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Was man über OS X Mavericks wissen muss

01.07.2013 | 10:53 Uhr |

OS X Mavericks kommt im Herbst mit neuem Look, neuen Funktionen und neuer Nomenklatur. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Apples neuem Betriebssystem für Macs.

Die Veröffentlichung von Apples neuestem Mac-Betriebssystem OS X Mavericks ist noch einige Monate entfernt. Wenn Sie aber schon jetzt nicht genug von Mavericks bekommen können, haben wir alle momentan bekannten Infos zum neuen Betriebssystem hier zusammengetragen. So wissen Sie, worauf Sie sich im Herbst freuen können.

Warum der Name „Mavericks“?

Apple sind am Ende doch die Raubkatzen für OS X ausgegangen – ein großes „Sorry“ an Lynx, Bobcat und Liger. Weil dem so ist, hat man sich für eine komplett neue Thematik entschieden: Die Beinamen für die folgenden OS X Updates  sollen künftig von Orten aus Apples Heimat Kalifornien inspiriert werden. Der erste dieser Orte sind die Mavericks, ein weltberühmter Surfspot im Südwesten von San Francisco.

Ich habe die Keynote verpasst: Was genau hat Apple vorgestellt?

Eine ganze Menge. Mavericks verfügt auf der einen Seite über eine Reihe von Verbesserungen für Pro-User in den tiefsten Schichten des Systems und auf der anderen Seite ganz neue Features. Zu den Highlights von Mavericks zählt die bessere Unterstützung für mehrere Monitore, die neu eingeführten Finder-Tabs, Verbesserungen bei Performance und Akkulaufzeit, neue Apps für Karten und iBooks, sowie verbesserte Versionen von Safari und Kalender. D en Verlauf der Keynote können Sie übrigens hier nachlesen.

Wie sieht es mit dem Design aus? Wird Mavericks genauso „flat“ sein wie iOS 7?

Grau ist das neue Leinen.
Vergrößern Grau ist das neue Leinen.
© Apple

Nicht ganz. Mavericks hat noch immer eine große Ähnlichkeit mit OS X Mountain Lion , obwohl Apple bei einigen Apps wie beispielsweise den Kalendern die Ledereinbände einem einfachen Design hat weichen lassen. Hasser des dunklen Leinen-Hintergrunds aus OS X Mountain Lion (Mitteilungszentrale, Mission Control) werden sich dagegen darüber freuen, dass dieser aus Mavericks verschwunden ist. An seine Stelle ist schlicht ein dunkelgrauer Hintergrund getreten.

Was ist neu an Multiple Displays?

Einiges! Nutzer von Desktop-Setups mit mehr als einem Monitor werden begrüßen, dass die Menüleiste von nun an auf jedem Bildschirm separat zugänglich ist. Außerdem können Sie mit Mavericks eine App auf dem einen Bildschirm im Vollbildmodus nutzen, während Sie den zweiten Monitor normal weiter nutzen können (in Mountain Lion bekommen Sie auf dem verbundenen zweiten Bildschirm einen schönen, aber nutzlosen Leinen-Hintergrund zu sehen). Wenn Sie dann noch ein Apple TV besitzen und dieses mit einem HD-TV verbunden ist, können Sie den Fernseher als einen vollwertigen zusätzlichen Monitor benutzen – nebst Dock und Menüleiste. Daneben werden Sie in Mavericks dank des aufgewerteten "Mission Control"-Features Fenster oder Vollbild-Apps fließend zwischen den Bildschirmen verschieben können.

Erstmals sind in Mavericks Dock und Menüleiste auf beiden Monitoren nutzbar.
Vergrößern Erstmals sind in Mavericks Dock und Menüleiste auf beiden Monitoren nutzbar.
© Apple

Sie haben von Finder-Tabs gesprochen. Hat Apple den Finder endlich in Ordnung gebracht?

Nun, das hängt davon ab, was Sie unter „in Ordnung gebracht“ verstehen. Es gibt in der Tat einige tiefgreifende Verbesserungen am Finder, wie beispielsweise die Nutzung von Tabs (wie in Safari oder dem Terminal). Per Mausklick lassen sich Fenster sammeln, mit separaten Ansichten nutzen und Daten mit Drag-and-Drop zwischen den Tabs austauschen. Außerdem kann beispielsweise zum File-Sharing ein Aidrop-Tab im Hintergrund geöffnet bleiben.

Und das ist schon alles für den Finder?

Nicht ganz. Apple hat noch eine Tagging-Funktion in sein Dateisystem eingebaut. Wenn Sie eine Datei speichern, können Sie einen Tag Ihrer Wahl hinzufügen – egal ob auf dem Mac oder in der iCloud. Anschließend können Sie im Finder auf den entsprechenden Tag in der Seitenleiste klicken und alle Dateien sehen, die diesem Tag zugeordnet sind. Dabei ist es egal, wo die Dateien gespeichert sind. Daneben können Sie auch über das Spotlight-Feld im Finder nach Tags suchen.

Wie genau sehen die Verbesserungen unter der Haube aus?

Apple hat auf der Eröffnungskeynote eine Reihe von Verbesserungen technischer Natur präsentiert. So zum Beispiel die Funktionen “Timer Coalescing” und “Memory Compression“, die alle das gleiche Ziel haben: Ihren Computer leistungsstärker zu machen und dabei die Batterie zu schonen. Apps in OS X Mavericks (wie beispielsweise Safari) sollen dadurch weniger Speicher verschlingen (vor allem wenn sie nicht im Vordergrund laufen). .

Habe ich richtig gehört? Keychain-Sync kommt zurück?

Tatsächlich. Apple hat iCloud Keychain angekündigt, das dem alten MobileMe "Keychain Sync" sehr ähnelt. iCloud Keychain sorgt dafür dass ihre Passwörter, Kreditkarteninformationen und Wi-Fi-Zugänge über alle Ihre iOS-Geräte und OS X synchronisiert werden. Die Integration der iCloud Keychain in Safari bedeutet, dass iCloud automatisch ihre Passwörter für Sie in die entsprechenden Felder einträgt, Ihnen sogar bei der Auswahl starker Passwörter hilft und diese dann automatisch speichert. Was die Kreditkarten betrifft, haben Sie die Möglichkeit, mehrere Karten und ihre Ablaufdaten zu speichern – Ihren Sicherheitscode müssen sich allerdings immer noch selbst merken. Mit Blick auf die Sicherheit brauchen sich keine Sorgen zu machen, denn alles ist mit AES 256 -Bit-Verschlüsselung versehen und so vor neugierigen Augen geschützt.

Sie können sich nicht mehr an ihre Passwörter erinnern? Lassen Sie das iCloud Keychain für sich erledigen.
Vergrößern Sie können sich nicht mehr an ihre Passwörter erinnern? Lassen Sie das iCloud Keychain für sich erledigen.
© Apple

Was gibt es sonst noch neues in Safari?

Apples Browser hat eine Reihe von Leistungsverbesserungen erfahren. Die meisten davon betreffen Features, die mit Safari 6 eingeführt wurden. Die Leseliste von Safari enthält nun eine Option für stufenloses Scrollen und auch die Top Seiten haben einen Neuanstrich erhalten – der Look erinnert dabei etwas an die Startseite von Googles Chrome. Auf den Top Seiten können Sie nun Favoriten aus Ihren Lesezeichen hinzufügen und die Seiten nach Gusto neu anordnen.

Außerdem ist der neue Shared Links-Bereich in der Seitenleiste hinzugekommen, der Links sammelt die Freunde bei Twitter und LinkedIn in geteilt haben. Sie können diese Links schnell anwählen, sie durchscrollen wie eine Leseliste oder sie sogar direkt aus Safari heraus teilen. Und auch die Reader-Funktion von Safari erfährt eine Redesign: Die schwebende Leseansicht wird zu Gunsten einer separate Seite ersetzt, die den Text klarer und übersichtlicher darstellt.

Links betrachten Sie nicht mehr länger in ihrem Twitter-Client, sondern direkt in der Shared Links-Sektion von Safari.
Vergrößern Links betrachten Sie nicht mehr länger in ihrem Twitter-Client, sondern direkt in der Shared Links-Sektion von Safari.
© Apple

LinkedIn? Ist dieser Dienst nun auf der Liste der integrierten Services?

Während Apple auf der WWDC-Keynote die Integration von LinkedIn in OS X Mavericks nur im vorbeigehen erwähnte, hat das soziale Netzwerk in seinem Firmenblog bestätigt, dass LinkedIn tief in OS X 10.9 integriert sein würde. Ab Herbst werden Sie dann ihr Profilbild über Photo Booth oder iPhoto ändern, direkt aus Safari Inhalte in LinkedIn teilen, oder Benachrichtigungen in der Mitteilungszentrale sehen können – und das ganze mit nur einem Login, genauso wie mit Twitter und Facebook.

Die Tage von Lederimitaten in der Kalender-App sind also gezählt. Wie sieht die App denn jetzt aus?

Sollten Sie die alte Kalender-App aus der Prä-Lion-Zeit verpasst haben, hat Mavericks eine Überraschung parat: Denn die grauen Menüelemente und Fenster der alten Anwendung sind zurück. Die neue Kalender App wird sich zudem mit Facebook verknüpfen lassen und zeigt gleich noch den Ort der Veranstaltung auf einer Mini-Map sowie das dortige Wetter an. Das Highlight: Kalender erinnert Sie künftig sogar unter Berücksichtigung der Maps-Verkehrslage daran, das Haus zu verlassen und fügt vorhandenen Terminen so gleich noch Anreisezeiten hinzu. Zudem bietet die neue Monatsansicht das neue kontinuierliche Scrollen, sowie Vorschläge und Auto-Vervollständigen für eingegeben Orte – tippen Sie einfach, Kalender schlägt dann entsprechend Orte vor.

Kalender hat einen neuen Look und auch neue Inspektor-Funktionen spendiert bekommen.
Vergrößern Kalender hat einen neuen Look und auch neue Inspektor-Funktionen spendiert bekommen.
© Apple

Und wie sieht es mit Kontakten, Notizen und Erinnerungen aus? Sind die Apps noch immer in skeuomorphistischem Design gehalten?

Ehrlich gesagt gibt es dazu offiziell keine Informationen, Entwickler haben uns aber davon berichtet, dass beispielsweise die Kontakte-App ein neues, flaches Design bekommen hat – genauso wie die Notizen-App. Dem Vernehmen nach unverändert ist dagegen die Erinnerungen-App geblieben, samt Ledereinband. Wir gehen aber stark davon aus, dass auch diese „Ungereimtheiten“ mit der finalen Version verschwunden sein werden  – Apple wird wohl kaum ein neues OS X veröffentlichen.

Montain Lion brachte viele bekannte iOS-Apps auf den Mac. Setzt Mavericks diesen Trend fort?

Ja, denn zwei interessante iOS-Apps treten mit Mavericks erstmals auf der OS X-Bühne auf: Karten und iBooks. Keine der beiden Apps ähnelt dabei so sehr ihrem iOS-Pendant, wie das bei Erinnerungen und Notizen in Mountain Lion der Fall war.

Setzen Sie ganz einfach auf dem Mac eine Route fest und senden Sie diese dann an Ihr iPhone.
Vergrößern Setzen Sie ganz einfach auf dem Mac eine Route fest und senden Sie diese dann an Ihr iPhone.
© Apple

Karten besticht durch den selben geradlinigen Look wie die iOS-Version, sowie durch die meisten der bereits bekannten Funktionen der iOS-Version, unter anderem also Navigation, Points-of-Interest, Lesezeichen und mehr. Was jedoch auf der Keynote nicht gezeigt wurde, war Unterstützung für den ÖPNV – was aber angesichts des Verweises auf Drittanbieter-ÖPNV-Apps in der iOS-Karten-App nicht verwundert. Während der Keynote zeigte Apple außerdem ein Feature, über welches nur die Mac-App verfügt: Ans iPhone senden. Haben Sie eine Route festgelegt, können Sie diese an ein iPhone mit iOS 7 senden – so können Sie auch unterwegs dem Verlauf der Route folgen.

iBooks hat sich indes von den hölzernen Bücherregalen des iOS-Pendants verabschiedet und setzt dagegen auf geradlinige graue Linien und iCloud-Sync über alle Geräte. Sie können außerdem auf den gesamten iBookstore zugreifen und Bücher direkt am Mac kaufen, laden und lesen. Nicht allen gefällt es, am Bildschirm zu lesen. Angesichts der Tatsache, dass wir oft Artikel im Browser lesen, beispielsweise auf dem iPad, dürfte eine gute Lese-App Zustimmung finden – vor allem unter Schülern und Studenten, die dann auf das Schleppen von Lehrbüchern verzichten könnten.

Mit iBooks können Sie mehrere Bücher parallel öffnen, inklusive iBooks Author-Textbooks.
Vergrößern Mit iBooks können Sie mehrere Bücher parallel öffnen, inklusive iBooks Author-Textbooks.
© Apple

Was wurde auf der WWDC nicht gezeigt?

Eine neue Designphilosophie für OS X Mavericks, wie sie Apple mit iOS 7 gezeigt hat, wurde weitgehend ausgespart. Wir gehen davon aus, dass Apple angesichts der vielfach kolportierten Verzögerungen bei der Fertigstellung von iOS 7 ( angeblich mussten Teile des Mavericks-Teams abgezogen werden ) schlicht nicht mehr genug Zeit hatte, einen kompletten Neuanstrich für Mavericks vorzunehmen. Denn: Erinnerungen, Notizen und Game Center sehen genauso aus wie aktuell unter Mountain Lion, während Kalender oder iBooks bereits ein flacheres und einfacheres Design vorweisen können. Bis zum Release im Herbst dürfte Apple jedoch noch genug Zeit haben, auch den restlichen Apps eine umfangreichere Überholung angedeihen zu lassen.

Während der Präsentation von iOS 7 wurde einige Zeit auf Siri verwendet. Ein nahender Auftritt in OS X Mavericks dagegen scheint unwahrscheinlich.
Vergrößern Während der Präsentation von iOS 7 wurde einige Zeit auf Siri verwendet. Ein nahender Auftritt in OS X Mavericks dagegen scheint unwahrscheinlich.
© Apple

Nicht zu sehen (und zu hören) waren auf der Keynote dagegen Informationen zu Verbesserungen der Diktierfunktion oder Siri für den Mac. Während mit der Beta vertraute Entwickler berichten, dass die Diktierfunktion nun auch Offline und mit Live-Feedback funktioniert, fehlt von Siri jede Spur. Auf dieses Feature werden wir also wohl noch mindestens ein Jahr warten müssen.

Wann erscheint denn die fertige Version von Mavericks?

Derzeit gibt es kein genaues Datum – Apple gibt an, Mavericks im Herbst zu veröffentlichen. Und der dauert, wenn man Apple kennt, etwa von Ende August bis Mitte Dezember. Mavericks wird also voraussichtlich im Oktober oder November erscheinen.

Was wird Mavericks kosten?

Auch dazu gibt es keine Informationen. Wenn man aber berücksichtigt, dass der Preis von Lion zu Mountain Lion gefallen ist, könnte es sein, dass auch Mavericks ein Stück günstiger wird. Genauso ist aber vorstellbar, dass Apple den mit Mountain Lion gesetzten Preispunkt beibehält.

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