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Wunsch für iOS 7: Multi-User-System

20.03.2013 | 08:49 Uhr |

Mit der nächsten Version des iOS könnte Apple das Mehrbenutzersystem einführen. Das würde nicht nur Privatanwender freuen, auch im Business-Umfeld würde Apple punkten. Erste Lösungen gibt es schon.

Seit gut zwei Jahren macht sich Apple daran, die Funktionalität seines Desktop-Betriebssystems und die des iOS für iPhone und Co . anzugleichen. Mit Windows 8 hat Microsoft gerade begonnen , einen ähnlichen Weg zu gehen. Zumindest bei der Bedienung, aber auch bei der Code-Basis verschwimmen die Unterschiede der verwandten Systeme. Schon bei der Vorstellung des Ur-iPhone 2007 hatte der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs stolz darauf hingewiesen, dass die Basis von iOS das Apple-Betriebssystem sei. Mit OS X 10.8 und dem kommenden OS X 10.9 rückt das Betriebssystem für die Schreibtischrechner immer näher an das der portablen Geräte. Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme.

Der Cydia-Tweak stellt beim Start alle Benutzer des iPad dar, sie wählen einen aus.
Vergrößern Der Cydia-Tweak stellt beim Start alle Benutzer des iPad dar, sie wählen einen aus.

Seit Jahren ist jeder Mac, jeder Windows- oder Linux-Rechner als Mehrbenutzersystem konzipiert. Im Unternehmen, in der Uni oder zu Hause loggt sich der aktuelle Benutzer mit seinem Accountnamen und Passwort ein und hat Zugriff auf seine Mails, Programme, sozialen Netzwerke und andere Daten. Dabei sind eigene Daten von denen anderer Benutzer auf dem Rechner getrennt. Selbst wenn beide Nutzer mit ihrer Lizenz von Word Texte verfassen, kann der eine die Dateien des anderen weder sehen noch öffnen. Das iPhone wurde von Steve Jobs als ein Device vorgestellt , das Internet-Gerät, iPod und Mobiltelefon in einem bietet, quasi die Verschmelzung des Handys mit den Funktionen damaliger PDAs – der Name steht für Personal Digital Assistent. Genau darin ist auch der Grund zu sehen, warum das iOS zumindest am Anfang nicht als Mehrbenutzersystem konzipiert wurde: Es ist ein „persönliches“ Device.

Neue Einsatzgebiete

Nach der Eingabe des Passworts hat der Benutzer Zugriff auf seine Daten.
Vergrößern Nach der Eingabe des Passworts hat der Benutzer Zugriff auf seine Daten.

Mittlerweile ist die sechste Generation des iPhone und die vierte Generation des iPad auf dem Markt, das iPad Mini nicht mitgerechnet. Die Einsatzgebiete haben sich geändert. Das erste iPad wurde von Steve Jobs seinerzeit als sehr guter E-Book-Reader angepriesen, heute tut es in vielen Unternehmen auch im kaufmännischen Bereich oder im Marketing seinen Dienst . Daneben setzt das iPad seinen Siegeszug im privaten Umfeld fort. Hier ist es als E-Book-Reader ebenso im Einsatz wie als vollwertiger Notebook-Ersatz. Quasi nebenbei nutzen die lieben Kleinen das iPad oder iPhone der Eltern gern als Spielkonsole – zur Unterhaltung.

Android prescht vor

Neue Benutzer werden bei der Konzeptstudie über die Einstellungen angelegt.
Vergrößern Neue Benutzer werden bei der Konzeptstudie über die Einstellungen angelegt.

Bereits Ende November hat Google für das 10-Zoll-Tablet Nexus 10 das Android-Update 4.2 ausgeliefert, das das Tablet mit Mehrbenutzerfähigkeit ausstattet. Der bei der Ersteinrichtung angelegte Benutzer wird – wie auch am PC – Eigentümer, hat quasi Administrator-Rechte. Nur er kann weitere Benutzer anlegen und verwalten.Die anderen Benutzer loggen sich dann mit ihrem Google-Account ein, können ihre Apps und Daten laden. Dabei ist Android so clever, dass eine von mehreren Benutzern eingesetzte App nicht mehrfach geladen und gespeichert werden muss, lediglich die Nutzerdaten werden getrennt. Jeder Benutzer beim Nexus 10 verfügt über einen eigenen Speicherbereich für Fotos, Musik, Filme und so weiter. Genau hier könnte und sollte Apple zumindest beim iPad nachlegen. Was bei Android der Google-Account ist, ist bei iOS die Apple-ID. Die ist bislang – wie das Google-Gegenstück – so konzipiert, dass sie auf eine Person zugeschnitten ist. Der Wechsel der Apple-ID bei einem iOS-Gerät ist eigentlich nicht vorgesehen. Apple schiebt der Nutzung mehrerer Apple-IDs einen Riegel vor: Nutzt ein iOS-Gerät iCloud-Dienste mit einer Apple-ID und wird diese gewechselt, muss der Benutzer bis zum erneuten Wechsel 90 Tage warten. Weder im beruflichen noch im privaten Umfeld ist das ein praktikabler Weg. Ein Mehrbenutzer-iPad würde im privaten Umfeld sicher für Freude sorgen. So könnten etwa die Kinder mit einem eigenen Account keinen Blödsinn mit den Daten der Eltern anstellen, eine Kindersicherung ließe sich als zusätzlicher Schutz implementieren.

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