplatte, sogenannte Meta-Information (konkret: com.apple.quarantine und kMDItemWhereFroms). Beide Informationen werden heute in Leopard genutzt, um bei bestimmten Dateiarten eine Rückfrage auszulösen: "Sie haben die Datei am XX um YY von der Internetseite ZZ geladen. Diese Datei enthält ein ausführbares Programm." Möchten Sie die Datei öffnen?". Mit Snow Leopard wird dieser Mechanismus erweitert - künftig erkennen Finder und Mac-OS X generell, ob eine Datei aus dem Internet oder aus einem Chat einen der zwei bekannten Mac-Trojaner "OSX.RSPlug.A" und "OSX.iService" enthält. Wenn dem so ist, wird die Warnung deutlich schärfer als bisher und man erhält im Finder die Möglichkeit die Datei sofort zu löschen.

ABER: Weitere Viren erkennt dieser Mechanismus nicht, außerdem ist er nicht in der Lage, beschädigte Dateien nach einer Infektion zu reparieren oder zu entfernen. Außerdem funktioniert der Mechanismus nur im Browser, bei E-Mail und im Chat. Wer eine Datei auf einem anderen Weg auf den Mac lädt, bekommt diese Zusatzinformationen nicht und damit entfällt auch die Warnung vor den Trojanern. Im Zweifelsfall sollte man deshalb auf Dateien oder Software aus dubiosen Quellen verzichten und einen guten Virenscanner für den Mac installieren.

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