Von Florian Kurzmaier - 22.01.2013, 17:00

Spielen am Mac

Was taugen Apples Rechner als Gaming-Maschinen?

©Apple

Das Thema Spiele ist im Mac-Umfeld so eine Sache. Sucht man einen spieletauglichen Computer, scheint ein mobiler oder stationärer Mac eher nicht die erste Wahl zu sein. Aber warum ist das so?
Die meisten Spieler bevorzugen ganz klar und eindeutig den PC als Spieleplattform. PCs sind weit verbreitet, haben in der Regel gut und einfach austauschbare Komponenten und damit genug Freiraum für Bastelarbeiten und Aufrüst-Aktionen. Das haben PCs den meisten Macs voraus. Das zu konstatieren ist keine Schande. Wir wollen hier also nicht zu einer großen Mac-Kaufberatung für Spieler ausholen, sondern vielmehr zeigen, dass das Gerät, mit dem Sie tagein, tagaus arbeiten, durchaus auch zum Spielen taugen kann.
Wir haben für Sie die wichtigsten Bezugsquellen zu Mac-Spielen gesammelt. Außerdem finden Sie dort Informationen zu Zahlungsarten und Schnäppchen.

Die Geschichte

Dass Macs und Spiele eher den Ruf haben, nicht so gut miteinander zu können, hat zwei Hauptgründe. Der eine ist, dass Apple lange Jahre auf IBM PowerPC-Prozessoren für seine Macs gesetzt hat. Diese CPUs waren mit Intels x86-Architektur nicht kompatibel – Portierungen waren aus diesem Grund nur mit großem Aufwand und hohen Kosten möglich und wurden meist aus wirtschaftlichen Gründen ausgespart. Mittlerweile hat Apple ja flächendeckend auf Intel-Prozessoren umgestellt und diese Hürde beseitigt.
Der andere Grund ist, dass sich Mac OS als Unix-Abwandlung so gar nicht mit der für PC-Spiele so wichtigen DirectX-Grafikschnittstelle von Microsoft verträgt. Apple setzt dagegen schon seit Jahren auf die offene Grafikschnittstelle Open GL – genauso übrigens wie Sony mit seiner nicht gerade wenig verbreiteten Playstation 3. Dennoch: Unterschiedliche Grafikschnittstellen heißen für den Spieleentwickler, dass jedes Spiel und jede Grafik-Engine erst aufwändig von Direct-X auf Open GL angepasst werden müssen. Ein Aufwand, den viele Studios und Publisher scheuen. Nur wenige liefern ihre Titel von vorne herein sowohl für PC, als auch OS X aus. Das Paradebeispiel hierfür ist Blizzard Entertainment, dass Diablo III und Star Craft 2 zum Release auch für den Mac im Regal stehen hatte.

Wie die Spiele auf den Mac kommen

Die Ausgangssituation für den Mac als Spieleplattform ist inzwischen deutlich besser geworden, spätestens seit dem Ende des PowerPC-Macs. Da OS X weiter auf Open GL setzt, müssen die meisten Titel nach wie vor erst portiert werden. Wie beschrieben scheuen aber viele Studios und deren Geldgeber den Aufwand und das finanzielle Risiko, obwohl sich nahezu jedes auch für die Playstation 3 entwickelte Spiel ohne riesige Kosten auch auf den Mac portieren lassen dürfte.
Diese Lücke müssen also andere schließen. Die Anderen, das sind Feral Interactive und Aspyr Games . Beide Entwickler/ Publisher haben sich auf Mac-Portierungen spezialisiert und diese zu ihrem Geschäftsmodell gemacht. Ein Großteil der großen Mac-Titel des Jahres 2012 gehen auf die Konten dieser beiden Spezialisten: Borderlands 2, Civilization V, Rollercoaster Tycoon 3 Platinum, Rage, Sid Meier‘s Railroads!, Deus Ex Human Revolution, Batman: Arkham City oder F1 2012. Das zeigt aus unserer Sicht, dass die Spiele-Szene auf dem Mac durchaus am Leben ist und stetig wächst.

Kann mein Mac Spiele?

Wichtig ist für angehende Spieler natürlich in erster Linie, ob der eigene Mac überhaupt spieletauglich ist. Das kommt zuvorderst darauf an, was gespielt werden soll und wie die Hardware des Mac aussieht. Denn ganz grundsätzlich gesprochen kann nahezu jeder Mac Spiele. Wollen sie lediglich ein paar Browser-Games der Marke Farmville oder Sim City Social spielen? Fein, dann braucht der Mac nur über ausreichend RAM und eine nicht allzu alte CPU verfügen.
Wollen Sie aber Titel mit High-End-Ansprüchen wie "Borderlands 2" oder "Batman: Arkham City" spielen, sollte Ihr Mac schon etwas mehr Leistung bringen. Da empfiehlt sich vor allem ein Mac mit dedizierter Grafikeinheit, beispielsweise die GT 650M im 15-Zoll Macbook Pro Retina. Wer nicht gerade 3 000 Euro für einen neuen Mac ausgegeben hat, sondern auf seinem Arbeitsgerät – beispielsweise einem 13-Zoll Macbook Pro oder einem Macbook Air – spielen möchte, wird auch hier meist nicht enttäuscht. Sogar auf einem 13-Zoll Macbook Air von 2011 kann man "Borderlands 2" spielen. Zwar nicht in der größten Grafikpracht, aber hey ... es läuft.
Doch was tun, wenn es das favorisierte Spiel partout nicht für OS X gibt? Einen zusätzlichen PC kaufen? Wohl kaum. Von vielen Anwendern zu unrecht verschmäht, hat Apple mit Bootcamp eine Lösung parat, die aus einem Mac einen Windows-PC macht. Wie Sie Bootcamp mit Windows 8 einrichten, lesen Sie hier. Achten Sie aber besonders im Spiele-Kontext darauf, dass Sie – sofern die Hardware Ihres Mac das hergibt –  auf eine 64-bit-Version von Windows 7/ 8 setzen, um den vollen RAM des Mac nutzen zu können.

Was bleibt ...

In Zeiten, in denen in vielen Haushalten ohnehin Konsolen wie Sonys Playstation 3 oder Microsofts Xbox 360 stehen, dürften sich nur wenige Anwender einen Mac als reinen Spiele-Computer zulegen – vor allem, weil ein Parade-Mac wie das Retina Macbook Pro preislich nicht mit einem leistungsstarken Spiele-PC konkurrieren kann.
Sehr wohl holen sich aber viele Anwender einen Apple-Computer für Ihre alltäglichen Arbeitsabläufe. Und genau hier liegt großes Absatz-Potential für Spieleentwickler und Publisher. Denn zumindest gefühlt ist unter Mac-Spielern Grafikpracht und Bombast nicht das ausschlaggebende Element. Vielmehr geht es um Spielspaß und innovative Konzepte.
Insofern führen – zumindest aus unserer Sicht – Debatten im Stile von „Wer kauft sich denn einen Mac zum Spielen? Das ist doch viel zu teuer!“ am Thema vorbei. Denn im Kern geht es darum, wie ein Anwender und Kunde aus seiner Anschaffung nicht nur Produktivität, sondern auch Unterhaltung und Kurzweil ziehen kann. Nicht mehr, und nicht weniger.
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