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Sicher im Internet: iPad für Kinder einrichten

09.02.2016 | 13:20 Uhr |

Sie wollen Ihr Kind mit dem iPad in das Internet lassen? Darauf sollten Sie beim Einrichten des Tablets achten - damit der Nachwuchs vom digitalen Zeitalter profitiert aber in keine Fallen tappt.

Safer Internet Day: Gerade bei Schulkindern sollte man genau hinschauen, auf welchen Seiten sei sich tummeln und mit wem sie auf welche Weise kommunizieren. Aktionen rund um den Safer Internet Day drehen sich in diesem Jahr daher auch um Cybermobbing, Hasskommentare und den Umgang damit. Prinzipiell ist gegen die Nutzung des Internets auch für jüngere Kinder wenig einzuwenden. Denn neben extrem befremdlichen Weltanschauungen und unfreundlichen Umgangston findet man auch extrem informative oder überraschende Inhalte. iOS fehlt zwar im Gegensatz zu OS immer noch eine wirkungsvolle Kindersicherung, mit der sich etwa die Nutzungszeit einschränken ließe, doch können Sie beim Einrichten eines iPad für Ihr Kind einiges beachten, damit die ersten Schritte durch digitale Welten nicht extrem enttäuschend werden. Lesen Sie hierzu unseren Ratgeber:

Ein iPad ist nicht nur zum Filmeschauen, Spielen oder zum Surfen im Web da. Inzwischen gibt es im App Store jede Menge Apps, die Schulkindern beim Erledigen der Hausaufgaben oder beim Lernen helfen. Mittlerweile werden Schüler sogar an einigen Schulen am iPad unterrichtet, wie zum Beispiel an der Realschule im bayerischen  Schongau , die das iPad im Unterricht verwenden dürfen. In diesem Fall haben sogar die Eltern das iPad gekauft, die Geräte gehören also nicht der Schule.   

Ein iPad für Ihr Kind ist also durchaus eine lohnenswerte Investition, um es frühzeitig an das digitale Zeitalter zu gewöhnen. Wenn Sie Ihrem Kind ein iPad schenken, aber nicht soviel Geld ausgeben wollen, könnten Sie ihm auch ihr altes Ur-iPad überlassen, falls sie eins haben. Allerdings lässt sich das Betriebssystem dort nur bis iOS 5.1.1 aktualisieren. iOS 6.0 kann man hingegen schon nicht mehr auf das alte iPad laden, weshalb es mit einigen Apps Probleme geben könnte, da sie mindestens iOS 6.0 oder höher voraussetzen. Für das Laden einiger digitaler Zeitschriften ist außerdem der Prozessor zu schwach.

Wenn Sie Ihr Kind mit einem neueren Gerät ausstatten wollen, ist das iPad Mini 2 eine gute Alternative zum teuren großen iPad . Das 8-Zoll große Tablet kostet nur 297 Euro und ist ein optimales Einstiegsgerät für Kinder, da es außerdem prima in den Schulranzen passt. Wenn Sie das iPad online bestellen , können Sie es außerdem auf der Rückseite mit einer Gravur versehen lassen – auf der beispielsweise der Namen Ihres Kindes steht.

© Kensington

Die Rückseite des iPad Mini ist zwar recht robust, um das empfindliche Display vor Stößen oder Kratzern zu schützen, empfehlen sich aber zusätzlich spezielle Hüllen oder Smartcover. Am besten eignen sich Smartcases , sie bieten Geräte- und Displayschutz in einem. Im Apple Store sind sie in verschiedenen Farben für etwa 50 Euro zu haben. Von Logitech gibt es sogar eine Hülle für das iPad mit integrierter Tastatur. Diese verbindet sich über Bluetooth mit dem iPad und Ihr Kind kann besser auf dem iPad schreiben, beispielsweise in der Notizen-App. Mit den Smartcases des iPads nicht nur besser transportieren, sondern auch auf den Schreibtisch stellen. Für besonders lebhafte Sprösslinge gibt auch wasserdichte Cases oder robuste Hüllen für den Outdoor-Bereich, wie beispielsweise von Lifeproof oder Kensington .

Tipps zum Einrichten

Am besten sind Sie mit dabei, wenn Ihr Kind das iPad zum ersten Mal in Betrieb nimmt und richten es gleich mit ihm gemeinsam ein. In iTunes hat Apple sogar einen Leitfaden für Eltern bereitgestellt . Ist Ihr Kind jünger als 13 Jahre, sollten Sie das Gerät unter Ihrer eigenen Apple-ID einrichten - oder die Familienfreigabe nutzen. Ab 13 Jahren dürfen Jugendliche sich eine eigene Apple ID zulegen, die im Rahmen einer Familienfreigabe eingerichtete Apple ID können Sie nach ihrem 13ten Geburtstag aber auch weiterhin nutzen. Besonders praktisch: Die Kinder erhalten eine eigene E-Mail-Adresse und das im Rahmen der Familienfreigabe auch ohne Schwindeln beim Geburtsdatum. Denn auch die meisten anderen Internetdienste setzen das Altersminimum auf 13 fest.  Für das iTunes-Konto benötigen Sie nur im Fall der Familienfreigabe eine Kreditkarte, anderweitig können Sie auch mit Guthaben arbeiten. Über Geschenkgutscheine, die es mittlerweile nicht nur im iTunes Store, sondern auch in jedem Supermarkt oder in bestimmten Drogeriefilialen gibt, kann Ihr Kind sich das eigene iTunes-Konto mit einem bestimmten Guthaben aufladen. Sie haben sogar die Möglichkeit, Ihrem Kind ein Taschengeldkonto in iTunes einzurichten. Klicken Sie hierfür im iTunes Sore auf „Auf einem Klick“, anschließend auf „Mit iTunes schenken“ und danach auf „Monatliche Geschenke“. Im Fall der Familienfreigabe ist die Prozedur eine andere. Einmal gekaufte Artikel kann jeder aus der Familie auf seine Apple ID nochmals laden. Will der Nachwuchs anderweitig einkaufen oder kostenlose Apps laden, werden die Erziehungsberechtigten mit einer Push-Meldung von iCloud informiert und müssen den Einkauf oder den Ladevorgang unter Eingabe ihres eigenen Passwortes für die Apple ID frei geben.

Das iPad können Sie außerdem mit einer Art „Kindersicherung“ versehen. Unter „Einstellungen/Allgemein/Einschränkungen" können Sie das Laden von Apps oder Käufe von Filmen verhindern oder auch die Anzeige von nicht jugendfreier Musik beziehungsweise TV-Sendungen verbergen.

Nur ein Programm im geführten Zugriff

Wenn das Kind aber noch vom großen digitalen Angebot überfordert ist, oder sie es auf Ihrem iPad nur ein bestimmtes Spiel spielen, aber sonst nichts weiter anfangen lassen wollen, ist der geführte Zugriff eine Option. Das iPad wird dadurch quasi zum Kioskgerät, auf dem man nur eine Anwendung nutzen kann.

Den Kiosk-Modus von iOS finden Sie in den Einstellungen unter „Allgemein -> Bedienungshilfen -> Geführter Zugriff“. Starten Sie die App – etwa ein Lernspiel für den Nachwuchs – und klicken Sie anschließend dreimal auf den Home-Button, um den geführten Zugriff zu starten. Ab sofort kann das Kind nur noch diese eine App nutzen. Damit der Kiosk-Modus nicht einfach beendet werden kann, wird er mit einem zusätzlichen Passcode geschützt, der bei der Aktivierung des Kiosk-Modus eingegeben werden muss. Dreimaliges Klicken auf den Home-Button bringt Sie erneut zur Passcode-Abfrage, der geführte Zugriff lässt sich jetzt nur noch beenden, wenn Sie sich Ihren Code gemerkt haben. Hardwaretasten sind übrigens während des Kiosk-Modus ohne Funktion.

iPad für Kinder: Die besten Programme

Im App Store gibt es jede Menge Apps für Kinder. Diese Apps sind bereits auf dem iPad vorinstalliert und ebenfalls für den Einstieg wichtig

Facetime

Ähnlich wie bei Skype kann man mit Facetime über WLAN Videotelefonate durchführen. Das geht aber nur, wenn Sie auch eine Apple-ID besitzen. So können Sie beispielsweise mit Ihrem iPhone Ihr Kind auf dem iPad anrufen und per Videokonferenz mit ihm sprechen und gleichzeitig sehen, was es treibt.

iPhone-Suche

Wenn das iPad im Kinderzimmer einmal nicht mehr aufzufinden ist (oder sich das Kind vor Ihnen samt Gerät im Haus versteckt hat), können Sie mit der App „Mein iPhone suchen“ auch das iPad orten. Das funktioniert aber nur, wenn Sie das Gerät unter Ihrer Apple-ID hinterlegt haben und wenn das gesuchte iPad sich im WLAN-Netz befindet. Haben Sie das iPad gefunden, können Sie es sperren oder einen Signalton darauf abspielen.

Nachrichten

Nachrichten funktioniert wie SMS – nur kostenlos. Über iMessage kann jeder kostenlos mit jedem kommunizieren, der ein Apple-Gerät hat. So lassen sich auch iMessages vom iPhone auf das iPad verschicken und nicht nur Texte, sondern auch Bilder und Videos kostenlos versenden. Für eine MMS würden Sie hingegen einen hohen Preis zahlen. Dass eine Nachricht als iMessage verschickt wurde, erkennen Sie an der blauen Hintergrundfarbe.

iBooks

Im iBook Store gibt es aktuelle Bestseller auch als eBook. So haben Ihre Kinder ihre Lieblingsbücher immer auf dem iPad mit dabei. Achtung: Ein iPad-Modell mit 16 GB Speicher kann schnell an seine Grenzen stoßen. Machen Sie auf jeden Fall ein Backup mit iTunes und sichern Sie Ihre Einkäufe auf Ihrem Rechner oder in der iCloud. So können Sie sich nur die Bücher auf das Mobilgerät laden, die Ihr Kind gerade lesen möchte. 

iTunes U

Das Angebot von iTunes U ist zwar eher auf Studenten ausgerichtet, allerdings lohnt sich auch für Schulkinder ein Blick in das Angebot. Hier kann man sich Lektüre oder Kurse herunterladen. Schulkinder können beispielsweise mit Englisch für die Oberstufe ihre Sprachkenntnisse vertiefen.  

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