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iOS 10 - Neue Abo-Modelle für Apps und die Folgen

23.08.2016 | 08:04 Uhr |

Bereits kurz vor der WWDC 16 erläuterte Phil Schiller, wie Apple sein Preismodell im App Store um ein neues Abo-Modell erweitern will.

Apps soll man dann nicht mehr nur einmalig kaufen und beliebig lange nutzen, sondern auch als Abo erwerben können. Bislang ist das Abo-Modell nur für ausgewählte App-Inhalte im Rahmen der In-App-Käufe möglich.

An der bisherigen allgemein geltenden Umsatzaufteilung – 30 Prozent gehen an Apple, 70 Prozent an den Entwickler – wird sich etwas ändern. Wird eine App per Abo angeboten, sind nach einem Jahr erfolgreichem Abo nur noch 15 Prozent bei Apple. Das 8 Jahre gültige Geschäftsmodell des App Stores wird damit angefasst. Apple erlaubt dieses Preismodell nur Apps mit "sinnvollem Mehrwert". Details dazu, was dies bedeutet, fehlen noch.

Vorteil für Entwickler

Das bedeutet für Entwickler, dass sich Arbeiten an Apps doch dauerhaft monetarisieren lassen. Updates und Code-Pflege lohnen sich wieder, dies war bisher ein häufiger Kritikpunkt. Die Motivation für den Entwickler, dies auch zu tun, ist klar: Kunden können monatlich aussteigen.

Der Begriff Abo ist jedoch irreführend. Bei einem Abo zahlt der Nutznießer regelmäßig für sein Produkt und bekommt im gleichen Atemzug eine Gegenleistung. Kündigt er das Abo, kann er die bisher erhaltenen Produkte behalten und weiter nutzen. Im App Store ist dies anders. Es handelt sich daher eher um eine Miete oder Pacht.

Zusammen mit weiteren geplanten Verbesserungen bei der Prüfung von Apps und bei Suche/Kategorisierung im App Store soll nun so das ins Stocken geratene Geschäft im App Store neuen Schwung erhalten.

Vorteil für Unternehmen

Sicherlich waren die niedrigen Preise für Apps immer von Vorteil. Die fehlende Nachhaltigkeit von stetigen Funktionserweiterungen, Bug-Fixes und rechtzeitige Updates beim iOS-Wechsel wurde immer erst viel später als Risiko erkannt.

Die Möglichkeiten des neuen Geschäftsmodells bringen die Erfahrungen von Microsoft und Adobe, für die ohnehin bereits regelmäßig Lizenzgebühren zu entrichten sind, in die Hände aller Entwickler. Software kostet Geld und ein stetiger Geldfluss sorgt für die Basis einer qualitativ hochwertigen Software.

Es darf erwartet werden, dass viele Anbieter dieses Modell wählen werden und viele Anbieter es nun lukrativ finden werden, ihre Profi-Software auf die iOS-Plattform zu bringen. Auch das iPad Pro könnte von dieser Entwicklung profitieren, da nun auch andere Entwickler belohnt werden, wenn sie entsprechende Pro-Funktionen unterstützen.

Sicherlich wird es im Rahmen der Volume Purchase Käufe (VPP) in der Abrechnung wieder aufwändiger, die Kleinst-Euro-Beträge zu verwalten, die Vorteile dürften jedoch überwiegen.

Vorteil für Privatpersonen

Wer jetzt aufschreit, dass jedem privaten Bürger damit das Geld aus der Tasche gezogen werden soll, sollte sich folgendes überlegen. Jeder kennt das bestimmt – er kauft eine App für 5 Euro, und diese überlebt den Release-Wechsel von iOS nicht. Im Idealfall gibt der Entwickler ein kostenloses Update, aber viel öfter ist zu beobachten dass eine neue Version mit angepasstem Namen im App Store erscheint - wieder für 5 Euro.

Dies macht den Store unübersichtlich und sorgt immer wieder auch für Probleme in der Datenübernahme. Geben Sie diesem neuen Modell eine Chance. Der Preis wird auch hier von den Anwendern bestimmt, die einen Wertbeitrag honorieren – oder nicht.

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