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Der optimale Datenschutz unter iOS 9

23.09.2015 | 09:14 Uhr |

Datenschutz schreibt Apple in iOS 9 groß. Der Nutzer erhält flexible Möglichkeiten, den Zugriff auf persönliche Daten zu begrenzen, außerdem muss jede App beim ersten Zugriff fragen

Ein besonders wichtiger Bereich, der in letzter Zeit immer mehr in den Fokus der Anwender gerät, ist der Schutz der persönlichen Daten. Dabei wird Apple nicht müde zu unterstreichen, dass das eigene Geschäftsmodell im Anbieten von Produkten und Diensten besteht und nicht im Sammeln und Verwerten der Kundendaten. Folgerichtig bietet iOS 9 viele Möglichkeiten, dem Zugriff auf Ihre Daten sowohl von außen als auch durch installierte Apps einen Riegel vorzuschieben.

iOS bietet flexible Datenschutzeinstellungen für den Zugriff auf viele Bereiche.
Vergrößern iOS bietet flexible Datenschutzeinstellungen für den Zugriff auf viele Bereiche.

Zusätzlicher Schutz

Weitere Maßnahmen im Datenschutz sind strenge Vorgaben für Healthkit und Homekit. Apps können über Healthkit nur auf für sie freigegebene Daten zugreifen. Welche anderen noch vorhanden sind, sehen sie gar nicht erst, sonst könnte man zum Beispiel aus der Speicherung von Blutzuckerdaten auf Diabetes schließen. Für Homekit schreibt Apple lokale Speicherung und verschlüsselte Verbindungen vor (Seite?43). Die Nutzung der Ortsfunktion müssen Entwickler begründen.

Um das Tracking von iPhones zu erschweren, sendet iOS bei der WLAN-Suche eine zufällig erzeugte MAC-Adresse. So lässt sich etwa in Shops nicht mehr unbemerkt ein Zusammenhang zwischen zwei Besuchen feststellen. Für das (abschaltbare) Ad-Tracking wird keine eindeutige Geräte-ID mehr verwendet, sondern eine, die sich jederzeit unter „Datenschutz > Werbung“ erneuern lässt. In den Safari-Einstellungen kann man die nicht trackende Suchmaschine Duckduckgo wählen.

Zugriff am iPhone

Die erste und wichtigste Maßnahme ist, eine Codesperre einzurichten, damit Unbefugte nicht ohne Weiteres das iPhone nutzen können. Das Setzen des Zugriffscodes aktiviert die automatische Datenverschlüsselung.

Ortungsdienste sollte in Apps möglichst nie oder nur beim Verwenden aktiv sein.
Vergrößern Ortungsdienste sollte in Apps möglichst nie oder nur beim Verwenden aktiv sein.

Wollen Sie das iPhone verkaufen, wählen Sie in den Einstellungen „Allgemein > Zurücksetzen > Inhalte & Einstellungen löschen“. Dabei löscht iOS den internen Schlüssel, wodurch eine Wiederherstellung der Daten praktisch unmöglich wird. iOS 9 verwendet auf Geräten mit Touch ID standardmäßig einen Code mit sechs Stellen.

Sie können wählen, welches Ihrer Geräte den Standort liefert und wer ihn sieht.
Vergrößern Sie können wählen, welches Ihrer Geräte den Standort liefert und wer ihn sieht.

Private Daten schützen

Die meisten Einstellungen zum Datenschutz finden Sie im gleichnamigen Bereich der Einstellungen. Hier können Sie für Ortungsdienste, Kontakte, Fotos und viele andere Datenarten oder Dienste festlegen, welche Apps darauf zugreifen dürfen. Sorgfältig geregelt wird hier auch der Zugriff auf die persönlichen Gesundheits-und Bewegungsdaten in Health und Bewegung & Fitness. Letzteres heißt in iOS 8 noch Aktivitäten. Die Kontrolle der Homekit-Daten ist ebenfalls hier zu finden.

Die Systemdienste finden Sie ganz unten im Menü der Ortungsdienste.
Vergrößern Die Systemdienste finden Sie ganz unten im Menü der Ortungsdienste.

Die Ortungsfunktion ist nicht nur für die Privatsphäre, sondern auch für den Stromverbrauch wichtig. Sie sollte nur erlaubt werden, wenn es wirklich nötig ist. Sie lässt sich für viele Apps so konfigurieren, dass sie nur aktiv ist, wenn die App zu sehen ist oder ihre Funktionen genutzt werden. Überflüssige Stromverschwender finden Sie auch im Untermenü Systemdienste wie ortsabhängige iAds, WLAN-Suche, Einstellung der Zeitzone oder „Häufige Orte“.

Für mehr Privatsphäre schalten Sie Diagnose & Nutzung auf „Nicht senden“.
Vergrößern Für mehr Privatsphäre schalten Sie Diagnose & Nutzung auf „Nicht senden“.

Ganz unten in „Datenschutz“ finden Sie noch die Einstellungen zum Senden von Diagnose-und Nutzungsinformationen an Apple und Entwickler.

Kein Ad-Tracking und ...
Vergrößern Kein Ad-Tracking und ...
... Suchen mit Duckduckgo reduzieren Ihre Spuren im Web.
Vergrößern ... Suchen mit Duckduckgo reduzieren Ihre Spuren im Web.

Schutz aus der Ferne

Ein weiterer Puzzlestein des Datenschutzes ist die Funktion „Mein iPhone suchen“ in den iCloud-Einstellungen. Sie ermöglicht die Ortung und Fernlöschung eines verlorenen iPhone. Außerdem lässt sich ein so geschütztes iPhone nicht einfach löschen und wieder aktivieren.

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