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Yosemite – jetzt schon am Mac

10.07.2014 | 14:25 Uhr |

OS X 10.10 bietet geniale neue Systemfunktionen: Bessere Telefonie, Telefonate am Mac, nahtlose Bearbeitung eines Dokuments an Mac und iPad. 13 Tools stellen diese Funktionen jetzt schon bereit.

Viele der neuen Systemfunktionen von Yosemite kann man schon jetzt nutzen. Im Vergleich zu früheren Updates fällt allerdings auf: OS X 10.10 bietet relativ wenig komplett neue Funktionen. Konkurrenz machen soll die neue Betriebssystemversion offensichtlich vor allem Webdiensten wie Dropbox , Office 365 und Whatsapp, weshalb der Schwerpunkt so stark auf den Bereichen Telefonie und Cloud-Diensten liegt.

Telefonie und Nachrichten

Deutlich verbessert hat Apple in Yosemite die Unterstützung von Telefonie-Funktionen – so wird man vom Desktop aus mit seinem iPhone telefonieren oder Telefonnummern wählen können. Für Besitzer einer Fritzbox mit Telefonfunktion ist dies dank einiger Tools schon jetzt möglich. So listet die Software Frizzix Anrufe auf, wählt Telefonnummern aus dem Adressbuch und blendet ein Kontaktbild des Anrufers ein. Ähnliche Funktionen bietet ebenso die Software Dialist. Beide Programme sind im App Store verfügbar.

Kommunikationsprogramme wie Viber und Skype ermöglichen schon länger Telefonate am Mac.
Vergrößern Kommunikationsprogramme wie Viber und Skype ermöglichen schon länger Telefonate am Mac.

Apples Nachrichten bietet künftig neue Funktionen wie Audio-Nachrichten und Standortmeldungen – die App Viber beherrscht dies schon. Das für iOS und andere Mobilplattformen verfügbare Kommunikationsprogramm ist im Unterschied zum ähnlichen Whatsapp zudem als Desktop-Version zu haben. Ins Telefonnetz kostet eine Minute 1,6 Cent, im Mobilfunknetz 5 Cent. Der größte Vorteil gegenüber Nachrichten: Viber ist nicht auf die Apple-Plattform beschränkt. Was die Datensicherheit und Datenschutz betrifft, hat das Tool allerdings keinen guten Ruf.

Dank der iPad-Versionen von Office 365 kann man ein Dokument abwechselnd am Mac und am iPad bearbeiten.
Vergrößern Dank der iPad-Versionen von Office 365 kann man ein Dokument abwechselnd am Mac und am iPad bearbeiten.

Deutlich weiter verbreitet als Viber ist Skype , das ebenfalls auf allen Plattformen verfügbar ist – und Bestandteil von Microsofts Office 365 ist: Bei einem Abo sind monatlich 60 Gesprächsminuten frei. Kostenlose Gespräche zwischen Skype-Nutzern sind ebenso möglich wie Sofortnachrichten und Festnetztelefonate – für Nicht-Abonnenten für etwa 4,5 Cent pro Minute. Auslandtelefonate sind vergleichsweise günstig, Gruppen- und Videokonferenzfunktionen komfortabel nutzbar. Nicht vergessen sollte man außerdem Whatsapp: Seine Erfolgsgeschichte begann 2009, seitdem hat sich die Nutzerzahl ständig gesteigert – und ist wohl Anlass für den Ausbau von iMessage. Neueste Funktion: Sprachnachrichten. Größter Nachteil der komfortablen Lösung ist allerdings die Bindung an das iPhone – der Account ist an eine Telefonnummer gebunden und eine Desktop-App nicht verfügbar.

Wetter und News

Mit RSS gibt es schon seit Jahren eine bewährte Alternative zu Push-Nachrichten und anderen News-Widgets. Kostenlos und solide ist beispielsweise der RSS-Reader Vienna . Man sieht in einer linken Spalte die RSS-Feeds und im Hauptfenster die Nachrichten. Intelligente Ordner, die automatisch alle News zu Themen wie „Apple“ sammeln, sorgen für Übersicht. Gibt man eine Webseitenadresse ein, erkennt das Tool einen RSS-Feed. Um das aktuelle Wetter im Blick zu behalten, ist ein Menüleisten-Tool gut geeignet. Von den zahlreichen Wetter-Apps für das Apple-Menü ist nach unserer Meinung Degrees eine Empfehlung wert. Das schlichte Tool zeigt das Wetter des Mac-Standortes, per Klick auf ein Untermenü kann man die Wettervorhersage von Yahoo öffnen. Verfügbar ist das Tool nur über den App Store.

Spotlight erweitern

Telefonnummern vom Desktop des Mac aus zu wählen ist mit Tools wie Frizzix kein Problem.
Vergrößern Telefonnummern vom Desktop des Mac aus zu wählen ist mit Tools wie Frizzix kein Problem.

Ist man mit den Funktionen von Spotlight nicht zufrieden, hat sich die App Alfred als Alternative bewährt: Die Software bietet bereits viele Funktionen der kommenden Spotlight-Version. Das Produktivitätsprogramm basiert wie Apples Suchfunktion auf einer einfachen Eingebezeile und kann Programme öffnen, die Festplatte durchsuchen und Webseiten aufrufen. Bei einer Eingabe blendet das Tool Aktionen wie Start einer App, Suche bei Google oder Amazon ein. Viele Webdienste sind bereits vorgegeben, über die Voreinstellungen kann man eigene Seiten auswählen. Basisfunktionen sind kostenlos nutzbar, ein kostenpflichtiges Power Pack rüstet weitere Funktionen nach.

Das jetzt aktualisierte Launchbar bietet viele Funktionen der kommenden Spotlight-Version.
Vergrößern Das jetzt aktualisierte Launchbar bietet viele Funktionen der kommenden Spotlight-Version.

Kostenpflichtig ist dagegen das 24 Euro teure Launch Bar . Kurz vor Redaktionsschluss erschien die neueste Version 6 – inklusiv einem neuen optionalen Yosemite-Theme. Die Software basiert ebenfalls auf einer Eingabezeile, mit der man Programme startet, die Festplatte durchsucht, Websuchen startet und Daten verwaltet. Eine Rechner-Funktion ist wie bei der kommenden Spotlight-Ausgabe ebenfalls integriert. Vor allem für Power User ist Launchbar interessant, so kann man Daten kopieren und Zwischenablagen zusammenfügen. Suchtreffer verarbeitet man per Tab-Taste weiter, versendet sie beispielsweise per Mail.

iCloud-Funktionen für Dateiverwaltung und E-Mail

Dank Maildrive kann man in der kommenden Version von Apple Mail bequem große Dateien versenden – mittels iCloud. Eine ähnliche Funktion, die auf Dropbox basiert, beherrscht der E-Mail-Client Postbox Die zehn Dollar teure Software basiert auf Thunderbird, verwaltet Mails in Tabs, bietet Suchfunktion, Schlagwortverwaltung und Filter. POP und IMAP stehen zur Verfügung, Exchange-Server dagegen nicht. Exchange-Kalender kann man über eine Erweiterung nutzen. Dafür werden Evernote und der Task Manager Omni Focus unterstützt.

Auch Airmail beherrscht die einfache Versendung von Dropbox-Dateien, sind doch viele E-Mail-Dienste schnell von Videos oder anderen größeren Dateien überfordert. Airmail vom US-Entwickler Bloop bringt alles mit, was es für einen modernen E-Mail-Client braucht: eine übersichtliche und nicht überladene Mehrfensteransicht mit Menüleiste, Mail-Spalte und Lesebereich, umfangreiche Möglichkeiten zum Markieren und Hervorheben wichtiger Mails und zuletzt vielfältige Optionen zur Anpassung der Optik. Zudem lassen sich problemlos beliebte Webdienste wie Dropbox oder Evernote einbinden. Die Beta-Version ist frei verfügbar, die aktuelle Version für 1,79 Euro über den App Store.

Ein Highlight von Yosemite: Continuity

Dropbox gleicht auf Wunsch automatisch jedes iPhone oder Kamerabild auf allen Geräten ab, unzählige Webdienste verwalten Fotos – Flickr sogar bis zu einem Terabyte. Unzählige Cloud-Anbieter wie Google Cloud und One Drive stehen bereit, fast jeder der Dienste bietet Apps für den Mac und iOS. Auf iCloud basiert auch die Funktion Hand off: Man bearbeitet auf dem iPad ein Dokument und kann sofort am Macbook weiter daran arbeiten: Diese Idee ist nicht ganz neu, bieten doch Google Drive und Microsoft Office ebenfalls Office-Suiten für Mac und iPhone – Office 365 beinhaltet schließlich iPad-Versionen von Word, Excel und Power Point.

PDFs bearbeiten

PDFs kann man bei der kommenden Mail-Version direkt bearbeiten, etwa eine Unterschrift ergänzen. Für das Bearbeiten von PDFs ist Skim ebenfalls gut geeignet. Die deutschsprachige Freeware ist ein PDF-Reader mit besonders ausgefeilten Markierungs- und Bearbeitungsfunktionen. Man kann in einem PDF-Dokument Notizen editieren oder neu anlegen, Textstellen farbig markieren und eine Dokumentansicht als Snapshot speichern. Auch eine Volltextansicht, die Auflistung der Links und verschiedene Präsentationsarten werden geboten. Spotlight, Apple Remote und Apple Script werden unterstützt, LaTeX und PDFSync ebenfalls.

iPhone-Bildschirm übertragen

Unter OS X 10.10 kann man den Bildschirminhalt eines iOS-Gerätes auf einem Mac anzeigen, etwa für Video-Aufnahmen oder Präsentationen. Dieses Air Play Mirroring macht für 15 US-Dollar Reflection schon jetzt verfügbar. Nach dem Start des Programms auf dem Rechner erkennen iPhone und iPad den Mac als Air-Play-Gerät und können ihren Bildschirm dort spiegeln. Das Tool ergänzt auf Wunsch einen iPadoder iPhone-Rahmen und unterstützt Landschafts- und Porträtmodus. Man kann damit etwa Spiele auf dem Mac-Bildschirm spielen oder Funktionen einer iPad-App bei einer Präsentation zeigen.

Neue Optik für OS X

Die Seitenleiste des Finders ist seit Mac-OS X 10.7 einfarbig grau. Will man wieder eine farbige Ansicht der Nutzer-, Bilder oder anderer Ordner sehen, hilft das Tool Side Effects . Es installiert die nötigen Erweiterungen und startet den Finder neu. Will man später den Originalzustand wiederherstellen, muss man nur den Library-Ordner SIMBL löschen und Finder oder Rechner neu starten.

Nocturne erinnert ein wenig an das neue dunkle Design von Yosemite – es ändert nämlich die Bildschirmdarstellung. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein echtes Theme, sondern nur Farbveränderungen – man kann beispielsweise die Darstellung invertieren oder einen Graustufenmodus einschalten und den Schreibtisch ausblenden.

Der Finder-Ersatz Path Finder ist für Profis gedacht. Auf den ersten Blick ähnelt der 40 Dollar teure Dateiverwalter dem Finder, bietet jedoch Zusatzfunktionen wie eine Zweispaltenansicht, Tabs und kann in vielen Details wie Erscheinungsbild und Tastatursteuerung konfiguriert werden.

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