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iOS-8-Umstieg mit iTunes

10.10.2014 | 16:00 Uhr |

Wer sein iPad traditionell mit iTunes synchronisiert, sollte sich auf das iOS-8-Update vorbereiten. Wir zeigen, worauf man für den Umstieg achten muss

Wenn Sie Ihr iPad auch unter iOS 8 weiter mit iTunes und Ihrem Rechner synchronisieren wollen – ob per Kabelverbindung oder WLAN –, bieten sich beim Umstieg auf iOS 8 verschiedene Optionen, die eine saubere Installation und Nutzung Ihrer Daten erlauben. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Frage, ob die Aktualisierung des vorhandenen iOS oder eine Neuinstallation besser sind. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Der komfortabelste Weg ist das einfache Update. Hierbei wird automatisch ein Backup der Benutzerdaten gemacht, dann das System aktualisiert, und zum Schluss werden alle Apps, Medien und Benutzerdaten zurückgespielt.

iPadWelt 6/14 auf dem iPad lesen

iPadWelt 06/2914
© 2015

Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der iPadWelt 6/14 alles über iOS 8, von der Installation über die Einrichtung bis hin zu den Raffinessen der aktualisierten Apps. Seit 10. Oktober für das iPad verfügbar.

Apple setzt auf iCloud

Das Problem dabei ist, dass eventuell auch kleine Fehler übernommen werden oder alte Einstellungen, die nicht mehr zu aktuellen iPad und iOS-Versionen passen, auf das aktualisierte Gerät geraten. Hier bieten sich allen Benutzern, ob mit oder ohne Rechner und iTunes, beide Optionen. Mit iOS 8 erweitert Apple nochmals die Funktionalität von iCloud. Wer bislang Fotosammlungen vom Rechner auf ein iOS-Gerät bekommen wollte, nutzte Alben. Derart auf iPad und iPhone übertragene Fotos fanden aber keinen Weg in iCloud, sie waren bei einer Wiederherstellung verloren. Mit iCloud Fotomediathek ändert sich das, alle Fotos, die Sie besitzen, können in iCloud landen und sind auch nach einer Wiederherstellung wieder auf dem iOS-Gerät zu finden. iCloud Drive bietet zudem endlich jeglichen Dateien ein Zwischenlager in der Cloud. Apple trägt der Tatsache Rechnung, dass besonders iPad-Nutzer oft keinen PC besitzen, natürlich bietet sich die Funktionalität auch für das iPhone an. Folgerichtig verschlüsselt Apple die Daten in der iCloud, wer den PC mit iTunes nutzt, sollte diese Option auch wählen.

iTUNES-BACKUP

Wer sich für Backup und Synchronisation seines iOS-Geräts über iTunes entschieden hat, kann nicht nur wählen, ob sie konventionell per Kabelverbindung oder WLAN erfolgt, optional lässt sich das Backup am Rechner auch verschlüsseln. Seit den zahlreichen Geheimdienstaffären wird auch von „normalen“ Benutzern Verschlüsselung als wichtiges Thema wahrgenommen. Ist das iTunes-Backup am Rechner nicht verschlüsselt, hat jeder Zugriff auf Ihre sensiblen Daten, der den Rechner nutzen kann. Mit verschiedenen Tools lassen sich Nachrichten, Einstellungen und viele Daten einfach auslesen. Das zu verhindern reicht ein einfacher Klick in iTunes, Sie wählen ein Passwort und sind eine Sorge los. Häufig übersehen wird ein cooles Feature verschlüsselter Backups: Nach dem Upgrade auf iOS 8 laden Sie per Wiederherstellung die Daten des iOS-Geräts aus dem Backup. War das nicht verschlüsselt, müssen Sie anschließend alle Passwörter von Apps und Diensten erneut eingeben. Nur bei verschlüsselten Backups werden sie mit gespeichert und beim Restore automatisch geladen. Das iPad ist sofort einsatzbereit.

Es geht (noch) ohne iCloud

Viele Benutzer wollen oder dürfen Cloud-Diensten keine persönlichen Daten überlassen, Hier bleibt iTunes, noch lassen sich iPad und iPhone auch ohne iCloud nutzen, allerdings mit eingeschränkter Funktionalität. Für welchen Weg Sie sich entscheiden, kompletter Neuanfang oder Upgrade und Restore, in beiden Fällen sind Vorbereitungen zu treffen, damit der Übergang ohne Probleme verläuft. Der Workshop zeigt, was hierfür zu tun ist. Ein zentraler Arbeitsschritt ist dabei das Anlegen und zusätzliche Speichern des aktuellen Backups vor der Aktualisierung des iOS. Das Vorgehen über iCloud erklären wir hier .

1) iTunes aktualisieren

Update durchführen, Einkäufe übertragen

Zu jedem großen iOS-Update aktualisiert Apple in der Regel auch die iTunes-Version. Benutzen Sie den Befehl „Nach Updates suchen“, den Sie unter Windows im „?“-Menü oder auf dem Mac im Menü „iTunes“ finden. Als Alternative lässt sich die aktuelle Version von Apples Website laden. Optional sichern Sie alle Einkäufe, die Sie mit dem iPad getätigt haben. Dank „iTunes in der iCloud“ stehen neben Apps, Musik und Büchern zwar inzwischen auch Filme und TVSendungen zum Nachladen bereit, das Backup beschleunigt später aber eine Wiederherstellung. Wählen Sie das iPad in iTunes mit der rechten Maustaste aus, und wählen Sie hier den Befehl „Einkäufe übertragen“.

2) Manuelles Backup

iPad-Komplettsicherung und Speichern von Dateien

Obwohl iTunes beim späteren iOS-8-Update ein Backup Ihrer Daten anlegt, empfehlen wir, ein manuelles, verschlüsseltes Backup anzulegen. Wählen Sie dazu bei angeschlossenem iPad in iTunes den Reiter „Übersicht“. Unser Beispiel-iPad wird normalerweise per iCloud gesichert, vor dem Update empfehlen wir aber auch hier das Sichern des Backups – wie auch bei iOS-Geräten, die immer mit iTunes synchronisiert werden. Wechseln Sie nun in iTunes zum Reiter „Apps“. Unterhalb der App-Liste finden Sie hier den Bereich „Dateifreigabe“, über den Apps Daten austauschen. Kopieren Sie wichtige Dokumente auf den Rechner – falls beim normalen Backup etwas schiefging.

3) Apps und Bücher

Sammlung aufräumen, iTunes entmüllen

Dank „iTunes in der iCloud“ können Sie gekaufte Musik, Bücher und Apps jederzeit „nachladen“ – das klappt mittlerweile auch mit Filmen und TV-Sendungen. Die jährlichen großen Updates sind zumindest ein guter Anlass, die lokal geladenen Apps und Bücher zu entmisten, zum Thema Musik finden Sie alle Infos in Schritt 4. Löschen Sie alte Apps, die Sie nicht mehr benötigen – aber Vorsicht: Wenn Apple eine App aus dem App Store entfernt hat, lässt sie sich nicht mehr nachladen. Auch Bücher, die Sie „ausgelesen“ haben, können Sie in iTunes entfernen.

4) Musik und iTunes Match

Musiksammlung organisieren und aktualisieren

Was für Bücher und Apps gilt, klappt auch mit gekaufter Musik. Alle Songs und Alben, die Sie mit Ihrer Apple-ID erworben haben, lassen sich jederzeit in iTunes und auf iOS-Geräten nachladen. Das betrifft natürlich nur gekaufte Songs, nicht selbst gerippte und vom Rechner aufs iPad übertragene. Wenn Sie jedoch den kostenpflichtigen Dienst iTunes Match nutzen und Ihre Musiksammlung abgeglichen haben, sind alle Lieder in iCloud gespeichert. Ein Tipp: Falls Sie iTunes Match kündigen wollen, müssen Sie vorher alle Songs aus iCloud lokal in iTunes speichern.

5) Backups entfernen

Sicherungen alter iOS-Geräte entfernen

iTunes löscht keine alten Backups Ihrer iOS-Geräte. Schließlich weiß das Programm nicht, ob Sie ein altes iPad-Modell längst verkauft oder nur lange Zeit nicht synchronisiert haben. Außerdem werden bei jedem großen Versionssprung von iOS ein altes und ein neues Backup angelegt. Wählen Sie in den Einstellungen zu iTunes „Geräte“, und entsorgen Sie die Backups von iOS-Geräten, die Sie nicht mehr nutzen. Pro Gerät und Backup kommen oft einige Gigabyte an Speicherplatz zusammen. Außerdem ist eine bereinigte Backup-Liste sehr hilfreich, wenn Sie tatsächlich ein Restore benötigen.

6) Vorbereitung abschließen

Letzte Synchronisation und Update oder Wiederherstellung

Vor dem Update führen Sie eine Synchronisation des iPad (mit automatischem Backup) durch. Wählen Sie dabei nur die benötigten Apps aus. Anschließend prüfen Sie noch einmal die Einstellungen für Musik, Filme und andere Medien. Vor allem bei den Podcasts verstecken sich oft Speicherfresser. iTunes bietet die automatische Suche nach iOSUpdates, das lässt sich auch manuell erledigen. Hat iTunes das neue iOS 8 gefunden, können Sie wählen. Die Update-Funktion aktualisiert das iOS, per Wiederherstellung wird ein Clean-Install durchgeführt, der bessere Weg.

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