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OS X: Bestens informiert im Finder

06.05.2015 | 11:13 Uhr |

Das Informations­fenster des Finders verrät sehr viel mehr über eine ­ Datei als nur ihre Größe und bietet eine Menge nützliche Funktionen, die man erst auf den zweiten Blick findet.

Den Finder-Befehl Informationen hat wohl jeder schon einmal benutzt. Er ist im Ablagemenü zu finden oder schneller über den Kurzbefehl „Befehlstas­te-I“ zu erreichen. Die Funktion liefert allerlei Informationen zu den gerade im Finder ausgewählten Objekten. Meistens benutzt man den Befehl nur, um schnell die Größe einer Datei oder eines Ordners zu bestimmen oder man prüft das Datum, um zum Beispiel festzustellen, welche von zwei Versionen die neuere ist. Darüber hinaus verrät das Informations-Fenster aber noch viele weitere Details über ein Objekt. Außerdem hat man hier die Möglichkeit, das Programm zu wählen, mit dem ein Dokument standardmäßig geöffnet werden soll und man kann bei Bedarf die Zugriffsrechte verändern. Man hat Zugriff auf das Icon und kann die Datei sogar ganz einfach von hier aus verschieben beziehungsweise kopieren, ohne vorher erst wieder zum Finder-Fenster mit der Datei zurückzukehren.

Informationen im Überblick: Details ein- und ausblenden

Ruft man Informationen in der beschriebenen Weise auf, zeigt der Finder ein schlankes Fenster, das oben Name, Datum der letzten Änderung und Größe angibt. Darunter folgen zugeordnete Tags und weitere Details, bei Ordnern und Apps in sechs Bereiche unterteilt. Bei Dokumenten kommt noch der siebte Bereich „Öffnen mit“ hinzu, für die Zuordnung eines Programms. Die einzelnen Teilbereiche lassen sich durch Klicken auf das kleine Dreieck vor ihrem Namen nach Bedarf ein- und ausblenden.

So lässt sich der Platzbedarf des Fens­ters individuell anpassen und bei Bedarf auch extrem reduzieren (siehe Abbildung). Zudem lässt sich die Information wie andere Finder-Fenster in Höhe und Breite ändern, indem man mit dem Cursor an den Rändern zieht und diese verschiebt. Der Inhalt wird dabei an die Breite angepasst. Reicht der Platz in der Höhe nicht, lässt sich der Inhalt des Fens­ters scrollen. Die gewählte Einstellung merkt sich der Finder, das heißt, beim nächsten Aufruf von Informationen finden Sie das Fenster in der zuletzt benutzten Form vor.

Kurzbefehle nutzen: Informationen von mehreren Objekten

Die normale Version des Befehls Informationen haben wir bereits erwähnt, es gibt aber noch Varianten, die nützlich sind, wenn man Infos zu mehreren Objekten gleichzeitig abrufen will. Durch zusätzliches Drücken der Control-Taste („ctrl“) wird der Befehl zu „Zusammengefasste Info“. Klingt ähnlich, macht aber einen wichtigen Unterschied, wenn man mehrere Objekte markiert: Es erscheint nur ein Info-Fenster für die gesamte Auswahl, zum Beispiel um die Gesamtgröße zu erfahren oder einige der im Folgenden erklärten Einstellungen für alle gemeinsam vorzunehmen.

Markiert man sonst mehrere Dateien und wählt „Befehl-I“, so wird für jede eine eigene Information geöffnet. Das erleichtert wiederum den Vergleich. Die zweite Variante ist „Info-Fenster einblenden“, die man durch zusätzliches Drücken der Wahltaste („alt“) aktiviert. Hier werden die Informationen ebenfalls für mehrere Objekte zusammengefasst, der Inhalt des Fensters passt sich jedoch an die aktuelle Auswahl an. Markiert man andere Objekte, ändert sich die Information entsprechend. Außerdem kann man durch erneutes Drücken von „Befehl-Wahltaste-I“ das Fenster auch wieder schließen.

Allgemeine Daten: Anzeige und Reihenfolge festlegen

Im Bereich „Allgemein“ finden Sie generelle Informationen wie Art, Größe, Datum und Speicherort der Datei. Bei Apps steht hier auch die Versionsnummer. Dazu gibt es bei Dokumenten die Checkbox „Formularblock“, die es erlaubt, diese als Vorlage zu verwenden. Setzt man hier den Haken und öffnet das Dokument mit einem Doppelklick, so erzeugt die App automatisch eine Kopie der Datei zur Bearbeitung. Zieht man das Dokument auf das App-Symbol oder öffnet es von einer App aus mit dem Befehl „Öffnen“, kann man das Original bearbeiten.

Als zweite Option bietet der Finder für Dokumente und Ordner „Geschützt“ an. Setzen Sie hier einen Haken, lässt sich das Objekt nicht mehr verschieben. Ziehen Sie es auf einen Ordner, wird es kopiert. Bewegen Sie es in den Papierkorb, erscheint eine Warnung, die Sie bestätigen müssen, um fortzufahren. Versuchen Sie den Papierkorb mit einem geschützten Objekt darin zu entleeren, ist eine weitere Bestätigung erforderlich. Bei Ordnern und Volumes finden Sie hier eine Checkbox für die Freigabe-Funktion.

Weitere Informationen: Metadaten prüfen und Dateiendung bearbeiten

Es folgt „Weitere Informationen“ mit Metadaten, wie zum Beispiel Auflösung oder Farbprofil bei Fotos, Codec und Länge bei AV-Dateien oder die Download-Quelle bei Objekten aus dem Internet (wie Downloads, Mail-Anhänge, Nachrichten). Hier finden Sie auch das Datum der letzten Benutzung. Es kommt auf die App an, mit der die Datei bearbeitet wurde, welche Daten eingetragen sind. Feste Vorgaben gibt es dafür nicht. Änderungen kann man in diesem Bereich auch nicht vornehmen.

Darunter in „Name & Suffix“ können Sie den Namen der Datei ändern, was man eher selten auf diese Art tun wird. Wichtiger ist hierbei die Möglichkeit, die Dateiendung zu überprüfen, zu ändern und über die Checkbox unter dem Feld deren Anzeige im Finder an- oder auszuschalten.

Kommentare einfügen: Text hinzufügen und im Finder anzeigen

In dem Feld „Kommentare“ können Sie im Informations-Fenster auch einen ganzen Text eintragen. Da Yosemite hier immerhin 750 Zeichen erlaubt, haben Sie dabei einen gewissen Spielraum. In der Regel ist es aber trotzdem sinnvoll, sich auf kurze Hinweise zu beschränken oder auf festgelegte Stichworte.

Damit sind die Kommentare eine flexible und weniger auffällige Alternative zu Tags. Dazu kann man die Kommentare auch in der Listenansicht des Finders in einer Spalte einblenden, wodurch sich der Inhalt des Fensters dann ganz einfach durch einen Klick auf den Spaltentitel sortieren lässt.

Zugriff über Spotlight: Nach Kommentaren suchen

Spotlight durchsucht die Kommentare ebenfalls. Da die Suchfunktion allerdings auch diverse andere Textinhalte durchkämmt, wie Dateinamen, E-Mails und alle möglichen Dokumente, sind die Ergebnisse bei einfachen Stichwörtern oft ziemlich umfangreich. Um die Zahl der Fundstellen zu reduzieren, kann man Spotlight anweisen, gezielt nach Kommentaren zu suchen.

Dazu stellt man im Eingabefeld die Option „Kommentar:“ (ohne Anführungszeichen) vor den Suchbegriff. Schon erhält man als Ergebnis nur noch Dateien mit passenden Kommentaren.

Neue App zuordnen: Programm zum Öffnen auswählen

Unter „Öffnen mit“ zeigt Informationen, mit welcher App ein Dokument bei einem Doppelklick darauf geöffnet wird. Diese Programmzuordnung lässt sich ganz einfach ändern, in dem Sie das Aufklappmenü öffnen und eine andere App auswählen. Das Menü zeigt dabei eine Auswahl an Programmen, die OS X mitgeteilt haben, dass sie die entsprechende Art von Dokument öffnen können.

Ganz unten finden Sie den Eintrag „Anderem Programm“, um über einen Auswahldialog manuell eine App auf der Festplatte auszuwählen. Haben Sie die gewünschte gefunden, klicken Sie unten rechts auf „Hinzufügen“. Damit übernimmt OS X die Einstellungen für das Dokument. Als weitere Alternative können Sie sich übrigens auch geeignete Apps aus dem App Store anzeigen lassen.

Neue Standard-App: Einstellungen auf alle Dokumente übertragen

OS X kennt für jeden Dateityp eine Standard-App. Diese wird einem Dokument automatisch zugeordnet und ist dadurch unter „Öffnen mit“ voreingestellt. Für PDF-Dateien ist das zum Beispiel die mit OS X mitgelieferte App Vorschau. Haben Sie wie gerade beschrieben über Informationen für eine PDF-Datei eine andere App ausgewählt, zum Beispiel den Adobe Reader, wird dieser im Menü „Öffnen mit“ angezeigt.

Wenn Sie nun unterhalb des Menüs auf „Alle ändern“ klicken, können Sie den Reader zur Standard-App
für PDF-Dateien machen. OS X lässt sich diese Änderung noch einmal bestätigen, dann wird die App für alle gleichartigen Dokumente voreingestellt. Bei einem Doppelklick auf eine PDF-Datei öffnet sich ab sofort immer der Adobe Reader.

Schnelle Preview: Vorschau im Info-Fenster starten

In „Vorschau“ sehen Sie für viele Objekte einfach das Dateisymbol. Wird das Dokument zu dem Sie Informationen aufgerufen haben allerdings von der Finder-Funktion „Übersicht“ unterstützt, so lässt sich diese auch im Fenster Informationen aufrufen. Wie in einem Finder-Fenster mit aktiver „Symbolvorschau“ sehen Sie dann zum einen eine Miniatur des Inhalts im Vorschaubereich.

Bewegen Sie den Mauszeiger darauf, erscheinen weitere Steuerungsfunktionen. So können Sie zum Beispiel Audio- und Videodateien direkt im Info-Fenster abspielen oder in PDFs und iWork-Dokumenten blättern.

Zugriff auf Datei: Objekt öffnen oder verschieben

Die Vorschau erlaubt auch den schnellen Zugriff auf die zugehörige Datei. Als erstes können Sie diese einfach mit einem Doppelklick öffnen, ohne dafür erst zurück in das zugehörige Finder-Fenster wechseln zu müssen. So lassen sich auch Apps starten oder Ordner­inhalte anzeigen. Wenn Sie die Maustaste gedrückt halten, können Sie die Vorschau aus den Informationen herausziehen in ein anderes Fenster oder auf einen Ordner, um die zugehörige Datei dorthin zu bewegen beziehungsweise zu kopieren.

Zugriffsliste erweitern: Neuen Benutzer hinzufügen

Mit dem untersten Bereich „Freigabe & Zugriffsrechte“ sollten Sie vorsichtig umgehen. Hier können Sie die Einstellungen ändern, wer was mit dem ausgewählten Objekt machen darf. OS X verwaltet die Zugriffsrechte in Zugriffslisten („ACL“). Um die Liste bearbeiten zu können, müssen Sie zunächst unten rechts auf das Schloss klicken und sich als Administrator ausweisen. Dann können Sie der Liste Benutzer oder Gruppen hinzufügen, die Sie über die Benutzerverwaltung angelegt haben. Dazu klicken Sie auf die Plustaste unter der Liste und wählen im sich öffnenden Auswahl-Fens­ter den Namen aus. Danach erscheint dieser als weiterer Eintrag in der Zugriffsliste.

Rechte anpassen: Austauschordner erfordert „Lesen & Schreiben“

Im zweiten Schritt legen Sie fest, was der hinzugefügte Benutzer darf. Es gibt die Rechte „Lesen & Schreiben“ für vollen Zugriff, „Nur Lesen“, wie beim öffentlichen Ordner und „Nur Schreiben“. Letzteres verwendet OS X für den Briefkasten im öffentlichen Ordner. Was man dort hineinlegt, kann man anschließend nicht mehr sehen.

Um nun einen Austauschordner mit einem anderen Benutzer des Mac anzulegen, platzieren Sie den Ordner in Ihrem öffentlichen Ordner, damit der andere ihn sehen kann. Dann öffnen Sie die Informationen und geben dem Austauschordner die Rechte „Lesen & Schreiben“. Der Benutzer kann nun den Inhalt sehen und auch selbst etwas hineinlegen. Um den Kreis auf weitere Benutzer auszuweiten, fügen Sie diese in gleicher Weise der Liste hinzu.

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