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Aktivitätsanzeige: OS-X-Probleme finden, beheben

26.05.2016 | 13:08 Uhr |

Warum läuft der Lüfter denn jetzt schon wieder an? Diese Frage stellt man sich häufig, ein Blick in die Aktivitätsanzeige kann hier helfen.

Welche Prozesse laufen auf dem Mac? Wieviel CPU-Leistung nehmen sie in Anspruch und wie kann man hängende Programme ausfindig machen und beenden? Auf genau diese und viele weiteren Fragen liefert Aktivitätsanzeige die passenden Antworten. Wer häufig Programme startet und wieder beendet oder mit vielen Programmen gleichzeitig arbeitet, wird bei Problemen kaum darum herumkommen, die Übeltäter eindeutig ausfindig zu machen.

CPU-Last in der Aktivitätsanzeige

Startet man Aktivitätsanzeige das erste Mal, zeigt das Tool eine Lis­te mit Prozessen an, die unter dem aktuellen Benutzer gestartet wurden, also die „eigenen“ Programme. Selbst wenn kein anderes Programm läuft, tauchen hier schon einige Prozesse auf. Das System startet im Hintergrund stets einige Programme, die dem aktuellen Benutzter zugeordnet sind. Darunter sind zum Beispiel die Suchmaschine Spotlight oder das bekannte Dock. Auch die Mitteilungszentrale läuft unter dem aktuellen Benutzer.

Darüber hinaus gibt es noch jede Menge Systemprozesse, die hier erst mal nicht erscheinen. Will man alle laufenden Prozesse sehen, muss man das im Menü „Darstellung“ einschalten. Anschließend tauchen Prozesse wie zum Beispiel  „kernel_task“ oder „WindowServer“ auf. Hier sieht man ganz gut, welche Prozesse in OS X ständig im Hintergrund laufen, doch keine Angst vor der hohen Anzahl, die meisten Prozesse nutzen kaum CPU-Leistung, sie warten schlicht darauf, dass sie gebraucht werden.

Aktivitätsanzeige gibt Auskunft über jeden einzelnen laufenden Prozess. Hier kann man die einzelne und gesamte CPU-Last ablesen.
Vergrößern Aktivitätsanzeige gibt Auskunft über jeden einzelnen laufenden Prozess. Hier kann man die einzelne und gesamte CPU-Last ablesen.

Tipp: Sortiert man die Liste nach „% CPU“, erscheinen die leistungshungrigsten Programme ganz oben.

Dadurch können Sie schnell feststellen, welches Programm gerade die CPU belastet und dafür sorgt, dass der Lüfter hochfährt. Wenn Sie dieses Programm gerade nicht brauchen, sollten Sie es zunächst auf dem normalen Weg beenden. Falls das nicht geht (das Programm reagiert nicht mehr), können Sie es in Aktivitätsanzeige auch zwangsbeenden. Wählen Sie  es dazu in der Liste an und klicken Sie dann links oben auf das Symbol mit dem Kreuz.

Aber Achtung: Beenden Sie mit diesem Trick nur Prozesse, von denen Sie sicher sind, dass Sie das zugehörige Programm gerade nicht brauchen und alle Dokumente gesichert sind. Beim Zwangsbeenden werden keine Daten mehr gespeichert. Geöffnete und ungesicherte Dokumente gehen verloren. 

Aktuelle CPU-Auslastung

Aktivitätsanzeige gibt auch einen Gesamtüberblick über die gerade abgerufene CPU-Leistung. Unten mittig gibt das Programm dazu ein Grafik aus, die die CPU-Last der letzten Minuten repräsentiert. Links daneben finden sich drei konkrete Prozentwerte: System, Benutzer und Inaktiv.

Diese Zahlen beziehen sich auf alle im System befindlichen Rechenkerne. 100 Prozent bedeuten also, das beispielsweise bei einem Vierkern-Mac alle vier Kerne unter Volllast laufen.

Wer Infos über alle laufenden Prozesse sehen will, muss dies im Menü freischalten. Prozesse lassen sich hier auch analysieren, beispielsweise um herauszubekommen, warum ein Programm hängt.
Vergrößern Wer Infos über alle laufenden Prozesse sehen will, muss dies im Menü freischalten. Prozesse lassen sich hier auch analysieren, beispielsweise um herauszubekommen, warum ein Programm hängt.

In der Prozessliste jedoch sind die Prozentangaben zu jedem einzelnen Prozess anders zu lesen. Hier bedeuten 100 Prozent: Eine CPU ist voll ausgelastet. Aus diesem Grund können hier auch Zahlen von über 100 Prozent auftauchen. Wenn beispielsweise ein Programm mit 350 Prozent CPU-Last in der Liste erscheint, bedeutet das, dass es derzeit fast vier CPU-Kerne voll auslastet.

Tipp: Wenn Sie wissen wollen, welcher Prozess in den letzten Stunden die meiste CPU-Zeit benötigt hat, sortieren Sie die Liste nach CPU-Zeit. Das ist nützlich, um Leistungsfresser zu entlarven, die nur zu bestimmten Zeiten aktiv werden, beispielsweise Synchronisierungsprogramme wie Dropbox oder Backup-Systeme wie Time Machine (Prozess „backupd“).

Speicherfresser entlarven

Aktivitätsanzeige liefert auch Informationen über die Belegung des Arbeitsspeichers. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Mac plötzlich zäh wird, Programme sich nur noch quälend langsam öffnen und das Umschalten zwischen zwei geöffneten Programmen immer etliche Sekunden dauert, kann es sein, dass der Arbeitsspeicher knapp wird. In solchen Fällen versucht OS X zunächst, aktuell nicht benutzten Speicher (beispielsweise von Programmen, die gerade im Hintergrund liegen) zu komprimieren und den dadurch gewonnenen Speicher den gerade aktiven Programmen zuzuweisen. Wenn das nicht mehr geht, lagert das System Speicher auf der Festplatte aus. Besonders der zweite Fall führt dazu, dass der Mac deutlich langsamer reagiert.

Zunächst versucht OS X, nicht benötigten Speicher zu komprimieren. Geht das nicht mehr, lagert es den Speicher aus (Swap). Dadurch wird der Mac deutlich langsamer.
Vergrößern Zunächst versucht OS X, nicht benötigten Speicher zu komprimieren. Geht das nicht mehr, lagert es den Speicher aus (Swap). Dadurch wird der Mac deutlich langsamer.

Tipp: Es gibt viele Möglichkeiten, mit knappem Arbeitspeicher umzugehen. Einmal hilft es natürlich die Hardware aufzurüsten, also mehr Speicher zu installieren. Das geht allerdings nicht mehr bei allen Macs. Gerade neuere Modelle lassen sich nicht mehr aufrüsten. Sie sollten sich daher schon beim Kauf darüber im Klaren sein, wie viel Speicher Sie benötigen. Unter aktuellen OS X sollte es nicht weniger als acht Gigabyte sein.

Weiterhin ist es ein gutes Verhalten, immer nur die Programme zu starten, die man wirklich gerade benutzt und alle anderen zu beenden. Das verhindert in den meisten Fällen, dass das System Arbeitsspeicher komprimieren oder gar auslagern muss.

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