2163207

Macs 2016: Der große Umstieg zum Nachteil der Nutzer

15.03.2016 | 11:30 Uhr |

Im Jahr 2016 wird Apple seine Rechner mit einer einer neuen Prozessor-Generation ausstatten. Zudem wird sich Apple Schrittweise vom guten alten USB-Anschluss verabschieden und das neue USB-C vorantreiben.

Update vom 15.3.16 : Das Special Event am 21. März "Let us loop you in" wird sich zwar vorwiegend um iPhone SE , iPad Air 3 und Neuigkeiten zur Apple Watch drehen, doch hat Apple gewiss auch neue Macs im Gepäck. Bis auf die iMacs mit 27-Zoll-Monitor arbeitet noch kein Mac mit der jüngsten Intel-Chip-Generation Skylake. Das dürfte sich am 21. März ändern, Kandidaten für die neue Chip-Generation sind vor allem die Macbook Pro, aber auch die Macbook Air könnten neue Chipsätze vertragen.

Der Umstieg auf Skylake kommt keineswegs zu früh, die vergangenen Sommer auf den Markt gekommenen Prozessoren sind zudem Voraussetzung für die Speichertechnik der Zukunft, die Intel ebenso schon letztes Jahr gezeigt hat: Optane . Der Markenname steht für Speicher-Chips, die in SSDs und Arbeitsspeicher die Flash-Technologie ablösen sollen. Die von Intel und Micron gemeinsame Technologie namens 3D Xpoint verspricht bis zu zehnmal höhere Speicherdichten im Vergleich zu DRAM, Chips sollen bis zu 1000 mal schneller arbeiten als Flash-Module und dennoch länger haltbar sein. Die Speicherzellen sind dabei einem dreidimensionalen Gitter angeordnet, Daten lassen sich in kleinen Portionen dadurch schneller lesen und schreiben. Wie Intel hat durchsickern lassen, werden die Optane-Module kompatibel zum Protokoll NVMe sein, das bereits jetzt in Macbooks zum Einsatz kommt und den Anschluss derart schneller SSDs ermöglicht. Vor allem sollen aber Optane-Produkte in Server-Architekturen Verwendungen finden und die Kosten für Rechenzentren senken helfen.

3D Xpoint hat Intel zusammen mit Micron entwickelt, Optane lautet der Markenname des Produkts.
Vergrößern 3D Xpoint hat Intel zusammen mit Micron entwickelt, Optane lautet der Markenname des Produkts.
© Intel

Seit Apple vor nunmehr zehn Jahren seine Mac-Plattform auf Intel-Chips umgezogen hat, ist der Mac-Hersteller auch immer vorne mit dabei, wenn es um neue Technologien geht, die Intel mit entwickelt hat. So tauchte etwa Thunderbolt zuerst in Macs auf, würde Apple als einer der ersten Optane-SSDs oder RAM-Module auf Basis von 3D Xpoint verbauen, käme das wenig überraschend. Erste Produkte werden vermutlich aber erst im Jahr 2017 auf den Markt kommen.

Original vom 16.12.15 : Betrachtet man die technische Entwicklung der Macs über die letzten Jahre, dann erhält man den Eindruck, dass es Apple bei künftigen Macs nicht in erster Linie auf eine Geschwindigkeitssteigerung ankommt. Vielmehr spielt eine eben so wichtige Rolle die Hitzeentwicklung und damit einhergehend der Stromverbrauch.

Und langfristig wird der stationäre Mac eine immer geringere Rolle spielen. Denn höher ist die Nachfrage nach mobilen Rechnern. Und hier wird Apple in den nächsten Jahren einen Wechsel vollziehen: Weg von Geräten mit OS X und hin zu iOS-Geräten. Genauer gesagt, verschmelzen diese beiden Betriebssysteme immer stärker miteinander . Das merkt man bereits jetzt an der Architektur von Apps wie Fotos für OS X oder iMovie bis hin zu Office-Anwendungen wie Pages. Und Apple hat mit dem iPad Pro gezeigt, das dieser Weg die Zukunft sein soll. Noch ersetzt zwar ein iPad nicht vollumfänglich einen Mac. Doch das wird sich ändern.

Die iCloud soll dabei immer mehr das Rückgrat dieser Apps bieten. Und immer mehr Funktionen sollen für ein reibungsloseres Miteinander von OS X und iOS sorgen. Beispielsweise kann man jetzt schon Telefonate am iPhone entgegennehmen und am Mac fortsetzen. Continuity nennt Apple diese Technik und wir zeigen hier, wie dies funktioniert .

Den Takt gibt Intel vor: Von Haswell zu Broadwell und Skylake

Intel liefert das Herzstück eines jeden Macs, den Prozessor. In den aktuellen Macs werkeln noch die Intel-Prozessoren der Haswell-Serie, jeweils angepasst und modernisiert. Einige Modelle hat Apple bereits auf Broadwell umgestellt, etwa die 21,5-Zoll-iMacs. Die 27-Zöller arbeiten seit Herbst sogar schon mit Skylake-Chips. Jene sechste Generation der Core-Chips hat Intel im Sommer 2015 präsentiert, der Umstieg auf die neue Chip-Generation geschieht nach und nach. Erste Kandidaten für den Sprung auf Skylake könnten die Macbooks (Air und Pro) sein, die seit dem Frühjahr 2015 mit Broadwell-Chips ausgestattet sind - mit Ausnahme der Macbook Pro 15 Zoll, die noch auf Haswell setzen. Möglicherweise ist es schon im Frühjahr soweit, spätestens im Herbst sollten aber dann alle Macbook Air und Pro mit Skylake-CPUs ausgestattet sein - auch die 15-Zöller, Apple wird hier die Broadwell-Generation überspringen. Dann wird Intel bereits dessen Nachfolger vorgestellt haben: Kaby Lake. Wie in jedem Jahr setzt Intel darauf, die Energieeffizienz zu steigern. So arbeitet die CPU etwas schneller und entwickelt dabei weniger Hitze. Überfällig wäre es, den Mac Mini, der noch mit Haswell-Chips ausgestattet ist, zu modernisieren. Auch dem High-End-Flaggschiff Mac Pro täte ein Upgrade gut. Den Xeon-Prozessor gibt es aber nach wie vor nur in der Haswell-Baureihe, seit Sommer diesen Jahres aber schon in einer dritten Generation. Hier bleibt abzuwarten, ob Apple den nächsten größeren Sprung abwartet oder in der Zwischenzeit einen leicht modifizierten Mac Pro mit Thunderbolt 3 bringt. Der Spätsommer oder frühe Herbst wäre ein geeigneter Zeitpunkt für diese Aktualisierung.

Neuer Mitstreiter in der Macbook-Familie – das iPad Pro

Mit dem iPad Pro hat Apple im Herbst 2015 die Gerüchte bestätigt. Das Bemerkenswerte an dem riesigen iPad Pro : Es soll laut Aussage von Tim Cook zunehmend die Aufgaben des Macbook übernehmen. Damit steht Apple nicht alleine da: Einen ähnlichen Weg geht gerade Microsoft mit dem Surface Pro, den wir bereits mit dem iPad Pro verglichen haben.

Das iPad Pro verwendet einen flotten A9X-Chip, der im Laufe von 2016 sicherlich an die kleineren iPad-Modelle herunter gereicht wird. Im Herbst 2016 erwarten wir einen größeren Rundumschlag in der iPad-Familie. Und mit dem iOS 10, das im Herbst 2016 erscheinen wird, kommen die iPad-Modelle einen weiteren Schritt näher an die Funktionalität von OS X. Die Rechenleistung des A9X-Chips ist jetzt schon beachtlich und laut Geekbench höher als die des Macbook. So laufen auch anspruchsvollere Anwendungen wie Videoschnitt und Hersteller wie Adobe befeuern die iOS-Plattform stetig mit neuen Apps, die sich an Profis richten. Aber auch herkömmliche Office-Anwendungen sollen künftig noch besser auf dem iPad laufen, so wie Office 365 von Microsoft . Mit Dropbox verbunden ist dies jetzt schon eine durchaus praktikable Lösung.

Macbook-Familie

Mitte des Jahres, etwa zur Zeit der WWDC dürfen wir mit neuen Modellen von Macbook Air und Macbook Pro Retina rechnen. Hier wird erstmals die Skylake-Architektur in mobilen Macs zum Einsatz kommen. Das Macbook Air könnte dabei ganz ohne Lüfter auskommen, wie jetzt schon das Macbook. Bei sommerlichen Temperaturen kann dies aber den Rechner verlangsamen beziehungsweise zum Abschalten zwingen, wie einige Macwelt-Leser berichtet haben .

Mac Mini

Ende 2014 hat Apple den Mac Mini auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Dabei ist der kleine Desktop-Rechner allerdings langsamer als sein Vorgänger geworden und lässt sich deutlich schlechter aufrüsten. Nun bleiben unserer Einschätzung nach zwei Szenarien: Entweder verschwindet der Mac Mini 2016 aus Apples Portfolio oder es wird rundum erneuert. Ganz verschwinden dürfte unserer Meinung nach der Mac Mini nicht. Ein neuer Mac Mini dürfte außer dem Broadwell-Chip auch USB-C-Anschlüsse bieten. Den Mac Mini wird Apple vermutlich nicht gleich auf Skylake aufrüsten.

iMac

Ein hochauflösendes Display ist das Merkmal des All-In-One-Rechners iMac. Bereits der 21,5 Zoll große Einstiegs-iMac kommt mit einem 4K-Display, der größere 27-Zoll-iMac sogar mit der bis Dato unübertroffenen Auflösung von 5K, also 5120 x 2880  Pixel. Die Displays der iMacs dürften sich also nächstes Jahr wenig ändern. Dafür der Dualcore-Prozessor und die USB-Anschlüsse. Erst im Sommer 2015 sind die iMacs aufgefrischt worden, das nächste große Update erwarten wir frühestens im Sommer 2016.

Mac Pro mit 22 Kernen

Seit Apple 2013 den neuen Mac Pro auf den Markt brachte, hat sich nicht viel geändert. So wird es nach zwei Jahren nun höchste Zeit für ein Update des Mac Pro, soll der Rechner weiterhin  der „schnellste Mac aller Zeiten“ sein. Denn ein maximal ausgestatteter iMac macht dem Mac Pro gehörig Konkurrenz. Und so dürfte das Mac Pro ein heißer Kandidat für den nächst größeren Rechner-Update aus dem Hause Apple sein.

Vor allem der Prozessor dürfte dann auf den Stand der Zeit gebracht werden. Denn bislang verrichtet der Workstation-Prozessor Intel Xeon E5 v2 seinen Dienst und er dürfte durch den Intel Xeon E5 v4 (auch bekannt als Broadwell-EP) abgelöst werden. Der neue Chip soll bis zu 22 Prozessorkerne nutzen, sein Vorgänger verwendet maximal 18 Kerne.

Fazit

Die komplette Mac-Linie dürfte im Jahr 2016 ein Update bekommen, das vor allem zwei Hauptmerkmale beinhaltet: Apple wird den Intel-Broadwell- und Skylake-Chip verwenden und statt USB 3.0 die neue Schnittstelle USB 3.1 Typ C einführen. Fast alle Rechner dürften bis Ende 2016 mit USB-C-Anschlüssen ausgestattet sein. Vor allem die Nutzer darf dieser Umstieg nicht so richtig erfreuen, denn die USB-C-Peripherie ist nach wie vor rar, obzwar Apple und Intel den Anschluss vor rund einem Jahr marktreif gemacht haben.

Macwelt Plus jetzt 30 Tage lang kostenlos testen!

Viele weitere Tipps und Tricks rund um Apple, macOS, Macbooks, iPhones und iPads lesen Sie in unserem Digitalangebot Macwelt Plus . Sie erhalten Zugriff auf alle Ausgaben der Maclife powered by Macwelt, Themen-Specials sowie das Archiv der Macwelt, iPhone- und  iPadWelt.
Jetzt 30 Tage kostenlos testen!

0 Kommentare zu diesem Artikel
2163207