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Was Snow-Leopard-Benutzer nach dem Support-Aus tun können

01.01.2016 | 12:00 Uhr |

Mit Snow Leopard geht es zumindest mit Blick auf weitere Updates zu Ende. Was Nutzer von OS X 10.6 jetzt tun sollten, um weiterzuarbeiten, haben wir hier zusammengetragen.

Dass Apple den Support für OS X Snow Leopard irgendwann einstellen würde, war klar. Mit dem Release von OS X Mavericks verblieben neben der jüngsten Generation von Apples Desktop-Betriebssystem noch dessen direkter Vorgänger Mountain Lion und OS X Lion als unterstützte Betriebssysteme übrig. Die verkürzten Support-Zeiten haben ihren Ursprung vor allem in der Tatsache, dass Apple im Jahr 2011 mit Lion auf einen jährlichen Erscheinungsrhythmus für OS X umgestellt hat.

Die entscheidende Frage für die etwa 19 Prozent der User, die noch immer auf Snow Leopard setzen, ist aber weniger warum Apple diesen Schritt geht, sondern viel mehr: Was kann ich jetzt tun, damit ich trotzdem sicher und zuverlässig arbeiten kann? In diesem Ratgeber haben wir einige User-Szenarien zusammengestellt und für diese mögliche Lösungen herausgearbeitet.

Doch bevor Sie einen Blick auf die Szenarien werfen, sollten Sie überprüfen, welchen Mac Sie da genau vor sich haben. Dazu können Sie entweder einen Blick in das Systemprofil werfen (Apfel-Menü > Über diesen Mac) oder alternativ das sehr nützliche Tool Mactracker laden. Dieses kleine Programm zeigt die technischen Informationen zu allen bisher erschienenen Apple-Produkten (Software und Hardware) und kann Ihnen in der Geräte-Liste unter "Dieser Mac" auch Informationen zu Ihrem aktuellen Gerät anzeigen. Anhand dieser Informationen können Sie abgleichen, ob ihr Mac beispielsweise für ein Upgrade auf OS X Mavericks in Frage kommt.

Neuerer Mac – Update auf OS X Mavericks oder OS X Mountain Lion

Was Snow-Leopard-Benutzer nach dem Support-Aus tun können
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Einige ältere Macs, die noch mit OS X Mavericks kompatibel sind, wurden ursprünglich mit OS X Snow Leopard ausgeliefert. Da viele Anwender entweder das Upgrade des Aufwandes wegen gescheut, oder auch bewusst verweigert haben, laufen derzeit noch viele Macs mit Snow Leopard (knapp 19 Prozent laut den Februar-Daten von Netmarketshare).

Diese Nutzer sollten mit Blick auf sicherheitsrelevante Updates ein Upgrade auf OS X Mavericks in Betracht ziehen. Zum einen hat Apple mit der Tatsache, dass sein neues OS X für Lau zu haben ist zumindest die finanzielle Hürde komplett eingerissen, zum anderen konnten viele der anfänglichen Probleme und Zipperlein von Mavericks mit dem jüngsten Update auf 10.9.2 behoben werden.

Trifft zu für:

iMac (Mitte 2007 oder neuer)

MacBook (13", Aluminium, Ende 2008), (13", Anfang 2009 oder neuer)

MacBook Pro (13", Mitte 2009 oder neuer),

MacBook Pro (15" oder 17", Mitte/Ende 2007 oder neuer)

MacBook Air (Ende 2008 oder neuer)

Mac mini (Anfang 2009 oder neuer)

Mac Pro (Anfang 2008 oder neuer)

Wie Sie unfallfrei auf Mavericks upgraden können, haben wir hier zusammengefasst. Machen Sie aber in jedem Fall ein vollständiges Backup ihres Systems mit Time Machine, bevor Sie das Upgrade starten. Mit unserem Macwelt-Mavericks-Tester können Sie außerdem komfortabel prüfen, ob die Hardware Ihres Mac für OS X Mavericks ausreichend ist.

Haben Sie dagegen keinen kompatiblen Mac für Mavericks oder bewusst keine Lust, auf Apples neuestes Desktop-Betriebssystem upzugraden (Stichwort „Lokaler iTunes-Sync“) , sollten Sie dennoch ein Upgrade in Betracht ziehen, nämlich das auf OS X Mountain Lion. Denn Apple verkauft den Mavericks-Vorgänger Mountain Lion noch immer über den Apple Store. Dort gekauft erhalten Sie von Apple einen Downloadcode für den Mac App Store, mit dem Sie Mountain Lion herunterladen und installieren können. Auch hier gilt aber: Unbedingt vorher ein Backup via Time Machine erstellen!

Älterer Mac – OS X Lion in Betracht ziehen

Können Sie aufgrund des fortgeschrittenen Alters Ihres Mac weder auf OS X Mavericks noch auf OS X Mountain Lion upgraden, bleibt immer noch OS X Lion als weiterhin unterstütztes System übrig. Zumindest bis Apple in der zweiten Jahreshälfte 2014 den Nachfolger von OS X Mavericks präsentieren wird – gesetzt der Fall natürlich, dass Apple den mit Lion eingeschlagenen Jahresrhythmus weiter einhält.

Trifft zu für:

iMac (Ende -2006 oder neuer)

MacBook (Ende 2006 oder neuer)

MacBook Pro (Ende 2006 oder neuer),

MacBook Air (Anfang 2008 oder neuer)

Mac mini (Mitte 2006 oder neuer)

Mac Pro (Mitte 2006 oder neuer)

OS X Lion kann – wie auch dessen Nachfolger Mountain Lion – im Apple Online Store gekauft werden. Sie erhalten nach dem Kauf einen Download-Code für den Mac App Store, mit dem Sie das System aus laden und installieren können. Sie sollten allerdings beachten, dass gerade bei den ältesten unterstützen Mac-Modellen wie dem weißen Macbook von Ende 2006 OS X Lion nicht so flüssig laufen wird, wie Snow Leopard.

Upgrades? Nicht mit mir!

Für viele Anwender kommt ein Upgrade nicht in Frage. Grund dafür kann sein, dass dringend benötigte Power-PC-Software (Rosetta-Kompatibilität) mit den Nachfolgern von Snow Leopard nicht mehr lauffähig wären oder einfach keine Bereitschaft besteht, einen neuen Mac für teures Geld anzuschaffen. Beides sind gute Gründe. Gerade Besitzer eines älteren Mac aus der Zeit von 2006 bis 2008 sollten die Investition in neue Hardware zumindest in Betracht ziehen – dafür sprechen zum einen die ungleich schnellere Hardware neuer iMacs und Macbooks (vor allem SSDs und neue CPUs und GPUs), zum anderen die Tatsache, dass eben diese Hardware perfekt auf OS X Mavericks zugeschnitten ist. Dass Sie unter Umständen mit Mavericks kompatible neue Software anschaffen müssten, um Ihre vorhandene alte PPC-Software zu ersetzen, erschwert natürlich die Entscheidung zum Neukauf. Doch hat neue Software oft auch Vorteile und bietet beispielsweise mehr Möglichkeiten zur Kollaboration in Teams.

Sollte neue Hardware aber definitiv nicht in Frage kommen, lässt sich OS X Snow Leopard auch weiter nutzen – zumindest, wenn man auf ein paar grundlegende Dinge achtet. Da Apple künftig keine größeren Updates für Snow Leopard mehr zur Verfügung stellen wird, sollten Sie von den Apple-gepflegten System-Apps Abstand nehmen und stattdessen auf Apps von Drittherstellern setzen. Das gilt vor allem für solche Apps, die auf das Internet zugreifen, zuvorderst also Safari.

Apples Browser-Oldie Safari können Sie derzeit noch komfortabel durch Alternativen wie Mozillas Open-Source-Browser Firefox oder Googles sehr schnellen Browser Chrome ersetzten. Beide Alternativen zu Safari unterstützen derzeit noch OS X Snow Leopard. Für die Video- oder Musik-Wiedergabe können Sie zudem auf Quicktime verzichten und stattdessen auf VLC setzten, während Sie statt iChat für Chats das quelloffene Adium benutzen. Als Alternative zur systemeigenen PDF-App Vorschau können Sie den Adobe Reader nutzen, der auch für Snow Leopard weiter unterstützt wird. So können Sie zumindest noch ein paar zusätzliche Monate aus Ihrem Snow-Leopard-Mac herausholen – langfristig dürfte das aber nicht das Allheilmittel sein.

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