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iOS-8-Umstieg mit iCloud

10.10.2014 | 16:00 Uhr |

Auch ganz ohne Rechner klappt das Update auf iOS 8 problemlos. Wir erklären die Schritte zur Nutzung von Apples Dienst iCloud für Backup und Update.

Bereits seit iOS 5 lässt sich das iPad ohne Rechner nutzen. Inbetriebnahme, der Kauf von Apps, Musik, Büchern und so weiter und sogar Systemupdates funktionieren über iCloud. Auch für das Update auf iOS 8 reicht eine WLAN-Verbindung ins Internet aus. Apple trägt der steigenden Zahl mobiler Anwender Rechnung, die ihren PC nicht immer dabei haben oder ganz auf ihn verzichten wollen. iCloud bietet verschiedene „Stufen“ von Backups und Datenhaltung an. Zwischen diesen können Sie wählen, wenn Sie entschieden haben, Teile Ihrer Daten oder das komplette Set iCloud anzuvertrauen. Dabei gibt es einiges zu beachten, sollen die Daten sicher aufgehoben und im Fall der Fälle zur Verfügung stehen, etwa nach dem Update. Mit dem neuen iOS kommen auch neue iCloud-Funktionen, die Sie nach erfolgreichem Update nutzen können. Wir zeigen, wie Sie den Übergang vorbereiten.

1) Basisdienste

iCloud für Apple-Apps und andere Daten einsetzen

Wie bei allen Cloud-Diensten ist auch bei iCloud die grundsätzliche Entscheidung zu fällen, ob man seine Daten dem Cloud-Server anvertrauen will oder darf. Fällt die Entscheidung positiv aus, sollten Sie auf jeden Fall wichtige Daten wie Adressen, Kontakte, Termine oder Erinnerungen mit iCloud synchronisieren. Auf diese Weise stehen die Daten nicht nur auf Ihrem iPad, sondern auch auf anderen iOS-Geräten sowie am Windows-PC oder Mac zur Verfügung. Wählen Sie iCloud in den Einstellungen, aktivieren Sie den Dienst, wenn noch nicht geschehen, und schalten Sie den Abgleich der gewünschten Dienste ein. Wenn Sie später etwa Kontakte nicht mehr synchronisieren wollen, können Sie die Option wieder ausschalten und die Daten lokal auf dem iPad behalten. Inzwischen nutzen optional auch viele Apps iCloud, entweder zum Speichern Ihrer Einstellungen oder sogar von Dokumenten. Letzteres wird ab iOS 8 deutlich ausgebaut.

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2) iCloud-Sync-Dienste

Fotostream einschalten und nutzen

Mit Fotostream bietet iOS eine tolle Funktion, die auf Wunsch ein Backup mit dem iOS-Gerät aufgenommener Fotos in iCloud ablegt. Bis zu 1000 Fotos lassen sich kostenlos speichern. Sie stehen dann auch auf anderen iOS-Geräten, Windows-PCs und Macs des Nutzers zur Verfügung, wenn die Geräte mit derselben Apple-ID bei iCloud angemeldet sind. Ist die Obergrenze von 1000 Fotos erreicht, werden die ältesten gelöscht – es handelt sich also nicht um ein komplettes Backup. Das ändert sich mit iOS 8 beziehungsweise iCloud Fotomediathek. Ist die Funktion gewählt, gelangen alle Fotos des Benutzers in die Online-Mediathek, ohne Zeit- und Mengenbegrenzung. Dabei unterstützt die neue Funktion diverse Fotoformate. Allerdings wird schon bei mittleren Fotosammlungen das kostenlose Speicherkontingent von iCloud erschöpft sein, sodass Benutzer Speicherplatz dazukaufen muss. Apple senkt die Preise mit der Vorstellung von iOS 8. Wie auch immer sich Benutzer dann entscheiden, die Option Fotostream sollte unter iOS 7 eingeschaltet sein, dann sind die enthaltenen Fotos nach dem Update oder der Wiederherstellung zum neuen iOS auf jeden Fall sicher.

Dokumente, Daten und Schlüsselbund

Unter iOS 7 nutzen immer mehr Apps das iCloud-Angebot von Apple für ihre Daten. Der Dienst startete äußerst holprig, viele App-Hersteller beklagten lange Zeit seine Unzuverlässigkeit. Mittlerweile hat sich das gelegt, und viele Apps nutzen iCloud, zu finden unter der Einstellung „iCloud > Dokumente & Daten“. Die meisten setzen iCloud zum Abgleich von Einstellungen oder Highscores bei Spielen ein. Nutzen Sie ein weiteres iOS-Gerät mit derselben Apple-ID, werden die Daten synchronisiert beziehungsweise Einstellungen müssen auf einem neuen oder wiederhergestellten Gerät nicht neu eingegeben werden. Mit iOS 8 steht iCloud endlich auch als „normales Cloud-Volume“ für Daten zur Verfügung, Apple nennt es iCloud Drive. Damit die Migration klappt, stellen Sie sicher, dass unter iOS 7 die Option unter „Dokumente & Daten“ für die installierten Apps eingeschaltet ist. Mit einem der ersten Updates von iOS 7 kam „iCloud Schlüsselbund“ hinzu, ein sicherer Safe mit Ihren Einwahldaten für Portale, optional für Kreditkartendaten und – wenig bekannt – für die Zugangsdaten von WLANs, die Sie mit dem iOS-Gerät besucht haben. Ist die Option aktiviert – eingeschaltete Code-Sperre vorausgesetzt –, finden Sie bei einem Upgrade zu iOS 8, also der Wiederherstellung, nach der Eingabe Ihrer Apple-ID bei der Einrichtung wieder alle wichtigen Zugangsdaten an Bord – eine große Hilfe.

3) Andere Daten sichern

Fotos aus Alben in iCloud

Wer in der Vergangenheit von der Synchronisation via iTunes komplett auf iCloud umgeschwenkt ist, hat vermutlich noch Alben mit Fotos auf dem iOS-Gerät, die via iTunes auf das iOS-Gerät gelangt sind. Die Fotos und Alben synchronisiert iCloud nicht, optional erledigt das ab iOS 8 iCloud Fotomediathek, wenn die Funktion genutzt wird. Wer unter iOS 7 sein iPad oder iPhone über iCloud wiederherstellen muss und keinen Rechner mehr zur Verfügung hat, verliert seine Fotos aus den Alben. Es gibt einen netten Trick, das zu verhindern, das „Bereitstellen“ über iCloud, auch „Freigegebene Streams“ genannt. Der genutzte Speicherplatz wird nicht vom iCloud-Kontingent abgezogen, optional lassen sich die Bilder sogar teilen. Wählen Sie einfach am iPad in der App Fotos unter iOS 7 die Fotos in Alben aus, tippen Sie dann das kleine Action-Icon an, und wählen Sie „iCloud“. Damit legen Sie einen neuen Fotostream an beziehungsweise fügen die ausgewählten Fotos einem bestehenden Fotostream hinzu. Auf diese Weise landen die Bilder in iCloud.

Option andere Cloud-Dienste

Natürlich bieten sich neben iCloud auch andere Dienste an, wenn man vor einem Update oder generell ein weiteres Backup-Medium nutzen will, da der Rechner mit iTunes hier nicht zur Verfügung steht. Wir nutzen Dropbox, den sicherlich prominentesten und verbreitetstenVertreter der Cloud-Dienste. Dropbox bietet zum Beispiel schon lange an, mit dem iOS-Gerät aufgenommene Fotos in einem speziellen Ordner Ihrer Dropbox zu sichern. Das kann als Alternative zu iCloud dienen oder zusätzlich. Die so gesicherten Fotos stehen natürlich auch auf einem Rechner oder anderen iOS-Gerät zur Verfügung. Dropbox versteht sich aber nicht nur auf Fotos. Viele der aktuellen Apps nutzen den „Öffnen in“-Mechanismus von iOS. Ist eine Datei ausgewählt, steht dann über „Öffnen in“ auch immer Dropbox zur Verfügung – neben anderen Apps und Cloud-Diensten. In dem Fall von Dropbox legt iOS eine Kopie der Datei in die Dropbox – damit aber auch auf die Server des Cloud-Anbieters. Das geht auch verschlüsselt über die App Boxcryptor, die auch Dropbox nutzen kann.

4) Backups und Update

Mit dem Speicherplatz bei iCloud haushalten

Mit iOS 8 führt Apple ein neues Kostemodell für den Speicherplatz vor, der über das (geringe) Baisvolumen hinausgeht. Sie bekommen den Speicherplatz für deutlich weniger Geld als bislang, auch unter iOS 7 noch als riesig wahrgenommene Kontingente werden angeboten. Die sind aber auch nötig, will man etwa iCloud Fotomediathek nutzen und verfügt über reichlich Bilder. Es ist also sinnvoll, vor einem Update nicht nur iPad und iPhone von Datenmüll zu befreien, sondern auch den bestehenden iCloud-Dienst. Wie iTunes löscht auch iCloud die Backups Ihrer iOS-Geräte nicht automatisch – wenn es etwa verkauft wird – das kann iCloud nicht wissen. Hier finden Sie wahre Speicherfresser. Die zugehörigen Einstellungen finden Sie in „iCloud > Speicher & Backup > Speicher verwalten“ unter Backups. Neben dem aktuell genutzten Gerät „Dieses iPad“ finden Sie hier alle iOS-Geräte, die iCloud-Backup genutzt haben, die Backups lassen sich löschen. Tippen Sie den Namen des gerade verwendeten Geräts, zeigt die Einstellung, welche Daten mit gespeichert werden.

Letzter Check und Update oder Restore

Steht ein iOS-Update zur Verfügung, können Sie es jetzt einspielen. Auch ohne Verwendung eines Rechners mit iTunes haben Sie die Wahl zwischen dem bequemen Update und einem Clean Install mit folgender Wiederherstellung. Unmittelbar vor Update oder Clean Install führen Sie unbedingt ein Backup via iCloud durch und sichern so den letzten Stand. Prüfen Sie dann in der Einstellung „Allgemein > Softwareaktualisierung“, ob ein Update zur Verfügung steht. Falls ja, können Sie es laden und installieren – das klassische Update, gefolgt von der Basiseinrichtung. Wird das Update angezeigt, Sie wollen aber einen kompletten Neuanfang, müssen Sie einen anderen Weg wählen. In der Einstellung „iCloud“ schalten Sie zunächst die Funktion „Mein iPad suchen“ aus, sonst klappt es nicht. Wählen Sie dann in der Einstellung „Allgemein > Zurücksetzen“ die Option „Inhalte & Einstellungen löschen“. das iOS-Gerät wird gelöscht und lädt, wenn vorhanden, das aktuelle iOS. Ihre Daten stellen Sie dann beim Einrichten aus dem Backup wieder her.

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