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iCloud mit Mountain Lion nutzen

08.08.2012 | 16:24 Uhr |

5 GB Speicherplatz bei iCloud sind kostenlos – Apples Mountain Lion zeigt, was der eigene Cloud-Service leistet und was iCloud zum Beispiel von Dropbox unterscheidet

Die iCloud ist ein Gemischtwarenangebot von Apple und das Schönste daran ist sicherlich der Preis: Die Anmeldung bei iCloud ist kostenlos, inbegriffen sind 5 GB Speicherplatz für E-Mails und Dokumente sowie für das Backup der Mac- und iPhone-Einstellungen. Nicht eingerechnet sind die Bilder im „Fotostream“ (Synchronisation der Bilder zwischen Mac und iPhone beziehungsweise iPad) sowie Musikstücke, die man bei iTunes kauft.


Von Anfang an muss man sich aber klar machen, dass iCloud in erster Linie zur Synchronisation zwischen Apple-Geräten dient – daher fehlt auch eine öffentlich sichtbare Bildergalerie. Das hat System: Auf einzelne Dateien, Dokumente oder Bilder, die bei iCloud gespeichert sind, kann man im Webbrowser nicht zugreifen; lediglich für Dokumente gibt es eine Hintertür (siehe „Kaufpflicht für Dateizugriff“).

Viel Automatik, wenig Kontrolle


In den Systemeinstellungen von OS X Mountain Lion erhält man einen guten Eindruck davon, was sich hinter iCloud verbirgt: E-Mail, Kontakte, Termine, Notizen, Fotostream und Dokumente lassen sich bei iCloud speichern und zwischen zwei Macs synchronisieren. An der Synchronisation dürfen auch Windows-Rechner und natürlich die Mobilgeräte von Apple teilnehmen.

Hard- & Software für iCloud

In der Fußnote für iCloud stehen die Anforderungen an Hard- und Software, die offiziell für den Zugriff auf Apples iCloud-Dienst nötig sind


Außerdem gibt es „Meinen Mac suchen“, eine Funktion, um den Standort eines Geräts zu ermitteln, sowie die Möglichkeit, einen Mac fernzusteuern oder eine Datei von dort zu holen oder dort zu speichern (wenn man die entsprechenden „Freigaben“ in den Systemeinstellungen eingerichtet hat).

Vollsynchron in Safari


Neu in der Synchronisation mit iCloud sind die erweiterten Funktionen für Safari. Bisher konnte man Lesezeichen und Leseliste synchronisieren. Mit OS X Mountain Lion geht mehr: Safari synchronisiert über iCloud die komplette Seite. Wechselt man an einen anderen Mac mit OS X Mountain Lion oder an ein Mobilgerät mit iOS 6 sieht man dort dieselbe Internet-Seite wie auf dem ersten Gerät (am Mac nach einem Klick auf den neuen Knopf mit dem iCloud-Symbol oben links im Browser).


Das macht das Leben der Arbeitsnomaden am Mac deutlich einfacher: Eine Internet-Seite im Browser morgens am iPhone aufrufen, an den Arbeitsplatz wechseln und dort dieselbe Seite mit Safari zu Ende lesen – ohne dass man sich dafür die Adresse der Seite merken muss.


Passend dazu gibt es in Safari eine neue Darstellung aller geöffneten Tabs eines Fensters (Befehl „Darstellung > Alle Tabs einblenden“ oder „Befehl-Wahltaste-7“ oder auf modernen Notebooks mit der Fingerbewegung zum Verkleinern der Seite). Wer zu viele Tabs im Browser geöffnet hat, öffnet diese Darstellung und blättert oder wischt mit zwei Fingern horizontal durch diese Tabs.

Hinweis und Benachrichtigung


Beifall bekommt Apple für den Umgang mit Nachrichten. Die Software gleichen Namens ist der Nachfolger von iChat, kann aber weit mehr als der Vorgänger: Zum Beispiel Text-, Bild- oder Video-Nachrichten vom iPhone entgegennehmen – als Ersatz für SMS. Voraussetzung für diese Nachrichten ist aber, dass man am iPhone oder iPad eine Apple-ID oder iCloud-ID eingerichtet hat.
Ab OS X Mountain Lion werden diese Nachrichten über iCloud synchronisiert. Man kann also mit dem Gegenüber eine Konversation am iPhone starten und später am Mac weiter diskutieren. Craig Federighi, Senior Vice President Software Engineering, zeigte, dass es eine Beschränkung gibt: Dateien über 100 MB lassen sich nicht verschicken.


Bei einer Anforderung zum Video-Chat („Facetime“) klingeln übrigens weiter alle Geräte, auf denen man in Facetime oder in der App Nachrichten dieselbe Apple-ID (meistens die E-Mail-Adresse von iCloud) eingetragen hat. Am Mac kann man das in Face­time in den Einstellungen abschalten, doch im Zweifelsfall klingeln iPhone und iPad parallel.

iCloud erweitern

Musik von iTunes Match wird dabei allerdings nicht mit eingerechnet, genau so wenig wie iTunes in the Cloud (die Möglichkeit, einmal gekaufte Musik auf allen persönlichen Geräten von Apple zu laden). Das Backup eines Mac oder die Backups von iPhone und iPod können aber schnell mehr als 5 GB umfassen. Wer mehr Platz benötigt, kann über die Systemeinstellungen jeweils für ein Jahr weiteren Speicherplatz bei iCloud kaufen (Apple rechnet zum Beispiel beim Preis von 16 Euro: 5 GB kostenlos plus 10 GB zusätzlich ergibt 15 GB Speicherplatz insgesamt).

  • 15 GB  iCloud-Speicherplatz für ein Jahr 16 Euro

  • 25 GB  iCloud-Speicherplatz für ein Jahr 32 Euro

  • 55 GB  iCloud-Speicherplatz für ein Jahr 80 Euro

Notizen


Zusätzlich zur Software Notizzettel gibt es in OS X Mountain Lion das Programm „Notizen“. Nutzt man iCloud, sieht man dort dieselben Notizen wie auf dem iPad und dem iPhone. Die Daten werden als E-Mail zwischen den Geräten ausgetauscht. Deshalb sind Notizen eine der wenigen Dinge, die man auch ohne iCloud bei der Synchronisation nutzen kann: Einfach ein E-Mail-Konto bei Google oder einem anderen Anbieter eröffnen und dessen Daten als „Account“ auf iPhone, iPad, iPod und dem Mac eintragen. Anschließend kann man in Notizen dieses E-Mail-Konto für die Synchronisation auswählen.

iWork in die iCloud

Bei der Synchronisation von Dokumenten dreht Apple an den Daumenschrauben: iCloud synchronisiert theoretisch alle Office-Dokumente (von Word, Excel und Powerpoint) vom Mac mit mobilen Geräten wie iPhone, iPad und iPod Touch – vorausgesetzt man hat dort eine der Apple-Apps Pages, Keynote oder Numbers gekauft.
 
Als Bonus erhält man nach dem Kauf einer dieser Apps Zugriff auf die iCloud-Dokumente im Browser: Einfach www.icloud.com/iwork aufrufen und schon kann man sie auf die Festplatte laden. Oder umgekehrt mit dem Browser neue Dokumente bei iCloud speichern.
 
Die Beschränkung des Browser-Zugriffs hat zur Folge, dass iCloud zum Gefängnis für Dokumente wird: Ohne den Kauf der Apps Pages, Numbers oder Keynote auf iPhone & Co. sieht man die Dokumente nicht im Browser. Hat man aber eine der Apps gekauft und einmal mit einem iPad auf iCloud zugegegriffen, öffnet sich die Tür und man kann mit einem beliebigen Browser auf die Dokumente zugreifen.
 
Eine weitere Einschränkung gibt es, wenn man iCloud nutzt, um Dokumente zwischen zwei Macs zu übertragen: Jede Software „sieht“ nur die eigenen Dokumente. Hat man also ein Bild mit Vorschau in der Cloud gespeichert, sieht man dieses Bild am anderen Mac (nur mit Mountain Lion) erst, wenn man ebenfalls mit Vorschau auf iCloud zugreift.

Die Dokumente von Pages, Keynote oder Numbers, die man mit iCloud synchronisiert, sieht man im Browser nur, wenn man einmal mit dem iPad zugreift (und dort die passende App für das iPad gekauft hat).
Vergrößern Die Dokumente von Pages, Keynote oder Numbers, die man mit iCloud synchronisiert, sieht man im Browser nur, wenn man einmal mit dem iPad zugreift (und dort die passende App für das iPad gekauft hat).
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